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Es geht deutlich in den Herbst hinein, liebe Leserinnen und Leser des GARDENA Newsletters. Ihre aktuellen Fragen greifen auf die Geschehnisse des mehr und mehr hinter uns liegenden Gartenjahres zurück und eröffnen in ihren Antworten so eine Perspektive für alles Kommende. Obst, Rosen, Schädlinge, Gartengestaltungen – was Sie bewegt hat, haben Sie in Fragen gekleidet. Und der GARDENA Gartenexperte Engelbert Kötter liefert Ihnen kompetente Antworten dazu. Diesmal übrigens auch wieder auf Fragen etwas älteren Datums. Sie sehen: Stöbern lohnt sich!

Frage von Alois K.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
ich bekam letztes Jahr eine Skimmia japonica ‚Obsession’ im Topf geschenkt. Keiner kann mir sagen wie sie zu pflegen ist. Kann sie ins Freie umgepflanzt werden, ist sie winterhart oder wie muss sie im Haus gehalten werden? Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.

GARDENA Gartenexperte:

Mit vollem Namen heißt Ihre Skimmia „Skimmia japonica ‘Obsbolwi’ OBSESSION ®“. Sie ist auf Gartenbauausstellungen preisgekrönt, weil sie jetzt im Herbst eine so schöne Kombination von roten Beeren und roten Knospen zeigt, und das vor dem dunkelgrün kontrastierenden Hintergrund ihrer Blätter. Weil sie so schön kompakt wächst, ist sie somit auch gut für Töpfe geeignet.
Im Topf ist sie aber weniger winterhart. Sogar gut im Boden eingewurzelt, machen ihr harte Winter mitunter den Garaus. Deswegen beizeiten im späten Frühjahr auspflanzen, damit sie sich bis zum Winteranbruch am Standort etabliert. Wenn Sie sie jetzt noch pflanzen, rate ich dazu, einen Winterschutz auflegen, auch im Wurzelbereich. Im Grunde ist die Skimmie sehr ähnlich den Rhododendren zu pflegen und hat auch die gleichen Standortansprüche. Sollten Sie sie im Topf weiterpflegen wollen, dann aber Füßchen unter den Topf stellen, damit Überschusswasser zuverlässig abfließen kann. Pflanze im Kübel im Winter nicht vertrocknen lassen! Geschützt aufstellen und prüfen, dass das Pflanzgefäß frostfest ist.
Weil Ihre Skimmie eine weibliche Sorte ist müssen Sie, um im Folgejahr wieder Beerenschmuck an ihr sicherzustellen, während der Blüte eine männliche Sorte als Pollenspender in Reichweite der Bienen halten. Geeignete Skimmia japonica-Sorten sind, z. B. ‘Delibolwi’ DELIGHT ®, ‘Thereza’ ®, ‘Redbolwi’ SEDUCTION ®, ‘Rubella’ oder ‘Bronze Knight’.


Frage von Angelika L.:

Lieber Herr Kötter,
nahe bei unserer Terrasse stehen mehrere Lebensbäume, die inzwischen viel zu groß geworden sind und demnächst fachmännisch entfernt werden sollen. Danach soll die entstehende Fläche neu begrünt werden. Muss ich den Boden vor der Neupflanzung speziell vorbehandeln bzw. erst einige Zeit ruhen lassen? Außerdem wird mir der schöne Sichtschutz in Form einer grünen Wand fehlen. Haben Sie vielleicht einige gute Tipps diesbezüglich? Ab mittags steht über dieser Stelle übrigens voll die Sonne, bis zum Sonnenuntergang. Ich freue mich auf Ihre Antwort!

