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Blümlein, Blümlein - wie spät ist es?

Die Zeit bestimmen und das ganz ohne Armbanduhr? Das geht im Garten mit einer - Blumenuhr! Eine solche Blumenuhr im Garten zieht mit ihren vielfältigen Blüten und Farben nicht nur alle Blicke auf sich, sie kann auch wirklich nützlich sein. Durch die unterschiedlichen Öffnungszeiten der Blüten lässt sich nämlich nicht nur die Tageszeit bestimmen, auch Vorhersagen über das Wetter können anhand der Reaktionen der Blüten getroffen werden. Wir zeigen Ihnen, mit welchen Blumen Sie Ihre ganz eigene Blumenuhr gestalten können.

Blumen und ihr Tagesrhythmus

Bereits der schwedische Naturforscher Carl von Linné stellte fest, dass Blumen ihren ganz eigenen Biorhythmus haben, denn sie öffnen und schließen ihre Blüten zu ganz unterschiedlichen Zeiten. Während zum Beispiel der Mohn bereits früh am Morgen seine Blüten öffnet, beginnt die Nachtkerze erst am Abend zu erblühen. Warum ist die Natur so eingerichtet, dass nicht alle Blumen ihre Blüten schon beim ersten Sonnenstrahl öffnen? Die Antwort ist ganz einfach: Durch dieses Zusammenspiel der verschiedenen Blühzeitpunkte sorgt die Natur für eine bessere Rund-um-die-Uhr-Versorgung der Insekten mit Pollen und Nektar. Einerseits wissen die Insekten genau, zu welcher Zeit welche Blüten geöffnet sind und sparen sich somit eine unnötig lange Suche nach Nahrung. Anderseits ist so auch der Konkurrenzkampf all der Bienen und Hummeln, Schmetterlinge und Schwebfliegen um die Nahrungsquellen geringer. Durch diesen cleveren Rhythmus haben auch die Blüten selbst den Vorteil nicht um Insekten zu ihrer Bestäubung untereinander konkurrieren zu müssen.
 
All die unterschiedlichen Pflanzen benötigen auf Grund ihres unterschiedlichen Blütenbaus in der Regel spezialisierte Insekten zur Bestäubung. Beispielsweise ist die Nachtkerze bei ihrer Vermehrung auf Nachtfalter angewiesen, die mit ihrem langen Rüssel tief in die Blüte eindringen können. Nachtfalter beginnen jedoch erst spät am Abend damit, ihre Runden durch den nun für sie sicherer gewordenen Garten zu drehen, denn die Vögel sind bereits in ihrem Nachtlager. Um bestäubt werden zu können, hat die Nachtkerze ihre Öffnungszeiten also an den Nachtfalter angepasst und öffnet ihre köstlich duftenden, gelb leuchtenden Blüten erst zu den späteren Abendstunden. Zusätzlich dazu, kann die Nachtkerze durch dieses Timing Energie sparen.

Abbildung einer Blumenuhr, wie Carl von Linné sie 1745 entwickelte

Blumenuhr mit Wettervorhersage

Anhand von diesem Wissen pflanzte Linné 1745 im Botanischen Garten von Uppsala in Schweden die erste Blumenuhr. Dafür legte er ein kreisrundes Beet an, welches er in 12-Stunden-Segmente einteilte. Jedes Feld einer Blumenuhr steht somit für genau eine Stunde des Tages und wird mit denjenigen Arten bepflanzt, die zur entsprechenden Tageszeit ihre Blüten öffnen oder schließen. Angeblich konnte Linné auf seiner Blumenuhr die Uhrzeit bis auf fünf Minuten genau ablesen. Heute ist die Blumenuhr eher eine naturkundliche Spielerei und ein Hingucker fürs Auge, hat ihren Charme aber noch immer nicht verloren. Und trotz moderner Lebenswelten mit ihrer Zeitangabe auf jedem Smartphone, können die Öffnungszeiten der einzelnen Blumen nützlich sein, zum Beispiel beim Erledigen der Gartenarbeiten. Schon ein Blick auf die geöffneten Blüten des Wiesenbocksbart genügt, um zu erkennen, dass es nun Zeit für das Mittagessen ist. 

Ebenso lässt sich anhand von Blüten erkennen, ob für den Tag noch Gießarbeiten angesagt sind, oder nicht. Wenn nämlich die Ringelblume morgens um sieben Uhr ihre Blüten noch geschlossen trägt, kündigt dies für den Tag schlechtes Wetter an. Schließt sie sich gar ganz, ist sogar ein Unwetter in Aussicht und man kann bereits mit dem Einsammeln der verstreuten Gartengeräte beginnen!

Öffnungszeiten der Blüten:

05:00 Uhr: Mohn
06:00 Uhr: Zaunwinde
07:00 Uhr: Huflattich
08:00 Uhr: Sumpfdotterblume
09:00 Uhr: Margerite
10:00 Uhr: Sauerklee
11:00 Uhr: Kohl-Gänsedistel
12:00 Uhr: Mittagsblume
16:00 Uhr: Wunderblume
20:00 Uhr: Nachtkerze

Schließzeiten der Blüten 
 
14:00 Uhr: Wegwarte
15:00 Uhr: Kürbis
16:00 Uhr: Huflattich
16:00 Uhr: Sauerklee
17:00 Uhr: Seerose
18:00 Uhr: Mohn
21:00 Uhr: Sumpfdotterblume 

Tipp: Die von uns angegebenen Öffnungs- und Schließzeiten können variieren, da sich die Blumen an die regionalen Besonderheiten, also den Sonnenstand auf dem jeweiligen Breitengrad und den dort jeweils herrschenden Hell-Dunkel-Rhythmus anpassen. Auch der damit zusammenhängende Tagesablauf der heimischen Insekten beeinflusst die Blumen. Am besten beobachten Sie die Öffnungs- und Schließzeiten der Blumen in Ihrer Region, um ihre örtliche Blumenuhr an ihr ganz individuelles Umfeld angepasst zu bepflanzen.

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