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Warum blüht die Hortensie nicht? Warum wird der Rosmarin gelb? Warum sind in diesem Jahr die Zwetschgen am Baum verschimmelt? Und kann man Haselnüsse im Garten aussäen? Wenn ja, wie macht man das? Diese und weitere Fragen haben Sie, liebe Leserinnen und Leser des GARDENA Newsletters, aktuell bewegt. Wie immer, teilt Gartenexperte Engelbert Kötter gerne seine Erfahrungen mit Ihnen und gibt Ihnen einen kompetenten Rat zu Ihren Anliegen.

Frage von Undine G.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
ich habe verschiedene Hortensien in meinem Garten, auf der Nordseite. Seit einigen Jahren muss ich feststellen, dass ein Busch nicht mehr blüht. Er steht gut da und hat gesunde große Blätter. Die anderen Hortensien blühen auch nach starkem Rückschritt. Es werden alle gleich behandelt. Können Sie mir sagen, woran das liegen kann?

GARDENA Gartenexperte:

Zwei Dinge gibt es dazu zu sagen, liebe Frau G.: Zum einen ist es so, dass Hortensien auch in Nordlagen durchaus gedeihen können, sofern sie dabei nicht zu schattig stehen. Samthortensien und Eichenblättrige Hortensien, zum Teil auch Bauernhortensien, stecken halbschattige Lagen besser weg als Rispenhortensien, die lichtbedürftiger sind. Doch auch schattenverträglichere Hortensien dürfen, wenn sie denn üppig blühen sollen, nicht zu schattig stehen, also nicht etwa im Schlagschatten von Gebäuden oder Gehölzen. Insofern ist das der eine Punkt, den es zu beachten gilt.
Zum anderen lassen mich Ihre Hinweise auf Schnitt und Gleichbehandlung aller Hortensien hellhörig werden. Sie schreiben nicht, welche Hortensien Sie im Garten haben und um welche Art es sich bei der Problempflanze handelt. Achten Sie aber darauf, dass Rispenhortensien und Bauernhortensien, um auf die weitest verbreiteten einzugehen, unterschiedliches Blühverhalten haben und deswegen unterschiedlich geschnitten werden. Rispenhortensien blühen am diesjährigen Holz. Starker Rückschnitt führt zu kräftigem Austrieb mit zahlreichen Blütenständen. Bauernhortensien hingegen legen ihre Blütenanlagen bereits im Vorjahr an. Schneiden Sie diese Hortensien im Frühjahr stark zurück, so schneiden Sie damit die Blüten heraus und die Pflanze blüht in dem Jahr nicht. Bauernhortensien von daher am besten nicht schneiden bzw. nur erforderlichenfalls auslichten oder alle paar Jahre mal in der Größe einkürzen.


Frage von Danielle M.:

Liebe Leute,
ich brauche einen Expertenrat! Ich brauche neue Vorhänge im Wohnzimmer. Thermogardinen, so zu sagen und ich kann mich nicht entscheiden. Ich schicke Ihnen ein paar Fotos. Ich möchte eine warme Atmosphäre, das Wohnzimmer ist nicht sehr groß, soll auch nicht so dunkel werden. Aber ich möchte ein warmes, ruhiges und fröhliches Wohnzimmer.

GARDENA Gartenexperte:

Sorry, liebe Frau M. – Sie sind mit Ihrer Anfrage bei GARDENA gelandet – nicht bei Gardina! Wir sind keine Raumgestalter und Einrichtungsexperten, sondern eine Garten-Marke. Angesichts der Tatsache aber, dass Sie – so ist es auf den mitgeschickten Bildern zu erkennen – auch Zimmerpflanzen pflegen, möchte ich Ihnen im Hinblick auf Ihre Kaufentscheidung gerne einen Rat mitgeben:
Zimmerpflanzen sind eigentlich nichts anderes als Freilandpflanzen meist der Subtropen und Tropen, die man sich ins Haus geholt hat. Hier bekommen sie zwangsläufig viel weniger Tageslicht ab als in freier Wildbahn. An der Stelle kommt die Gardine ins Spiel: Bereits die Fensterscheibe „schluckt“, bauartbedingt, 30 bis 50 Prozent desjenigen Lichtes, das von außen in den Raum gelangt. Hängt vor der Scheibe dann noch eine Gardine, so reduziert sich das eintretende Licht nochmals um gut die Hälfte, je nach Art des Vorhangs auch mehr. Für die Pflanze vor einer solchen Gardine geht´s dann also nur noch um ca. 15 bis 25 Prozent verfügbaren Tageslichts. Dann kommt noch ein Schluck Physik dazu: Pro Meter in den Raum hinein, nimmt das pflanzenverfügbare Licht (mit dem sie also Fotosynthese betreiben bzw. sich ernähren kann) um die Hälfte ab. Steht also die Pflanze, konkret, nur einen Meter in den Raum hinein gerückt, stehen ihr an der Stelle nur noch 7,5 bis 12,5 Prozent Licht zur Verfügung, bei zwei Metern vom Fenster weg davon noch die Hälfte – und so fort.
Sie merken, liebe Frau M., worauf ich hinaus will: Eine Gardine vor dem Fenster ist für Zimmerpflanzen immer ein Problem in Sachen Erhalt halbwegs ausreichender Lichtversorgung. Insofern möchte ich Sie nach diesen Erläuterungen, die Ihrem Verständnis der Sache dienen sollen darauf hinweisen, dass eine von Ihnen vorgesehene dicht schließende Gardine mit wirksamem Thermoeffekt zugleich auch bedeuten dürfte, dass Ihre Zimmerpflanzen im Raum nicht mehr üppig gedeihen werden.


Frage von Corina:

Hallo,
Ich habe einige Haselnüsse, welche ich sehr gerne pflanzen möchte. Da wir unseren Garten im Frühjahr anlegen, möchte ich die Nüsse im Topf starten. Ich habe mir die Nüsse angeschaut, wie platziere ich die Nüsse in die Erde - die flache Seite nach oben oder unten? Wie bringe ich die Töpfe am besten über den Winter? Vielen Dank für Ihre Hilfe.

GARDENA Gartenexperte:

Haselnüsse können Sie durchaus im Garten aussäen. Mischen Sie dazu zwei Drittel grobkörnigen Sand mit einem Drittel Gartenboden und befüllen Sie damit einen Blumentopf (bevorzugt Tontopf) mit 12 bis 15 Zentimeter Topfdurchmesser. Drücken Sie jeweils eine Nuss so tief hinein, wie die Nuss hoch ist. Die Lage der Nuss im Boden ist nicht Ausschlag gebend. Loch schließen, Erde angießen und den so vorbereiteten Topf an geschützter Stelle im Freien bis zum Topfrand tief im lockeren Boden einsenken. In gefährdeten Lagen den Topf zuvor mit engmaschigem Hasendraht umwickeln, damit die Mäuse während des Winters die Nuss nicht auffressen. Als Winterschutz ggf. etwas Fichtenreisig auflegen. Achten Sie darauf, dass die Erde im Topf samt umgebenden Boden im Winter nicht austrocknen. Nach all dem sollte der Austrieb der Nuss dann im April/Mai erfolgen.
Wenn die Jungpflanze etwa Handspannen-Größe erreicht hat, den Topf aus der Erde nehmen, die unten aus dem Topf herauswachsenden Wurzeln abschneiden und den Topf wieder einsenken. Dieses Prozedere alle vier Wochen wiederholen. Sie erhalten dann eine Pflanze mit recht gut durchwurzeltem Topf. Den können Sie dann jederzeit abnehmen und die Nuss an Ort und Stelle pflanzen.
Noch ein Tipp: Es lohnt nur solche Nüsse auszusäen, die ausreichend groß sind und eine relativ dünne Schale haben – Nüsse also mit einem bestmöglichen Nuss-Schale-Verhältnis. Ohnehin erhöht das nur die Wahrscheinlichkeit, dass der spätere Nussstrauch dann auch entsprechende Früchte trägt. Es ist keine Gewissheit, weil sie die Elternpflanzen nicht kennen und damit nicht die genetischen Eigenschaften der Nuss in Ihrer Hand. Nüsse selbst auszusäen ist ein großes Vergnügen und erzeugt ein ganz besonderes persönliches Verhältnis zum späteren Strauch im Garten. Wenn es Ihnen aber bei der ganzen Aktion vorrangig um hohe Nusserträge in bestmöglicher Qualität geht, dann pflanzen Sie dazu besser eine Sorte mit definierten Fruchteigenschaften. Als derzeit gartenwürdigste Haselnuss, mit momentan wohl bestem Nuss-Schale-Verhältnis gilt die Sorte ‚Webbs Preisnuss’ – gibt's in gut sortierten Baumschulen.