GARDENA Gartenexperte:

Wie Sie den Pflanzboden aufbereiten, liebe Frau L., das hängt von der Bodenart ab. Lehmböden können Sie durch ein paar Karren untergemischten Sand in seiner Struktur verbessern, bei Sandboden umgekehrt. Auch ein paar Eimer Kompost können Sie mit einbringen, sowie ein paar Hände Düngekalk (ca. 50-100 Gramm/Quadratmeter). Letzteres aber nur, wenn Sie anschließend keinen Rhododendron oder andere Moorbeetpflanzen setzen.
Was eine Neubepflanzung angeht, so hängt das sowohl von Ihren Vorlieben als auch vom Platzangebot ab, welche ich beide nicht kenne. Auch davon, ob das ganze wieder immergrün sein soll, oder nicht. Insofern denke ich bei der Antwort auf Ihre Frage aus meiner Warte an ein Rosenspalier mit Kletterrosen, an eine Wand aus hohen Gräsern (zum Beispiel Riesen-Chinaschilf), aber auch an lebhaft buntlaubige Ziersträucher, wie weißbunten Hartriegel ‚Spaethii’ oder weißbunt-blättrige Weigelien. Diese könnten Sie mit Rotlaubigem, wie Rotem Perückenstrauch, spannend kontrastieren und sogar noch blau blühende Stauden wie Rittersporn und Knäuelglockenblume davor setzen. Ähnliche Kombinationen habe ich schon in Terrassennähe gepflanzt und es wirkt sommertags ganz angenehm. Grüne Wände hingegen, können da schon mal optisch „drücken“. Bei dieser Zierstrauchvariante aber bedenken, dass Sie sie– je nach Platz in der Breite – möglicherweise regelmäßig schneiden müssen. Noch ein Tipp zur Höhe Ihres Sichtschutzes: Faustmaß ist eine Mindesthöhe von 150 Zentimetern, um sitzend dahinter zu verschwinden. Für stehende Menschen rechnet man mit 180 bis 200 Zentimeter.


Frage von Thomas L.:

Hallo Herr Kötter,
unser Apfelbaum (Carola) ist so ca. 5 Jahre alt und hat bis jetzt immer, na ja, nicht reichlich, aber einige Äpfel getragen. Im Oktober bekommt er auch immer einen Leimring, weil wir denken, dass er so nicht so viele Schädlinge abbekommt. Aber warum sind immer so viele Äpfel angefressen von Ameisen und Bienen? Dadurch werden es bis zur völligen Reife immer weniger Äpfel, die wir genießen können. Was sollen wir machen, damit nicht so viele Äpfel angenagt werden? Einfach warten bis der Baum älter ist und so viele Äpfel trägt, dass ein paar angefressene nicht mehr auffallen? Oder was raten sie uns? - Über eine Antwort würden wir uns sehr freuen. Danke.

GARDENA Gartenexperte:

Der Leimring dient allein dazu, die Larven des Frostspanners, einer Falterart, wegzufangen, liebe Familie L.. Dass die Äpfel angefressen sind, hängt eher mit den Verlockungen ihrer Reife zusammen, dann ist der Frostspanner längst durch. Bienen und Ameisen fressen sich üblicherweise nicht durch die Schale der Früchte, sondern kommen als Sekundärbefall dann, wenn vorher schon jemand die Frucht geöffnet hat. Wespen brauchen dazu üblicherweise eine erste Schadstelle, die ihnen das Vordringen an das Fruchtfleisch erleichtert. Haben Sie schon mal überprüft, ob nicht Bilche (wie Siebenschläfer oder Gartenschläfer) am Werk waren? Von denen müssten Sie dann am Wundrand der Äpfel Spuren ihrer Nagezähne entdecken.
Wie dem auch sei: Als Strategie gegen die von Ihnen beschrieben Schäden erscheinen mir zwei Dinge sinnvoll: Zum einen können Sie den Baum zu Beginn der Reifezeit einnetzen. Zum anderen dürfte rechtzeitiges Ernten angesagt sein. Ernten Sie die Äpfel bereits zum Zeitpunkt ihrer Pflückreife, nicht erst der Verzehrsreife. Bedeutet: Wenn das Grün der Äpfel, ihre Grundfarbe, sich nahezu ganz in Gelb verwandelt hat, das ist zudem dann, wenn sich die Stiele der Äpfel vergleichsweise leichter vom Zweig lösen lassen, dann sind die Äpfel bereits pflückreif. Auf dem Lager – von der Obstschale bis zur Obstkiste an feuchtem, kühlem Ort – reifen sie dann noch bis zur Genussreife nach, ohne dass sie Ihnen jemand anfrisst.


