Blaue Weintraube

Wie kann man echten Mehltau behandeln?

Gartenexperte
An einem Weinstock der Sorte "Isabella" blau, der noch in keinem Jahr anfällig für den echten Mehltau war, zeigte sich dieser im vorigen Jahr in einem Ausmaß, dass an eine Ernte nicht zu denken war. Ich habe vor, den Stock beim nächsten abnehmenden Mond herunterzustutzen in der Hoffnung, dass er dann mit einer wohl unausweichlichen Spritzung zu retten wäre. Was für ein Produkt könnte für eine effektive Kur gut sein?

Die Antwort

Mit Ihrer "Isabella" als der blauen Schwestersorte der eigentlich rotbeerig fruchtenden "Rote Isabella", haben Sie eine nicht nur leckere (feine Erdbeernote!), sondern auch eine vergleichsweise pilzfeste Sorte gepflanzt. Insofern ist dann schon "Feuer auf dem Dach", wenn eine solche Sorte verpilzt. Aber genau das ist mir in den letzten Jahren auch passiert, mit der Sorte "Arkadia" - eigentlich eine traumhafte Sorte, die im eigenen Hausgarten Trauben in der Qualität großfruchtiger italienischer Tafeltrauben produziert, wie man sie aus dem Handel kennt. Ich habe "Arkadia" nun auch komplett zurückgeschnitten und ersetze sie gerade durch "Pleven ustojcivij".

Hintergrund der ganzen Geschichte ist, dass die Pilzfestigkeit bei Tafeltrauben immer nur eine bedingte ist. Jahrelang klappt das problemlos, dann kann ein wetterbedingtes "Pilzejahr" einen so hohen Befallsdruck erzeugen, dass selbst eine ansonsten gartentreue Sorte wie "Arkadia" oder "Isabella" wegbricht. Damit ist und bleibt nicht die Sorte schlecht - die Rahmenbedingungen haben das verursacht.

Konkret haben Sie nun zwei mögliche Strategien zur Auswahl. Zum einen können Sie so verfahren, wie von Ihnen vorgeschlagen: Die Rebe neu aufbauen. Zum anderen können Sie eine neue Tafeltraubensorte nachpflanzen in der Hoffnung, dass die an der Stelle und bei wieder einmal auftretendem hohen Befallsdruck besser klar kommt.

Im ersten Fall rate ich dazu, Pflanze und Umgebung zunächst regelmäßig mit einem Fungizid zu behandeln. Gerade Rückwand & Co. müssen dabei mit einbezogen werden, weil hier ja millionenfach Sporen lagern. Zu einer Standortbehandlung rate ich auch für den zweiten Fall, der Nachpflanzung.

Insgesamt werde ich trotz Rückschlägen meine diversen Tafeltrauben nicht aus dem Garten verbannen, dafür ist das Thema Tafeltrauben inzwischen viel zu spannend. Es ist ähnlich wie bei den Erdbeeren: Wenn man mit der einen Sorte keinen rechten Erfolg hat, wählt man eine andere.