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Es lohnt sich einmal mehr, diesen GARDENA-Newsletter zu lesen. Nicht allein, dass er wieder interessante Themen zum Gegenstand hat, sondern auch Antworten auf etwas zurückliegende Anfragen dabei sind, welche aber mit ihrer Beantwortung jetzt gut zur Saison passen. Insofern – viel Freude beim Stöbern in dieser Ausgabe!

Frage von Dieter S.-G.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
an meinem ca. 30 Jahre alten, blauen Hibiskusstrauch beobachte ich dieses Jahr in H./Westfalen ein noch nie da gewesenes Phänomen: Nachdem der Strauch im Frühjahr anfing normal auszutreiben, zeigen sich jetzt an vielen Ästen verkümmerte, welk werdende Blätter. Andere Zweige dagegen (allerdings in der Minderzahl) haben ein normales Aussehen mit bald aufbrechenden Blütenknospen. Diese Erscheinung habe ich auch auf einem Grundstück im Havelland gesehen, wobei dort einer der Sträucher völlig eingegangen ist, und ein dritter überhaupt keine Schäden zeigt. Meine Rückfrage bei einem Landschaftsgärtner ergab, dass er dieses Phänomen noch nie vorher, aber in diesem Jahr gehäuft bemerkt habe. Eine Lösung, außer einem starken Rückschnitt, habe er allerdings auch nicht parat. Wissen Sie die Ursache und was kann man tun, um die Sträucher zu retten?

GARDENA Gartenexperte:

Die Ursache der von Ihnen beschriebenen Schäden am Hibiskus, lieber Herr S.-G., liegen in einem Frostschaden, den sich Hibiskus – offenbar weitgehend flächendeckend – im vergangenen Winter in Deutschland zugezogen hat. Wenn Sie sich an einen GARDENA-Newsletter dieses Frühjahres erinnern, so wunderten sich Hibiskusbesitzer bereits da schon über den besonders späten und schwachen (wenn überhaupt) Austrieb dieser Sträucher. Je stärker der jeweilige Zweig / Ast betroffen war, desto geringer war sein Austrieb. So habe ich in meiner Nachbarschaft auch solche Triebe beobachtet, die zwar zunächst leicht ausgetrieben, dann aber doch eingegangen sind. So war denn in diesem Jahr bei Hibiskus zunächst einmal Abwarten angesagt um zu schauen, was überhaupt noch und wie stark austreibt. Dann griff die Empfehlung meines von Ihnen oben zitierten Gärtnerkollegen, den betroffenen Strauch ggf. kräftig zurück zu schneiden. Damit entfernen Sie Totholz und geschwächte Partien und fördern den kräftigen Neuaustrieb. Jetzt im Herbst schneiden Sie den Strauch aber nicht mehr zurück, wenn Sie das bislang versäumt haben sollten – erst wieder im Frühjahr.
Erstaunen hat dieses seltene Austriebs-Phänomen unter Hibiskusbesitzern reihenweise deswegen erzeugt, weil sie die Pflanze für völlig frostfest gehalten haben. Als Gärtner hingegen weiß man um die nur bedingte Frostfestigkeit von Hibiscus – und jetzt war eben nach langen Jahren mal wieder ein Winter, in dem es den Blütenstrauch erwischt hat. Gerade „angeschossene“ Sträucher, empfehle ich, im kommenden Winter aus Gründen der Vorsorge und besseren Regeneration der Patienten, mit Fichtenreisig oder Frostschutzleinen abzudecken.


Frage von Wilfried H.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
seit ca. zwei Jahren erlebe ich an meinem Weinstock eine unliebsame Traubenreife/-unreife. Diese Verkümmerung der Trauben – wie auf den Fotos zu sehen ist – beginnt hauptsächlich an der der Sonne abgewandten Seit des Stockes. Die Veränderung beginnt schon im noch unreifen Zustand. Augenfällig ist auch, dass sich dort an den Trauben vermehrt Fliegen (ganz normale Stubenfliegen) tummeln. Vielleicht können Sie mir raten, wie ich dieses Problem in den Griff bekommen kann? – Für Ihre Bemühungen danke ich.