Frage von Christine Sch.:

Sehr geehrter Herr Köhler,
wir haben seit 3 Jahren einen Goji-Strauch im Garten, der jedes Jahr blüht und blüht, aber keine Früchte ansetzt. Er wächst in die Höhe und die Breite und ist auf und auf mit Blüten besäht. Wie viele Jahre braucht so ein Strauch, bevor er Beeren trägt? Haben Sie einen Tipp, was ihm bei uns nicht gefällt? Danke im Voraus für Ihre Bemühungen.

GARDENA Gartenexperte:

Lycium barbarum ist im Grunde selbst fruchtbar. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass die Pflanze besser fruchtet, wenn sie mit mindestens einer weiteren Pflanze ihrer Art zusammen steht. Wenn Sie daher planen sollten eine weitere Lycium in Ihren Garten aufzunehmen, dann empfehle ich großfruchtige Sorten zu pflanzen. Die machen im Ertrag mehr Spaß und sind auch geschmacklich deutlich besser (fast ohne Bitterstoffe). Aktuelle großfruchtige Sorten sind z.B. ‚Natascha’ und ‚Synthia’. Plattner hat sie im Sortiment:
http://www.baumschule-plattner.de/de/goji_natascha.html


Frage von Erwin P.:

Sehr geehrte Herr Kötter,
heute möchte ich auch eine Frage an Sie richten. Unser Apfelbaum Golden Delicious trägt gerne reichlich Früchte, was wir sehr zu schätzen wissen. Leider haben die Äpfel überwiegend viel Schorfflecken. Dann sind auch leider die meisten Früchte schon faul, bevor sie vom Baum fallen. Letztes Jahr hatten wir eine Superernte, wovon wir dann auch noch genügend Früchte für uns nutzen konnten. Was kann ich tun, damit die Früchte sauber, also schorffrei, sind und nicht so früh am Baum faulen? Vielen Dank für Ihre freundlichen Tipps.

GARDENA Gartenexperte:

Schorfbefall an Apfelfrüchten hängt von zwei Dingen ab: von der Luftfeuchte zum Befallszeitpunkt der Pilzsporen und von den Sorteneigenschaften des Apfels. Das Wetter und seinen Feuchteeintrag können Sie nicht beeinflussen, lieber Herr P., aber sie können durch Schnittmaßnahmen Sorge dafür tragen, dass der Baum immer gut durchlüftet ist und nach Niederschlag schnell abtrocknet. Das mindert den Befallsdruck. Dabei sollte nicht allein der Baum selbst, auch der Platz im Garten samt Rahmenbepflanzung gut belüftet sein.
Das andere ist die Sorte. ‚Golden Delicious’ ist eine ältere Sorte, die eben auch Schorf bekommen kann. Wenn Sie wieder einen Apfelbaum pflanzen, empfehle ich darauf zu achten, dass es eine der zahlreichen neueren schorffesteren Sorten ist. Eine solche, die obendrein geschmacklich in die Richtung von ‚Golden Delicious’ geht, ist ‚Florina’, ebenfalls eine Herbst- und Lagersorte.


Frage von Anne und Wolfgang L.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
wir wohnen seit einigen Jahren in Weeze auf dem Land, sind aber eigentlich umgetopfte Großstädter. Mein Mann hat eine heiße Liebe zu seinem Garten entwickelt. Wir haben seit cirka neun Jahren eine lila Magnolie, die frei im Rasen steht und jedes Jahr wunderschön blüht, oft mehrmals. Leider sind die Blätter immer längs eingerollt - jedes Jahr wieder. Haben Sie eine Ahnung, woran das liegen könnte?

