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Lausig, lausig!

Wer von Ihnen Kübelpflanzen überwintert oder einen Wintergarten pflegt, hat sie bereits seit Ende Januar wieder an seinen Pflanzen erlebt. Wer von Ihnen Freilandgärtner ist, wird sie jetzt im Mai erwarten: Blattläuse. Sie zählen zu Gärtners Lieblingsfeinden und es ist in der Gartenpraxis unumgänglich, sie in Schach zu halten.

Nomen est omen

Mal grün, mal grau, mal schwarz - Blattlaus ist nicht gleich Blattlaus: Grüne Pfirsichblattlaus, Oleanderblattlaus, Wollige Kohlblattlaus heißen die unterschiedlichen Arten zum Beispiel, von denen in unseren Breiten über 800 leben. Innerhalb der Gruppe der Insekten zählen Blattläuse zu den so genannten Schnabelkerfen, sind also eng verwandt mit Zickaden, Wanzen, Blattflöhen, Schildläusen und Mottenschildläusen. Viele Blattlausarten sind auf bestimmte Wirtspflanzen spezialisiert – wie ihr Name dann schon sagt.

Für Läuseversteher

Sie wollen mit Blattläusen in Ihrem Garten adäquat umgehen? Dann sollten Sie das hier über diese Tiere wissen: Jetzt im Frühjahr schlüpfen aus überwinterten Blattlauseiern so genannte „Stammmütter“. Diese vermehren sich ungeschlechtlich und erzeugen damit Nachkommen, die „Jungfern“ heißen. In den ungeflügelten Generationenfolgen der Jungfern treten ab Juni auch geflügelte Blattläuse auf, die für die Verbreitung der Art im Garten sorgen. „Stationäre“ wie auch flugfähige Exemplare – beide vermehren sich kräftig: jeweils hunderte Jungtiere pro Blattlaus, bei zehn Generationen pro Jahr.
Noch einmal eine Umstellung, im September: Nun entstehen in der späten Generationenfolge ungeflügelte, jetzt aber zweigeschlechtliche Blattläuse. Diese paaren sich, die Weibchen legen überwinternde Eier – aus denen im darauf folgenden Frühjahr wiederum die „Stammmütter“ schlüpfen. Ein faszinierender Vermehrungskreislauf!

Was tun gegen Blattläuse?

Mit geeigneter Artenvielfalt in Ihrem Garten fördern Sie das Netzwerk der Blattlausfeinde:
Diese können Insekten sein, z.B. Florfliegen, Marienkäfer, Schwebfliegen, Schlupfwespen. Ein Insektenhotel hilft, Nutzinsekten im Garten zu etablieren. Blütenpflanzen geben auch Nutzinsekten Nahrung, so z.B. Korbblütler den Schwebfliegen.
Blattlausfeinde können auch Vögel sein. Selbst Körnerfresser unter ihnen, wie Sperlinge, füttern ihre Brut zunächst mit Blattläusen! Sorgen Sie für Vogel-Brutraum (dicht wachsende Brutgehölze, dazu verschiedene Arten Nistkästen. Sorgen Sie für Vogel-Schutzraum (dichte Koniferen schützen sie vor kalten Winterwinden). Satteln Sie um auf Ganzjahres-Wildvogelfütterung mit echtem Qualitätsfutter. Das hält die Vögel nicht von der Blattlausjagd ab, bindet sie aber an Ihren Garten, stärkt die Vögel und ermöglicht ihnen zusätzliche Bruten. Verzichten Sie speziell während der Jungenaufzucht der Vögel auf chemischen Pflanzenschutz.

Mit Vorsorgemaßnahmen machen Sie´s den Blattläusen schwerer:
Machen Sie zur Früherkennung von Blattläusen häufigere Kontrollgänge, speziell bei feucht warmem Wetter. Nutzen Sie im Gemüsegarten blattlausresistente Salatsorten (z.B. Batavia-Salat `Leni´, Eissalat `Stylist´, Kopfsalat `Sylvesta´, Romana-Salat `Little Gem Tintin´). Verwenden Sie in Ihren Gemüse- und Kräuterbeeten Gemüseschutzvliese.

So bekämpfen Sie Blattläuse sinnvoll:

Einfacher als chemischer Pflanzenschutz ist es häufig, stark befallene „Blattlausnester“ aus der Pflanze heraus zu schneiden. Kleinere solcher Nester können Sie ganz einfach abpinseln.
Gehen Sie gegen überwinternde Blattlauseier an Bäumen im Obstgarten im Frühjahr mit einer Austriebsspritzung vor. Verwenden Sie gegen Blattläuse bevorzugt umweltverträgliche Präparate . Verzichten Sie speziell während der Jungenaufzucht der Vögel komplett auf chemischen Pflanzenschutz..

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