Zur Verbesserung unseres Internetangebots setzen wir Cookies ein. Sofern Sie unser Internetangebot weiter nutzen, stimmen Sie einem Einsatz von Cookies und der Verwendung Ihrer mit Hilfe der Cookies erhobenen personenbezogenen Daten zu. Weitere Informationen zum Einsatz von Cookies können Sie der folgenden Informationsseite entnehmen. Hinweise zum Einsatz von Cookies

Kaffeesud als Dünger für den Rasen?

Frage von: Dipl.-Ing. K.

Hallo Herr Kötter! Kaffeesud hat man früher immer auf der Rasenfläche verteilt oder in Blumenbeete eingearbeitet. Der Boden sollte dadurch gelockert und gleichzeitig auch gedüngt werden. Nun habe ich von jemand gehört, dass dies nicht nützt sondern eher schädigend wirkt. Bevor ich nun in meinem Garten mit der „Suddüngung“ beginne, möchte ich mich erkundigen, was denn nun wirklich richtig ist.

GARDENA Gartenexperte:

Engelbert Kötter

Engelbert Kötter

GARDENA Gartenexperte

Der GARDENA Gartenexperte

Eine interessante Frage, lieber Herr K., die wieder einmal belegt, wie viel Halbwissen verbreitet ist und welche Unsicherheiten und unsinnigen Empfehlungen sich daraus ergeben. Lassen Sie sich also nicht ins Bockshorn jagen!
Grundsätzlich ist der Kaffeesatz ein Abfallstoff pflanzlicher Herkunft, der als Dünger verwendet werden kann, da er durch Bodenfauna zu pflanzenverfügbaren Nährstoffen zersetzt werden kann.
Darin unterscheidet er sich aber nicht wesentlich von anderen Pflanzenabfällen. 
Diese haben ebenfalls Düngerpotenzial, wie auch das der Bodenverbesserung. Jeder Kompost verhilft allerdings ebenfalls zur strukturellen Bodenverbesserung. Die Fragen sind dann jeweils nur, egal ob Kaffeesatz oder Kompost: Wie viel davon bringen Sie aus? Wie wirksam arbeiten Sie die jeweilige Komponente in den Boden ein?
Die Bodenstruktur einer Rasenfläche nachhaltig zu verbessern ist ganz sicher komplexer, als dass allein das Ausstreuen von Kaffeesatz hier eine durchgreifende Verbesserung bewirken könnte (dito im Blumenbeet). Soviel zur Argumentation der Befürworter.
Was die von Ihnen angesprochenen Skeptiker und Gegner der Methode betrifft. Diese berufen sich, wenn sie in diesem Zusammenhang von Schaden sprechen, auf den Gehalt an Restkoffein im Kaffeesatz, der (immerhin ist Koffein, ähnlich Nikotin, ein Nervengift) Bodenlebewesen schädigen könnte. 
Um dazu genaueres sagen zu können, muss man in jedem Einzelfall die Konzentration des Restkoffeins im Kaffeesatz kennen. Danach lassen sich vermutete Auswirkungen verlässlicher abschätzen. 
Schnecken, beispielsweise, werden ab einer Konzentration von zwei Prozent Koffein im gefressenen Kaffeesatz abgetötet. Bei Mikrofauna im Boden dürfte die letale Dosis geringer sein. Bei weitwürfiger Ausbringung haushaltsüblicher Mengen sind meiner Meinung nach, aber keinerlei beachtenswerte Schäden am belebten Gartenboden zu erwarten.
Wo aber, liegt nun ein praktisch begehbarer Mittelweg zwischen den beiden Argumentationspolen? Geben Sie den Kaffeesatz in dünnen, breit gestreuten Schichten auf den Kompost. So nutzen Sie die Düngewirkung des braunen Pulvers und gefährden garantiert keine Mikrofauna Ihres Gartenbodens. Alles andere ist dann nämlich nur noch sachgemäße Anwendung von Kompost im Garten.

Kommentare