GARDENA Gartenexperte:

Ihre Anfrage, lieber Herr H., liegt schon geraume Zeit zurück, aber ihre Beantwortung passt jetzt so gut zur herbstlichen Weinlese im Garten dass ich denke, dass jetzt gleich mehrere Weinrebenbesitzer, zusammen mit Ihnen, von der Antwort profitieren. Kurzum: Die Pflanze ist vom Echten Mehltau (Oidium) befallen, und zwar an Blättern und Früchten. Das erklärt auch, dass sich die Früchte öffnen und die Fliegen den austretenden Saft auflecken. Grundsätzlich können Sie mit einem im Obstgarten gegen Echten Mehltau zugelassenen Präparat den Sommer über zwei, dreimal spritzen. Sofern Sie danach die Karenzzeiten einhalten, können Sie auch die Trauben ernten und die Beeren verzehren. Ich selbst aber habe in meinem Garten inzwischen längst auf pilzfeste Tafel-Traubensorten umgestellt. Einzelne Wein-Traubensorten (wie Riesling oder Spätburgunder) sind für den Anbau im Garten uninteressant, Tafeltrauben sind gegenüber Wein-Traubensorten allemal Vorzug zu geben. Pilzfeste Tafeltrauben-Sorten können gegen den Herbst zu zwar theoretisch auch Mehltau (speziell Falschen Mehltau, Peronospora) bekommen, das schadet dann aber nicht mehr in Sachen Ertrag oder auch Fruchtqualität.
Daher wäre mein Rat für Sie: Schmeißen Sie die alte Sorte raus und ersetzen Sie sie durch eine pilzfeste Tafeltraube. Die gibt's als weiße, blaue und Rosé-Sorten. Wenn Sie die Jungpflanzen ordentlich anhäufeln, können Sie jetzt auch noch pflanzen. Hier können Sie mal problemlos stöbern und sich Anregungen holen, das ist ein sehr seriöser Anbieter, mit verlässlichen Sorteninformationen: www.rebschule-schmidt.de.


Frage von Regina S.:

Hallo; die neu gekaufte Camelie warf alle Blüten brachte dann alles neue Blätter. Jetzt oh Freude sitzt jeder Ast voller Knospen. Wir haben September werden die Knospen noch zu Blüten in diesem Jahr? Kübel steht geschützt auf einem Balkon!

GARDENA Gartenexperte:

Liebe Frau S., Ihre Anfrage vom 6. Juni und dann noch einmal vom 13. September habe ich bereits im GARDENA Newsletter vom 21. Juni beantwortet. Sollte der Sie irrtümlich nicht erreicht haben, so gebe ich Ihnen hier gerne noch einmal die Antwort, um die Antwort Ihrer Zusatzfrage erweitert:
Wenn die Pflanze jetzt derart durchtreibt, dann ist das generell schon mal ein gutes Zeichen. Sie denken daran, dass die Pflanze saure Bodenverhältnisse braucht und Kameliendünger, wahlweise Rhododendrondünger? Zudem schätzt die Pflanze hohe Luftfeuchtigkeit, weswegen Besprühen ihr gut tut (nicht bei praller Sonne).
Der Knospenfall ist üblicherweise eine Folge eines Pflegefehlers. Zum Beispiel stand die Pflanze zeitweise zu warm oder zu trocken. Da sind Kamelien Sensibelchen: Wenn der Knospenfall auftritt, kann der Fehler schon lange zurück liegen. Es ist allerdings ein Märchen, dass man Kamelien nicht drehen oder ihnen einen andern Platz geben dürfe. Nein, das ist kein Problem, solange die anderweitige Pflege dieser Pflanze vollumfänglich stimmt.
Die Blüten kommen heuer nicht mehr zur Blüte, aber im kommenden Spätwinter. Bitte auch beachten, dass Pflanzen im Kübel weniger frostfest sind als ausgepflanzte. Insofern für die Pflanze ein sehr helles Überwinterungsquartier bei Temperaturen um 0 bis 10 °C, maximal 14 °C andenken, oder eine mobile Orangerie (wie z.B. einen Florino) darüber stellen. Des Lichtes für die immergrüne Pflanze wegen, ist eine solche Überwinterung im Freien derjenigen im Haus (wenn´s nicht gerade ein frostfrei gehaltener Wintergarten ist) vorzuziehen.