GARDENA Gartenexperte:

Wenn nicht gerade Blattläuse dafür sorgen, sind längs eingerollte Blätter üblicherweise ein Zeichen für einen gestörten Wasserhaushalt der Pflanze. Sie kennen das möglicherweise von z.B. Rhododendren. Ich müsste die genaueren Standortbedingungen näher beurteilen können, deswegen ist ein unbesehener Rat aus der Ferne so eine Sache. Aber checken Sie doch mal alles, was mit dem Wasserhaushalt der Magnolie zusammenhängt: Standort ausreichend feucht, aber nicht staunass? Pflanze ist nicht in verdichteten Boden gepflanzt worden? Sie haben Kalkdünger an der Pflanze vermieden? Sie auch ansonsten nicht überdüngt? Der Stamm / die Teilstämme sind nicht eingeschnürt, etwa durch ein um den Stamm gewickeltes Ballenleinen? Das sind zumindest einmal Ansätze zur Ursachenfindung. Wenn da kein passender Pfad dabei sein sollte, bitten Sie doch bitte mal einen meiner Baumschulkollegen vor Ort, zum Beispiel Peters in Kevelaer, Gindler in Goch oder Kretschmer, ebenfalls in Goch, sich Pflanze und Standort mal live anzuschauen.


Frage von Beate B.:

Sehr geehrter Herr Kötter!
Während meine Busch-, Strauch- und Stammrosen sich noch mal richtig ins Zeug legen, blüht die Kletterrose leider schon seit Ende August nicht mehr - obwohl sie wächst und wächst ...
Meine Kletterrose wurde im Frühjahr dieses Jahres in die gleichen Bodenverhältnisse wie die anderen Rosen gepflanzt (schwerer Lehmboden) und wurde auch genauso gepflegt. Kann es sein, dass es sich hierbei um eine nur einmal blühende handelt - obwohl sie als mehrfach blühend ausgezeichnet war? Oder muss ich die Kletterrose in der nächsten Saison anders pflegen, z.B. öfter düngen? Sie bildet, wie gesagt, nach wie vor lange Ranken aus - sollte ich diese vor dem Winter kürzen, oder nur mit einem Flies schützen und erst im Frühjahr stutzen?
Und noch eine andere Frage:
Stimmt es, dass Trester sich sehr gut eignet, um im Herbst den Boden der Bauernhortensien zu untergraben? Ich habe Winzer direkt in meinem Umfeld und könnte mir diesen leicht besorgen...
Wenn ja: Ist es egal, ob es sich dabei um den Trester von roten oder weißen Trauben handelt? Fragen über Fragen, gell. Herzlichen Dank für Ihre Antworten!

GARDENA Gartenexperte:

Ob Sie – wider Erwarten – eine einmal blühende Sort erwischt haben, liebe Frau B., das sehen Sie spätestens im zweiten Standjahr und dann, wenn die Sorte nicht einmal im Juni und ein weiteres Mal im August blüht, ggf. sogar dauerblüht. Es kann natürlich in der Handelskette auch zu einem vertauschten Etikett gekommen sein. Bei seriösen Anbietern von Qualitätsrosen passiert das aber seltener. Bei Angeboten von Discountern hört man eher mal Klagen, dass die Sortenauszeichnung nicht korrekt ist oder dass es sich um eine alte, lizenzfreihe Sorte handelt.
Dass die Sorte im Spätsommer und Frühherbst keine Blüten mehr anlegt, hängt mit dem dann geringeren Lichtangebot auf Grund kürzer werdender Tage ab.
Pflegen Sie die Rose im nächsten Jahr in allem ganz normal weiter, vermeiden Sie aber sehr späte Düngergaben (über Ende August hinaus und ausgenommen reiner Kalidünger, der die Gewebeausreifung ja verbessert), weil das den lang anhaltenden Austrieb unterstützt. Der führt nämlich dazu, dass das Gewebe bis zum Frostbeginn nicht mehr recht ausreift. Im Oktober schneiden Sie dann einfach alles Verblühte und auch alles nicht ausgereifte, weiche Holz ab. Der Feinschnitt erfolgt dann im Frühjahr, wenn die gröbste Frostgefahr gebannt ist.
Was Ihre zweite Frage zum Trester angeht, liebe Frau B., so hat das einen Wahrheitskern. Der besteht darin, dass der Trester ein guter Humusbildner ist, indem er auf Grund seines Restzuckergehaltes gerne von den Bodenlebewesen verzehrt und so in Pflanzennährstoffe verwandelt wird. Weil die Hortensien einen humosen Boden möchten, passt die Grundidee also zunächst einmal gut zu ihnen. Zudem soll der pH-Wert für die blau blühenden Sorten ja auch bei pH 5 liegen. Dennoch rate ich davon ab, den Trester nun in Massen im Hortensienbeet unterzugraben. Hortensien haben feine Wurzelgeflechte dicht unter der Erdoberfläche. Mit den Grabearbeiten zerstören Sie dann nämlich Teile der Wurzelstruktur. Besser ist es meiner Ansicht nach, von dem Trester immer mal wieder zu nehmen und davon, gemischt mit anderen Abfällen, auf den Kompost zu geben. So können Sie den Kompost beleben und verbessern und mit diesem wiederum die Hortensien füttern (ca. 2 Liter Komposthumus/m² und Jahr).


