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Kranker Ahorn-Kugelbaum

Frage von: Manfred F.

Sehr geehrter Herr Kötter, mein Ahorn-Kugelbaum hat nun ganz offensichtlich eine Krankeheit. Dieser Ahorn-Kugelbaum steht nun seit etwa 7 Jahren bei mir und wird auch gut gepflegt und gedüngt und ist letztendlich ein wirklich schöner Baum geworden. Heuer zeigt aber der Stamm eine "Krankheit". Ich bitte Sie meine anliegenden Fotos anzusehen. Vielleicht können Sie mir eine Information geben, was das ist und was man tun sollte. Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

GARDENA Gartenexperte:

Engelbert Kötter

Engelbert Kötter

GARDENA Gartenexperte

Der GARDENA Gartenexperte

Danke, lieber Herr F., dass Sie Bilder mitgeschickt haben, das erleichtert mir eine nähere Zuordnung des Schadens deutlich.
Zunächst habe ich an eine Pilzinfektion über einem Frostriss-Schaden gedacht - zumal der Schaden auf dem Stamm (angesichts des Flechtenwuchses in üblicherweise Nord-Ost-Richtung) südexponiert zu sein scheint. Das wäre denn typisch für einen Stammschaden auf Grund von Wintersonne bei Frost.
Es macht mich aber stutzig, dass die Wunde "suppt". Und das wiederum ruft meinen Verdacht einer Infektion mit Phytophtora cactorum auf den Plan. In dem Fall entstehen (hauptsächlich an Roßkastanie, Linde und Erle, seltener an Ahorn) solche absterbenden Gewebepartien an der Rinde, zusammen mit einer rötlich-braunen zähen Flüssigkeit, die später dunkel aushärtet. Üblicherweise geht dieser Rindenschaden mit Welkeerscheinungen und absterbenden Zweigen und Ästen einher. Da Ihr Gesamtbild des Baumes gleichsam die Rückseite der Befallsseite zeigt, ist es für mich nicht erkennbar, ob der Baum solche Welkeschäden zeigt. Falls ja, würde das meinen Verdacht erhärten.
Als ein Pilzbefall, ist die Bekämpfung des Schadens und seiner Ursachen sehr schwierig. Chemische Bekämpfungsmöglichkeit besteht nicht. Einzige Möglichkeit wäre, die befallene Rindenpartie bis ins gesunde Gewebe hinein herauszuschneiden. Dabei sollte dann auch ein diffus begrenzter Befallsrand (Befall weitet sich noch aus) oder ein glatter (statisches Stadium ist erreicht) erkennbar sein. Beim Schneiden im gesunden Gewebe müssten Sie aber Ihr Messer mit Spiritus desinfizieren, damit Sie nach dem Schneiden im Krankheitsherd nicht etwa weiter infizieren.
Ihre mitgelieferten Bilder zeigen einen bereits relativ großflächig abgestorbenen Rindenbereich. Gesundes Gewebe vorausgesetzt, könnte die Wunde nach vielen Jahren vom Wundrand aus wieder verwachsen. Aber so lange besteht eben die Gefahr einer Holzinfektion - immerhin reden wir hier, wenngleich bei einer Pflanze, von einer großen offenen Wunde.
Grundsätzlich könnten Sie die Wunde dieser Größe natürlich auch mit Kunstrinde abdecken. Diese müssen Sie aber im Auge behalten und alljährlich ggf. nachbehandeln, damit sie zuverlässig dicht bleibt und sich darunter keine Fäulnis bildet.
Aufgrund der Tatsache, dass es sich um eine Pilzinfektion handelt gibt es sogar Empfehlungen, mit Phytophtora cactorum befallene Bäume zu entfernen und an dieser Stelle keinen nachzupflanzen, bevor die Stelle nicht desinfiziert ist. Aber eine solche Bodenentseuchung ist im Hausgarten nicht praktikabel.
Da schlussendlich Phytophtora cactorum ein Verdacht ist, müssten Sie das eventuell über Ihren regionalen Pflanzenschutzdienst (bei Ihnen vermutlich beim Landratsamt bzw. Amt für Landwirtschaft angesiedelt) verifizieren lassen. Je nachdem, wie sehr Sie sich für den Erhalt des Baumes einsetzen mögen.

Bild Ahorn: © rootstocks - Fotolia.com

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