Hochbeet

Hochbeet auf dem Balkon anlegen:So geht's

Gartenmagazin

Frisches Gemüse kannst du auch auf deinem Balkon ziehen. Besonders gut gelingt das in einem Hochbeet. Ja, richtig gelesen, das Etagenbeet gibt es mittlerweile auch für das Outdoor-Zimmer.

Das Hochbeet ist der Klassiker für Nutzgärten. Dank des cleveren Schichtsystems werden die Pflanzen mit reichlich Nährstoffen versorgt.
Auch auf deinem Balkon oder auf deiner Terrasse kannst du ein Hochbeet anlegen. Die haben mit den Fabrikaten für den Garten aber in der Regel nur noch die angenehme Arbeitshöhe gemein. Optisch erinnern sie meist an schmale Minitische.

Typisch Hochbeet: Das Schichtsystem

Das klassische Hochbeet im Garten reicht vom Boden bis etwa zur Hüfte. Es bietet also reichlich Platz für Erde und Kompost. Ein Hochbeet-Tisch, der üblicherweise auf dem Balkon zum Einsatz kommt, umfasst deutlich weniger Substrat, da das Beet nicht vom Grund auf ansetzt.
Erde rein und Pflanzen einsetzen, wäre allerdings die falsche Schlussfolgerung. Auch beim komprimierten Etagenbeet solltest du clever schichten.
Nur dass die Erdschichten etwas dünner ausfallen als im umfassenderen Hochbeet.

Der Klassiker für den Balkon setzt sich aus folgenden Ebenen zusammen:

  • Die unterste Etage bildet eine Drainageschicht beispielsweise bestehend aus Gehölzschnitt, Tonscherben oder großen Kieselsteinen. Sie verhindert vor allem, dass dein Hochbeet mit Wasser überschwemmt wird, wenn es etwa regnet oder du es beim Gießen zu gut gemeint hast. Tipp: Unterstütze die Drainage mit einem Vlies, falls du dich für einen Hochbeet-Tisch entscheidest.
  • Die nächste Ebene bilden Gartenabfälle wie Grasschnitt oder Laub,
  • gefolgt von einer Schicht mit ganz normaler Erde.
  • Eine Schicht aus reifem Kompost sollte ebenso vorhanden sein.
  • Zu guter Letzt folgt wieder eine Ebene aus hochwertiger Gartenerde.

Die verschiedenen Schichten erfüllen einen besonderen Zweck: Dank der Gartenabfälle findet eine aktive Kompostierung statt. Dabei wird Wärme erzeugt, die sich positiv auf die Pflanzen auswirkt. Das Grün wächst schneller und wird mit ausreichend wichtigen Nährstoffen versorgt.
Nicht selten fällt deshalb die Gemüseernte im Hochbeet ertragreicher aus als im normalen Gartenbeet. Beachte: Je geringer die Höhe des Etagenbeets, desto schwächer fällt auch der Verrottungseffekt aus.

Balkon nicht überlasten!

Ein nicht minder wichtiger Faktor, den du berücksichtigen solltest, ist die zusätzliche Last, die ein klassisches Hochbeet auf deinen Balkon ausüben würde. Schließlich soll dieser unter dem Gewicht nicht einstürzen. Wenn du den Maximalwert der Dauerbelastung nicht kennst, dann befrage deinen Vermieter danach. Diesen musst du ohnehin informieren, sobald du bauliche Veränderungen an deinem Balkon oder deiner Dachterrasse vornehmen möchtest. Tipp: Die Last fällt entsprechend geringer aus, wenn du leichtere Füllmaterialien und Pflanzsubstrate wählst. Allerdings schränkst du dadurch den Verrottungseffekt ein. Die bessere Alternative ist daher der Hochbeet-Tisch, der ohnehin über ein niedrigeres Volumen verfügt.

Verschiedene Hochbeet-Lösungen für den Balkon

Für den Balkon eignen sich also vor allem Hochbeet-Tische, weil sie platzsparend und leichter sind. Du kannst zwischen unzähligen Modellen wählen, die sich insbesondere hinsichtlich ihrer materiellen Beschaffenheit und Form unterscheiden.

Als besonders wetterfest gilt ein Hochbeet aus Metall. Achte darauf, dass es sich um rostfreies Material handelt, sodass du mehrere Saisons Freude an deinem Mini-Biotop hast. Praktisch: Manche Hochbeete verfügen über ein Ventil am Boden. Darüber kannst du überschüssiges Wasser ablassen und somit die Drainage unterstützten. Das ist wichtig, denn Staunässe schadet den Pflanzen erheblich. Im Falle eines Metall-Modells sind außerdem abgerundete Kanten von Vorteil, um sich nicht zu verletzen.

Noch beliebter als Metall ist ein Hochbeet aus Holz. Das Material besticht vor allem durch seine Natürlichkeit. Wähle unbedingt ein Modell, dass imprägniert ist. Nur dann ist es wetterbeständig. Weiterhin solltest du einen genaueren Blick auf die Tischbeine des Beets werfen. Nasse Füße geben der Last des Hochbeets langfristig nach. Die Tischbeine bleiben hingegen trocken und stabil bei einem Modell mit Schutzkappen. Besonders praktisch sind Hochbeet-Tische mit Rädern. Die kannst du auf deinem Balkon verschieben. Darüber hinaus verfügen die zahlreichen Fabrikate über allerlei Schnickschnack. So gibt es Hochbeete mit zusätzlichen Ablageflächen – verdeckt oder offen. Dort kannst du dein Pflanzzubehör bestens verstauen. Schön ist außerdem ein Modell, an dem du an den Seitenflächen Haken anbringen kannst – etwa für weitere Blumenbehälter oder für Deko-Artikel.

Wenn du handwerklich versiert bist, kannst du dein Hochbeet natürlich auch selbst bauen. Das ideale Material dafür ist Lärche, da es auch ohne Schutzbehandlung sehr lange hält. Im Internet findest du diverse Bauanleitungen, die dir bei deinem Projekt helfen. Noch einfacher ist es, einen Bausatz im Fachhandel zu kaufen.

Ganz gleich für welche Variante du dich entscheidest: Miss deinen Balkon als Erstes ab. Schließlich willst du nicht in Platznot kommen. Glücklicherweise gibt es Modelle in vielerlei Größen, sodass du dein passendes Hochbeet sicherlich findest.

Das Hochbeet bepflanzen: Tipps

Das Hochbeet ist die ideale Herberge für Gemüse und Kräuter – dem nährstoffreichen Schichtsystem sei Dank. Nährstoffhungrige Pflanzen wie Lauch, Zwiebeln, Möhren und Sellerie gedeihen vorzüglich im Beet. Aber auch Salat, Tomaten und Stangenbohnen sind bestens zur Bepflanzung geeignet. Hochwachsendes Grün solltest du allerdings mit Rankhilfen ausstatten, um die Pflanzen zu stützten. Platzeinnehmende Pflanzen wie Zucchini oder Kürbis sind hingegen für dein Hochbeet weniger geeignet. Grundsätzlich gilt: Pflanze hohe Pflanzen in die Mitte und niedrige an den Rand. So bekommen alle genug Licht ab. Apropos Licht: Natürlich solltest du auch die Ausrichtung deines Balkons berücksichtigen. Am meisten Sonne bekommt dein Grün auf einem nach Süden ausgerichteten Outdoor-Zimmer.

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