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Kastanie retten, Kirschbäume veredeln, Engelstrompete überwintern – die Gartenthemen sind auch jetzt im bereits späteren Herbst noch bunt wie ein Sommerblumenstrauß. Deshalb hoffen wir, liebe Leserinnen und Leser des GARDENA-Newsletters, dass er Ihnen einmal mehr eine lesevergnügliche Weiterbildung in Sachen Garten bedeutet. Viel Spaß beim Stöbern!

Frage von Willi M.:

Ich habe folgendes Problem: Die Silberzypresse bekommt immer wieder braune Nadeln, einmal mehr, dann wieder weniger. Zurzeit ist es allerdings sehr schlimm. Ich weiß nicht was ich noch machen soll: Düngen? Wenn ja, mit welchen Produkten? Vielleicht können Sie mir einen hilfreichen Tipp geben. Eine kurze Rückinfo wäre toll. Vielen Dank im Voraus für Ihre Bemühungen.

Der GARDENA Gartenexperte:

Es ist gut, lieber Herr M., dass Sie mir die Bilder mitgeschickt haben, das macht die Beurteilung einfacher. Denn einen Rat unbesehen aus der Entfernung zu geben, das ist immer so eine Sache.
Die Silberzypresse (Silber-Scheinzypresse, Boulevard-Scheinzypresse, Chamaecyperis ´Boulevard´) bietet auf der Basis meiner Bilddiagnose keinen Grund zur Beunruhigung. Was Sie an ihr erleben, ist ein natürlicher Nadelabwurf. Zwar sind Immergrüne tatsächlich rund um das Jahr benadelt oder belaubt, aber das bedeutet nicht zugleich, dass sie ihr Leben lang jedes Blatt und jede Nadel behalten. Einmal im Jahr werfen auch sie das älteste Laub ab. Und zwar im Spätsommer, nachdem sich der neue Austrieb voll entwickelt hat. Das erleben Sie bei den Thujen, Scheinzypressen und (bedingt) den Kiefern, Tannen und Fichten, die aber ihre älteren Nadeln oftmals ein paar Jahre länger nutzen. Sie erleben es ebenso bei den Kirschlorbeeren, immergrünen Berberitzen & Co.. Mit der Überwachsung durch die neue Trieb- und Laub-/Nadelgeneration wird das „aufgebrauchte Laub“ schattiert und unnütz, wird abgestoßen und via Boden recycelt.
Gerade bei den Boulevard-Scheinzypressen sieht das braun gewordene ältere Laub in den Pflanzen immer etwas unschön aus, gerade dann, wenn man – wie in Ihrem Fall – eine Big Bonsai-Pflanze hat, in einem sehr gepflegten Gartenbeet mit Kiesabdeckung. Am einfachsten ist es, so gegen Juli/August, nachdem die alten Nadeln braun geworden sind, diese eben abzupflücken und auf dem Kompost zu entsorgen. Sie lassen sich ganz leicht abnehmen. Ziehen Sie dazu aber Handschuhe an, denn die Nadeln pieksen!


Frage von H. und M. K.:

Die Engelstrompete blüht noch. Sie soll jetzt, vor dem Frost, ins Haus. Darf man die Pflanze jetzt zurückschneiden? Danke!

Der GARDENA Gartenexperte:

Ja, liebe Familie K., schneiden Sie sie jetzt erforderlichenfalls zurück. Das hängt allerdings ganz von ihrer Größe ab und davon, wie die Pflanze ungeschnitten zu hantieren ist. Wenn es vom Handling her nicht erforderlich ist, müssen Sie sie nicht einkürzen – das ist sogar von Vorteil.
Die meisten Brugmansia-Besitzer kürzen diese Pflanze vor dem Einwintern um etwa ein Drittel ein. Erforderlichenfalls kann man sie sogar auf 30 bis 50 cm zurückschneiden. Aber Achtung! Je tiefer Sie die Engelstrompete zurückschneiden, desto später kommt sie im Folgejahr in Blüte!
Ich bin der Meinung, die prächtigsten Engelstrompeten kriegt man dann hin, wenn man sie – wo es eben möglich ist – möglichst wenig zurückschneidet und zugleich hell überwintert, bei 5-10 °C. Dunkele Überwinterung, die ja bekanntlich grundsätzlich machbar ist und die Überwinterung so bequem macht, führt zum Laubabwurf. Laubabwurf und eben tiefer Rückschnitt sowie zu warme Überwinterung, führen allerdings zu geschwächten Pflanzen. Kahl überwinterte Brugmansien treiben darüber hinaus erst spät im Frühjahr wieder aus – dadurch verschiebt sich auch der Blühbeginn weit in den Sommer.


Frage von Fritz H.:

Sehr geehrter Herr Kötter!
Kann man Kirschen veredeln, und wann ist der richtige Zeitpunkt dazu?

