Minigarten

Balkondeko im Kleinformat: So entsteht ein Minigarten

Gartenmagazin

Winzige Grünanlagen in der Wohnung oder auf dem Balkon liegen absolut im Trend. Hast du wenig Raum, kannst du einen Minigarten anlegen, der dich und deine Besucher verzaubern wird.

Der Reiz des Minigartens

Dabei geht es nicht darum, einfach nur ein paar Gewächse nebeneinander in die Erde zu pflanzen. Ein Minigarten ist wesentlich mehr als das. Nämlich eine eigene kleine florale Welt, bereichert um stilvolle Accessoires, kleine Gartenwege, Möbel, Brücken, Figuren und sogar Wasserflächen. Besonders gelungene Exemplare wirken wie maßstabsgetreu geschrumpfte Parks oder Biotope – oder eben ganz normale Gärten.

Mit dem richtigen Gefäß fängt es an

Zu Beginn steht immer die Frage nach dem passenden Behältnis. Bei dessen Auswahl darfst du deiner Fantasie nahezu freien Lauf lassen. Geeignet sind Pflanzschalen und -töpfe, aber auch fast jede andere Art von Gefäß. Ob rund, oval, rechteckig oder quadratisch ist ebenso unwesentlich. Ein paar Regeln solltest du dennoch beachten.

Möchtest du einen Minigarten gestalten, der auch tiefen Temperaturen trotzt, dann muss er frostsicher sein. Und relativ groß. Denn je mehr Erde er aufnimmt, desto besser sind die Wurzeln der Pflanzen vor Kälte geschützt. Das Fassungsvermögen spielt auch hinsichtlich der gewünschten Bestückung eine Rolle. Klein wachsende Blumen oder Sträucher brauchen zum Beispiel relativ wenig Platz.

Damit später keine Staunässe im Gefäß entsteht, musst du, sofern nicht schon vorhanden, für ein Abflussloch und eine Drainage (beispielsweise aus Blähton) für das Gießwasser sorgen. In der Folge empfiehlt sich auch ein passender Untertopf, der überschüssige Flüssigkeit auffängt. Ein gutes Allround-Behältnis für einen Minigarten ist eine 30 Zentimeter tiefe Schüssel mit einem Durchmesser von rund 50 Zentimetern. Sie lässt sich noch leicht bewegen und bietet dir eine ausreichend große Bühne für deinen (ersten) Minigarten.

Minigarden

Auf das Material kommt es an

Bleibt noch die Frage, woraus das Gefäß bestehen soll. Die Auswahl an Materialien ist groß. Jedes hat seine Vor- und Nachteile.

  • Terrakotta. Seine unbehandelte Oberfläche wirkt stumpf und natürlich. Besonders interessant sieht es aus, wenn es verwittert und beispielsweise bemoost ist. Terrakotta-Gefäße sind wasserdurchlässig. Deshalb müssen die Pflanzen in ihnen öfter gegossen werden. Aus dem gleichen Grund sind sie nicht winterfest und neigen bei Frost zum Platzen.
  • Keramik. Hochgebrannte Schalen und Töpfe halten Wasser gut und damit eisigen Temperaturen in der Regel stand. Sie eigenen sich besonders für Pflanzen, die eine gleichbleibende Feuchtigkeit brauchen.
  • Beton. Ähnlich wie Terrakotta nimmt dieses Material dank seiner rauen Oberfläche schnell eine dekorative Patina an. Es ist sehr massiv und bringt deshalb relativ viel Gewicht auf die Waage. Damit taugt es eher nicht, wenn du einen Minigarten anlegen willst, dessen Standort du öfter wechseln möchtest.
  • Kunststoff. Auch dieser Werkstoff lässt kein Wasser durch und trocknet mithin langsamer aus. Allerdings kommt er nicht gut mit intensiver Sonneneinstrahlung klar, weil die UV-Strahlung seine Oberfläche mit der Zeit angreift. Die Folge können Risse sein. Andererseits sind Plastikschalen- oder -kästen leicht und somit problemlos zu transportieren.
  • Holz. Das Naturprodukt eignet sich optisch besonders für deinen Minigarten, da es pflanzlichen Ursprungs ist. Der unvermeidlichen Feuchtigkeit widersteht Zedernholz besser und länger als andere Sorten. Die Oberfläche lässt sich mit speziellen Pflegeprodukten behandeln und mit Farbe anstreichen. Beides sollte jedoch nur von außen geschehen, damit mögliche Schadstoffe den Pflanzen nichts anhaben können.

Augen auf bei der Pflanzenauswahl

Die Bepflanzung deines Minigartens hängt eng mit seinem Standort zusammen. So sind Gewächse, die Schatten bevorzugen, in praller Sonne natürlich deplatziert. Eine Rolle spielt auch, wie ausgeprägt dein grüner Daumen ist. Kümmerst du dich erfahrungsgemäß selten um deine Schützlinge, kommen eher robuste Kandidaten infrage. Neben ihren Vorlieben und Ansprüchen an die Pflege kommt es selbstverständlich auf das Wachstum und die Blattgröße der Pflanzen an. Schließlich soll der perfekte Minigarten das geschrumpfte Abbild eines großen sein. Da müssen am Ende alle Maße und Verhältnisse zusammenpassen. Hier eine Auswahl von Pflanzenarten, die in einem Minigarten eine gute Figur machen.