Frage von Heinrich T.:

Hallo Herr Gartenexperte,
wann kann ich meinen stark wachsenden Efeu zurückschneiden und kann er auch bis zu den Hauptadern geschnitten werden (das ganze Laub und Blüten entfernen)? Zurzeit wachsen sehr viele Blüten! Für Ihre Antwort bedanke ich mich im Voraus.

GARDENA Gartenexperte:

Efeu ist da nicht zimperlich, lieber Herr T.. Den können Sie nach Gusto einkürzen. Er treibt üblicherweise selbst dann noch wieder kräftig aus, wenn Sie ihn bis ins alte Holz zurückschneiden. Am geschicktesten ist es, den Schnitt im Frühjahr vorzunehmen, etwa im März. Dann haben die Amseln das Gros der Früchte, die den Blüten nun folgen werden (vgl. Gartenexperten-Tipp im GARDENA Newsletter vom 27. September) abgeeerntet.


Frage von Theo K.:

Hallo und Guten Tag,
Ihre kürzliche Mail mit vielen sachdienlichen Fragen und Antworten hat mich ermutigt mit einer Frage an Sie heranzutreten, die uns seit einigen Wochen beschäftigt:
An unserem relativ jungen Zwetschgenbaum (3 Jahre alt), der für sein junges Alter gut trägt, sind in diesem Jahr erstmalig relativ viele Zwetschgen bereits im August am Baum verschimmelt bevor sie abfallen (s. Foto vom 21. August, im Anhang). Was könnte die Ursache sein und wie ist diesem Phänomen zu begegnen? Vielen Dank für Ihre Hilfe!

GARDENA Gartenexperte:

Anhand Ihrer beigefügten Fotos, lieber Herr K., kann ich einen Befall mit Zwetschgen-Monilia erkennen. Erreger ist ein Pilz (Monilia fructigena). Der Befall ist stark witterungsabhängig. So war der Wechsel von mal Wärme, mal Nässe in diesem Jahr dem Befall der Zwetschgen mit diesem Pilz förderlich.
Die Infektion der Früchte kann zu jedem Zeitpunkt der Fruchtentwicklung stattfinden, von der Blüte ab sogar, wenn die Witterung dann regnerisch ist. Auch Wunden der Früchte dienen als Eintrittspforten für den Pilz. Weil zum Beispiel das Fruchtvolumen der Zwetschgen mit Beginn der Umfärbung von Grün auf Violett stark zunimmt, die Fruchthaut dann aber weicher wird, führt das Fruchtwachstum im Vorfeld der Ernte (bei Ihnen im August) zur Dehnung der Fruchthaut, also zur Entstehung von Mikrorissen und somit Eintrittspforten für den Pilz in die Frucht.
Soviel zum Verständnis der Infektion – was aber dagegen tun?
Am Anfang steht die Baumhygiene: Alle Mumienfrüchte sollten Sie vom Baum abnehmen, damit sie nicht als Sporenquellen für das Folgejahr am Baum verbleiben. Durch entsprechend Auslichten der Baumkrone erreichen Sie, dass sie nicht zu dicht ist und beides, Laub wie Früchte, nach Niederschlag schneller abtrocknen können. Alles was dem Abtrocknen von Baum und Früchten dient, mindert den wetterbedingten Befallsdruck. Die zurückhaltende und auf das erforderliche Maß zurückgesetzte Stickstoffdüngung mindert die Befallshäufigkeit. Mit einem chemischen Präparat, einem Fungizid, lässt sich derzeit nach meinem Kenntnisstand der Pilz nicht bekämpfen, lediglich Monilia laxa, wie sie an Sauerkirschen auftritt.


