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In diesem Newsletter hat Sie das Thema Pflanzenschutz mit am meisten interessiert. Außerdem haben auch Oleander und Hortensien wieder einmal Fragen aufgeworfen. Ihre Fragen beantwortet GARDENA Gartenexperte Engelbert Kötter mit seinem fachlichen Rat. Sie sollen ja schließlich Freude an Ihrem Grünen Wohnzimmer, dem Garten haben!

Frage von Otto A.:

Lieber Engelbert - oder wer sonst diese Anfrage bearbeitet,
nachdem ich nun mit dem GARDENA Mähroboter R40Li eine gute Hilfe bei der Pflege meines Rasens (zusammen mit dem Ausbringen von Düngekalk und auch Rasendünger und Moos-Wuchshemmer mit dem GARDENA-Streuwagen) gefunden habe, finde ich jetzt Zeit, mich der Pflege einer recht großen (und alten) Hortensie zu widmen. Das besondere an dieser Hortensie ist, dass sie sehr schöne, rote Blüten hervorbringt, die sehr gern angesehen werden.
Nachdem ich diese Hortensie geschenkt bekommen habe - sie war zuvor in einem riesigen Keramik-Topf (80 cm Öffnung) – habe ich sie vor zwei Jahren in eine Reihe von Böschungs-Pflanzen (Forsythien, Weigelien, Ilex und Flieder) in eine große tiefe Grube eingesetzt. Nun hat sie im 2. Jahr wenigstens einige wenige Blüten hervorgebracht und muss sich wohl erst an die neue Umgebung gewöhnen. Ich möchte sie gern nächstes Jahr wieder in voller Blüte sehen.
Was mich nun besonders interessiert: Muss man die Blütentriebe vollständig (am untersten Ende) abschneiden oder genügt es, nur die Blütenköpfe zu entfernen? Was empfehlen sie zur Pflege von Hortensien allgemein?
Für eine fachkundige Antwort sehr dankbar verbleibt,
Otto A. aus S.

GARDENA Gartenexperte:

Ja, lieber Herr A., mich gibt es wirklich und ich beantworte die Anfragen der Leserinnen und Leser des GARDENA Newsletters persönlich, ganz ohne „Callcenter“ oder „Ghostwriter“ im Hintergrund.
Was nun konkret die Pflege Ihrer Hortensie betrifft, so reicht es bei Ihrer offenbar Bauernhortensie völlig aus, lediglich die alten Blütenstände (ohne Zweig) an ihr zu entfernen. Bauernhortensien werden erforderlichenfalls nur ausgelichtet und leicht zurückgeschnitten, weil sie ja am Holz des Vorjahres blühen (anders als z.B. Rispenhortensien, die am diesjährigen Holz blühen und deswegen stark zurückgeschnitten werden, um besser zu blühen). Achten Sie darauf, dass der Boden Ihrer Hortensie nicht versauert, dann nämlich verwischt das schöne intensive Rot ihrer Blüten. Geben Sie dazu jährlich etwas (ca. 50-70 Gramm/Quadratmeter) Gartenkalk an die Pflanze. Bei blau blühenden Hortensien ist es gerade umgekehrt: Man meidet kalk und säuert den Boden erforderlichenfalls sogar gezielt an, damit sie schön blau bleiben. Für die Düngung Ihrer Hortensie können Sie Kompost verwenden (dann aber auch definitiv kalken), wahlweise Volldünger (ca. 50 Gramm/Quadratmeter, jährlich).


Frage von Theresia M.:

Sehr geehrter Herr Kötter!
Seit Jahren besitze ich mehrere Oleanderbäumchen. Früher notgedrungen im Keller überwintert und dabei halb verfault, dürfen diese seit wenigen Jahren die gut geschützte Garage des Neubaus genießen. Das bekommt den Bäumchen sehr gut, aber seit zwei Jahren gibt es leider ab dem zeitigen Frühjahr eine Gelbläuse-Plage, welche dann den ganzen Sommer über nicht mehr wegzukriegen ist. Diese Viecher sind total hartnäckig und sobald mal entfernt, sofort wieder da. Die Pflanzen waren schon derart geschädigt, dass ich zuletzt bereits einen Radikalschnitt tun musste. Können Sie mir ein Wundermittel nennen, welches tatsächlich (‼) gegen Schild- und Gelbläuse wirkt?

GARDENA Gartenexperte:

Das kann ich, liebe Frau M.. Der Trick bei der Sache ist, dass Sie einen Wirkstoff verwenden, der von den Wurzeln der Pflanze aufgenommen und in der Pflanze verteilt wird (ein so genanntes „systemisch wirksames“ Präparat). Wo immer Insekten nach der Behandlung dann an der Pflanze saugen, vergiften sie sich mit ihrer Mahlzeit. Ein solches Präparat ist z.B. „Bayer Garten Combistäbchen Lizetan neu“. Wenn Sie das fachgerecht und möglicherweise wiederholt anwenden, können Oleanderblattlaus und Co. Ihren Gartenschätzen zuverlässig nichts mehr anhaben.