Frage von Heidi H.:

Sehr geehrte Damen und Herren, ich lese mit Begeisterung jeden einzelnen Tipp von Ihnen. Evtl. können Sie mir auch meine Frage beantworten. In unserem Garten wächst eine uns unbekannte, aber wunderschöne Pflanze. Können Sie uns mitteilen, um welche Pflanze es sich handelt und eventuell auch, ob diese giftig ist? Wir haben nämlich zwei kleine Kinder, die wir fernhalten. Diese Pflanze ist etwa mannhoch. Zuerst hat sie weiße Blüten gebildet, die dann dunkel rot wurden und sich jetzt als schwarze Samen ausgebildet haben. In der Anlage sende ich Ihnen einige Fotos. Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

GARDENA Gartenexperte:

Danke für die Blumen, liebe Frau H. – und nun zu Ihrer: Die von Ihnen zugeschickten Bilder zeigen Phytolacca acinosa, die Indische Kermesbeere (manchmal auch Asiatische Kermesbeere genannt und nicht zu verwechseln mit der sehr ähnlichen Schwesterart, das ist die Amerikanische Kermesbeere, Phytolacca americana). Phytolacca acinosa ist eine eine Rübe bildende Fruchtschmuckstaude, die sich hierzulande in halbwegs milden Wintern recht gut im Garten behauptet.
Die Pflanze ist ein Grenzgänger, denn sie ist sowohl als Nutzpflanze als auch als giftige Pflanze ausgewiesen. So werden in Asien ihre Blätter und jungen Triebe als Gemüse genutzt, auch die Rübe wird geerntet, mit Wasserwechsel mehrmals gekocht und dann verzehrt. Die reifen Beeren, Sammelfrüchte wie die der Brombeere, werden dort als Naschobst genutzt, wobei ich ihren Geschmack nicht überzeugend finde. Den schwarzroten Farbstoff der Beeren nutzt man darüber hinaus zur Schönung von Rotweinen.
In der medizinischen Indikation ist Phytolacca acinosa eingesetzt a) äußerlich, zur Behandlung von Wunden und Furunkeln sowie b) innerlich bei z.B. Harnwegs- und Nierenerkrankungen, Ödemen und Muskelzerrungen des Baumraums. Hier wirkt die Pflanze harntreibend, kühlend (sogar schleimlösend und hustenstillend), aber ebenso gut gegen Bakterien und Pilze.
Richtig ist in diesem Kontext aber auch, dass die Früchte Phytolaccatoxine bzw. Triterpen-Saponine enthalten, und die sind definitiv für kleine Kinder giftig. Der Verzehr von bis zu zehn Beeren gilt für Erwachsene und ältere Kinder als unbedenklich, bei Kleinkindern aber sind die Vergiftungen tatsächlich ernst. Vergiftungserscheinungen sind hier Krämpfe, Erbrechen, Durchfall. Vergiftungszentralen haben eher selten mit der Pflanze zu tun, gleichwohl sind aber tödliche Vergiftungen bekannt geworden. Meine Empfehlung lautet daher: Erfreuen Sie sich an der Schönheit dieser Pflanze, halten Sie aber kleinere Kinder oder besser noch generell Kinder in Ihrem Garten vom Verzehr von Pflanzenteilen von Phytolacca acinosa oder auch americana definitiv ab. Auch ältere Kinder sollten sich diesbezüglich nicht zu einer „Mutprobe“ hinreißen lassen.


Frage von Ulrike S.-K.:

Lieber Gartenexperte,
da ich meinen Garten farblich neu gestaltet habe, will ich nun auch die Rose an meinem Rosenbogen durch eine neue ersetzen. Darf ich eine neue Rose an den gleichen Platz wie die alte setzen und was muss ich dabei beachten?

GARDENA Gartenexperte:

Das hängt davon ab, liebe Frau S.-K., wie lange die jetzige Kletterrose schon an ihrem Platz steht. Wir Gärtner gehen von der Faustzahl zwei bis drei Jahre aus, nach denen das noch ohne viel Aufwand möglich ist. Danach wird’s komplizierter, weil dann die Bodenmüdigkeit greift und mit Nematoden zu rechnen ist.
Wenn Sie die langsame Wechselmethode nutzen wollen, dann entfernen Sie im Herbst die alte Kletterrose, graben Sie kräftig Mist unter und bauen Sie an der Stelle ein, besser zwei Jahre lang Große Tagetes (Tagetes errecta) zur Bodendesinfektion an. Bei zweijährigem Tagetes-Anbau, am Ende des ersten Jahres abermals Mist untergraben.
Das ist aber vielen zu langatmig. Dann greift die schnelle, aber mühsamere Variante: Bodenaustausch. Bedeutet: alte Kletterrose entfernen, an der Stelle cirka mindestens 60 auf 60 auf 60 Zentimeter den Boden entfernen und durch kräftigen Gartenboden ersetzen, der nicht von einem Rosenstandort stammt. Diesen Boden lassen Sie sich etwa vierzehn Tage lang setzen, dabei zwei, drei Mal ein, zwei Kannen Wasser darüber geben. Dorthinein dann die neue Kletterrose setzen.