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Die GARDENA Gehölzschnitt-Schule (Teil 1)

Winterzeit, Gehölzschnitt-Zeit! Jetzt in der Ruhezeit der Gartengehölze ist es für viele von ihnen die beste Gelegenheit, sie zu beschneiden. Ob durch einen Erhaltungsschnitt oder einen strukturellen Sanierungsschnitt – nehmen Sie sich an frostfreien Tagen die Zeit dazu, diese Arbeiten in Ihrem Garten vorzunehmen. Der GARDENA Gartenexperte Engelbert Kötter sagt Ihnen mit seiner GARDENA Gehölzschnitt-Schule in zwei Teilen, wie es richtig gemacht wird.

Muss man Gehölze überhaupt schneiden?

Grundsätzlich muss man es nicht. Ein Garten ist aber gestaltete Natur. 

Das bedeutet für die Praxis: Wir schneiden Gartenpflanzen durch einen gezielten Schnitt, um Totholz, Krankheiten (z.B. Rotpustelpilz), Schädlinge (z.B. Blattlausnester) zu entfernen, oder zur Formgebung von Pflanzen bzw. sie durch Neuaustrieb zu verjüngen. Bei Obstbäumen kann durch die richtigen Schnittmaßnamen der Ertrag gesteigert werden.

Wo am Gehölz setze ich sinnvoll den Schnitt an?

Bei einer Verzweigung, dann fällt der Schnitt am wenigsten auf.

Das bedeutet für die Praxis: Schauen Sie sich den Baum vor dem Schneiden gut an und entscheiden Sie sich, wie weit Sie das Gehölz rundum einkürzen wollen. Schneiden Sie es an dieser Stelle um das gewünschte Maß bis zu einer Verzweigung zurück. Ausgehend von diesem Referenzmaß, kürzen Sie das Gehölz rundum um dieselbe Länge ein, tunlichst immer bis zu einer Verzweigung.

Welches Werkzeug verwende ich zum Schneiden?

Je schärfer das Werkzeug, desto leichter das Arbeiten, desto sauberer der Schnitt, desto zuverlässiger die Wundverheilung. 

Das bedeutet für die Praxis: Lebende Zweige schneiden Sie mit einer Bypassschere, totes Holz mit einer Ambossschere. Dickere Zweige am einfachsten mit einer Ratschenschere oder einer Astschere. Astscheren mit längenverstellbaren Griffen erleichtern mitunter der besseren Hebelwirkung wegen den Kraftaufwand, aber auch der Einsatz von Astscheren mit Getriebefunktion kann Ihnen die Arbeit erleichtern. Die gängigsten Sägen im Garten sind die klappbare oder feststehende Handsägen und die Garten-Bügelsäge mit drehbarem Sägeblatt. Für kleinere Sägearbeiten reicht eine Handsäge meist aus, für größere ist eine Akku-Kettensäge hilfreich.

Muss ich meine Schneidegeräte desinfizieren?

Das macht durchaus Sinn speziell dann, wenn man infektiös erkrankte Gehölze behandelt, z.B. an Baumkrebs erkrankte Apfelbäume. 

Das bedeutet für die Praxis: tauchen Sie die Schneidflächen der von Ihnen benutzten Geräte gründlich in Brennspiritus, bevor Sie vom behandelten Baum zum nächsten wechseln und reinigen Sie, nachdem Sie Ihre Schneidarbeiten erledigt haben, die Schneide von Schmutz und Pflanzresten.

Wie beschneide ich Zweige richtig?

Je exakter Sie schneiden, desto besser wächst die verbleibende Zweigspitze weiter. 

Das bedeutet für die Praxis: Schneiden Sie Zweige so ab, dass sich die Knospenspitze auf einer Höhe mit der Schnittstelle am Zweig befindet. Schneiden Sie tiefer, droht die Knospe zu vertrocknen. Schneiden Sie höher, entsteht ein eintrocknender Zapfen – Angriffstelle für parasitäre Pilze.

Wie beschneide ich Äste richtig?

Durch Ihre Schnittführung erleichtern oder erschweren Sie einer Pflanze die Wundheilung. 

Das bedeutet für die Praxis: Die Schnittführung geschieht parallel zum verbleibenden Ast oder Stamm und wird so gesetzt, dass kein Stumpf übrig bleibt – nur ein Rest des Astansatzes, der so genannte Astring, wegen besserer Wundverheilung. Schneiden Sie Äste am Stamm oder an anderen starken Ästen zunächst auf der geplanten Schnittlinie etwa zwei Zentimeter tief von unten an, danach von oben ganz ab. Andernfalls laufen Sie Gefahr, dass der Ast auf Grund seines Eigengewichts kurz vor Ende des Sägeschnitts ausreißt und tiefe Wunden verursacht. Nach dem rauen Sägeschnitt sollten Sie die Wundränder für eine bessere Wundheilungmit einem Gartenmesser oder einer Gartenhippe glätten.

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