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Das Thema „Pflanzennamen finden“ hat eine weitere Leserin des GARDENA Newsletters dazu bewogen, sich nun ihrerseits auf die Suche nach einem für sie verschollenen Pflanzennamen zu machen. Gartenexperte Engelbert Kötter hat ihn für sie herausgefunden und gibt sogar noch Sortentipps dazu. Aber auch eine Reihe ganz handfester Gartenfragen sind in diesem Newsletter beantwortet, darunter auch die eine oder andere zeitlich etwas zurückliegende. Und natürlich darf dabei zum Beginn der wachstumsarmen Zeit die Beantwortung einer Rasenfrage nicht fehlen. Das macht Sie neugierig? Gut so – viel Freude beim Lesen!

Unbekannte Leserpflanze

Frage von Anne G.

Hallo lieber Experte,
leider ist mir eine Pflanze im Gartenbeet eingegangen und ich hätte sie gerne wieder. Ich versuch´s mal mit Beschreiben: Also, die Blüte beginnt etwas später im Sommer und sieht aus wie eine Anemone, die Farbe ist zartrosa. Die Stängel sind ziemlich lang und wachsen ziemlich hoch aus dem Buschwerk heraus. Jetzt hab ich doch noch ein Foto gefunden. Ich hoffe, Sie können weiterhelfen. Noch eine Frage: Kann man sie jetzt noch ins Beet pflanzen?

Der GARDENA Gartenexperte:

Die Pflanze die Sie meinen, ist offenbar die aus China, Provinz Hubei, stammende Herbstanemone, Anemone hupehensis. Die gibt es in verschiedenen Sorten, wie ‚ Ouvertüre’ (verbesserte `Septembercharme´) die etwa 100 Zentimeter hoch wird oder auch ‚Splendens’, die mit 80 Zentimeter etwas niedriger bleibt und die in der Blütenfarbe etwas dunkler ist. Eine neuere Sorte ist ‚Little Princess’ mit nur 50 Zentimetern Höhe. Und wer die Blüte schon vor August/September genießen will, nimmt die Sorte ‚Praecox’ (60-80 cm), die schon ab Juli blüht.
Etwas länger in den Herbst hinein blüht die enge Verwandte, die Japan-Anemone (A. japonica) die bis zu 120 Zentimeter hoch wird. Von ihr gibt es eine ganze Reihe interessanter Hybriden. Einfach mal beim Gärtner stöbern, oder z. B. beim Gaissmayer . Was die Pflanzzeit angeht: Beide Asiaten sind zwar hinlänglich winterhart, aber potenziell frostgefährdet. Ich empfehle daher die Frühjahrspflanzung, so ab Mitte März.


Frage von Wolfgang S.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
in dem Garten eines Verwandten steht eine eindrucksvolle Eiche mit einem Stammumfang von ca. 1,80 m, in 1 m Höhe gemessen. In direkter Nähe - Abstand etwa 4 bis 5 m - wächst eine noch junge Kastanie, Umfang etwa 50 cm. Mein Verwandter glaubt nun, eine Unverträglichkeit zwischen beiden festgestellt zu haben. Das Kronenwachstum der Eiche zur Kastanie hin scheint ihm beeinträchtigt. Könnte das der Fall sein? Trotz intensiver Suche im Internet habe ich zu diesem Thema nichts gefunden.

Der GARDENA Gartenexperte:

Es gibt tatsächlich so etwas wie positive oder auch negative Beeinflussung von Pflanzen untereinander, dahinter ist aber kein esoterischer Spuk zu vermuten. Unter der so genannten Allopathie versteht man in der Botanik eben diese gegenseitigen Beeinflussungen von Pflanzen, die üblicherweise über Wurzelausscheidungen geschehen. Die Pflanzen machen das, um sich durch diese chemische Taktik Wurzelraum für eigene Zwecke frei zu halten. Praktische Anwendung findet das ganze beispielsweise bei der Mischkultur. Hier sind ja positiv und negativ wirksame Varianten der Vernachbarung von Pflanzen zusammengefasst.
Dass aber nun Eiche und Kastanie gegenseitig allopathisch wirken, ist mir nicht geläufig – auch nicht aus meinen Wissensabstechern in den Forstbereich hinein. Was ich aber, rein gärtnerisch, für einen möglichen Beeinflussungsfaktor halte ist, dass Eiche und Kastanie (ich gehe davon aus, dass Sie die Rosskastanie meinen [Aesculus hippocastanum] und nicht die Esskastanie [Castanea sativa]) miteinander konkurrierende Wurzelsysteme haben:
Die Eiche dringt tief in den Boden ein, mit einem Herz-Senkerwurzelsystem (Herzförmige Verteilung im Boden, von den waagerechten Wurzeln abgehend, reichen dann Senkerwurzeln in die Tiefe) wohingegen die Kastanie auch ein Herzwurzelsystem hat, dabei aber gerne seitlich verzweigt und dazu noch flach unter dem Boden umherschweifende Fadenwurzeln macht. Und hier kann es durchaus sein, dass die Kastanienwurzeln inzwischen längst die Eichenwurzeln erreicht haben und mit ihnen um Nährstoffe und Wasser konkurrieren. Das wiederum könnte dann eichenseits dazu führen, dass die Zweige dort etwas weniger mit Futter und Wasser versorgt werden und sich insofern dann der optische Eindruck von leichter Wuchsbeeinträchtigung ergibt.
Aber auch noch dies: Wenn an derjenigen Seite, an der Ihr Verwandter den „Kümmerwuchs“ an der Eiche bemerkt haben will der Boden z.B. befahren wird oder sonst wie verdichtet ist / wird, dann ist darin sogar noch eher eine Ursache als in dem oben aufgeführten Ausflug in die Botanik zu suchen – die Eiche verträgt schlichtweg Bodenverdichtungen nicht (Erdauffüllungen übrigens auch nicht, um auch das noch der Vollständigkeit halber ins Kalkül gezogen zu haben).
Kurzum: Probieren Sie´s, bei für beide gleicher Wasserversorgung, mal mit Füttern der beiden Kameraden. Langfristig wird die Konkurrenz der beiden untereinander ohnehin stark zunehmen und eine gegenseitige Kronenbeschattung wird sich dann auch noch einmal beeinträchtigend auswirken – beide Arten sind Lichtbaumarten.


Frage von Alice B.-S.:

Hallo Herr Kötter,
ich habe in meinem Garten eine alte Pfingstrose, immer am selben Ort, die seit ungefähr fünf Jahren jedes Jahr wunderbar kräftig austreibt, aber nicht mehr blüht. Kann ich diese Pflanze noch zum Blühen bringen? Vielen Dank für Ihre Antwort.

Der GARDENA Gartenexperte:

Pfingstrosen sind Stauden, die ungern gestört werden und die am liebsten Jahre lang am Standort stehen bleiben und dann von Jahr zu Jahr immer noch schöner werden – und üppiger blühen. Wenn Ihre nun ins Kraut schießt und gar nicht mehr blühen will, dann ist die Ursache meist darin zu suchen, dass sie zu tief steht. Entweder ist sie dann von vornherein zu tief gepflanzt, oder sie ist im Zuge der Bodenpflege immer mehr mit Erde bedeckt worden und bricht dann im Blühverhalten ein. Paeonienspezialisten sagen, die Knospen der Stauden sollten demzufolge nicht tiefer als drei, vier Zentimeter im Boden liegen. Ich selber setze sie lieber nur bodeneben bis nur ein, zwei Zentimeter tief. In rauen Lagen sollte man dann aber auch Fichtenreisig als Winterschutz auflegen. In Ihrem speziellen Fall könnten Sie die Pfingstrose noch einmal aufnehmen und sie höher pflanzen. Da das aber ihre „Ruhe“ stört, wäre es einen Versuch wert, die Pflanze vor Austriebsbeginn und sogar vor dem Knospenschieben abzuharken und so ein Zuviel an Erde abzutragen. Möglicherweise verhilft das der Staude dann in den nächsten zwei Jahren zum Blütenansatz. Aber aufpassen, dass beim Harken keine Knospe und kein Austrieb beschädigt wird und dass die Pflanze anschließend nicht in einer Mulde steht. Denn diese würden die Niederschläge wieder mit Schwemmerde auffüllen.