Frage von Joachim H.:

Hallo, Herr Kötter,
ich habe in meinem Garten eine Esskastanie, die ich zu Beginn meiner gärtnerischen Laufbahn von einem Fachmann geschenkt bekommen habe. Diese sollte eigentlich eine großfruchtige Sorte sein. Inzwischen steht der Baum seit ca. 30 Jahren bei mir und hat sich eigentlich gut entwickelt, trägt jedes Jahr viele Fruchtkapseln, die aber lediglich drei kleine, "leere" Früchte enthalten (siehe Bild). Heute kann man zwar keine Veredelungsstelle mehr erkennen, aber selbst jeder mir bekannte Sämling hat im Vergleich hierzu riesige Früchte. Der Baum müsste eigentlich genügend Nährstoffe und Wasser zur Verfügung haben. Was kann die Ursache sein? Vielen Dank für Ihre Mühe!

GARDENA Gartenexperte:

So wie Sie es beschreiben, lieber Herr Kollege, halte ich zwei Aspekte für ausschlaggebend.
Erster Ansatz: Kann es möglicherweise sein, dass die veredelte Sorte keine in Ihren Breiten zuverlässig tragende ist? Auch die Höhenlage kann da mit reinspielen: Blühzeitpunkt Ihres Baumes muss zum Befruchter [siehe unten] passen. Vor dreißig Jahren hat man das vielleicht noch nicht so ernst genommen mit der Sortensichtung, vielleicht haben Sie grundsätzlich nicht die ertragreichste ergattert. Insofern wäre es gut den Sortennamen zu kennen und deren Frucht- und Ertragseigenschaften mit aktuellen Sorten zu vergleichen. Dazu die Frage, ob die Veredelung möglicherweise abgestoßen ist und sich der Wildling frei geschaffen hat.
Zweiter Ansatz: Für wahrscheinlicher halte ich aber ein Bestäubungsproblem als Ursache. Denn wenn Ihre Sorte nicht zum passenden Zeitpunkt und dann noch richtig bestäubt wird, ist das die wesentliche Ursache für eine entstehende mindere Fruchtqualität. Esskastanien sind zwar prinzipiell Selbst- und Windbestäuber (einhäusig getrennt geschlechtlich), aber im Sortenmix fruchtet sie besser. Schauen Sie bitte mal hier, da finden Sie eine Reihe interessanter Sortenhinweise: http://www.gartenakademie.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/0/b2caa432e07030acc1256f38004891ad?OpenDocument . Wenn Sie davon zu Ihrem Baum pflanzen, sollte sich ein vernünftiger Ertrag bald einstellen.


Frage von Christoph B.:

Hallo Herr Kötter,
es ist eine schöne Idee von Gardena, das man einen Experten befragen darf. Mir ist jetzt schon des Öfteren aufgefallen das kleine Samenhäufchen unter Pflanzen liegen. Zum Beispiel lagen mehre kleine Tagetes-Samenhaufen unter der Pfingstrose. Aber auch in einem Pflanzkübel wurden Samenhaufen gesammelt. Welches Insekt oder Tier könnte so etwas machen? Das würde mich sehr interessieren.

GARDENA Gartenexperte:

Das waren keine Insekten, liebe Familie B., das waren Mäuse! Die sammeln die Saat aus den Samenständen und legen sich damit kleine Vorräte an.