Frage von Dieter U.:

Hallo!
Wie kann ich Borkenkäfer bekämpfen? Habe schon einen Teil meines Baumbestandes abgeholzt und verbrannt. Die Borkenkäfer sind trotzdem wieder da. Habe selber keine Lösung mehr.

GARDENA Gartenexperte:

In Waldrandlagen können auch Fichten in Hausgärten durchaus vom Borkenkäfer befallen werden, lieber Herr U.. Sie dann zu fällen und zu verbrennen, wahlweise sie zu schreddern und der Kompostieranlage zuzuführen, ist dann sicher eine gute Lösung. Es sind, nach meiner Kenntnis, keine Insektizide zur Bekämpfung von Borkenkäfern im Hausgarten zugelassen.
Sie könnten aber mit der für Sie bzw. Ihren benachbarten Wald zuständigen Forstdienstsstelle Kontakt aufnehmen und mit denen die Gefährdungslage besprechen bzw. sie auffordern, in den Ihnen benachbarten Schlägen für entsprechende Waldhygiene zu sorgen, damit der Befallsdruck in Ihrem Garten gemildert wird. Im Forst werden darüber hinaus Pheromonfallen angewendet, um den Käferbefall zu reduzieren. Möglicherweise stellen Sie auch in Ihrem Garten eine solche Falle auf, um möglichst viele Borkenkäfer zu irritieren und von Ihren Bäumen weg zu locken. Die angesprochene Forstdienststelle ist Ihnen da sicherlich mit Lockstoff-Material behilflich.


Frage von Doris G.-L.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
an meinen Rosmarinbüschen im Kübel sind jedes Jahr um diese Zeit [Anmerkung GARDENA: Anfrage ist vom 16.8.] gelbliche Nadeln. Ich wollte immer schon wissen wie man das verhindern kann, da ich ja schließlich die Triebspitzen zum Würzen verwenden möchte. Meine Rosmarine sitzen in magerer Erde und stehen sonnig und werden auch nicht viel gegossen und gar nicht gedüngt. - Über Ihre Antwort würde ich mich freuen.

GARDENA Gartenexperte:

Das ist nicht ganz ungewöhnlich, liebe Frau G.-L., das machen meine Rosmarine im Garten auch. Der Hintergrund: Rosmarin ist eine Immergrüne. Das bedeutet aber nicht, dass sie alle Nadeln für immer behält. Alte Nadeln schmeißt auch der Rosmarin ab. Das macht er dann, wenn der Neutrieb eines Jahres soweit ausgebildet ist – eben im Sommer. Von innen heraus wirft er dann die älteste Nadelgeneration ab. Das ist ebenso unbedenklich wie ein alljährlich wiederkehrendes Phänomen und ist bis in den September weitestgehend abgeschlossen.
Gelegentlich ist das Blattgilben eine Folge von Trockenheit. Seltener auch von Nässe, z. B. bei verdichtetem Boden oder in Pflanzgefäßen ohne Wasserabzug. Dann aber erscheint das Gilben nicht an den ältesten, sondern an den jüngeren Blättern, von der Blattspitze her.
Noch ein Tipp in Sachen Düngung, die Sie ansprachen: Was viel Masse erzeugen soll, muss dazu von irgendwoher auch die dazu erforderlichen Nährstoffe herbeischaffen. Von daher dem Rosmarin im Frühjahr durchaus eine seiner Größe angemessene Düngung gönnen – z.B. mit ein bis zwei Litern Kompost pro Pflanze, den Sie im März in den Boden einarbeiten.