Frage von Thomas J.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
wann darf ich das letzte Mal mähen oder vertikutieren im Jahr? Besten Dank für Ihre baldige Antwort!

Der GARDENA Gartenexperte:

Je nach Witterung, lieber Herr J., sollte die letzte Mahd bis Mitte Oktober, spätestens Ende Oktober über die Bühne sein. Dabei den Halm nicht zu kurz, also nur etwa drei, vier Zentimeter lang, in die Winterruhe gehen lassen. Das letzte Vertikutieren sollte bereits Mitte / Ende September passieren, damit die gestörte Grasnarbe rechtzeitig wieder verwachsen kann und eventuell erforderliche Nachsaat noch keimen und sich vor Wintereinbruch ausreichend bestocken kann.


Frage von Julia S.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
vielleicht können Sie mir weiterhelfen. Seit einigen Jahren versuche ich in meinem Garten einen felsigen Abhang, mit leicht saurer Erde, von ca. 400 qm zu kultivieren. Ich wollte einen nicht zu arbeitsintensiven Garten haben und habe mich für viele Gräser entschieden. Es hat mich sehr viel Geld und Mühe gekostet.
Doch leider hat sich gezeigt, dass gewisse Stellen in diesem Bereich nach Regen vollkommen matschig werden, wahrscheinlich ist die Erdauflage über den Felsen sehr dünn. Dort und in weiteren Teilen hat sich nur noch Juncus angesiedelt und alles andere verdrängt. Dieses Unkraut ist manuell sehr schwer zu entfernen und verdirbt die gesamte Gartenansicht. (Eine maschinelle Bearbeitung ist nicht möglich). Nun hat mir vor Jahren eine Nachbarin gesagt, ich solle bei Frost die Halme kurz schneiden, so dass der Frost durch die "Röhren" in die Wurzeln vordringt und die Pflanze absterben lässt. Ich habe es versucht - ohne jeden Erfolg.
Vergangenen Herbst war ich so genervt, dass ich alles mit "Round up" gespritzt habe - es war bis zum Frühjahr gut, doch dann ist der Juncus wieder gewachsen. Ich bin 72 Jahre alt und auf Dauer nicht in der Lage, diese kompakten Wurzelstöcke auszugraben.
Was könnten Sie mir empfehlen, dort zu pflanzen, und wie könnte ich den Boden verbessern um dieses unerwünschte Gewächs ein für alle Male loszuwerden?

Der GARDENA Gartenexperte:

Eine harte Nuss, die Sie da zu knacken haben, liebe Frau S.. Zunächst wäre es noch wichtig zu wissen, welche Juncus sich bei ihnen breit macht, um bei einem Rat zu Ihrer Vertreibung aus dem Beet ggf. Artspezifisches mit zu berücksichtigen. Aber probieren wir´s mal generell:
So ganz unrecht hatte Ihre Nachbarin nicht mit ihrem Rat, denn in vergleichsweiser Situation (bei der Bekämpfung der hoch invasiven Flatterbinse, Juncus effusus, auf Weideflächen) hatte sich gezeigt, dass das winterliche Abfressen der Halme bei einer Ganzjahresbeweidung durch Rinder die Binse deutlich in Schach gehalten hat. Ebenso wie auf anderen Weiden das zwei-, dreimalige Abmähen pro Jahr. Besonders wirksam ist es, die Pflanzen etwa zwei Zentimeter tief im Boden abzuschneiden, das macht ihnen am ehesten den Garaus. Hemmend wirkt (man weiß noch nicht so genau warum) auch das kräftige Düngen von J. effusus mit Kaliumsulfat. All das erscheint mir für Ihre Gartenanwendung zwar machbar, aber eben auch sehr aufwändig zu sein. Und Ihr Herbizideinsatz hat ja auch gezeigt, dass eine Pflanze dort, wo sie angesichts der Standortgegebenheiten offenbar besonders gut gedeiht, immer wieder in Wachstumsvorteil gerät.
Beim Bundesamt für Verbraucherschutz habe ich für Sie in Erfahrung zu bringen versucht, ob gegen die Bekämpfung gezielt von Juncus im Hausgarten derzeit ein Herbizid zur Verfügung steht – das ist nicht explizit ausgewiesen, speziell im Wuchszusammenhang mit Gräsern nicht, so wie bei Ihnen eben. Das führt mich schlussendlich zu zwei abschließenden, aber vielleicht zielführenden Hinweisen:
Probieren Sie doch mal, zum einen, ob GierschFrei (von Neudorff) gegen die Binse wirkt, es erreicht ansonsten ja auch über Blatt und Halm immer die Wurzeln.
Zum anderen sind Binsen allemal an feuchte, saure Böden gebunden. Vielleicht holt es sie ja aus dem beschriebenen Wachstumsvorteil heraus, wenn Sie die unmittelbaren Standorte sehr stark aufkalken. 100 Gramm Kalk pro Quadratmeter heben den Boden-pH um einen Punkt an. Und wenn Sie die Pflanze mal mit einem rapiden Wechsel von pH 4 auf pH 8 oder gar 9 schockieren, gibt sie vielleicht auf. Zumindest scheint mir das einen Versuch an einigen gut zugänglichen Pflanzen wert zu sein. Und weil auch ich gerne dazu lerne, würde es mich freuen, liebe Frau S., wenn Sie mir dazu später einmal eine Rückmeldung geben möchten.