Frage von Gabriele K.:

Hallo Herr Kötter,
ich habe vor über zehn Jahren aus Spanien drei Zitruspflanzen mitgebracht (Zitrone, Pomello, Mandarine).
Es sind inzwischen große Pflanzen, sie tragen mal mehr, mal weniger Früchte. Gedüngt wird mit handelsüblichem Zitrusdünger, gegossen mit Regenwasser. Jetzt bekommen die Pflanzen schon seit mehreren Wochen immer mehr gelbe Blätter. Vielleicht haben Sie einen Tipp für mich? Vielen Dank.

GARDENA Gartenexperte:

Das deutet auf Düngermangel, bei Zitruspflanzen ist das sehr oft Eisenmangel (erkennbar an gelben Blättern, bei grünen Blattadern)hin. Dann können Sie mit einem Eisendünger den Schaden ausgleichen. Es kann aber auch sein, dass die Pflanze lediglich von innen heraus ältere Blätter abschmeißt. Eisenmangel würden auch und vor allem die jüngeren Blätter haben. Geben Sie im nächsten Frühjahr eine Portion Volldünger, wie beispielsweise Blaukorn, zusammen mit Kompost. Anfang Juli solletn Sie dann nochmal mit Zitrusdünger nachdüngen.
Dass Sie mit Regenwasser gießen ist in Ordnung, Zitruspflanzen mögen allerdings ungerne allzu viel Kalk, weil der ja Antagonist zu Eisen ist – die Pflanzen sind empfindlich in Sachen Eisenmangel. Falsch ist aber die oft gehörte Behauptung, Zitruspflanzen würden deswegen gar keinen Kalk vertragen. Etwas brauchen Sie nämlich schon! Denn auch Kalzium ist ein wichtiger Pflanzennährstoff. Zitruspflanzen sollen eben nur nicht zuviel davon abbekommen.


Frage von Hans-Martin M.:

Hallo Herr Kötter, jedes Jahr kommt nach dem Blühen die Frage: Wann und wie schneide ich die Tulpen, Krokusse etc. zurück? Gibt es Unterschiede zwischen den Zucht- und den Wildformen?

GARDENA Gartenexperte:

Entfernen sie von den Zwiebelblühern das Laub erst, wenn es abgestorben ist. Vorher brauchen es die Pflanzen zum Wachsen und für die Blütenneubildung des Folgejahres (in der Wachstumsphase dann auch düngen, 50 g/m2 Volldünger). Um die Pflanze sich nicht durch unnütze Samenbildung schwächen zu lassen, können Sie den sich bildenden Samenstand von ihr abtrennen.
In diesem Sinne gibt es keinen Unterschied zwischen Wildformen und Gartensorten. Bei den Wildformen neigt man lediglich eher mal dazu, die Samenstände dranzulassen in der Hoffnung, dass die Pflanzen dann nicht allein durch die Bildung von Brutzwiebeln, sondern auch durch Selbstaussaat den Bestand dichter ziehen.


Frage von Werner B.:

Sehr geehrte Damen, Herren, gerne komme ich auf Ihr Angebot "Fragen an den Gartenexperten von Gardena" zurück. Wenn es Ihre wertvolle Zeit erlaubt, wäre ich Ihnen sehr dankbar von einem Garten-Experten ein paar wertvolle Tipps zur Rasenpflege von April bis Oktober erhalten zu dürfen. Ich hätte gerne einen gesunden, grünen und dichten Rasen, ohne kleinere lichte Stellen und vor allen Dingen ohne Unkraut.
PS: Was kann ich gegen Girsch unternehmen?

GARDENA Gartenexperte:

Zu Ihrer zweiten Frage, lieber Herr B.: Ich habe da gute Erfahrungen mit einem umweltverträglichen Präparat von Neudorff gemacht, das heißt Neudorff Finalsan GierschFrei Konzentrat. Damit behandelt, können Sie zusehen, wie das Kraut samt Wurzeln binnen weniger Stunden abstirbt. Tipp: die derzeit sehr jungen, noch zarten Blätter des Giersch eignen sich gut als Salatkraut, aber auch wie Spinat zubereitet sind sie sehr lecker!