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Mit dem Spätsommer öffnet sich das Fenster zum Herbst. So geht es in den aktuellen Leseranfragen zum GARDENA-Newsletter schon um geplante Neupflanzaktionen, um Fragen zum Schnitt, um Hortensien und um das Thema „späte Erdbeerblüte“. Andere Fragen haben uns erreicht, die wir in dieser oder ähnlicher Form bereits beantwortet haben, deswegen der Tipp; Sofern Ihre Anfrage aktuell nicht in dieser Ausgabe des GARDENA-Newsletters beantwortet werden konnte, verfolgen Sie den GARDENA Newsletter regelmäßig weiter, denn die Antworten können nicht immer in der unmittelbar der Frage folgenden Ausgabe passieren, sondern mitunter mehr oder weniger später.

Frage von Frau O.:

Wir wollen im Herbst die alten Spalierbäume raus machen und neue wieder einsetzen. Wann macht man das am besten? Im Frühjahr oder jetzt, im Herbst?

GARDENA Gartenexperte:

Das machen Sie besser jetzt im Herbst, liebe Frau O., so ab Mitte/Ende Oktober. Dann kommen die Bäume im kommenden Frühjahr besser in den Austrieb. Ausnahmen sind frostempfindlichere Arten, wie Aprikose, Pfirsich, Nektarine, Nashi und dergleichen, die setzen Sie besser erst im zeitigen März. Wenn Sie aber nachpflanzen dann beachten Sie dabei, dass Sie an derselben Stelle jeweils nicht Kernobst nach Kernobst und Steinobst nach Steinobst setzen, wegen der Bodenmüdigkeit. Sie können wohl die eine Gruppe nach der anderen am selben Platz setzen.


Frage von Regina W.:

Hallo, Herr Kötter,
ich habe im Garten eine Physalis-Pflanze, nun meine Frage: Ist sie einjährig oder mehrjährig?
Meine zweite Frage: Wie muss man Heidelbeeren schneiden?
Ich würde mich sehr freuen, wenn sie mir helfen könnten.

GARDENA Gartenexperte:

Jetzt müsste ich wissen, liebe Frau W., ob sie eine Lampionblume meinen (Physalis franchetii) oder eine Kap-Stachelbeere (P. edulis). Die Lampionblume als Gartenstaude ist mehrjährig. Aber auch die Kapstachelbeere ist mehrjährig dort, wo sie keinen Frost bekommt. Im Garten geht sie also ein, im frostfreien Kleingewächshaus kann man sie – wie dort übrigens prinzipiell auch Tomaten – bei ca. 10 °C überwintern. Dann aber muss man sie so schneiden, dass sie sich von unten her immer wieder regeneriert. Ansonsten wird sie sehr langtriebig und ist nur noch im oberen Triebbereich wirklich vital.
Was den Schnitt der Gartenheidelbeeren angeht, so werden die praktisch nur ausgelichtet, sie werden nicht so streng wie z. B. Apfelbäume geschnitten. Wo die Pflanze dann mit langen Trieben reagiert, nutzt man diese um damit die Pflanze in ggf. größerem Umfang zu regenerieren - indem man ihr durch das Wegschneiden älterer Partien so Luft verschafft, dass der lange Trieb sich wüchsig verzweigt und dann nach zwei, drei Jahren zu blühen und zu fruchten beginnt.


Frage von Daniele K.:

Lieber Herr Kötter,
wir hatten schon immer Ameisen in allen Varianten im Garten, aber in diesem Jahr haben sie überhand genommen. Die gesamten Rasenflächen sind durchzogen und unterhöhlt, alle Beete, selbst zwischen den Trittplatten sind die Ameisen. Anfänglich habe ich es mit Ameisenpulver und Backpulver versucht, dann habe ich den Gartenschlauch in die Löcher versenkt. Da kann ich den Schlauch fast 30 cm in den Boden stecken. Manchmal werden auf diesem Weg die Eier ausgespült, manchmal passiert überhaupt nichts.
Was kann ich tun?

Desgleichen, von Ruth F.:
leider haben wir auch in diesem Jahr Ameisen im Rasen. Was ist zu tun?

Desgleichen, von Ursula B.:
bei mir nehmen die lästigen Ameisen im Garten überhand. Ich habe schon mit den gängigen Ameisenmitteln gegossen, gestreut, es mit Kaffeesatz probiert und Holunderblätter genommen. Ich habe das Gefühl, die Biester sitzen im Nest und freuen sich. Was kann man dagegen machen? Sie machen mir alles kaputt, den Rasen, meine Rosen...

