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Standortwahl und Anpflanzen von Begonien

Frage von: Volkhard B.

Hallo, ich habe eine Frage: Jahrelang waren die Eisbegonien, die ich in einem Kasten vor einer Holzwand hatte, die schönsten und größten. Jetzt zum zweiten Jahr sind diese klein. An der Hitze kann es, besonders im vorigen Jahr, doch nicht liegen!? Ist es möglich, daß meine Eisbegonien im Kasten, die auf gewachsenem Boden stehen, wesentlich größer und aufgeblühter sind als diejenigen, die auf dem Hofpflaster stehen? Ich habe zwei Schalen mit jeweils drei Eisbegonien direkt auf dem gewachsenen Boden stehen. Diese sind wesentlich größer als die im Kasten. Wieso dieser Unterschied? Die Blumen werden jedes Jahr erneuert, in frische Erde gesetzt und täglich spätabends gegossen. Die Kästen und Schalen haben Bodenlöcher. - Danke und Gruß!

GARDENA Gartenexperte:

Engelbert Kötter

Engelbert Kötter

GARDENA Gartenexperte

Der GARDENA Gartenexperte

Eine komplexe und interessante Beobachtung, lieber Herr B., zu der ich Ihnen gerne folgende Ratschläge gebe. 

Generell ist es so, dass Pflanzkästen auf gewachsenem Boden die oftmals besseren Wuchsergebnisse darin gesetzter Pflanzen bringen. Das liegt aber daran, dass sie durchwurzeln können und durch solcherlei tiefere und weitere Wurzelbildung eine gleichmäßigere Wasser- und Nährstoffversorgung erhalten, verglichen mit Artgenossen in reiner "Käfighaltung". Das betrifft aber nur solche Kästen mit hinlänglich großer Öffnung nach unten, seien es auch nur Wasserabzugslöcher. Und es funktioniert auch lediglich auf nicht verdichteten Böden, in welche hinein die Pflanzen überhaupt nur ausreichend eindringen können. 

Aber gehen wir ins Detail: Es ist völlig richtig, dass Sie für Ihre Eisbegonien alljährlich die Erde der Kästen erneuern. Die Qualität der Erde ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor: Ihre Struktur, ihre Fähigkeit Wasser und Nährstoffe binden zu können. Hier gibt es tatsächlich Qualitätsunterschiede: Zum einen die Billigerde aus zusammengefegten und eingetüteten Erdresten, die es an der Resterampe schon für 2,49 Euro gibt. Zum anderen die echte Qualitätserde mit hohem Tonanteil (Pufferkapazität), der bewirkt, dass kleinere Wetterprobleme oder auch Pflegefehler abgepuffert werden. Die für die Eisbegonien so wichtige gleichmäßige Feuchtigkeit und Düngerversorgung klappen nur in vernünftiger Erde. Gleichmäßige Düngerversorgung gelingt Ihnen am besten durch eine solide Grunddüngung (ca. 2 Gramm Langzeitdünger pro Liter Erde), plus flüssiges Nachdüngen zusammen mit dem Gießwasser. 

Übrigens wachsen die Pflanzen in größeren Kästen besser als in kleinen, weil in den größeren die gleichmäßige Versorgung besser klappt und weil sich die kleineren stärker aufheizen, was zu Wurzelstress führen kann. Beim Gießen verwenden Sie am besten umgebungstemperiertes Wasser. Kaltes Wasser aus Kanne oder Schlauch bewirkt, gerade wenn man auf sehr warmes Substrat gießt, einen Kälteschock für die Wurzel (reduzierte Wasser- und Düngeraufnahme). Macht man diesen Fehler regelmäßig, (z.B. im Hochsommer jeden Abend), führt das zu Wachstumsdepressionen der Pflanzen. 

Nicht zuletzt, behalten Sie auch die Eisbegoniensorte im Auge, die Sie da aussäen. Wenn Sie mit einer bestimmten Sorte klarkommen, so ist das in Ordnung. Andererseits gibt es auch immer wieder neue und verbesserte Eisbegoniensorten, die dann ältere Standards durch neue Wüchsigkeit und Blühfreude hinter sich lassen. 

Und da Sie Eisbegonienfan sind, lieber Herr B.: Probieren Sie doch mal Begonia `Dragon Wings´ aus. Aber nur diese, keine angebliche Ersatzsorte! Die Drachenflügelbegonie ist keine Eisbegonie, sondern lediglich deren "Blut". Sie wächst 50 bis sogar 70 Zentimeter hoch, ist aber bis zum Frost ein schier unkaputtbares Blühwunder. Ihr Nachteil ist, dass sie anfangs sehr langsam wächst und einem Geduld abverlangt. Ab Ende Juni aber, explodiert sie dann förmlich, weswegen sie von vornherein einen mindestens 40 cm Kübel braucht. Wer die mal hatte (aber ausschließlich die echte), will sie wieder haben, das kann ich Ihnen gleichsam versprechen.

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