Zur Verbesserung unseres Internetangebots setzen wir Cookies ein. Sofern Sie unser Internetangebot weiter nutzen, stimmen Sie einem Einsatz von Cookies und der Verwendung Ihrer mit Hilfe der Cookies erhobenen personenbezogenen Daten zu. Weitere Informationen zum Einsatz von Cookies können Sie der folgenden Informationsseite entnehmen. Hinweise zum Einsatz von Cookies

Special zu Beeren

Beeren auf die Stulle oder in Scheiben geschnitten in den Salat das verblüfft, in der Tat! Und doch hat diese Perspektive ihre Berechtigung. Denn anders als wir Gärtner, haben Botaniker ihren ganz eigenen Blick auf Beeren diese wunderbar vielseitigen Gartenfrüchte, um die es diesmal im Special geht.

So erstaunt es denn auch zu wissen, dass Himbeere, Brombeere, Erdbeere und Co. botanisch betrachtet eigentlich gar keine Beeren sind (es sind so genannte Sammelfrüchte)! Tomate, Gurke, Melone, Banane das sind botanisch korrekt Beeren. Und gleich zentnerschwer ist die größte Beere der Welt: der Kürbis!

Somit sind Beeren tatsächlich interessante Früchtchen. Gartenpraktischer geht es allerdings in diesem Special zu, das unser Gartenexperte Engelbert Kötter diesmal, wieder mit allerlei Nützlichem, für Sie zusammengestellt hat.

Neues aus dem Beerengarten

Und wie ist Ihr Beerengarten durch den Sommer gekommen? Blaubeeren, Erdbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren sind inzwischen abgeerntet, derzeit reifen die Brombeeren und die Kiwis folgen im Herbst. Im Allgemeinen war es bislang ein ertragreicher Beerensommer. Die Johannisbeeren haben wegen des langen Winters örtlich etwas geschwächelt, weil ihr früher Blühzeitpunkt heuer nicht immer optimal für eine ausreichende Befruchtung war. Das wechselhafte Wetter hat speziell dem Strauchbeerenobst offenbar gut getan: Ausreichende Wärme hat für gutes Wachstum gesorgt und die reichliche und vor allem gleichmäßige Wasserversorgung hat die Früchte dick und rund werden lassen. Starke Schwankungen in der Bodenfeuchte, verursacht etwa durch Trockenperioden mit anschließenden reichhaltigen Niederschlägen, hätten z. B. Stachelbeeren stattdessen leicht platzen lassen. Kurzum: Beim Rundgang durch den Beerengarten gibt es einige aktuelle Auffälligkeiten:

Stachelbeeren:

Bei den Stachelbeeren hat sich wieder einmal gezeigt, dass die Sortenwahl sehr wichtig ist, denn der Stachelbeermehltau findet bei feuchtwarmem Wechselwetter wie in diesem Jahr gute Wachstumsbedingungen. Besonders die grünfruchtige Sorte "Invicta" hat sich hier nach wie vor als weitestgehend „unbesiegbar“ gegenüber dem lästigen Pilz erwiesen. Als gelbfruchtige Sorte ist "Hinnonmäki" empfehlenswert, als rotfruchtige sind es "Rokula" oder auch "Red Eva". Gerade für Menschen, die nicht jeden Tag nach ihrem Beerenobstgarten schauen können, ist "Rokula" interessant, weil die Früchte recht lange am Strauch belassen werden können und nicht punktgenau geerntet werden müssen. Und für Stachelbeerfreunde die es „friedlicher“ mögen, sei hier noch die Sorte "Pax" angemerkt, die dadurch besticht, das sie eben nicht sticht: Sie ist weitestgehend unbedornt. 

Inzwischen entdecken Gartengestalter wieder den Zierwert der Stachelbeeren. Als wegbegleitende Hochstämme können Sie Gartenbereiche zu gliedern helfen oder aber einen Gartenweg optisch interessant takten. In der Zeit des Fruchtbehangs sind sie eine Augenweide. Wichtig bei Stämmchen: Die Zweige kurz, die Kronen aufgelockert und kompakt halten, damit sie unter der Last der Früchte nicht brechen. Stützkonstruktionen für die Kronen sehen im Garten nicht wirklich attraktiv aus. Das gilt übrigens auch für Stachelbeerstämmchen, die Sie in Kübeln pflegen. Schönheit hat aber, wie so oft, ihren eigenen Preis: Stachelbeersträucher sind, was die Erntemenge betrifft, ertragreicher als Stämmchen. 