GARDENA Gartenexperte:

So nützlich Ameisen einerseits sind, so lästig oder gar schädlich können sie andererseits sein. Ameisen zu bekämpfen, das ist in gleich mehrerer Hinsicht ein Riesenthema, deswegen nur das Wichtigste dazu, in hier gebotener Kürze.
Es gibt zahlreiche Ameisengattungen und –arten. Nicht alle dürfen bekämpft werden, wie die unter Naturschutz stehende Rote Waldameise. Die handelsüblichen Präparate wirken. Je nach Wirkstoff und Köder, mitunter nur selektiv, erfassen nicht alle Gattungen und Arten, insofern kann eine Bekämpfung damit durchaus ins Leere laufen. Desgleichen dann, wenn der Köder – und damit Wirkstoff von einer Art nicht angenommen wird. Ebenfalls muss ein Wirkstoff auch tatsächlich ins Nest gelangen, es soll deshalb der Wirkstoff die Arbeiterin nicht auf der Stelle tot umfallen lassen. Und es muss für alle zu bekämpfenden Tiere auf der Fläche ausreichend Köder und Wirkstoff zur Verfügung stehen – ein Döschen allein wirkt nicht gegen alle Ameisenvölker. Der Bekämpfungserfolg hängt folglich nicht allein von Köder und Wirkstoff, sondern auch von der Art und Dauer der Bekämpfung ab!
Bei sehr umfangreichen Ameisenproblemen kann es grundsätzlich sinnvoll sein, die Deutsche Ameisenschutzwarte zu kontaktieren, dort überhaupt erst einmal die zu bekämpfenden Art(en) identifizieren zu lassen und dann mit den Ameisenfachleuten eine geeignete Bekämpfungsstrategie zu entwickeln. Bei der Schutzwarte gibt es auch eine spezielle kleine Broschüre des „Ameisenprofessors“ Buschinger, die für Sie interessant sein könnte:
Buschinger, A.; Ameisen abwehren, bekämpfen, vertreiben; aus der Reihe Ameisenschutz aktuell, Nr. 11, Sonderdruck, 1997, 12 S., 0,50 Euro, sie finden dahin über diesen link: www.ameisenschutzwarte.de , An Ende der website unter „Literatur“ schauen, dann weiter über „Broschüren“.
Lassen Sie uns aber über all die Grundsätzlichkeiten hinaus auch noch ganz praktisch werden:
Breit wirksame und durchgreifende Wirkstoffe gegen Ameisen scheinen derzeit die Wirkstoffe Spinosad und Fipronil zu sein. Spinosal finden Sie in z. B. Loxiran Ameisenköder, von Neudorff, oder in Naturen Ameisenmittel, von Celaflor oder in Ameisenköder, von Compo. Den Wirkstoff wenden auch Bauern zur großflächigen Fliegenbekämpfung in Ställen an, zum Beispiel in Präparaten wie Desintec. Wenn man dieses Granulat anfeuchtet, soll es auch von Ameisen gerne als Köder angenommen werden, berichten Internetforen. Rein rechtlich kann es aber sein, dass das Präparat zur Bekämpfung von Ameisen im Hausgarten nicht zugelassen ist.
Fipronil ist als Wirkstoff z. B. im Celaflor-Ameisenmittel oder in Nexa Lotte Ameisenköder zu finden.
Es sind übrigens solche Möchtegern-Hausmittel wie Kaffeesatz oder Holunderblätter zur Bekämpfung von Ameisen komplett unsinnig – was daran soll wie wirken? Auf meinem Holunder tragen die Ameisen ihre Melk-Läuse munter spazieren! Wenn Sie Ameisen vergällen wollen bzw. eine Barriere schaffen wollen, damit sie z. B. nicht ins Haus krabbeln, verwenden Sie Teebaumöl. Kurzfristig wirksam ist sogar ein dicker Kreidestrich. Für die Vergällung wie Beköderung gilt allerdings: Auch die Menge macht´s! Es müssen die Ameisen auch ausreichender, sprich: abtötender, Ködermengen aufnehmen. Insofern müssen Sie die Vergällung oder Beköderung fortlaufend garantieren, das heißt zur rechten Zeit erneuern, Teebaumöl-Barrieren nach etwa drei bis vier Tagen.


