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Ob Nord-, West- oder Südbalkon: Tipps für jede Ausrichtung

Gartenmagazin
Es kommt immer auf die Himmelsrichtung an. Hast du einen Südbalkon, so kannst du fast den ganzen Tag über die Sonne genießen – vorausgesetzt, sie scheint. Damit ist klar: Die Lage deines Freiluftzimmers spielt eine wesentliche Rolle für die Pflanzenauswahl, aber auch für Möblierung und Dekoration.

Nord, Ost, Süd oder West – wie ist dein Balkon ausgerichtet? Je Himmelsrichtung befindet er sich nämlich auf der Sonnen- oder Schattenseite. Dass der Helligkeitsgrad wichtig bei der Pflanzenauswahl ist, dürfte allgemein bekannt sein. Aber auch deine Balkonmöbel solltest du entsprechend wählen. Wenn dir beispielsweise Holzexemplare besonders gut gefallen, sind diese auf dem Südbalkon besser aufgehoben. Aus einem ganz einfachen Grund: Sie trocknen hier schneller als auf einem schattigen Nordbalkon.

Der Südbalkon: Ideal für sonnenhungrige Pflanzen

Der Südbalkon wird fast den ganzen Tag von der Sonne verwöhnt. Wenn der Platz ausreicht, lohnt sich also die Investition in eine Liege. Ist es beengter, dann greifst du zu Klappstühlen. Wie eingangs beschrieben, solltest du Modellen aus Holz den Vorrang geben. Metallmöbel heizen sich in der Sonne schnell auf und werden dann ohne Kissen oder Polster ungemütlich.

Im Frühling und Herbst lässt es sich auf dem Südbalkon gut aushalten, im Sommer ist jedoch ein schattenspendender Sonnenschutz unerlässlich. Ansonsten wird deine Freiluftoase zu heiß. Gut dagegen sind Sonnenschirme, die sich am Geländer befestigen lassen. Für größere Balkone empfiehlt sich eine Markise.

Kommen wir zum Thema Pflanzen. Zu den blühenden Sonnenanbeterinnen gehören beispielsweise Oleander, Lavendel und Hibiskus. Aber auch Olivenbäumchen, Petunien und Geranien sind exzellente Pflanzen für den Südbalkon. Wenn du noch nach Grün für deinen Kübel oder Topf suchst, bist du beispielsweise mit Bougainvilleen, Wandelröschen oder Zinnien gut beraten. Mit kurzweiliger Trockenheit kommen Dukatenblumen, Currykraut und Portulakaröschen zurecht.

Der Ostbalkon: Frühstücken in der Sonne

Auf dem Ostbalkon fängst du die ersten Sonnenstrahlen des Tages ein. Damit ist er als Frühstücksplatz prädestiniert. Ein kleiner Tisch mit mindestens zwei Stühlen sollte daher nicht fehlen. Ab Mittag wandert die Sonne weiter und es wird dunkler und kühler auf dem Ostbalkon. Deshalb fühlen sich Pflanzen, die halbschattige Standorte vorziehen, hier bestens aufgehoben. Dazu gehören beispielsweise Fuchsien, Lobelien, Margeriten, Impatiens und Petunien. Auch Storchenschnabel, Zierahorn und Buchsbaum sind hier die passende Wahl.

Eine clevere Idee für Outdoor-Zimmer, die gen Osten zeigen, ist ein Bodenbelag aus Fliesen. Denn der speichert die Wärme der Morgensonne, die er nach und nach abgibt. So bleibt es auch noch nachmittags etwas warm auf deinem Balkon. Im Sommer ist das schattige Plätzchen der ideale Ort, um den Abend ausklingen zu lassen. Damit der nicht allzu finster wirkt, kannst du ihn mit farbenfrohen Dekorationen aufhellen. Achte darauf, dass Deko, Pflanzgefäße und Möbel farblich aufeinander abgestimmt sind.

Der Westbalkon: Nachmittags die Sonne genießen

Auf dem Westbalkon bekommst du die Sonne erst am frühen Nachmittag zu Gesicht. Berufstätige können hier ihren Feierabend genießen. Entsprechend sind Balkonmöbel im Loungestil wunderbar geeignet. Gestalte deinen Rückzugsort schön gemütlich mit gepolsterten Möbeln, Windlichtern und einem passenden Tisch für Feierabendbier oder After Work Cocktail. Da es auf dem Westbalkon im Sommer recht warm werden kann, verzichte genauso wie beim Südbalkon auf Metallmöbel. Ebenfalls solltest du an einen Sonnenschutz denken – nicht nur für dich, sondern auch für deine Pflanzen, die sich nicht alle in praller Hitze wohlfühlen.

Apropos Pflanzen: Wie beim Ostbalkon sind Vertreter, die im Halbschatten gedeihen, die beste Wahl. Greife beispielsweise zu weiß- und gelbblühenden Exemplaren – die leuchten selbst in der Dämmerung noch. Beispielsweise Lilien und Petunien bilden große und üppige Blüten aus. Jetzt fehlen nur noch einige Duftpflanzen, um den Abend perfekt ausklingen zu lassen, wie etwa Engelstrompete, Nachtviole, Wunderblume, Nachtkerze oder Ziertabak.

Der Nordbalkon: Schattenspender im Sommer

Der Nordbalkon ist das Pendant zum Südbalkon. Hier wirst du die Sonne den ganzen Tag über weitestgehend vermissen. Ihm fernbleiben solltest du deshalb aber nicht. Denn gerade an heißen Tagen ist es auf dem Nordbalkon vergleichsweise kühl. Der schattige Ort stellt besondere Ansprüche sowohl an die Möbelauswahl als auch an den Boden. Da Tau und Regenwasser hier nur langsam verdunsten, sind Fliesen ideal. Sie trocknen schneller. Holzmöbel hingegen bleiben auf dem Nordbalkon länger feucht. Wenn du dennoch nicht auf die rustikale Variante verzichten willst, solltest du auf hochwertige Qualität achten. Nach der Saison wirst du dich allerdings auf eine intensive Reinigung der Holzmöbel einstellen müssen, damit diese nicht vermoosen oder andere Schäden davontragen. Ist dir dies zu aufwendig, kannst du natürlich auch Möbeln aus Metall oder Kunststoffgeflechten den Vorzug geben.

Gestalte deinen Nordbalkon möglichst mit Gestühl und Deko in hellen Stoffen und Farben. Sie reflektieren Licht und lassen dein Freiluftzimmer freundlicher erstrahlen. Da Weiß nur wirkt, wenn es absolut sauber ist, sind Beige-, Gelb- und Rottöne die praktischen Alternativen.

Es gibt auch Pflanzen, die sich im Schatten äußerst wohlfühlen. Für die Begrünung eignen sich etwa Farne und Gräser. Aber auch auf blühende Gewächse musst du keinesfalls verzichten. So kommen beispielsweise Lobelien und Hortensien mit schattigen Standorten zurecht. Fuchsien sind dort sogar besser aufgehoben als in der Sonne, weil ihre Blätter unter starker Lichteinstrahlung schnell verbrennen. Weitere robuste Pflanzen für den schattigen Nordbalkon sind außerdem Efeu, Begonien, Fleißige Lieschen und Buchsbaum. Tipp: Verwende helle Töpfe und Kübel. Die reflektieren das Licht und verbreiten eine sonnige Stimmung auf dem Schattenbalkon. Für noch mehr Wohlfühlatmosphäre sorgst du mit Windlichtern sowie kuscheligen Decken für kühlere Tage.