Was Sie jetzt tun sollten: Sofern Sie Ihre Stachelbeeren nach der Ernte noch nicht ausgelichtet haben, sollten Sie das jetzt dringend nachholen. Eine ausreichend ausgedünnte Stachelbeere ist so geschnitten, dass Sie bequem hinein greifen können, ohne sich zu pieksen. Dann nämlich kommt so viel Licht in die Pflanze, dass die Früchte gut ausreifen.

Johannisbeeren:

Bei den Johannisbeeren gilt sinngemäß das gleiche. Sie sind zwar nicht mehltauanfällig, können aber Probleme mit Rostpilzen machen oder aber, sortenbedingt, zum Verrieseln der Beeren neigen. Haben Sie beim Einkauf in Ihrer Baumschule bzw. in Ihrem Gartencenter ein Auge darauf! Beachten Sie dann auch die lange Reifezeit der Johannisbeeren, die sich in Ihrem Garten bei geschickter Sortenwahl von Anfang Juli bis Mitte August erstrecken kann: sechs Wochen Naschpotenzial, den Rest einfrieren oder gleich zu Konfitüre verarbeiten. 

Früh reifend und verrieselfest ist bei den roten Sorten "Telake", sehr spät reifend und mit klasse langen, dichten Trauben besetzt ist "Rovada". Bei den weißfruchtigen Sorten ist "Primus" derzeit die wichtigste. Und wenn Sie mal eine rosafarbene ausprobieren möchten, nehmen Sie die Sorte "Rosalinn". Kinder mögen die gerne, weil die relativ süß ausreift. Apropos Geschmack: Die Schwarzen Johannisbeeren werden oft als zu herb für den Frischverzehr angesehen. Probieren Sie aber mal die Sorten "Ometa" oder auch die noch etwas mildere "Bona": Das ist feines Cassis-Aroma auch für die Frischküche. 

Was Sie jetzt tun sollten: Auch Johannisbeeren gilt es, jetzt noch auszulichten, falls bislang nicht geschehen. Wie bei den Stachelbeeren auch und bei der Kreuzung aus Johannis- und Stachelbeeren, den Jostabeeren, entfernt man zu dicht stehende, dicke, ältere Triebe. Die sind üblicherweise dunkelbraun bis schwarz gefärbt, also leicht zu erkennen. Gefördert werden hingegen die hellen, jungen Triebe im Strauch, weil sie am besten tragen. Von ihnen entfernt man aber alle schwachen, kaum bleistiftdicken.

Himbeeren:

Wussten Sie, dass es nicht nur rot fruchtende, sondern auch gelb fruchtende Himbeeren und sogar schwarzfruchtige gibt? "Golden Bliss" etwa hat gelbe Früchte, "Black Prince" (Sorte einer amerikanischen Wildform) hat schwarze. Wer alle drei im Garten anpflanzt, kann sich am 3. Oktober seine ganz eigenen Torteletts damit belegen... 

Im Garten dessen, bei dem es „schnell gehen muss“, sind derzeit Himbeersorten beliebt, die nicht aufwändig am Gerüst gezogen werden müssen. Sorten wie ´"Autumn Bliss" können Sie, wie Johannis- oder Stachelbeeren auch, einfach als Strauch wachsen lassen und diesen nach der Ernte komplett abmähen. Diese Strauchform trägt erst im Herbst, was aber den Vorteil mit sich bringt, dass sie nahezu nicht vom Himbeerkäfer befallen wird, also „wurmfrei“ ist. Auch bei den Himbeeren tut sich immer wieder etwas bei den Sorten: Eine neuere Spätsorte, die bis weit in den September reift und die ein klasse Aroma hat sowie sehr attraktive, feste, gut haltbare Früchte, ist "Polka". 

Was Sie jetzt tun sollten: Schneiden Sie abgetragene Himbeereruten unmittelbar nach der Ernte bodeneben, ohne Stummel, ab. Dadurch verringern Sie die Gefahr, dass Ihre Himbeeren vom Rutensterben befallen werden, einer Infektion, die über alte Zweige in die Pflanze eintritt.

