Zu tief, zu früh, zu viel: Die 5 häufigsten Schnitt-Fehler – und wie Du Deine Pflanzen noch retten kannst
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Jeder Gärtner kennt diesen Moment: Du trittst einen Schritt zurück, betrachtest Dein Werk – und merkst, dass etwas schiefgegangen ist. Keine Sorge! Die meisten Schnittfehler lassen sich beheben. Pflanzen sind erstaunlich widerstandsfähig. Hier sind die 5 häufigsten Schnitt-Pannen und wie Du das Beste daraus machst.
Du hast den Strauch oder die Rose zu radikal gekürzt – kaum noch Triebe übrig. Das passiert besonders bei Beetrosen, wenn man die Triebe auf weniger als 3 Augen zurückschneidet.
Ruhe bewahren! Die meisten Gehölze treiben aus schlafenden Augen (Adventivknospen) wieder aus – auch aus älterem Holz. Unterstütze die Pflanze jetzt mit einer Gabe organischem Dünger und halte den Boden gleichmäßig feucht. In 4–6 Wochen solltest Du neuen Austrieb sehen.
Pflanzen besitzen sogenannte Adventivknospen – ruhende Knospenanlagen im älteren Holz, die bei starkem Rückschnitt aktiviert werden. Dieses Regenerationsvermögen ist bei den meisten Gehölzen und Rosen sehr ausgeprägt. Nur wenige Pflanzen wie Lavendel treiben aus altem Holz nicht mehr aus – hier ist Vorsicht geboten.
Du hast im Januar geschnitten, weil die Rose schon ausgetrieben hat – und dann kam Spätfrost und hat den frischen Austrieb zerstört.
Warte ab! Entferne die erfrorenen Triebspitzen, sobald kein Frost mehr droht. Die Pflanze treibt ein zweites Mal aus. Der Neuaustrieb kommt etwas später, aber die Blüte ist in der Regel nur leicht verzögert.
Die Schere hat die Triebe gequetscht statt sauber geschnitten. Die Schnittstellen sind ausgefranst und braun – Eintrittspforten für Pilze.
Schneide die betroffenen Triebe nochmals sauber nach – diesmal mit einer frisch geschärften Schere. Schneide dabei bis ins gesunde, helle Holz zurück. Desinfiziere die Schere vorher mit Spiritus.
Du hast waagerecht geschnitten statt schräg. Regenwasser bleibt auf der Schnittfläche stehen und die Knospe darunter fault.
Schneide den Trieb nochmals – diesmal schräg, mit der Schräge vom nächsten Auge weg. So fließt das Wasser ab. Bei Rosen ist das besonders wichtig, weil stehende Feuchtigkeit Grauschimmel (Botrytis cinerea) begünstigt.
Du hast einen alten Obstbaum oder Strauch in einem Rutsch radikal zurückgeschnitten. Die Pflanze reagiert mit massenhaft Wasserreisern (senkrecht wachsende, unfruchtbare Triebe).
Wasserreiser im nächsten Sommer auf wenige, gut platzierte Triebe reduzieren. Lass 2–3 davon stehen und leite sie bogenförmig ab – so werden sie zu fruchtbarem Holz. Für die Zukunft: Verjüngungsschnitte immer auf 2–3 Jahre verteilen, damit der Baum nicht in Panik-Austrieb verfällt.
Wasserreiser (auch Wasserschosser) entstehen, wenn das Verhältnis von Wurzelmasse zu Triebmasse stark gestört ist. Die Wurzeln pumpen weiterhin die gleiche Menge Nährstoffe – aber es sind weniger Triebe da, die sie aufnehmen. Die Pflanze reagiert mit übermäßigem Neuaustrieb. Deshalb gilt: Nie mehr als ein Drittel der Krone in einem Jahr entfernen.
1. Immer mit scharfem Werkzeug arbeiten.
2. Im Zweifel weniger schneiden – nachschneiden kannst Du immer.
3. Forsythien-Regel beachten: Nicht zu früh im Jahr schneiden.