  • Miniaturbäume und Miniaturbüsche. Sie legen durch Züchtung oder von Natur aus ein langsameres und geringeres Wachstum an den Tag als ihre normalen Verwandten. Daher sind sie ideale Kandidaten, wenn du einen Minigarten gestalten willst. Beispiele dafür sind die Zwergweißfichte "Jean's Dilly" (Picea glauca Jean's Dilly) oder die Muschelzypresse (Chamaecyparis obtusa Nana gracilis), von der es eine kleine Version gibt. Vorsicht ist bei Pflanzen geboten, die als "Zwergbäume" oder "Zwergbüsche" gelten. Die Bezeichnung "Zwerg" ist nicht botanisch festgelegt und kann deshalb irreführend wirken. Möchtest du auf Nummer sicher gehen, orientiere dich am besten an den lateinischen Bezeichnungen.
  • Bonsai. Dabei handelt es sich um Bäume, deren Wurzeln durch regelmäßigen Beschnitt extrem klein gehalten werden. Deshalb beschränken sie sich auf ein sehr geringes Wachstum, das sie praktisch wie normale Bäume in "Klein" aussehen lässt. Sie bedürfen jedoch andauernder Pflege. Pflanzt du sie nicht in einen flachen Topf, dann breiten sich ihre Wurzel aus und sie beginnen normal zu wachsen. Damit ist der Miniatureffekt früher oder später dahin. Besser ist es, einen Bonsai mitsamt seines ursprünglichen, engen Behältnisses in das Pflanzgefäß einzusetzen. Auch diese Bäumchen passen also in einen Minigarten im Topf, sofern du ihren besonderen Eigenarten gerecht wirst.
  • Sukkulenten und Kakteen. Beide Pflanzenarten entwickeln sich sehr langsam und werden dir daher über Jahre hinweg Freude bereiten. Zumal sie auch recht anspruchslos sind und nur wenig Wasser brauchen. Allerdings vertragen sie sich genau deshalb nicht so gut mit anderen Pflanzen in direkter Nachbarschaft, die öfter gegossen werden müssen.

Diese Kandidaten passen in jeden Minigarten

Neben diesen allgemeinen Hinweisen nun einige konkrete Pflanzentipps. Alle folgenden fünf Gewächse sind pflegeleicht und lassen sich prima miteinander kombinieren.

  • Kanonierblumen (Pilea depressa, Pilea glaucophylla): Diese Gewächse breiten sich kriechend aus und bilden fleischige Blätter.
    Du kannst sie gut zurückschneiden und damit im Zaum halten.
  • Moosfarn (Selaginella apoda): Aus ihm wird ein niedriger grüner Teppich, der sich ideal als Rasenersatz empfiehlt. Er mag es gern feucht und möchte am liebsten täglich besprüht werden.
  • Drahtwein (Muehlenbeckia complexa): Dieser kletternde Vertreter rankt sich zum Beispiel um Accessoires wie kleine Pavillons oder Mini-Blumenbögen. Er lässt sich auch steuern, indem du seine Triebe entsprechend um die Strukturen wickelst.
  • Bubikopf (Soleirolia soleirolii): Von Natur aus mit kleinen grünen Blättern und niedrigem Wuchs gesegnet, macht er sich überaus gut im Minigarten. Er ist leicht mit einer Schere zu stutzen und so problemlos in Form zu bringen.
  • Zierliche Bergpalme (Chamaedorea elegans): Sie geht gut als Miniaturpalme durch und bietet sich besonders für tropische Szenarien an. Ihr Wachstumstempo ist vergleichsweise gering. Doch ist ihr Durst relativ groß und sie braucht deshalb oft Wasser. Damit ist sie nicht der optimale Partner für Sukkulenten und Kakteen.
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Accessoires für die perfekte Illusion

Gefäße und Gewächse sind wichtige, aber beileibe nicht die einzigen Bestandteile für ein Biotop im Topf. Wer einen Minigarten anlegen will, der braucht eine weitere Ausstattung, die die Illusion einer geschrumpften Grünanlage erst perfekt macht. Dazu zählen Gartenmöbel wie Bänke, Tische oder Liegestühle. Im Fachhandel gibt es sogar Vogelhäuschen, Gartengeräte, Zäune, Gummistiefel und Figuren von Tieren oder kleinen Statuen – teils aus Metall, teils aus Kunststoff. Bei der Gestaltung und Kombination solltest du darauf achten, dass alles nicht nur inhaltlich zusammenpasst, sondern ebenso im Maßstab. Die kleinen Gegenstände werden beispielsweise in Maßstäben von 1:12, 1:18 oder auch 1:24 angeboten. Das gilt auch für Wege und Plätze, die du aus kleinteiligem Kies, Mosaiksteinen und ähnlichem Material anlegen kannst.