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Tipps für Ihren Garten im Spätsommer

Gartenmagazin
In diesen Tagen, Anfang September, sind die meisten Schulferien und Betriebsurlaube abgeschlossen und das „geregelte Leben“ nimmt wieder seinen Lauf. Während Ihrer Abwesenheit - wer hat sich da um Ihren Garten gekümmert? Erfahren Sie hier ein halbes Dutzend Dinge, die jetzt im Grünen Wohnzimmer wichtig sind.

Blühende Pflanzen

Etliche Beet und Balkonblumen haben im August üblicherweise eine Blühpause eingelegt und kommen danach mitunter nur langsam wieder in Schwung. Für Petunien beispielsweise kann es dann hilfreich sein, sie durch einen Rückschnitt wieder zum Austrieb und dadurch zur Blütenneubildung anzuregen. Noch viel wichtiger aber ist es jetzt, sie für üppiges Wachsen und Blühen ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen. Denn auch in diesem Punkt ist mittlerweile eine kritische Zeit erreicht: Während Ihres Urlaubs sind die Pflanzen möglicherweise nicht flüssig gedüngt worden. Und selbst Langzeitdünger ist um diese Zeit oftmals schon aufgebraucht, selbst wenn er - rein rechnerisch - gut und gerne noch bis September oder gar Oktober ausreichen sollte. Der Grund: Warmes und feuchtes Wetter lässt den Dünger schneller als geplant frei werden - und damit auch von den Pflanzen aufgebraucht sein. Sie erkennen den Nährstoffmangel an der oben genannten Blühfaulheit und am untypisch hellgrünen Laub der Pflanzen, oft schon gepaart mit nicht trockenheitsbedingtem Gelbwerden der unteren Blätter. Als Erste Hilfe-Maßnahme hilft eine regelmäßige Flüssigdüngung, die Sie aber mit gekörntem Dünger kombinieren können. Wo Sommerflor ganz offenbar nicht mehr so ansehnlich ist, dass es ihn weiterzupflegen lohnen würde, können sie ihn jetzt auch schon durch Spätsommerlich-Herbstliches ersetzen: Callunen (Besenheide), Gaultherien, Hebe-Sträucher, Chrysanthemen, Gräser, Enziane und, und, und bieten dazu reichlich Gestaltungsanregungen rund ums Haus.
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Fallobst

Unter den Apfelbäumen liegt inzwischen einiges Fallobst. Damit können Sie um diese Zeit bereits recht differenziert umgehen. Das Fallobst von nahezu pflückreifen Sorten lässt sich schon als Wirtschaftsobst für die Küche verwerten, wenn man sich die Mühe macht, Schadstellen herauszuschneiden. Nicht verwertbares Obst sollten Sie regelmäßig zusammenharken und entsorgen - am besten in den Biomüll. Auf dem Kompost zieht es die Wespen an. Im wurmstichigen Apfel tummeln sich außerdem die Raupen von Kleinschmetterlingen wie dem Frostspanner, die im Boden überwintern und deren Weibchen von dort aus im Frühjahr den Apfelbaumstamm entlang Richtung Apfelblüten klettern und dort die Früchte des kommenden Jahres befallen. Damit Sie die Raupen und späteren Puppen nicht im Kompost überwintern, entsorgen Sie befallenes Fallobst eben besser in der Biotonne. Alternativ dazu können Sie auch ein zwei Spatenstich tiefes Loch ausheben und das Fallobst dorthinein eingraben. Kontrollieren Sie nach dem Abernten auch noch einmal die Pflaumen- bzw. Zwetschgenbäume um sicher zu gehen, alle verbliebenen Mumienfrüchte entfernt zu haben. Auf denen befinden sich noch tausende Pilzsporen die im nächsten Jahr dazu führen würden, Ihr Obst erneut zu besiedeln.
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Nistkästen

Die Brutzeit der Gartensingvögel ist jetzt definitiv vorbei, weswegen Sie die Nistkästen bereits jetzt von alten Nestern reinigen sollten. Damit entfernen Sie einerseits überwinterungswillige Parasiten und schaffen andererseits neuen Brutraum für das Frühjahr. Auch alte Nester in Ziersträuchern und Bäumen sollten Sie während dieses Arbeitsganges ganz entfernen, denn sie werden definitiv nicht neu besiedelt. Haben Sie beim Reinigen der Nistkästen lediglich ein Auge darauf, dass Sie die Bauten von Bilchen (Haselmäuse, Gartenschläfer und Siebenschläfer) nicht zerstören. An geschützten Stellen können Sie jetzt bereits Fledermauskästen aufhängen, in denen Abendsegler, Hufeisennase & Co. sich schon frühzeitig nach einem Refugium für den Winter umschauen können.

