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Was tun gegen Gurkenkrankheiten Mehltau und Botrytis?

Frage von: Michaela H.

Seit Jahren schlage ich mich mit Gurkenkrankheiten im Gewächshaus(Hobby)herum - mit bescheidenem Erfolg. Die Blätter werden krank und "vertrockenen" regelrecht- trotz reichlichen Wassergaben und die angesetzten Gurkenfrüchte verderben schon im Jungstadium. Ich habe nachgelesen und Boytritis und/oder Falschen Mehltau als Krankheit ausgemacht. Aber was ist es denn und wie werde ich dem Herr, ohne in meinem Gewächshaus chemische Rückstände in Boden und Früchten zu verursachen? Veredelte Sorten verwende ich bereits. Auch Paprika werden so recht nichts, wogegen Tomaten prächtig wachsen und fruchten. Den Boden habe ich im Frühjahr ausgetauscht und trotzdem habe ich die Symptome bereits wieder.

GARDENA Gartenexperte:

Engelbert Kötter

Engelbert Kötter

GARDENA Gartenexperte

Der GARDENA Gartenexperte

Das ist natürlich ärgerlich, lieber Herr H., denn wenn man schon den Aufwand eines Kleingewächshauses betreibt, will man ja auch den Erfolg seiner Mühen ernten.
Wenn Sie Mehltau und Botrytis als Schadensursachen ausgemacht haben, so ist dazu folgendes zu sagen:

Beide gelten als Folgeschäden bei Klimatisierungsproblemen, speziell Grauschimmel (stickige Luft), aber auch Mehltau (Taubildung auf den Blättern, bei Taupunktunterschreitung). Hilfreich dagegen ist das punktgenaue Gießen direkt an die Wurzeln, z.B. mithilfe einer Tröpfchenanlage. Keinesfalls von oben über die Blätter bewässern (Überkopfbewässerung).

Entscheidend ist immer auch das Lüften: 25 Prozent der Gewächshausgrundfläche sollten frei lüftbare Fläche im Giebel sein. Wichtig ist, dass Sie zu hohe Luftfeuchte ablüften, um den Sporen von Grauschimmel und Mehltau gleichsam kulturtechnisch entgegen zu wirken. Beim Düngen aufpassen: Stickstoff angemessen viel geben, bei zuviel wird das Pflanzengewebe zu weich und damit anfälliger gegen Pilzbefall. Zur Stärkung der Zellausreifung bei Blättern und Früchten auf ausreichende Kali-Versorgung achten. Das mitgeschickte Foto deutet nach meiner Lesart auf eine Blattfleckenkrankheit - das würde in das Gesamtbild einer vermutlich zu hohen Luftfeuchte in Ihrem Kleingewächshaus passen.

Pilzkrankheiten gilt es zunächst immer, vorzubeugen. Sie lassen sich im Ernstfall aber auch chemisch bekämpfen. Naturnahe Präparate wie z.B. Fungisan Rosen- und Gemüse-Pilzfrei oder Netz-Schwefel WG (beide von Neudorff) können Sie sogar anwenden, ohne danach Wartezeiten einhalten zu müssen.
Dass Sie veredelte Gurken verwenden ist angesichts der mehrjährigen Pflanzenschutzprobleme in Ihrem Kleingewächshaus zunächst einmal sinnvoll. Aber diese Veredelung wirkt ja nur gegen bestimmte bodenbürtige Verpilzungen, z.B. durch Fusarium-Welke, nicht aber gegen die Verpilzungen, die infolge von Klimatisierungsproblemen auf dem Blatt entstehen.

Was den Bodenaustausch betrifft: Auch das ist grundsätzlich sinnvoll gedacht. Aber die Garantie auf einen sporenfreien Boden bekommen Sie mit dem Austausch nicht. Wenn noch Sporen am Werkzeug haften, importieren Sie das Problem wieder. Auch die Bodenentseuchung ist im Hausgarten schwierig durchzuführen. Da hilft eher ein radikaler Fruchtwechsel - hin zu Gemüsepflanzen aus anderen Pflanzenfamilien. Aber bevor das soweit ist, gehen Sie erst einmal die Klimatisierung an. Gutes Gelingen!

Bildquelle Gurke: © ursule - Fotolia.com

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