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Was summt denn da hoch oben im Baum?

Ganz untypisch für diese Jahreszeit, erleben wir aktuell einen lebhaften Bienenflug im Herbstgarten überall dort, wo jetzt der Efeu blüht. Denn anders als alle anderen Gartengehölze, blüht der Efeu nicht nur extrem spät im Gartenjahr, sondern bringt seine Früchte auch noch im selben Jahr zur Reife.

Auf grünen Doldenstielen sitzen in diesen Tagen die gelblichen Sternenblüten von Hedera helix, die sich bis zum Dezember zunächst in grüne, später in tiefschwarze Beeren verwandeln werden. So wie augenblicklich der Efeu den Bienen späten Nektar beschert, tischt er dann in den kalten Dezember- und Januarwochen den Amseln eine heiß begehrte Winternahrung auf.

Nun erblüht aber nicht jeder Efeu. Vielmehr muss er dazu seine Altersform erreicht haben. Diese wächst, anders als die langen, kletternden Efeutriebe, kurztriebig strauchförmig. Auch das Blatt des alten Efeus ist leicht zu erkennen: Ist sein Jugendblatt typischerweise drei- bis fünflappig, ist das der Alterform deutlich abgerundeter.
Das Schauspiel des alternden Efeus findet weitgehend unbemerkt statt wenn es, wie zumeist, hoch droben in Baumkronen passiert. Wer es für sich näher verfügbarer machen möchte, um es allherbstlich zu beobachten, kann Efeu ebenso gut in einen Großstrauch hinein wachsen lassen, einen Fliederbaum etwa. Alternativ, gibt es in Baumschulen einen so genannten Strauchefeu zu erwerben, der im Gartenbeet kleine, kugelige Sträucher ausbildet. Dieser Strauchefeu ist nichts anderes, als die aus Stecklingen vermehrte Alterform des Efeus – ebenfalls blühend und fruchtend.

Noch immer hat sich nicht das Märchen in den Köpfen der Gartenliebhaber verabschiedet, der zufolge Efeu den Bäumen durch „Aussaugen“ schadet. Nein: Efeu ist kein Schmarotzer (wie z.B. die Mistel), die mit speziellen Wurzeln tatsächlich in den Baum eindringt und sich von ihm mit Mineralstoffen versorgen lässt. Efeu besitzt an Ast und Baum ausschließlich Haftwurzeln, mit denen er sich auf der ohnehin toten Borke seines Gastbaumes festkrallt. Ansonsten versorgt er sich selbst, mit eigenen Wurzeln im Boden und eigenen Blättern am Zweig. Es können in späteren Jahren einmal mächtig gewordene Altersformen des Efeus in „angeschlagenen“ Bäumen lediglich dann einmal zum Problem werden, wenn sie für erhöhte Anfälligkeit dieses Klettergerüstes für Wind- oder Schneebruch sorgen. Ansonsten gilt: Blühender und fruchtender Efeu ist nicht nur eine herbstlich-winterliche Gartenschönheit, sondern auch eine gartenbedeutende Bienen- und Amselweide.

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