Erdbeeren:

Auch Erdbeeren sind buchstäblich ein Kapitel für sich. Bei ihnen bestechen vor allem diejenigen Sorten mit einem ausgeprägten Aroma von Walderdbeeren. Hier sind alte Sorten wie `Mieze Schindler´ empfehlenswert, aber ebenso gut aromaintensive Neuzüchtungen, wie "Thuchief". Auch Sorten für Erdbeerwiesen, z. B. "Florika", können hier gut mithalten, weil bei ihnen Walderdbeeren eingekreuzt sind. Erdbeerwiesen eignen sich gut als bodenbedeckende Alternativbepflanzung auf Halbschatten-Beeten. Sie werden auch nicht, wie bei Gartenerdbeeren erforderlich, nach zwei Jahren ausgewechselt, sondern können sechs bis acht Jahre lang auf dem Beet bleiben. Erdbeerwiesen blühen und fruchten übrigens über dem Laub, weswegen ihre Früchte nicht dem Boden aufliegen und nicht so schnell faulen können. 

Neuartige Pflanzformen für Erdbeeren gibt es jedoch nicht allein für das Beet, sondern auch für Kübel und Kästen: Hänge-Erdbeeren sind gut für Ampeln geeignet. Dann setzt man drei Pflanzen pro Ampel. In Kästen hingegen halten Sie zwischen den Pflanzen einen Abstand von 20-25 cm ein. Am günstigsten für die gleichmäßige Wasserversorgung der Pflanzen sind Gefäße mit Wasserreservoir. Gedüngt wird mit Volldünger oder Beerenobstdünger, weil der mehr Kali enthält als Balkonblumendünger. Den brauchen die Beeren für bessere Fruchtausreife und mehr Aroma. 

Letztlich funktioniert das Hängeprinzip auch in Gegenrichtung: Mit Klettererdbeeren können Sie kleinere Rankgerüste oder Stäbe begrünen. Sie müssen die Erdbeeren dabei aber aufbinden, weil sie nicht selbst kletternd sind. Klettererdbeeren können Sie von Juni bis September, Hängeerdbeeren sogar bis Oktober beernten. 

Was Sie jetzt tun sollten: Sofern Ihre Erdbeeren bereits zwei Jahre lang an ihrem Platz standen und nun abgetragen sind, müssen Sie sie nun ersetzen. Dazu ist es jetzt an der Zeit. Wenn Sie erst im Frühjahr pflanzen, vermindert das die Erntemenge im ersten Standjahr. Immer tragende Erdbeersorten und Monatserdbeeren können Sie aber ebenso gut im Frühling setzen, weil die auch dann noch hinlänglich gut Früchte ansetzen.

Maibeeren:

Neu im Sortiment der Gartenbeeren sind übrigens Maibeeren, die - wie ihr Name schon sagt - bereits im Mai und damit als eine der ersten fruchten. Diese Früchte sind lang und schmal, dabei wie Blaubeeren gefärbt und bereift. Auch im Geschmack erinnern Maibeeren an die bekanntere Beerenfrucht. Die Neulinge haben ihre Anhängerschaft nicht allein über den frühen Erntezeitpunkt, sondern auch über die vitaminreiche Süße der Früchte gefunden. Für einen Maibeerenstrauch müssen Sie in ausgewachsener Größe etwa ein bis anderthalb Meter Höhe und einen Meter Breite veranschlagen. Jeder nährstoffreiche Gartenboden reicht der Pflanze völlig aus. Sie ist pflegeleicht, weil sie nur etwas ausgelichtet werden muss und ansonsten unkompliziert frohwüchsig ist. Der besseren Befruchtung wegen, pflanzen Sie von der schon im März blühenden Maibeere am besten immer zwei oder mehrere Sorten. 

Übrigens: Maibeeren sind auf Grund ihrer Anbauwürdigkeit im Hausgarten inzwischen vom so genannten Wildobst zum Gartenobst herüber gewandert, so wie Blaubeeren und Brombeeren seinerzeit oder auch Felsenbirnen, Haselnüsse, Holunder, Kornelkirschen, Preiselbeeren, Sanddorn, Vitaminrosen und Vogelbeeren in jüngerer Zeit.

Kommentare