Was sollte denn nun gedüngt werden? Und vor allem wie stark?
Bei den Balkon- und Kübelpflanzen mache ich es so, dass ich eine mineralische Erde verwende, z. B. die Kübelpflanzenerde von frux. Die speichert Dünger recht gut und so wäscht er sich durch das häufige Gießen der Pflanzgefäße nicht aus. Die Düngerreserve einer Qualitätsblumenerde, die der Hersteller ihr mitgibt, reicht meist für etwa sechs Wochen. Spätestens dann müssen Sie nachdüngen. Daher gebe ich gleich beim Pflanzen Langzeitdünger mit in die Erde, 2-3 Gramm pro Liter Blumenerde. Damit habe ich meine Blütenpflanzen bis in den August/September hinein zunächst einmal grundversorgt. Zusätzlich gebe ich wöchentlich eine ganz leichte Dosis Flüssigdünger, 0,1 bis maximal 0,2 Promille mit dem Gießwasser, das sind 10, maximal 20 ml Flüssigdünger auf die 10 l-Gießkanne. Aber auch hier gilt: Herstellerangaben auf der Düngerpackung beachten!
Im Staudengarten hängt die Düngung wesentlich von der Blatt- und Blütenmasse ab, welche die Pflanzen bilden. Steingartenstauden dünge ich lediglich hier und da mit einer handvoll Hornspänen oder mal etwas Kompost (kaum einen Liter davon auf den Quadratmeter). Stark wachsende Beetstauden dürfen im Frühjahr, um März/April, etwa 50 Gramm pro Quadratmeter Volldünger bekommen, wahlweise etwa drei Liter/Quadratmeter Kompost, schwächer wachsenden reichen auch 30 Gramm bzw. 1,5 Liter. Mitte Juni kann man dann mit einer zweiten, leicht reduzierten Gabe noch einmal nachfüttern.
Im Gemüsegarten hängt die Düngung wesentlich von der Pflanzenart ab, denn Gemüsepflanzen unterteilt man hier praktischerweise in Starkzehrer, wie u. a. Kohl, Mittelstarkzehrer, wie u. a. Tomaten, und Schwachzehrer, wie u. a. Salat. Die Düngeempfehlungen hierzu im Einzelnen:
Schwachzehrer: ein bis zwei Liter/Quadratmeter Kompost geben, ggf. ergänzend Stickstoff (ca. 70 Gramm/Quadratmeter Horngries, Hornspäne) und Kali (ca. 35 Gramm/ Quadratmeter Kalimagnesia) geben.
Mittelstarkzehrer: zwei bis vier Liter/Quadratmeter Kompost geben, ggf. ergänzend Stickstoff (ca. 120 Gramm/Quadratmeter Horngries, Hornspäne) und Kali (ca. 70 Gramm/ Quadratmeter Kalimagnesia) geben.
Starkzehrer: vier bis sechs Liter/Quadratmeter Kompost geben, ggf. ergänzend Stickstoff (ca. 150 Gramm/Quadratmeter Horngries, Hornspäne) und Kali (ca. 100 Gramm/ Quadratmeter Kalimagnesia) geben.
Achtung: Kohl, Zwiebeln und Möhren nicht auf Flächen setzen, die Sie mit Mist frisch gedüngt haben. Diese Flächen mit diesen Pflanzen erst im Folgejahr bestücken. Zum Teil bestehen hier Unverträglichkeiten, zum Teil zieht der frische Mist spezielle Schadfliegen ein, deren Larven dann in der Pflanze minieren.
Zum Düngen der Rasenflächen sollten Sie beachten (wie bereits in unserem Rasen-Special ausgeführt): Mit dem Schnittgut fahren Sie auch Nährstoffe von der Rasenfläche ab: pro Kilo Mähgut etwa 30 Gramm Stickstoff, 20 Gramm Kalium und 10 Gramm Phosphor. Das muss „nachgefüllt“ werden. Es braucht dabei Zierrasen etwas weniger Dünger als häufig begangener oder gar strapazierter Rasen. Üblicherweise düngt man den Rasen ab März/April im Abstand von vier bis fünf Wochen, bis zu einer abschließenden Herbstdüngung als Wintervorbereitung, Anfang/Mitte September. Aber da gibt es insofern Unterschiede, als mittlerweile verbreitet auch Rasenlangzeitdünger und Herbstspezialdünger am Markt sind. Deswegen kommen Sie nicht umhin, vor dem Hintergrund meiner groben Marschrichtung die Herstellerdetails auf den Rasendüngerverpackungen zu beachten. Die Frage, ob man denn statt Rasendünger auch Volldünger verwenden können, kann ich so beantworten. Gucken Sie dabei auf das Mischungsverhältnis Stickstoff:Phosphor:Kali des Volldüngers. Für Rasenflächen liegt das Verhältnis optimal bei 10:3:3-5.
Um Gehölze zu düngen, unterscheiden Sie zwischen Laub- und Nadelgehölzen. Deren jährliche Wachstumszyklen sind etwas unterschiedlich, weswegen sie ihre Dünger zu leicht unterschiedlichen Zeiten benötigen.
Laubgehölze benötigen ihre Nährstoffe hauptsächlich Anfang bis Mitte Juni und, für einen zweiten Wachstumsschub, etwa Mitte Juli bis Mitte August. Danach also nicht mehr düngen. Laubgehölzen gibt man daher die erste Düngergabe (ca. 55 % des Jahresbedarfs) im April, die zweite (45 %) im Juni. Bei Obstgehölzen und Rosen verschieben sich die Zahlen leicht, dort gibt man 50/50 bzw. 60/40.
Nadelgehölze haben einen ersten Nährstoffbedarf den Mai über, einen zweiten höheren Ende Juli bis Ende August, in der Zeit der Zapfenbildung. Die Futterverteilung für Nadelgehölze ist daher 35/65.
Die Düngermenge ist auch hier wieder Abhängig vom Bedarf der Pflanze, also der Masse, die sie bildet. Bei Kleinkoniferen reichen etwa 30 Gramm pro Quadratmeter und Jahr Volldünger, für die Erhaltungsdüngung von Bäumen und Ziersträuchern reichen etwa 50-70 Gramm pro Quadratmeter und Jahr Volldünger, bei Obstgehölzen, Rosen und Rhododendren kann man hingegen an die Obergrenze gehen und 100 Gramm in den angesprochenen zwei Gaben füttern.
Beachten Sie dabei, dass den Gehölzen zu den angegebenen Zeiten die Nährstoffe wurzelverfügbar sein müssen. Sofern Sie also organisch düngen, müssen Sie die oben erwähnte Vorlaufzeit für die Zersetzung mit einkalkulieren.