Garden myths

Gartenmythen - Blogger decken auf, was dran ist. Und was nicht.

Gartenmagazin

#1: Saat gut


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Aussaat im März. Wie oft hat man das schon gelesen! Nur: Letztes Jahr war es im März zu trocken, vorletztes Jahr zu nass. Was im März gesät wird, kommt häufig erst im Mai; sät man dagegen im April, überholt es die Märzsaat im Sauseschritt. In Bergdörfern liegt im März noch Schnee, während in den Innenstädten des Talgebiets bereits sommerliche Temperaturen herrschen. Gibt es einen hartnäckigeren Mythos als "Aussaat im März"? Höchstens noch „Aussaat Ende September“. Diese Saat geht oft zu gross oder zu klein in den Winter, sie kann schockgefrostet, vom Regen geflutet oder vom Föhnsturm knochentrocken geblasen werden. März wie September, der grösste Gärtnermythos ist doch der Kalender." 
Eveline, spriessbuerger.ch

#2: Die Eisheiligen


"Ein Gartenmythos, der sich bestätigt hat und uns jedes Jahr aufs Neue die Arbeit des Frühjahres rettet: Die Eisheiligen. Wenn im April die ersten sehr warmen Tage das Balkongärtnerherz höherschlagen lassen, waren wir schon oft verführt, unsere Gemüsepflanzen-Keimlinge zu früh auf den Balkon umzusiedeln. Gleich im ersten Jahr unseres Gemüsebalkons mussten wir jedoch schmerzlich erfahren, dass es bis zu den Eisheiligen noch oft zu Frost in der Nacht kommt und die jungen Gemüsepflanzen auf dem Balkon erfrieren. Seither warten wir, bis die Eisheiligen rund um den 12. Mai vorbei sind. Das hat unseren jungen Pflanzen schon die eine oder andere Nacht mit kalten Füssen erspart." 
Sebastian & Sina, gemuese-balkon.de

© Chromakey/Shutterstock

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#3: Blumen, Kohl & Rock’n Roll


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"Gartenmythen: Da gibt es viele Klassiker, einer meiner liebsten: Das Giessen. Da stehen die Leute reihenweise mit ihrem Gartenschlauch in der Hand und giessen. Jeden Tag, ein bisschen. Das bringt nichts. Meiner Meinung nach besser: einmal in der Woche ordentlich einwässern. 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter. Das Wasser dringt so tiefer ins Erdreich vor, die Pflanzen gewöhnen sich daran, ihre Wurzeln tiefer in die Erde zu graben und sich das Wasser aus dem unteren Erdreich zu holen. In dem Schrebergartenverein, in dem ich meinen Garten habe, dachten sie schon, meine Wasseruhr wäre kaputt, da ich kaum Wasser verbrauchte. Nach einer Kontrolle der Uhr gab es nur Staunen." 
Anja, der-kleine-horror-garten.de

#4: Alter Kaffee


"Gerade kürzlich bin ich drüber gestolpert, über so einen Mythos. Mangels Kompost und handelsüblichen Düngers hatte ich in einem Firmengarten unzählige Edelrosen mit Kaffeesatz zu versehen. Ich konnte aus dem Vollen schöpfen, weiss man doch dort dem Kaffee zu frönen, und freute mich darüber, den in die Jahre gekommenen Rosendamen etwas Gutes zu tun. Eine Woche später wieder zugegen, sah ich dort zum ersten Mal Ameisen. Apokalyptische Tausende davon. Geschäftig krabbelten sie an jedem Rosenbein hoch und runter. Gewissensgebissen googelte ich nach, ob wohl der Kaffee – und somit ich – schuld daran war. Die gefundene Antwort? Wollen Sie Ameisen vertreiben? Nehmen Sie Kaffeesatz!" 
Nick, gruentoene.ch

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#5: Dauerbrenner


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Das haben wir schon immer so gemacht. Gartenmythen begleiten uns auf Schritt und Tritt, doch wenn man über ihre Entstehung weiss, lassen sie sich enttarnen und auflösen. Lieblingsmythos und Dauerbrenner ist das Giessverbot zu Mittag, in der prallen Sonne. Verpönt, da die Pflanzen dadurch Verbrennungen ausgesetzt seien. Man spürt förmlich die Sonne auf der Haut, am eigenen Körper. Dennoch, ein Experiment aus dem Jahr 2009 widerlegt diese These und deckt auf, dass Wassertropfen verdunsten und sich auflösen, noch bevor sie Schaden an Pflanzen anrichten können. Andernfalls wäre ja unser Garten nach jedem Sommerschauer mit anschliessendem Sonnenschein in grösster Gefahr." 
Daniela, garteninspektor.com

© amenic181/Shutterstock