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Die GARDENA Gehölzschnitt-Schule (Teil 2)

Erfahren Sie nun im zweiten Teil der GARDENA Gehölzschnitt-Schule wie Sie bei Ihren Gehölzen die Schnittwunden korrekt behandeln und welche „Goldenen Schnittregeln“ Ihnen die Orientierung beim Gehölzschnitt erleichtern. Werden Sie durch unsere Gehölzschnitt-Schule zu einem kleinen Experten.

Zu welcher Zeit schneide ich Gehölze am besten?

Der Gärtner unterscheidet hier den Sommerschnitt und den Winterschnitt. 

Das bedeutet für die Praxis:
Üblicherweise nutzt man den Winterschnitt von etwa Dezember bis Ende Februar, während der Ruhephase (Vegetationsruhe) der Gehölze. Das entlaubte Gehölz zeigt dann am besten erkennbar seine Struktur und lässt sich dann besonders leicht mit Überblick beschneiden. Im Austrieb schneidet man Gehölze nicht, weil sie dann bereits im Saftfluss stehen und „bluten“. Der Sommerschnitt erfolgt Anfang/Mitte Juni wenn man einen Sommeraustrieb provozieren will (z.B. um gezielt Jungtriebe hervorzurufen und Junghecken aufzubauen) oder aber um Mitte Juli, wenn das nicht erwünscht ist (z.B. bei älteren Hecken). Nach zeitigem Sommerschnitt verheilen kleinere Schnittwunden besonders zügig.

Warum soll ich Sägewunden mit dem Messer nachschneiden?

Sägewunden haben ausgefranste Wundränder. Glatte Wunden aber verwachsen sich besser. 

Das bedeutet für die Praxis: 
Schneiden Sie Ränder von Sägewunden mit einem sehr scharfen Gartenmesser rundherum etwa einen Millimeter tief und glatt nach und entfernen Sie so die Sägefransen.

Wie pflege ich Schnittwunden bis zur Verheilung richtig?

Hier scheiden sich die Geister. Es gibt Befürworter und Gegner von Wundverschlussmitteln. 

Das bedeutet für die Praxis: 
Kleinere Wunden bis etwa zwei Euro Münzengröße verheilen üblicherweise innerhalb von zwei, drei Jahren von selbst. Wenn Sie sich bei Großwunden für die Verwendung von Kunstrinde entschließen, müssen Sie die über den Wundrand hinaus dicht verschließend glatt aufbringen. Keines falls darf Wasser in die Wunde gelangen, sonst provoziert das Fäulnis. Einmal bestrichene Wunden müssen jährlich auf dichten Wundabschluss kontrolliert, ggf. gründlich gereinigt und neu verstrichen werden.

Wie reagiert die Pflanze auf meinen Schnitt?

Individuell und standortabhängig. Je nach Alter und Vitalität der Pflanze, Schnittverträglichkeit und Förderlichkeiten eines günstigen Standortes, aber auch je nach Stärke des Rückschnitts, ist die Reaktion der Pflanze auf den Schnitt unterschiedlich.
 
Das bedeutet für die Praxis: 
Die besten Schnittergebnisse sind an schnittverträglichen, vitalen Pflanzen am optimalen Standort zu erwarten. Dann gilt: Ein kräftiger Rückschnitt provoziert einen starken Austrieb, ein leichter einen nur minimalen. Bei Bäumen gilt das Gesetz der Spitzenförderung: Am Scheitelpunkt treibt der Baum nach dem Schnitt deutlich stärker aus, als in den unteren Astpartien.

Gibt es zusammenfassend so etwas wie „Goldene Schnittregeln“ für mich als Anfänger?

Ja, die gibt es, sie können sie an einer Hand abzählen. Beachten Sie aber bei allen theoretischen Regeln, das nichts so lebendig ist wie das Leben selbst – eben auch die Gehölze. 

Das bedeutet für die Praxis:
1. Entfernen Sie zunächst totes und erkranktes Holz aus einer Pflanze.
2. Schneiden Sie danach alles nach innen wachsende Geäst heraus.
3. Beachten Sie vor Ihrer Entscheidung zur Schnittführung die vom Gehölz daraufhin zu erwartenden Reaktionen (s. o.). Beachten Sie aber, dass es Gehölzarten gibt, die keinen starken Rückschnitt vertragen (z.B. Thuja, Flieder)
4. Verfolgen Sie nach Ihrem Schnitt Austrieb und Wundheilung am Gehölz und lernen Sie daraus für künftige Schneidearbeiten.
5. Gärtners Sprichwörter besagen: „Dem gut geschnittenen Gehölz sieht man nicht an, dass es geschnitten wurde“ und „Durch das korrekt geschnittene Gehölz kann der Gärtner den Hut werfen“.

Und zum Schluss ein Mutmacher: Alles Lesen über den Gehölzschnitt bleibt nur eine theoretische Anleitung und dient nur zur Hilfestellung. Entscheidend für das eigene Lernen sind aber die selbst gemachten praktischen Erfahrungen, also trauen Sie sich. Schneiden Sie Ihre Gehölze und beobachten Sie deren Reaktion. Das hilft Ihnen ganz entscheidend, im Gehölzschnitt von Jahr zu Jahr immer erfahrener zu werden und den Schnitt der Gehölze immer zielführender ausführen zu können. Glauben Sie mir: Der GARDENA Gartenexperte wurde auch nicht über Nacht zum Profi, sondern erst nach genau dieser jahrelangen praktischen Erfahrung.

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