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Das „blaue Gold“ der Provence

Ein intensiver Duft der blau-violetten Blüten liegt in der Luft und schon von weitem ist das Summen der Bienen zu hören. Es ist ein ganz besonderes Naturschauspiel, wenn zwischen Ende Juni und Mitte August der Lavendel in der Haute-Provence blüht. Wenn er im Juli die volle Blüte erreicht, gibt es kaum einen schöneren Ort zum Verweilen, als in Mitten der scheinbar unendlichen Lavendelteppiche.

Die Haute-Provence

Im nördlichen Teil der Provence, angrenzend an die Seealpen, befindet sich die Haute-Provence, beliebt für ihre besonders reine Luft und eine ganzjährig überdurchschnittlich lange Sonnenscheindauer. Allerdings ist sie mit ihren Wäldern und kahlen Berggipfeln auf den ersten Blick kein besonders attraktiver Anziehungspunkt für Touristen. Wartet man aber auf den richtigen Zeitpunkt, bietet sich dem Besucher ein ganz besonderer Anblick: die Lavendelblüte. Dann strahlen die unendlichen Weiten der Haute-Provence in einem kräftigen blau-violetten Farbton und ein betörender Duft verzaubert die Sinne.

Lavendel ist nicht gleich Lavendel

Seit der Antike findet man die kräftigen Blüten des Lavendels in der Provence. „Lavandula angustifolia“ wird er in der Wissenschaft genannt. Aber Augen auf, denn Lavendel ist nicht gleich Lavendel. Auf den bis zum Horizont reichenden Lavendelfeldern der Haute-Provence wächst nämlich nur selten echter Lavendel. Was hier mit seinem Duft und seiner Farbe beeindruckt ist meist Lavandin, eine Kreuzung aus echtem Lavendel und Speik-Lavendel. Echter Lavendel duftet eher zart und süß. Der Duft von Lavandin ist dagegen eher strenger und stärker. Seine Blätter sind rauer und die Blüten eher graublau als violett. Lavandin gedeiht im Feldanbau auf niedrigeren Höhen besser als der Echte Lavendel, bei ungefähr einer Höhe von 200 bis 500 Metern und ist deswegen auch auf den berühmten Lavendelfeldern der Haute-Provence zu finden. Lavandin wird bei der Herstellung von Kosmetika zur äußeren Anwendung genutzt und ist auch in Arzneiprodukten enthalten.

Eine Reise für alle Sinne

Mit allen Sinnen den Lavendel genießen, dies kann man auf der Lavendelstraße, der „Route de la Lavande“. Der berühmteste Teil dieser Straße beginnt hinter der alten Römerstadt Carpentras und führt am heiligen Berg der Kelten, dem Mont Ventoux entlang, mitten durch die Haute-Provence, bis an die Alpen. Vorbei an verträumten Dörfern und kleinen Betrieben kann hier völlig in die blau-violette Welt des Lavendels eingetaucht werden. Erfahren Sie in den kleinen Museen entlang des Weges mehr über den Anbau und die Verwendung des Lavendels. Einer der Hauptanlaufpunkte ist das Provencestädtchen Sault. Ein Geheimtipp hier ist das jährlich im August stattfindende Lavendelfest. Bei dem kann ein jeder sein Können beim Sichelschneidewettbewerb beweisen oder die Auftritte der provenzalischen Folkloregruppen genießen. Auch das mittelalterliche Dorf Banon, das neben Lavendel auch für seinen Käse berühmt ist, lohnt sich für einen Zwischenstopp. Gönnen Sie sich ein Stück des Ziegenweichkäses, der mit Esskastanienblättern umhüllt ist und lassen Sie sich von der Atmosphäre des Ortes verzaubern.

Lavendel und seine heilende Wirkung

"Lavendel" leitet sich vom lateinischen Wort für "waschen" ab, lavare. Seine heilende Wirkung war schon den Römern bekannt. Nicht umsonst wurde er bereits von ihnen als wohltuender Tee oder als Badezusatz genutzt. Und auch heute noch wird gerne auf die Heilpflanze Lavendel zurückgegriffen, denn seine frischen oder getrockneten Blüten können vielseitig eingesetzt werden. Viele schwören auf das ätherische Öl, das in den Lavendelblüten enthalten ist. Es soll vor allem auf den Magen-Darm-Trakt beruhigend wirken. Auch bei Einschlafstörungen und innerer Unruhe soll die Heilkraft des Lavendels helfen. Einen frisch gebrühten Tee können Sie ganz einfach herstellen. Übergießen Sie dafür zwei Teelöffel getrocknete Lavendelblüten mit 200 Milliliter kochendem Wasser und seihen Sie den Tee nach 10 Minuten ab.

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