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Baumauslichten: einige Dinge, die Du beachten solltest

Dank des technologischen Fortschritts sind viele Aufgaben im Garten einfacher geworden, das Baumauslichten gehört nicht dazu. Das Auslichten von Bäumen erfordert Geduld, körperlichen Einsatz und vor allem Wissen. Aber lasse Dich davon nicht abhalten: Ausgelichtete Bäume sehen besser und gesünder aus und sie tragen mehr Früchte, und deshalb ist es die Mühe wert.

Müssen Bäume ausgelichtet werden?

Das Baumauslichten ist ziemlich anstrengend und Du wirst Dich fragen, ob es wirklich unerlässlich ist. Die Antwort lautet Ja und Nein: Bäume können ohne Rückschnitt überleben, aber sorgfältiges Auslichten fördert das Wachstum und regt das Blüten- und Fruchtwachstum an. Das Auslichten bietet auch mehr Raum für die Gestaltung Deines Gartens, weil Sträucher und Bäume in Form gebracht und unter Kontrolle gehalten werden. Probiere es aus, und Du wirst bereits nach wenigen Stunden Arbeit den fantastischen Unterschied in Deinem Garten bemerken – jetzt und auch im nächsten Jahr.

Sommerbäume und Herbstblüher

 

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Im Allgemeinen sollten Sommerbäume und Herbstblüher in der Ruhezeit ausgelichtet werden, im Winter oder zu Beginn des Frühjahrs. Dann stört ein solcher Rückschnitt die Frucht- oder Blütenherausbildung nicht. Außerdem ist die Gefahr von Krankheiten oder Schädlingsbefall im Winter geringer. Die meisten Bäume haben dann ihre Blätter abgeworfen und die Aststruktur lässt sich deutlicher erkennen.

Junge Obstbäume sind die Ausnahme. Nach dem Pflanzen müssen sie in ihrem ersten Jahr „trainiert“ werden, indem sie im Sommer ausgelichtet werden, wenn sie circa 7 bis 10 cm neues Gehölz entwickelt haben. Das fördert die Entwicklung eines breiten, gut verteilten Gehölzes, und das Sonnenlicht erreicht die Früchte und Blüten. Lichte innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren regelmäßig aus, bis sie eine gute Form entwickelt haben, und dann schneide den gewachsenen Baum zurück.

Auslichten im Winter:

  • Entferne die Äste, die sich überkreuzen, einander berühren oder die sich gegenseitig den Platz wegnehmen.
  • Entferne zu Deiner eigenen Sicherheit alle Äste, die Dir im Weg sind oder von denen eine Gefahr ausgeht. Dazu gehören tote oder abgestorbene Äste, die abknicken und Dich verletzen könnten. Außerdem ist es gut für den Baum, wenn die kranken Zweige entfernt werden.
  • Schneide die Triebe von Obstbäumen. Diese neuen Triebe sehen aus wie dünne Zweige und wachsen häufig vom unteren Teil des Baums gerade nach oben. Sie nehmen dem Baum die nötigen Nährstoffe für die Fruchtbildung.

Frühblühende Bäume und Sträucher

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Viele blühende Sträucher, wie Flieder, Forsythien und Rhododendron,müssen ausgelichtet werden, damit Form und Größe der Pflanze kontrolliert werden und ein gutes Aussehen bewahrt wird. Allerdings einwickeln frühblühende Bäume und Sträucher ihre Knospen sofort nach der Blüte, und mit einem Winterrückschnitt würde die Blütenbildung im Folgejahr ausfallen. Lichte diese Pflanzen im Frühsommer nach der Blüte aus, bevor sich die Knospen des Folgejahres entwickeln.

So gehst Du vor:

  • Bei Pflanzen mit mehreren Stämmen entferne einige der älteren Stämme, um zu neuem und üppigerem Wuchs im nächsten Jahr anzuregen.
  • Wenn der Strauch verwildert und schlaff wirkt, dann solltest Du herausfinden, ob diese Sorte „verjüngt“ werden kann. Dabei handelt es sich um eine extreme Form des Auslichtens, wobei die Stämme bis auf 10-15 cm zurückgeschnitten werden, um zu vollständig neuem Wuchs anzuregen.
  • Entferne welke Blüten, bevor sie Samen bilden, damit die Sträucher mehr Kraft für die Entwicklung der Blüten des Folgejahres haben.

Hinweis: Sommerflieder ähnelt vielen frühblühenden Sträuchern, blüht jedoch im Sommer, und sollte im Winter oder im Frühjahr zurückgeschnitten werden. Einige der verblühten Blüten des Sommerflieders sollten als Nahrung für kleine Vögel stehen bleiben.

Werkzeuge für das Baumauslichten

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Wenn Du noch keine hast, dann kaufe Dir eine hochwertige Gartenschere und eine Astschere (eine Gartenschere mit langen Griffen). Diese Scheren werden Dir bei vielen Auslichtungsarbeiten gute Dienste leisten, wobei Astscheren für das Schneiden von Zweigen bis zu 5 cm Durchmesser geeignet sind. Die Grasschere ist das beste Werkzeug für verblühte Blüten.

Für größere Bäume kannst Du auch eine Säge einsetzen. Du kannst eine normale Säge verwenden, aber es gibt auch spezielle Baumsägen, die für den Umgang mit Baumharz geeignet sind.

  • Vergesse nicht, die Baumschnittgeräte zu reinigen, indem Du sie nach jeder Verwendung mit Alkohol abreibst, um zu verhindern, dass sich Krankheiten ausbreiten.
  • Sorge dafür, dass Deine Werkzeuge scharf bleiben, weil die Arbeit dann einfacher ist und Du saubere Schnitte machst.

Zeit finden

Baumauslichten erfordert viel Zeit und Mühe. Wenn Du generell wenig Zeit für die Gartenarbeit hast, kannst Du über die Automatisierung anderer Aufgaben nachdenken, beispielsweise Bewässerung (z. B. mit GARDENA smart Water Control) oder Rasenmähen (z. B. mit GARDENA smart SILENO). Damit würdest Du Dir einige Stunden Arbeit pro Woche sparen und könntest Deinen Bäumen die nötige Aufmerksamkeit widmen.

Komplexe Fragen zur Vorgehensweise beim Baumauslichten sind lediglich eine Frage des gesunden Menschenverstandes, wenn Du erst einmal verstanden hast, wie Deine Bäume wachsen und Blüten, Früchte und Samen hervorbringen. Wenn Du Dich mit dem Baumauslichten auseinandersetzst, wirst Du tiefere Einsichten hinsichtlich Deines Gartens gewinnen und eine aktivere Rolle einnehmen, damit er gedeiht.