Unbekannte Rosenkrankheit

Gartenexperte
Sehr geehrter Herr Kötter, seit einigen Jahren nimmt bei mir, aber auch Freunden und auch überregional eine uns völlig unbekannte Rosenkrankheit immer weiter zu. Die Blätter sind klein und regelrecht verkrüppelt, die Blüten sehen ab Knospenstadium wie von oben abgefressen aus. Rost, Mehltau oder Sternrusstau ist es - so glauben wir - nicht. Worum handelt es sich und was können wir wann dagegen unternehmen? Über eine baldige Antwort freuen wir Niederrheiner uns. Herzliche Gartengrüsse!

Der GARDENA Gartenexperte

Ihre Anfrage vom September zu beantworten hat, lieber Herr H., einen Moment länger gedauert, weil ich mir zu meiner Einschätzung eine fachliche Zweitmeinung einholen wollte - das Schadbild an Ihren Rosen weist ja tatsächlich ungewöhnliche Züge auf. Das Ergebnis: Es ist nach Massgabe der Ablesbarkeit von Ihren Bildern offensichtlich Mehltaubefall. Diese Einschätzung ist vom Züchtungsleiter eines grossen deutschen Rosenzüchters bestätigt. Das dabei so aussergewöhnliche Erscheinungsbild des Pilzbefalls resultiert nach seinen Angaben daraus, dass bestimmte Sorten bzw. Sortengruppen auf den Pilz spezifisch reagieren: "Der Befall kann sich je nach Sorte etwas unterschiedlich äussern, bei einigen Rosen eben auch in Form dieser auffälligen Kräuselungen", teilte er mir mit.
Die Deformation der Blüten kann damit im Zusammenhang stehen. Zugleich aber rate ich dazu, die auf Blasenfüsse (auch Thripse genannt) zu kontrollieren (Frankliniella occidentalis, Fransenflügler [Thysanoptera]). Auch bei Thripsbefall kommt es zu Blütenblattdeformationen. Allerdings müssen Sie schon genauer hinschauen, um die Thripse zu erkennen. Von aussen erkennen Sie an den Blütenblättern winzige, später dunkel gefärbte Einstiche. Dazu Blütenblattdeformationen schon an Knospen. Wenn Sie die geöffnete Blüte auf den Kopf drehen und über der offenen Handfläche kräftig ausschütteln, fallen bei Thripsbefall Pollen und Thripse heraus. Suchen Sie im Internetz mal nach " Frankliniella occidentalis Rosen". An die Laubblätter der Rosen aber, geht der Schädling nahezu nicht - praktisch nur, wenn er nichts anderes zu fressen hat.
Die Bekämpfung von Mehltau erfolgt mit den üblichen Wirkstoffen und Präparaten aus dem Fachhandel, die der Thripse mit einem passenden Insektizid.