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Romantische Weihnachtsdeko mit zauberhafter Tradition

Albranken, Bocksfutter, Druidenfuß oder Hexenbesen – noch nie gehört? Wir verraten Ihnen, welche wunderbar romantische Weihnachtsdekoration mit langer Geschichte und Tradition sich hinter dieser Pflanze verbirgt.

Immergrüner Halbschmarotzer

Wenn zum Winter die Bäume ihre Blätter verlieren, erscheint der Garten immer kahler und farbloser. Schaut man aber genauer hin, lässt sich auf dem ein oder anderen Ast jedoch ein kleiner, strahlend grüner Farbklecks erkennen – die Mistel. Jetzt im Winter zeigt sie ihre immergrünen Blätter umso deutlicher. Hoch oben auf den Ästen von z. B. Pappel, Linde oder Apfelbaum, aber auch denen von Weißtanne und Kiefer, fühlt sich der nahezu kugelrunde Zweigbüschel mit seinem weißbeerigen Fruchtschmuck besonders wohl. Hier bohrt der Halbschmarotzer seine Wurzeln durch die Runde seines Wirts hinein in die Leitungsbahnen, um sie buchstäblich anzuzapfen und so mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen. Halbschmarotzer wird die Mistel deswegen genannt, weil sie zwar Wasser und Nährstoffe von ihrem Gastgeber erhält, Photosynthese aber selber betreibt. Zur Gefahr kann der Parasit für den Baum jedoch nur selten werden, denn aufgrund ihres sehr langsamen Wachstums benötigt die Mistel nur wenige Nährstoffe und Wasser. Sie wächst sogar so langsam, dass die ersten Blüten erst nach sechs bis sieben Jahren zu sehen sind. Allerdings können Misteln Bäume massenhaft befallen - dann hat er selbst ein Nährstoffproblem. 

Nicht nur die grünen Mistelzweige und -blätter, auch ihre weißglasigen Beerenfrüchte kann man jetzt im Winter leicht erkennen. Sie haben zur Namensgebung der Pflanze beigetragen. „Viscum album“ lautet die botanische lateinische Bezeichnung dieser „Zauberpflanze“. Wobei "viscum" "klebrig" heißt bzw. auch für "Vogelleim" steht, "album" hingegen "weiß" bedeutet. Dieser Name kommt nicht von ungefähr, denn das Fruchtfleisch, das die harten Beerensamen umgibt, erfüllt genau diese Eigenschaften: Zerdrückt man die Beere, bleibt eine weiße, klebrige Substanz an den Fingern haften. Sie hat man früher zum Vogelfang benutzt, indem man damit bei Futterstellen für die Tiere Zweige damit bestrich, auf die sie sich dann niederließen.

Romantischer Weihnachtsbrauch

Aber warum küsst man sich heute zur Weihnachtszeit unter einem Mistelzweig? Diese Frage ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Zum einen könnte der Brauch seine Wurzeln in Skandinavien haben. Dort galt die Mistel als Symbol des Friedens. Trafen sich zwei Feinde unter einer Mistel, umarmten sie sich und beschlossen, für den restlichen Tag ihre Waffen niederzulegen. Eine andere Legende dagegen, rankt sich um einen germanischen Mythos über die Göttin Frigga und ihren Sohn, den Sonnengott Baldur. Als dieser mit einer Pfeilspitze aus Mistelholz hinterlistig getötet wurde, wurden diesem Mythos nach Friggas Tränen zu weißen Perlen an den Mistelzweigen in den Bäumen. Aus Freude darüber, soll die Göttin der Liebe alle unter der Mistel Vorbeikommenden geküsst haben. Ganz egal, woher der Brauch kommt – viele Paare und Junggesellen erfreut er zur Weihnachtszeit, noch heute. Denn wenn eine junge Frau unter einem Mistelzweig steht, darf sie geküsst werden. Dabei kostet jeder Kuss eine der kleinen Beeren. Sind keine davon mehr am Zweig, ist es vorbei mit dem Busserln. Es soll schon manch eine Mistel der Beginn einer großen Liebe gewesen sein ...

Zauberpflanze mit Tradition

Bereits unsere Vorfahren waren von der immergrünen Pflanze beeindruckt, die im grauen Winter im sattesten Grün erstrahlt. Auch weil sie ausgerechnet zur kalten Jahreszeit ihre Früchte trägt und die Äste hoch oben im Baum ihr zu Hause haben, wirkte und wirkt die Mistel gar magisch. Deswegen taucht sie in der Geschichte immer wieder als eine „Zauberpflanze“. Die alten Griechen nutzen die Mistel als Mittel gegen Gift. Die Germanen wiederum, hängten sie als Schutz gegen Hexen und Geister, Blitzschlag und Feuer über ihre Türen. Und was wäre Obelix im Comic „Asterix und Obelix“ ohne seinen magischen Zaubertrank? Auch für den setzt der Druide des Dorfes, Miraculix, in seiner Rezeptur des Zaubertrankes auf die magische Wirkung der Mistel. Dabei handelt es sich nicht einmal um eine Erfindung von Uderzo und Goscinny – denn laut Überlieferungen, wurde die als magisch geltende Mistel von den Kelten wirklich für Zaubertränke genutzt. Dabei soll die richtige Ernte der Zauberpflanze besonders wichtig gewesen sein. Damit die Mistel ihre volle Zauberkraft entfalten konnte, soll die Ernte nur den Druiden gestattet gewesen sein. Diese durften die Mistel nur mit einer goldenen Sichel schneiden und anschließend mit einem weißen Tuch auffangen, damit die wertvolle Pflanze den Boden nicht berührte. Ihre größte Wirkung soll die Mistel jeweils am sechsten Tag nach Vollmond entfalten. Da die Mistel nur sehr selten auf Eichen wächst, schätzten die Druiden diese ganz besonders.
Auch die Anwendung von Misteln in der Medizin reicht weit bis in die Vergangenheit zurück. Zum Beispiel, soll die Mistel bereits in vorchristlicher Zeit als entzündungshemmendes, blutstillendes und beruhigendes Mittel angewendet worden sein. Auch heute noch, in modernen Präparaten, wird die heilende Wirkung des Mistel-Extrakts zur Behandlung von Bluthochdruck genutzt. Mit der dem Apfel verwandten Mipel (Mespilus germanica), einem nach Frosteinwirkung schmackhaften Wildobst, wird die Mistel oft sprachlich verwechselt. Faktisch aber, handelt es sich dabei um eine ganz andere Pflanze. Aber das ist eine neue Geschichte ...

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