Rasen

Jetzt ist auch die Zeit, sich noch einmal gesondert um den Rasen zu kümmern: Damit der später besser durch den Winter kommt, gibt man ihm jetzt eine spezielle Herbstdüngung. Diese ist in der Nährstoffzusammensetzung stickstoff- und kaliumbetont. Das aber derart, dass der Stickstofffluss sehr langsam ist und während der nassen Winterphase nicht etwa ausgewaschen wird, das würde ja keinen Sinn machen. Deswegen verwenden Sie also auch keine Frühlings- und Sommerrasendünger für diese Herbst- und Winterpflegemaßnahme! Das Kalium im Dünger sorgt für eine bessere Frosthärte des Grüns, der langsame Stickstofffluss trägt dazu bei, dass der Rasen ausreichend damit versorgt ist und darüber hinaus im Frühling besser wieder in Schwung kommt. Oft ist auch Eisen im Dünger enthalten, der den Rasen schön grün werden und auch bleiben lässt. Nutzen Sie für die Rasenherbstdüngung am besten einen trockenen Tag, an dem ein zu erwartender Regenguss den Dünger gleich danach an die Wurzeln spült.

Gemüsebeet

Vor dem Urlaub werden Sie sicherlich das Gemüsebeet weitgehend abgeerntet haben, damit während Ihrer Abwesenheit nichts verdirbt. Umso wichtiger, die verbleibenden Spätsommer- und Frühherbstwochen frühzeitig noch für frisches Feingemüse und für Kräuter zu nutzen. Kräuter wie Boretsch, Gartenkresse, Kapuzinerkresse oder auch Dill können Sie jetzt noch säen, ebenso Gemüse wie Spinat, Melde, Herbst-Radieschen, Feldsalat oder Pflücksalat. Anderes, wie Kohlrabi, Endiviensalat, Herbst- und Winter-Kopfsalate können ebenso gut noch aufs Beet, diese aber nicht ausgesät, sondern als zugekaufte vorgezogene Pflanzen.

Blumenzwiebeln

Die schönste Gartenarbeit in diesen Tagen ist aber ganz sicherlich das Pflanzen der Blumenzwiebeln. Die kleinen braunen Dinger sind letztlich nichts anderes als ein Blühversprechen für den kommenden Frühling. Achten Sie beim Einkauf darauf, aus dem Angebot am Markt jeweils die größeren Zwiebeln zu kaufen, weil diese besser blühen. Gerade bei Billigangeboten erhält man tendenziell eher die kleineren Kaliber. Wo Sie mit Wühlmäusen rechnen müssen, das ist oft in Ortsrandlagen und im ländlichen Raum der Fall, setzen sie die Blumenzwiebeln am besten gleich in entsprechende, vor Befraß durch die Nager schützende Pflanzschalen. Andernfalls würden Sie nur eine Wühlmaus-Winterfütterung anlegen. Als Faustregel für die Pflanztiefe von Blumenzwiebeln (gemessen von der Zwiebelspitze an, nicht vom Zwiebelboden aus!) gilt üblicherweise: Pflanztiefe ist gleich doppelte Zwiebelhöhe. Sofern Sie statt Beeten Kübel mit Blumenzwiebeln bestücken möchten, können Sie auch à la „Sandwichmethode“ pflanzen, unterschiedliche Arten also lagenweise übereinander schichten: z. B. zuunterst Narzissen, darüber Minitulpen, darüber Muscari und darüber wiederum Winterlinge. Wenn Sie dabei die Blütezeiten der Sorten miteinander abstimmen (Packung beachten), erblühen die einzelnen Lagen unmittelbar nacheinander und der Blütenflor gleicht in seiner Abfolge dann dem Zauber eines Feuerwerks. Eine länger andauernde Blühabfolge innerhalb einer Blumenzwiebelart und -sorte erreichen Sie übrigens auch dadurch, dass Sie die Zwiebeln in zwei bis vier Sätzen pflanzen und zwar mit jeweils etwa zehn bis vierzehntägigem Abstand.