Anzuchtgefäße: Wie man die Balkonsaison durch Anzucht eröffnen kann

Balconista

Je nach Pflanzenart sollte man 4-8 Wochen vor der Auspflanzung nach draußen mit dem Vorziehen auf dem Fensterbrett beginnen. Meist landet man dann im März. Das führt dann gleich zu der Frage mit welchen Pflanzgefäßen man am besten startet. Und da hat man zahlreiche Möglichkeiten- von quasi kostenlos bis zu kleinerem Invest ist alles dabei.

Jede Gefäßart hat dabei ihre Vor- und Nachteile oder ist mit persönlichen Präferenzen behaftet.

Töpfchen aus Papier/ Pappe und Kokosfasern haben den Vorteil, dass sie einfach so ausgepflanzt werden können. Das Material verrottet und man vermeidet damit einen Umpflanzschock. Außerdem schonen sie die Umwelt. Bei Anzuchtgefäßen sollte man aus Umweltgründen darauf achten, dass sie torffrei sind (z.B.  Kokostöpfchen, Kokosquelltabletten).

Auch Eierkartons eigenen sich für die Anzucht; beim Auspflanzung einfach die Pappschalen auseinander schneiden und einpflanzen.

Alte Joghurtbecher und Kaffee-to-go Becher eignet sich auch als kostengünstige Alternative; wichtig ist das Abflußloch nicht vergessen! Und Mehrfachnutzung ist hier auch gut für die Umwelt.

 

Hier habe ich Euch ein paar Ideen für Anzuchtgefäße zusammengefasst. 

Anzuchtgefäße Marke Eigenbau (gut & günstig)

(a) Aus Zeitungspapier herstellen

Man braucht:
Tageszeitung (kein Hochglanz)
Flasche (Plastikflasche mit Flüssigkeit; bei einer Glasflasche geht es auch ohne Inhalt)
Anzuchterde
Saatgut
Bast

Anleitung:
Siehe Beitrag Anzuchtgefäße aus Zeitungspapier

(b) Aus Toilettenpapierrollen herstellen

Man braucht:
Innenleben von Toilettenpapierrollen
Küchenrollenpapier
Schere

Anleitung:
Toilettenpapierrollen halbiere, etwa Küchenrollenpapier in den unteren Teil stopfen und mit Erde auffüllen. 

Anzuchtgefäße Marke Selbstgekauft

(a) Kokostöpfchen

Gut für die Anzucht eignen sich Kokostöpfchen. Diese werden mit Anzuchterde gefüllt. Der Samen wird auf die Erde gelegt und je nach Pflanzenart leicht angedrückt, mit Erde bedeckt bzw. tiefer eingepflanzt. Wenn die Jungpflanzen groß genug und die  Außentemperaturen richtig sind kann man diese einfach mit dem Kokostöpfchen umgesetzt. Das Naturmaterial verrottet und die Pflanzen können ohne Umpflanzschock einfach weiter wurzeln.

(b) Kokos- Quelltabletten

Spezielle Gewächshäuser in Verbindung mit Kokos-Quelltabletten eignen sich auch gut für die Anzucht. Die Quelltabletten einfach in die dazu passenden Aussparungen legen und großzügig mit Wasser übergießen. Innerhalb von 30 Minuten saugen sich die Quelltabletten voll und wachsen dabei in die Höhe- ohne ihre Form zu verlieren.

Die Kokos-Quelltabletten sind absolut torffrei. Sie bestehen aus Kokosfasern, die nebenbei der der Kokosnuss- Ernte gewonnen werden. Die Handhabung ist ganz einfach und macht keinen Dreck. 
(c) Anzuchttüten

Hier gibt es oft fertige Sets (Tüte+ Kompakterde oder Tüte+ Kompakterde und Saatgut) zu kaufen. Meist befindet sich die gepresste Kompakterde schon in der Tüte, dann heißt es einfach auffalten, Wasser darauf gießen (meist so 300ml) und ca. 30 Minuten warten. Die Kompakterde quillt derweilen auf und ist dann einsatzbereit.

Neben den Anzuchtgefäßen spielen aber noch einige andere Dinge eine große Rolle, denn mit dem Töpfchen allein, kommt man auch nicht weiter.

Worauf ist noch zu achten?

Die richtige Erde ist bei der Anzucht sehr wichtig. In herkömmlicher Blumenerde steckt relativ viel Dünger. Die Pflanzen wachsen dadurch zwar schnell, haben aber nicht den Drang lange Wurzeln auszubilden. Deshalb spezielle Anzuchterde verwenden; die ist frei von Keimen und enthält wenig Nährstoffe. Frische Keimlinge suchen nach Nährstoffen im Substrat. Das fördert das Wurzelwachstum und erleichtert der Pflanzen den Start ins Leben. Ich verwende ungedüngte Kokoserde, da diese torffrei und, als Abfallprodukt aus dem Kokosanbau, auch nachhaltig ist.

Bei der Anzucht ist zusätzlich zu beachten, dass nicht jedes Saatgut gleichbehandelt werden will. Man unterscheidet hier zwischen Licht- und Dunkelkeimer. Damit von Anfang an alles glatt läuft hier ein paar Informationen dazu.

Bei Lichtkeimern liegen die Samen nur auf dem Boden auf bzw. werden ganz leicht angedrückt d.h. die Samenkörner werden nicht mit der Anzuchterde bedecken (ohne Licht- keine Keimung). Meist sind die Samen (und auch die späteren Keimlinge) von Lichtkeimern klein und zart. Ihnen fehlt einfach die Kraft und Energie sich durch das Erdreich hinaufzuarbeiten.

Bei Dunkelkeimern werden die Samen mit Erde bedeckt. Sie mögen es dunkel; Licht hemmt sogar ihr Wachstum. Meist sind die Samen (und auch die späteren Keimlinge) von Dunkelkeimern groß und robust. Als Faustregel gilt hier: je größer der Samen, desto tiefer müssen sie in die Erde.

Und zu guter Letzt ist es wichtig während der Anzucht die Erde feucht (nicht nass) zu halten.

Was, wann, wie?

Küchenkräuter

Aussaat (innen)

Keimbedingungen

Ab damit ins Freie

Basilikum

März/ April

Lichtkeimer

Ab Mai

Koriander

Feb- April

1cm

Ab Mai

Oregano

März/ April

Lichtkeimer

Mai/ Juni

Petersilie

Feb/ März

1-2cm

Ab April

Rosmarin

Feb/ März

Lichtkeimer

Mai/ Juni

Salbei

März

beides

Ab Mai

Schnittlauch

März/ April

2cm

Ab Mai

Thymian

März/ April

Lichtkeimer

Ab Mai

 

Gemüse

Aussaat (innen)

Keimbedingungen

Ab damit ins Freie

Tomate

Feb/ März

0,5 cm

Mitte Mai

Gurke

April

2 cm

Mitte Mai/ Juni

Kürbis

April

3 cm

Mai

Erbsen

März

4- 5cm

April/ Mai

Möhren

März/ April

3 cm

April- Juni

Paprika

Feb/ April

0,5 cm

Mitte Mai

Zucchini

April- Juni

3cm

Mai- Juli