Frage von Ingeborg D.:

Hallo und guten Tag,
welches ist der beste Zeitraum für den Einsatz von Bayer Loredo, das von Ihnen empfohlen wird? Sollte der Rasen vorher vertikutiert werden?
Info: Mein Garten ist sehr groß, wird seit vierzig Jahren bewirtschaftet und ich habe sehr viele schöne und große Staudenpflanzungen, die ganzjährig wunderbar blühen. Dazwischen sind schmale und auch breitere "Rasenwege", deren Kanten nur abgestochen werden. An den Hauptwegen zum Backhaus und zum Sitzplatz sind Maggia-Platten verlegt.
Den "Rasenwegen" habe ich, außer kurz halten durch Mähen, bisher kaum Beachtung geschenkt. Nun bin ich aber ständig in den Beeten am Jäten, weil das sehr verbreitete Fünffingerkraut (wahrscheinlich wächst es gerne auf verdichtetem Boden) vom Rand der Wege in die Beete hinein wächst und sehr lästig ist.
Ansonsten wäre mir der "Kräuterrasen" auf den größeren Rasenflächen herzlich egal, im Gegenteil, in einem speziell mageren Gebiet siedeln sich Stockrosen, Thymian, Witwenblume, Habichtskraut usw. von alleine an - eine Freude für Biologen! Außerdem sind diese Flächen im Frühjahr voller Zwiebelblumen.
Konkrete Frage: Wie komme ich diesem speziellen Unkraut in den Rasenwegen am besten bei und zu welcher Zeit?

GARDENA Gartenexperte:

Um einem möglicherweise entstandenen Eindruck zunächst zu widersprechen, liebe Frau D.: Ich empfehle das Produkt nicht ausdrücklich, sondern weise den Gartenfreund nach seiner Anfrage an mich darauf hin, dass das von mir genannte Präparat ein konkretes Beispiel für eines ist, das seine Probleme beseitigen kann. Kurz der Hintergrund: Wir wollen den GARDENA Newsletter bewusst markenneutral halten, er ist kein Produktwerbebrief, sondern eine nützliche Quelle für handfeste Hilfe bei Gartenproblemen. Dabei komme ich nicht daran vorbei, Ross und Reiter zu nennen, der Gartenfreund erwartet ja eine Handlungsempfehlung von mir. Dabei wäre es vergleichsweise aufwändiger, pro angefragtem Problem gleich mehrere alternative Produkthinweise zu geben. Üblicherweise beschränke ich mich daher auf einen. Wer den GARDENA Newsletter dabei seit seinen ersten Tagen verfolgt weiß, dass diese Produkthinweise über alle Ausgaben des Newsletters hinweg nie allein auf nur einen Hersteller bzw. eine Marke verweisen. Und in den seltensten Fällen sogar, verweisen wir überhaupt auf ein GARDENA-Produkt. Ich halte diese Vorgehensweise im Übrigen für richtig, denn nur so ist mein Rat als GARDENA-Gartenexperte glaubwürdig.
Nun zu Ihren konkreten Fragen, liebe Frau D.: Der beste Zeitraum für die Anwendung des genannten Herbizids ist während der Vegetationsperiode, also von April bis September. Es ist sinnvoller, die Rasenfläche erst nach seiner Anwendung zu vertikutieren, damit zunächst die unerwünschten Wildkräuter erfasst und vollständig abgetötet und danach durch das Vertikutieren aus der Rasenfläche entfernt werden. Je nach Verunkrautungsgrad ist es anschließend möglicherweise sinnvoll, gleich Rasensaatgut nachzusäen, um schnellen Lückenschluss zu erreichen und so Unkrautsamen daran zu hindern, nachzukeimen. Was schlussendlich noch die Erfassung von Fünffingerkraut (Potentilla) durch das Präparat angeht, so weist der Hersteller lediglich aus, dass es „gegen hartnäckige Unkräuter im Rasen, wie z.B. Ehrenpreis, Gundermann, Hornkraut und Gemeine Braunelle“ wirkt. Fünffingerkraut ist nicht explizit aufgeführt, mag aber mit der Bezeichnung „hartnäckige Unkräuter im Rasen“ ebenfalls gemeint sein. Daraus ergibt sich dann auch der sinnvollste Bekämpfungszeitraum: ebenfalls die Vegetationsperiode.


Frage von Dr. med. Dr. rer nat. Günther G.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
an einer unserer Platanen hat sich seit über einem Jahr ein weißer Belag an der Hauptverästelung gebildet, der sich auch nicht absprühen lässt. Zur besseren Information füge ich zwei Photos bei. Im Sommer hatte ich eine Behandlung mit einem Pilzmittel (Dithane Neo Tec) versucht - allerdings erfolglos. Im Internet habe ich unter Platanenerkrankungen leider nichts gefunden. Der Baum scheint nicht zu leiden, die Blätter sind normal ausgebildet. Es gibt auch keinen vorzeitigen Blattwurf. Können Sie uns weiterhelfen, worum es sich bei diesem Befall handelt und was man machen kann? Ist dieser Belag problematisch? Für ihre Bemühungen sage ich schon mal herzlichen Dank.

GARDENA Gartenexperte:

Sie haben in der falschen Richtung gesucht, lieber Herr Dr. Dr. G., denn anhand Ihrer Bilder geurteilt, handelt es sich nicht um eine Pilzinfektion (deswegen half auch das Fungizid nicht), sondern um den Befall mit Woll- und Schmierläusen. Den Hinweis dazu gibt mir die Vergrößerung Ihres Bildes, zusammen mit dem Faden, der rechts in Ihrem Bild zu erkennen ist. Phenacoccus hystrix ist eine der vielen Wolllausarten, diese besiedelt auch Platanen. Zumindest in Deutschland zur Bekämpfung von saugenden Insekten (inklusive Schildlausarten) im Hausgarten zugelassen, ist z.B. das „Präparat Triathlon Universal Insekten-frei AF“, von COMPO.