Frage von Gerhard G.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
Unsere Erdbeeren haben dieses Jahr ordentlich getragen, auch wenn es im Mai doch zu trocken war.
Ich habe die einjährigen Pflanzen zunächst stehen lassen und noch nicht abgeschnitten, um durch die Austriebe neue Pflanzen zu erhalten. Ich habe die Ableger inzwischen umgepflanzt. Nun haben aber die einjährigen Pflanzen - auch durch den vielen Regen - stark getrieben und nochmals Blüten und Früchte angesetzt. Meine Frage ist, ob ich zunächst abwarten soll bis die angesetzten Erdbeeren reif sind - oder ist es besser, nach dem Wegnehmen der Ranken und Neupflanzen nun die alten Erdbeerpflanzen abzuschneiden, damit sie nicht durch die späten Früchte zu stark geschwächt werden? Können Sie mir dazu einen Rat geben?

GARDENA Gartenexperte:

Wenn junge Erbeerpflanzen frisch gesetzt sind und in Blüte gehen, dann ist es üblich und sinnvoll, diese Blüten zu entfernen, dass zunächst einmal die Pflanzen schön kräftig werden, bevor sie später zu tragen anfangen. Aber offenbar tragen jetzt Ihre alten Pflanzen ein zweites Mal. Wenn ich den Sortennamen wüsste, dann könnte ich Ihnen sagen, ob Sie mit ihr eine remontierende, also „immertragende“ Sorte erworben haben. Bei der wäre das ganz normal. Ohne Sortenname ist also ein tragender Tipp schwierig. Lösen wir´s daher mit einem Praxistipp: Wenn Sie wissen, ob es eine immer tragende Sorte ist, dann ist der Fall ja nun klar. Wenn es definitiv keine immertragende Sorte ist, dann lassen Sie sich pro Blütenstiel nur die zwei, drei größten Früchte entwickeln, den Rest knipsen Sie ab. Dann haben Sie im Zweifelsfall noch einen nette Herbsternte und die Pflanze dennoch nicht wesentlich geschwächt. Möge das Wetter ausreichend warm bleiben, dass die Früchte noch aromatisch ausreifen!


Frage von Gaby F.:

Meine Hortensien blühen nicht; sie sind grün und gesund, aber (blüh)faul.

GARDENA Gartenexperte:

Das ist ungewöhnlich, liebe Frau F., kommt aber gelegentlich vor. Zum Beispiel dann, wenn die Pflanzen zu dunkel oder zu trocken stehen oder wenn die Nährstoffversorgung nicht passt. Oder aber nach starkem Zurückfrieren, wenn sich die Triebe neu aufbauen müssen. Je nach dem, welche Hortensie Sie meinen, hat die nämlich ein etwas unterschiedliches Blühverhalten: Bauernhortensien setzen ihre Blüten bereits im Vorjahr an. Wenn sie stark zurückfrieren, ist auch die Blüte des nächsten Jahres dahin. Wald- und Rispenhortensien hingegen, als weitere Beispiele, bilden ihre Blüten am diesjährigen Trieb. Deswegen werden sie auch jeweils im Frühjahr kräftig zurückgeschnitten, damit sich neue blütenstarke triebe entwickeln. Bauernhortensien hingegen werden im Schnitt geschont oder gar von ihm ganz verschont.


Frage von Monika K.:

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir haben zwei Magnolien - eine in Weiß und eine in Rosa. Wann ist die beste Zeit, um die Magnolie zu schneiden?

GARDENA Gartenexperte:

Am Geschicktesten schneiden Sie sie im Verblühen oder unmittelbar danach, lieb Frau K.. Das empfiehlt sich aber mit Fingerspitzengefühl zu tun, denn auf sehr starken Rückschnitt reagieren diese Gehölze dann mit zahlreichen langen Wasserreisern, die Sie dann erst wieder durch weiteren Schnitt in Richtung „normal“ weiterentwickeln müssen. Magnolien lichte ich daher nach Möglichkeit immer nur grob aus bzw. wenn ich einen rundum Rückschnitt mache, dann stets gleichmäßig rundherum, „auf Verzweigung“. Das bedeutet: Die wählen einen Zweig aus, den Sie auf das gewünschte Maß (z. B. 50 cm) an einer Verzweigung zurückschneiden. Und ähnlich dem, wie der Friseur es auch macht, arbeiten Sie sich danach auf Höhe dieses Referenzmaßes gleichmäßig rund herum um die Magnolie und haben Sie am Ende – jeweils an einer passenden Verzweigung –, um einen halben Meter so eingekürzt, dass es nicht groß auffällt.