Zur Verbesserung unseres Internetangebots setzen wir Cookies ein. Sofern Sie unser Internetangebot weiter nutzen, stimmen Sie einem Einsatz von Cookies und der Verwendung Ihrer mit Hilfe der Cookies erhobenen personenbezogenen Daten zu. Weitere Informationen zum Einsatz von Cookies können Sie der folgenden Informationsseite entnehmen. Hinweise zum Einsatz von Cookies

Welche Bodenbeschaffenheit bei Tomatenpflanzen?

Frage von: Reiner P.

Sehr geehrter Herr Kötter, ich möchte Tomaten in 10 l Kübeln pflanzen. Wie muss die Beschaffenheit des Bodens sein? Kann ich nur TKS 2 nehmen oder auch ein Mix aus Gartenerde mit TKS 2 und etwas Sand? Oder gibt es noch andere erfolgreiche Möglichkeiten? Des Weiteren möchte ich Salatpflanzen auf dem Balkon in Blumenkästen ziehen. Wie gehe ich da mit dem Boden vor? Über eine Antwort würde ich mich freuen und danke Ihnen für Ihre Mühe.

GARDENA Gartenexperte:

Engelbert Kötter

Engelbert Kötter

GARDENA Gartenexperte

Der GARDENA Gartenexperte

Das ist eine sehr interessante Frage die Sie da stellen, lieber Herr P.! Denn dazu gibt es aktuell interessante Erkenntnisse aus Frankreich. Demzufolge ist die Zusammensetzung der Tomatenerde tatsächlich mit verantwortlich für die Ausprägung des Tomatengeschmacks, die ansonsten ja wesentlich genetisch bedingt - also sortenabhängig - ist. 

Kurzum: Tomaten reagieren in ihrer Geschmacksausprägung auf den Boden in dem sie wachsen, wie Wein. Sie bilden ihre Aromen am besten auf einem humosen, mit Lehm durchsetzten Boden aus. TKS 2 (Torfkultursubstrat) ist eine solche Erde. Auf Sand- oder Torfboden entwickeln sie keinen voll ausgeprägten Geschmack, haben Anbautests gezeigt. Also besser Finger weg von allein torfgeprägten, tonarmen Rezepturen zahlreicher Billigerden mit ihren obendrein Klärschlammzusätzen!
Mit Beimengungen von Sand und Gartenerde, wie von Ihnen erwägt, ebenfalls besser zurückhalten. Es sei denn, Sie haben lehmige Gartenerde. Davon können Sie etwa 20 Prozent Erdvolumen, bei ihnen also etwa zwei Liter pro zehn Liter Pflanztopf, hinzufügen. 

Bedenken Sie dabei: Mit der eigenen Mischung verändern Sie die TKS 2-Rezeptur des Herstellers, indem Sie die enthaltene Düngermenge inklusive pH-Wert verändern bzw. verdünnen. Der pH-Wert beeinflusst die Düngerverfügbarkeit für die Pflanze.
Weil Tomaten den pH-Wert im Boden bereits durch ihre Wurzelausscheidungen absenken, lohnen sich Kompostgaben zu den Tomaten. Kompost ist üblicherweise leicht alkalisch und mildert daher die natürliche pH-Absenkung etwas ab. Wahlweise sind in diesem Kontext leichte Kalkgaben nützlich: im Beet etwa 50 (lehmige Böden) bis 100 (sandige Böden) Gramm/Quadratmeter, für Ihr 10 Liter-Pflanzgefäß reicht ein gehäufter Teelöffel voll. 

Für die Düngung Ihrer Tomaten während der Kulturzeit gilt: Nehmen Sie einen Dünger mit hohem Kali- und Phosphatgehalt (K, P), mit vielen Spurenelementen. Im Gartencenter finden Sie den am ehesten bei den Tomatendüngern bzw. auch bei den Blütenpflanzendüngern. Grünpflanzendünger ist dem gegenüber stickstoffbetont.
Noch kurz zur sinnvollen Anbaumenge: Sofern Sie nicht Vielverzehrer sind, reichen üblicherweise sechs Tomatenpflanzen für einen Zwei-Personen-Haushalt, zwölf für einen Vier-Personen-Haushalt und 16 für einen Sechs-Personen-Haushalt. 

Mein Tipp: Um die Tomaten gerade während der Fruchtausreife tatsächlich gleichmäßig mit Wasser und Dünger zu versorgen rate ich dazu, sie in Pflanzgefäße mit Wasserspeicher zu setzen. Wahlweise können Sie sie auch an eine automatische Bewässerung anschließen.

Abschließend noch meine Antwort zu Ihrer Salat-Frage: 

Auch dafür können Sie TKS 2 sinnvoll verwenden. Im Balkonkasten verwenden Sie am besten Schnittsalat. Der ist darin bei entsprechender Düngung mit hoher Aussaatdichte aussähbar, wächst schnell und kann binnen kurzer Zeit nachgesät werden. Konkret: Wenn Sie vier bis fünf Balkonkästen zur Anzucht hernehmen und wöchentlich aussäen, haben Sie - sobald der erste Satz erntereif ist - jede Woche eine erntefähige Kiste.
 
Um die Erde wiederholt verwenden zu können und vor der Neuaussaat nicht kostspielig austauschen zu müssen, säen Sie in die abgeernteten Kästen anschließend Asia-Salat aus. Nach dessen Ernte wieder Schnittsalat und gegen Herbst Feldsalat. Vor der Neuaussaat jeweils die Erde im Balkonkasten auflockern. 

Düngung hier am besten mit 3 Gramm Langzeitdünger/Liter Erdvolumen. Es handelt sich hier um einen sechs-Monats-Dünger, diesen beim Befüllen der Kästen hinzugeben. Ergänzt werden kann dieser entsprechend den Herstellerangaben, durch wöchentliche Düngung mit Flüssigdünger für Grünpflanzen. Diese Düngeempfehlung ist wetterabhängig, sie brauchen also ein Händchen dafür, um ein „zu viel“ oder ein „zu wenig“ zu vermeiden und die Düngung situativ anzupassen.

Kommentare