Blattlaus, Schnecke und Co. den Garaus machen – ganz ohne Chemie

Gartenmagazin
Welcher Pflanzenfreund und Hobby-Gärtner ärgert sich nicht über Löcher in den Blättern, angefressene Erdbeeren oder zerstörte Salatsetzlinge und möchte die Übeltäter schnellstmöglich aus dem Garten loswerden? Gerade im eigenen Nutzgarten möchte man aber gerne auf Chemie verzichten, um Bioqualität ohne Rückstände geniessen zu können. Doch welche Methoden und biologische Helfer sind am besten für den Kampf gegen die Schädlinge geeignet?

Der ewige Kampf gegen Schnecken

Um die zarten, mühsam angebauten Pflanzen im Garten zu schützen gibt es zahlreiche Methoden, bei denen getrost auf Chemie verzichtet werden kann. Angefangen bei der Gartengestaltung, kann der Gemüsegarten mit Pflanzen umrahmt werden, die Schnecken nicht besonders mögen. Hierzu zählen zum Beispiel Kapuzinerkresse, Lavendel, Männertreu und Pfingstrosen. Dicht gepflanzt sollen sie eine Schneckenbarriere bilden. Auch ein Schneckenzaun kann vor den Eindringlingen im Gemüsegarten schützen. Er benötigt eine besonders glatte Oberfläche und einen Überstand an der oberen Kante, sodass ihn die Schnecken nicht überwinden können. Die Höhe sollte ca. 15 cm und der Überstand ca. 10 cm betragen. Innerhalb des Beetes müssen allerdings alle Schnecken abgesammelt sein. Zu Bierfallen ist nicht unbedingt zu raten, da sie die Schnecken aus der gesamten Umgebung anziehen können. Wer darauf achtet, immer nur morgens und nicht grossflächig, sondern direkt an den Pflanzen zu giessen, erschwert den Schnecken die Fortbewegung im Garten. Diese benötigen nämlich einen feuchten Boden und da sie nachtaktiv sind, besitzt der Boden bis dahin wieder weniger Feuchtigkeit.
Ist der Garten so gestaltet, dass Igel und Vögel Unterschlupf finden, kann man auch auf deren Hilfe bei der Schneckenbekämpfung zählen.

Nützlinge versus Schädlinge

Die Natur stellt uns eine ganze Armee zur Bekämpfung von Schädlingen im Garten zur Verfügung. Fleissige Helfer sind zum Beispiel Schlupf- und Grabwespen. Sie zerstören die Schädlinge, indem sie ihre Eier in Raupen oder Blattläuse legen, damit ihre Jungen Nahrung haben.
Zu den Feinden der Blattläuse zählt auch der Marienkäfer. Er wird extra gezüchtet, um in Gewächshäusern den Blattläusen auf den Leib zu rücken.
Ameisen helfen dabei den Boden locker zu halten, beseitigen jede Menge Gartenabfall und vertilgen zusätzlich Unmengen von Schädlingen.
Wenn es dunkel wird machen sich Goldlaufkäfer und Puppenräuber auf die Jagd. Unbemerkt befreien sie dabei den Gemüsegarten von Insekten, die sich an den Wurzeln der Pflanzen zu schaffen machen.
Damit sich möglichst viele Nützlinge im Garten wohlfühlen, sollte man ihnen Verstecke und Überwinterungsmöglichkeiten anbieten. Beliebt sind Insektenhotels aus Holzscheiben, Rinde oder durchlöcherten Backsteinen, kleine Haufen aus Zweigen oder abgefallenen Blättern, Trockenmauern oder kleine Steinhaufen.
Damit die Helfer aktiv bleiben, muss mit einem artenreichen Garten eine Nahrungsgrundlage schaffen werden. Viele Nützlinge benötigen Blütenpflanzen, die idealerweise über die gesamte Vegetationsperiode im Garten zu finden sind. Beliebt sind Stauden, Kornblumen, wilde Möhren, Bienenfreund, Dill und Kerbel.
Wichtig ist zusätzlich,die Beleuchtung im Garten nach unten zu richten oder nach dem Aufenthalt im Garten auszuschalten. Ansonsten werden viele Nützlinge vom Licht angelockt und verbrennen sich daran oder umschwirren es bis zur vollständigen Erschöpfung.
Mit wenig Aufwand kann man also wertvolle Nützlinge im Garten beherbergen und so getrost auf chemische Schädlingsbekämpfung verzichten. Sogar gegen chemische Substanzen resistent gewordene Arten können so auf natürliche Weise schonend beseitigt werden.