Der GARDENA Gartenexperte:

Ja, lieber Herr H., Kirschen kann man veredeln. Veredelt man die Wildkirsche nicht, so bleibt es eine Wildkirsche. Alle Kirschsorten aber, die Sie heranziehen möchten, müssen Sie entsprechend veredeln. Das gilt für Fruchtertragssorten ebenso, wie für Zierkirschen.
Der Veredelungszeitpunkt richtet sich nach der Veredelungsmethode. Wenn Sie ein Reis aufpfropfen möchten, dann ist der Januar, spätestens Februar, an frost- und regenfreien Tagen, dazu der richtige Zeitpunkt. Die Veredelung erfolgt dann wahlweise als einfache Kopulation oder als Kopulation mit Gegenzunge (wenn das Reis so dick wie die Veredelungsunterlage an der Veredelungsstelle ist), erfolgt durch Geißfußpfropfen, Pfropfen hinter die Rinde oder seitliches Anplatten dann, wenn das Reis dünner als die Veredelungsunterlage an der Veredelungsstelle ist.
Wollen Sie statt all dem nur ein Auge aufveredeln, also okulieren, dann ist das eine Sommerveredelungsmethode, etwa im Juli. Der genaue Zeitpunkt richtet sich danach, wann der jüngste Trieb der zu veredelnden Sorte so weit ausgereift ist, dass er veredelungsfähige Augen entwickelt hat und danach, ab wann und wie lange sich die Rinde der Veredelungsunterlage für die Okulation lösen lässt.
Als Veredelungsunterlagen für Kirschen können Sie wählen zwischen stark wachsenden (etwa Vogelkirschen-Sämlinge, Prunus avium), mittelstark wachsenden Unterlagen (wie Prunus Colt oder Prunus F 12/1) und schwach wachsenden Unterlagen (wie Prunus GiSelA).


Frage von Karin B.:

Guten Tag,
ich habe zwei bzw. sogar drei Fragen:
Eine alte, mittlerweile zu hohe Weißbuchen-Hecke soll zurückgeschnitten werden. Wann ist der beste Zeitpunkt dazu? Jetzt im Herbst, oder im Frühjahr?
Die neue Buchenhecke wurde schon im Sommer braun und sah vertrocknet aus. Sind es vielleicht Milben? Wir haben immer gut gegossen.
Unsere große Kastanie hat diesen schwarzen "Ausfluss" aus der Rinde. Der Baum ist ca. 40 Jahre alt und wunderschön. Wie können wir ihn retten?
Drei Fragen auf einmal, aber vielleicht haben Sie trotzdem die Zeit, mir diese zu beantworten. Ich würde mich sehr darüber freuen.

Der GARDENA Gartenexperte:

Wir verbreiten gerne Freude, liebe Frau B., deswegen beantworte ich Ihnen auch gerne Ihre drei Fragen:
Ihre Weißbuchen-Hecke können sie wahlweise im Herbst oder im Frühjahr einkürzen. Üblicherweise geht man mit dieser Arbeit aber in die Zeit Januar / Februar, je nach Wetter, damit die Wunden nach Möglichkeit nicht den wildesten Frost abbekommen. Weißbuchen sind aber robust und austriebswillig, deswegen spielt das keine überzubewertende Rolle. Schneiden Sie nicht zu spät, damit die Pflanzen nicht im Austrieb verwundet werden, sie „bluten“ dann.
Warum die neue Buchenhecke braun geworden ist, kann ich unbesehen nicht beurteilen. Übliche Gründe dafür sind in der Praxis häufig die Minderqualität der Pflanzware, Wurzelschäden des Pflanzgutes (zu wenig Wurzeln; vertrocknete oder erfrorene Wurzeln) von wurzelnackter Ware, was auch auf falschen Umgang mit den Pflanzen zurückzuführen sein kann [wie offenen Transport, nicht abgedeckt auf dem Anhänger, speziell bei Frostwetter oder Sonnenscheinwetter, längeres ungeschütztes herumliegen lassen der Pflanzen während der Pflanzarbeiten]; zu frühe und zu üppige Düngung; unangepasste Bewässerung in der Anwuchsphase [zwar oberflächlich gewässert (die oberen paar Zentimeter), aber nicht bodendurchdringend, also mit etwa 1o Liter Wasser pro Quadratmeter. Hier kann ich in Sachen Fehlersuche nur Denkanstöße geben mit der Bitte an Sie, den Sachverhalt vor Ort zu überprüfen. Tipp: Wenn Sie an den möglicherweise nur scheinbar vertrockneten Pflanzen nun einmal eine Daumennagelprobe machen, einige Zentimeter über dem Boden, dann können Sie checken, ob die Pflanzen noch leben und damit aller Wahrscheinlichkeit im kommenden Frühjahr wieder austreiben werden. Kratzen Sie dazu mit dem Daumennagel die Borke ab und prüfen Sie, ob das Gewebe darunter runzelig trocken und braun oder saftig frisch und grün ist – im letzteren Fall lebt die Pflanze noch!
Was letztlich den schwarzen "Ausfluss" Ihrer Kastanie betrifft, so deutet das – unbesehen geurteilt – auf eine Verwundung der Pflanze hin, worauf sie mit „Gummifluss“ reagiert, einem Wundsekret, ähnlich dem, wie man es von der Süßkirsche kennt. Ein solcher Schaden kann z. B., durch Frostrisse entstanden sein. Hier müssten Sie einmal einer solchen möglichen, vielleicht auch schon länger zurückliegenden und bereits weitgehend überwucherten Wunde auf die Fährte gehen. Dazu kann es erforderlich sein, die Kastanie durch einen versierten Fachmann (geprüften Baumpfleger oder entsprechend weitergebildeten Baumschul- oder Garten- und Landschaftsgärtner) in Augenschein nehmen oder sogar wundversorgen zu lassen.