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Selbstversorger Garten

Es ist eine schöne Vorstellung, sich mit Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten zu versorgen. Die Umsetzung verlangt aber Körpereinsatz und Zeit. Der Speiseplan für Selbstversorger ist stärker saisonabhängig, da es frisches Obst und Gemüse nur zur jeweiligen Zeit gibt, wenn es draußen wächst und reift. Jedoch kann das Obst und Gemüse auch konserviert und eingelagert werden. Und wie viel Freude und Stolz hat man, wen man sagen kann: Schau mal, das kommt aus meinem eigenen Garten.

Folgende Fragen helfen Ihnen bei der Entscheidungsfindung zu einem eigenen Selbstversorgergarten und seiner erfolgreichen Planung: 

• Wieviel Zeit möchte ich investieren?
• Was möchte ich anbauen?
• Wie viele Personen soll der Garten versorgen?
• Wieviel Platz habe ich zur Verfügung?
• Möchte ich eine komplette Selbstversorgung? 

Wer testweise einsteigen möchte, für den empfiehlt es sich,  vorerst eine kleinere Fläche zum Nutzgarten umzuwandeln. Gerade für Berufstätige ist dieser Weg eine gute Möglichkeit, sich an die Arbeit heranzutasten und dabei einzuschätzen, wie hoch der Zeitaufwand ist.

Planung

Bevor der Nutzgarten angelegt wird lohnt es sich, eine grobe Skizze davon zu zeichnen. Darin werden die Himmelsrichtungen und die vorherrschende Windrichtung eingezeichnet. Zudem werden die Ausmaße vorhandener Bäume und Sträucher, Gebäude, Mauern und Hecken hinzugefügt. Gestalten Sie nun die Bereiche unterschiedlich farbig, die ganztägig Sonne haben, halbtägig Sonne haben oder aber meist schattig sind. Diese Skizze dient als Grundlage für die Beurteilung, welche Pflanzen sich für welchen Gartenbereich eignen und wie groß der Bereich sein soll.

Obstgarten

Apfelbäume und andere Obstgehölze, zum Beispiel das vielseitige Beerenobst, sind nicht aus einem Nutzgarten wegzudenken. Bei der Neupflanzung von Obstbäumen sollte man bedenken, dass diese erst nach zwei bis drei Jahren Obst tragen. Grundsätzlich gibt es bei allen Obstarten in ihrer Saison früh, mittelfrüh und spättragende Sorten. Überlegen Sie, wie Sie eine bestmögliche Mischung an Obstsorten so kombinieren, dass Sie vor allem Ihr Lieblingsobst in ausreichender Menge über einen möglichst langen Zeitraum genießen können. Pflaumen bzw. Zwetschken können beispielsweise von Ende Juli bis weit in den Oktober hinein geerntet werden. Äpfel und Birnen in etwa ebenso lange. Späte Birnensorten können zudem bis Jahresende und späte Apfelsorten bis weit ins nächste Frühjahr kühl als Frischobst gelagert werden.

Gemüsegarten

Der Gemüsegarten benötigt das beste und sonnigste Gartenland. Zuallererst teilen Sie in ihm die Beete ein. Generell gilt eine Beetgröße von 1,50 Metern Breite als ideal. Bei dieser Breite erreichen Sie die Beetmitte bequem von beiden Seiten. Die Wege zwischen den Beeten sollten 30-50 cm breit sein. Wenn Sie die Wege unbefestigt lassen wollen, bietet es sich an, sie mit Rindenmulch dick zu bestreuen. So können Sie auch bei Regenwetter die Wege halbwegs sauber begehen. Liegen die Beete höher als die Wege, befestigt man die Beetränder gegebenenfalls mit Holzbrettern um zu verhindern, dass die Erde mit dem Regenwasser auf die Wege gespült wird. Wahlweise pflanzen Sie hier Kräuterreihen mit Thymian, Schnittlauch, Bergbohnenkraut und dergleichen, oder auch niedrig bleibende Stauden - zum Beispiel die stark duftenden Federnelken oder Sonnenröschen.

Kräuterbeet

Auch Kräuter sind sehr beliebt zum selber Anbauen. Die meisten Kräuter bevorzugen einen sonnigen bis wechselschattigen Platz. Halbschattige Beete sind beispielsweise noch geeignet für Gartenkresse, Staudenkresse, Liebstöckel, Meerrettich, Petersilie, Pfefferminzen und Schnittlauch. Generell sollte der Platz für Kräuter windbewegt, aber nicht zugig sein.

Komposthaufen

Ein Komposthaufen ist ein wichtiger Bestandteil im Nutzgarten. Im Kompost bauen Bodenorganismen Pflanzenabfälle zu wertvollem Humus um. Ein windgeschützter Platz im Halbschatten schützt den Kompost vor dem schnellen Austrocknen. Für eine Abbau fördernde Belüftung von unten, sorgt eine zwanzig Zentimeter dicke Lage aus klein geschnittenem Gehölzschnittgut. Art, Mischung und Menge der kompostierten Materialien sind für das Gelingen der Rotte entscheidend.

Gewächshaus

Wenn genügend Platz vorhanden ist, bietet es sich an, ein kleines Gewächshaus im Selbstversorgergarten aufzustellen. Ein Gewächshaus bietet viele Vorteile. So können Gemüse und Kräuter vorgezogen und kälteempfindliche Pflanzen geschützt werden. Das verfrüht nicht nur Ihre Ernte, sondern verlängert sie auch weit in den Winter hinein. Selbst die im Beet wetterbedingte Anbaulücke des Winters, können Sie im Kleingewächshaus schließen und dort selbst zu dieser Zeit z.B. Feldsalat, Rucola und Winterportulak anbauen.

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