Zur Verbesserung unseres Internetangebots setzen wir Cookies ein. Sofern Sie unser Internetangebot weiter nutzen, stimmen Sie einem Einsatz von Cookies und der Verwendung Ihrer mit Hilfe der Cookies erhobenen personenbezogenen Daten zu. Weitere Informationen zum Einsatz von Cookies können Sie der folgenden Informationsseite entnehmen. Hinweise zum Einsatz von Cookies

Unbekannte Krankheit an meinen Weinstöcken

Frage von: Michael H.

Sehr geehrter Herr Kötter, meine Weinstöcke wachsen hier am Niederrhein gut, weil der Standort gut, das Klima mild und die Sorten (Regent und Phönix) robust sind. Dieses Jahr werden sie aber von einer mir nicht bekannten Krankheit befallen, die Blatt und Frucht stark befällt. Handelt es sich um eine Pilzkrankheit und / oder tierischen Schädling und was kann ich dagegen machen? Wir hatten hier viel Wärme, aber auch starke Niederschläge, so dass die Pflanzen häufig nass waren. Geschnitten habe ich Anfang Juli, um das Längenwachstum zu beschränken und Geiztriebe zu entfernen. Vielen Dank für Ihre Antwort und mit herzlichem Gartengruß, Ihr M. H.

GARDENA Gartenexperte:

Engelbert Kötter

Engelbert Kötter

GARDENA Gartenexperte

Der GARDENA Gartenexperte

Da hat angesichts der feuchtwarmen Witterung der (falsche) Mehltau Ihre Reben voll erwischt, lieber Herr Helmich. In dieselbe Falle bin ich im vergangenen Jahr getappt. Ich hatte mich auf die Resistenz meiner Rebsorten verlassen - und bin damit baden gegangen. Jetzt und nach Rücksprache mit Rebschule Schmidt, der hierzulande wohl bedeutendsten Versandadresse für Tafeltrauben, weiß ich: Die "Resistenzen" sind eigentlich nur Toleranzen. Bedeutet: Die Empfänglichkeit für Peronospora & Co. ist bei robusten Reben deutlich geringer, aber nicht komplett ausgeschlossen. In vergangenen Jahren hatte ich jeweils im Herbst durchaus Mehltaubefall an den Blättern gefunden, das macht dann aber nichts mehr, weil die Beeren vom Pilz zu diesem Zeitpunkt nicht mehr geschädigt werden.
Nachdem ich nun im Vorjahr den gleichen Befall wie Sie heuer zu beklagen hatte, habe ich in diesem Juli bei entsprechender Witterung ein wachsames Auge auf die Reben gehabt und sie bei ersten Krankheitsanzeichen sofort mit einem umweltverträglichen Kupferpräparat prophylaktisch behandelt (Atempo Kupfer-Pilzfrei, von Neudorff). Bis auf wenige Beeren daran, habe ich nahezu alle Trauben retten können, die nun schon Daumennagel große Beeren haben (Sorte: Arkadia) und Trauben von je über einem Kilo Gewicht erwarten lassen. Damit möchte ich Ihnen Mut machen, dass auch Ihre Reben zumindest für die Ernte im kommenden Jahr zu retten sind. Aktuell rate ich Ihnen dazu, alle befallenen Trauben abzuschneiden und den Weinstock mit einem passenden Fungizid tropfnass zu behandeln, um den Befallsdruck klein zu halten. Im kommenden Juli dann frühzeitig ein, zweimal spritzen, wenn das Wetter Mehltau erwarten lassen könnte. Mit einem umweltverträglichen Mittel machen Sie dabei auch nichts kaputt - außer eben die Schadpilze.

Kommentare