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Pfälzer Landfeige jetzt noch auspflanzen?

Frage von: Ronald E.

Ich habe mir vor vier Jahren eine Pfälzer Landfeige gekauft. Diese war im Katalog als winterhart angegeben. Im Winter habe ich sie dann mit Tannenzweigen eingedeckt, als Frostschutz. Runtergefroren ist sie mir trotzdem. Im Frühjahr trieb die Feige aber wieder aus. Ich dachte: "Mein Fehler; pack´ sie nächstes Mal dicker ein!" - Das Ergebnis im folgenden Winter war leider das Gleiche. Daraufhin habe ich die Feige als Kübelpflanze kultiviert. Sie wächst und trägt viele Früchte. Jetzt ist sie etwa einen Meter hoch und es wird für mich problematisch, sie zum Überwintern im Haus unterzubringen. Daher meine Frage: Ist es ratsam noch einen Versuch zu unternehmen, die Feige im Freien auszupflanzen?

GARDENA Gartenexperte:

Engelbert Kötter

Engelbert Kötter

GARDENA Gartenexperte

Der GARDENA Gartenexperte

Die Frostfestigkeit der Feigen ist als relativ zu betrachten, lieber Herr E.. Als frostfest werden solche Sorten und Typen vermarktet, die sich unter Klimabedingungen nördlich der Alpen als wüchsig erwiesen haben. Die aus Niederbayern mit seinem kontinentalen Klima stammende "Bayernfeige" (´Violetta´) beispielsweise, hat schon Winter mit -19 bis -15 °C überstanden. Jetzt kommt das aber:
Überleben kann bedeuten, dass die Feige nur unterirdisch überlebt, deswegen pflanzt man Feigen ja eine Hand breit tiefer. Oder, dass die Feigentriebe erst im Spätwinter absterben, wenn die Tage wärmer werden. Das liegt daran, dass sich die Zweige bei entsprechender Einstrahlung tagsüber leicht auf bis zu 15 °C aufheizen, nachts aber erhebliche Fröste aushalten müssen. Diese Temperaturelastizität halten sie nicht aus.
Vom Verständnis zurück zur Praxis: Das Einpacken in Reisig ist durchaus dazu geeignet, den Feigen einen gewissen Aufheizungsschutz zu bieten. "Aufheizungsschutz" deswegen, weil echter Frostschutz ja erst ab etwa -10 °C erforderlich ist.
Besser aber, Sie stellen zusätzlich zur Reisigbedeckung einen Einstrahlungsschutz vor die Feige, zum Beispiel eine doppelte Strohmatte. Die Pflanze soll sich in den kritischen Tagen im Februar möglichst wenig aufheizen.
Die Pflanze im Kübel zu kultivieren ist eine geeignete Variante, die aber angesichts der Wuchskraft von Feigen und ihrer hohen Anforderungen an gleichmäßige Düngung und Bewässerung auch ihre Grenzen hat. Anbau im Wasserspeicherkübel und in tonhaltiger Qualitätserde ist daher dringend empfohlen. Allerdings sind Feigen sehr gut schnittverträglich.
Die Überwinterung im Kübel kann sehr hell mit Laub bei 5 bis 10 °C erfolgen, oder dunkel ohne Laub bei ca. -5 bis +10 °C.
Statt die Kübelpflanze ins Haus zu räumen gibt es auch die Möglichkeit, sie in eine mobile Orangerie zu stellen. Diese sollte dann, bei sehr warmen Temperaturen schattiert und belüftet werden, bei sehr kalten Temperaturen auf knapp frostfrei aufgewärmt werden.
So entscheidet sich schlussendlich Ihre Frage nach erneutem Auspflanzen: Je nach gewünschtem Aufwand, mag das eine wie das andere für Sie passend sein. Auch die professionelle Überwinterung beim Gärtner ist eine Option.
Für die sicherere Überwinterung im Beet, sollte die Feige allerdings schon spätestens im Mai/Juni ausgepflanzt werden, damit sie bis zum Herbst fest eingewurzelt ist.

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