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Wie kann ich meinen Rasen verdichten?

Gartenexperte
Ich habe mir letztes Jahr ein Haus mit viel Grundstück an der Ostsee gekauft. Leider habe ich keinen Rasen, sondern eher einen Acker. Ich habe vor Wochen den kompletten Rasen vertikutiert, leider aber ohne ersichtlichen Erfolg. Jetzt habe ich mir Rasensamen gekauft und möchte noch einmal komplett über die vorhandene Fläche säen. Gedüngt habe ich auch schon. Jetzt möchte ich eigentlich nur wissen ob es Sinn macht, Rasensamen zu säen und was ich dabei beachten muss.

Die Antwort des GARDENA Gartenexperten

Wenn es tatsächlich ein "Acker" ist, dann ist Ihre geplante Raseneinsaat möglicherweise nur der neue Anstrich einer Tapete auf feuchter Wand. Soll heißen: Möglicherweise steht eher eine Grundsanierung an. Denn es muss ja Gründe dafür geben, warum der Rasen nicht so toll wächst.

Für eine bessere Durchwurzelung sollte die Fläche für die Gräser tiefgründig locker sein. Nur Gräser mit belüfteten Wurzeln sind wuchsstarke Gräser. Bodenverdichtungen (erkennbar z. B. an Pfützenbildung oder auch starkem Vorkommen von Breitblättrigem Wegerich als Rasenunkraut) müssen Sie durch mindestens spatentiefe Bodenlockerung beheben. Vor dem Vertikutieren ist eine Bekämpfung von Rasenunkräutern mit einem Herbizid sinnvoll. Andernfalls nützt das Vertikutieren gegen Unkräuter nur bedingt. Hier müssten Sie also vielleicht nochmal ran.

Die Düngung des Rasens ist eher nach der Neuansaat sinnvoll als davor, weil die Saat sich mit dem Anwachsen so leichter tut. Warten Sie zunächst noch einen kräftigen Regenschauer ab oder wässern Sie den Rasen kräftig, damit der bereits ausgebrachte Dünger vor der Neuansaat besser verteilt ist.

Achten Sie darauf, dass Sie die zum Bestandsrasen passende Rasensaatgutmischung verwenden, sonst vermischen Sie Zierrasen mit Spiel- und Sportrasen. Auf Grund einer anderen Zusammensetzung ist Zierrasen immer feiner und dichter als Spiel- und Sportrasen. Mein Tipp: Fallen Sie beim Saatgutkauf nicht auf Versprechen wie "Schattenrasen" herein - es gibt keinen wirklichen "Schattenrasen". Rasen ist immer sehr lichtbedürftig.

Wenn die Rasennachsaat später stabil angewachsen ist, düngen Sie die ganze Fläche wiederholt und bis zum Herbst entsprechend den Anweisungen des Düngerherstellers. Verwenden Sie dabei zum Herbst hin einen Herbst-/Winterdünger für Rasen. Spätestens im kommenden Frühjahr empfehle ich den Rasen zu kalken. Ich vermute bei Ihnen an der Ostsee nämlich tendenziell einen Sandboden. Wie viel Düngekalk Sie dabei verwenden, verrät Ihnen am besten die Düngeempfehlung nach einer Bodenanalyse, die üblicherweise Ihr Gartencenter macht (nachfragen in der Pflanzenschutzabteilung). Faustregel: 50 Gramm/Kalk pro Quadratmeter als jährlich regelmäßige Erhaltungskalkung; 100 bis 200 Gramm (in zwei bis drei Gaben nacheinander), wenn der Boden länger nicht gekalkt worden ist.