Frage von Frau O.:

Hallo Herr Kötter
Ich hatte Ihnen schon im September geschrieben. Ich habe leider keine Antwort bekommen. Ich habe dieses Jahr unseren Kirschbaum radikal zurück geschnitten, siehe Bild. Er war so dicht und riesig groß. Meine Frage: Werden wir nächstes Jahr mit Kirschen rechnen können, trotz radikalem Rückschnitt? Wäre dankbar für eine Antwort.

Der GARDENA Gartenexperte:

Liebe Frau O., Ihre Anfrage vom 30. Juli habe ich im GARDENA-Newsletter vom 30. August wie folgt beantwortet:
Von der Baumform her und von der Auslichtungsstruktur aus betrachtet, liebe Frau O., sieht der Baum richtig geschnitten aus. Sie haben auch, gut rundum verteilt, Zweige mit Buketttrieben belassen, so dass einem Ertrag im Folgejahr grundsätzlich nichts im Wege stehen dürfte. Der Baum macht insgesamt einen vitalen Eindruck.
Gleichwohl möchte ich Sie darauf hinweisen, dass Süßkirschen auf sehr starken Rückschnitt allzu leicht mit Gummifluss reagieren – der sieht aus wie zäh flüssiger Bernstein. Starker Gummifluss führt langfristig unwiderruflich zum Absterben des Baumes, das allerdings nicht sofort. Achten Sie auch auf ordentliche Wundenverheilung, damit in die Äste keine Fäulnis eindringt. Es soll ja auch in Jahren noch die Leiter sicher an einen gesunden Ast gelehnt werden können.
Der Baum wird zudem mit kräftigem Austrieb reagieren, weswegen Sie den nachschneiden müssten, um die Kronenerziehung, wie von Ihnen begonnen, zielgerichtet weiterzuführen. Auch kommen Sie aus der Nummer nicht raus, dass Süßkirschen von Haus aus stark wüchsig sind, speziell dann, wenn sie (wie es Ihr Hochstamm sein dürfte) auf Sämlingsunterlagen veredelt sind. Für den Hausgarten empfehle ich daher – exakt aus den eingangs in Ihrer Anfrage formulierten Begründungen für Ihre Schnittmaßnahme –, klein bleibende Süßkirschen zu pflanzen. Diese stehen dann auf Veredelungsunterlagen wie „Weiroot“ oder „GieSelA“, z.B „GieSelA 25“ und werden nur etwa drei, vier Meter hoch und breit, je nach Schnitt und Erziehung des Baumes. Diese allerdings vergleichsweise kurzlebigen Gehölze (im Hausgarten ca.10-15 Jahre) tragen beizeiten und reichlich.