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Es geht wieder gartenbunt zu, in diesem GARDENA-Newsletter. Heute geht es um die Frage, warum eine Kamelie ihre Blüten schmeißt, ferner darum, was denn die Fraßlöcher in Blättern zu bedeuten haben. Dann will eine Rose nicht recht blühen und eine bunte Blütenhecke soll auch noch gepflanzt werden. Schlussendlich ist da noch der lästige Japanische Knöterich, zu dem man in Anlehnung an Heinrich Hoffmanns Struwelpeter formulieren könnte: „Der Knöterich, der Knöterich – das ist ein arger Wüterich!“ Aber so ist er eben, unser GARDENA-Newsletter: vielseitig, lehrreich, leseinteressant und vom GARDENA-Gartenexperten Engelbert Kötter stets kompetent beantwortet. Viel (Lese-)Freude mit dieser neuen Ausgabe!

Frage von Mareike R.-D.:

Sehr geehrter Herr Kötter,

ich möchte gern eine bestehende Hecke, welche mit einer Prachtspiere endet, als blühende Hecke über weitere 10 Meter fortsetzen. Die Pflanzen dazu habe ich bereits. Können Sie mir bei der sinnvollen Anordnung behilflich sein? Ich habe Forsythia, Ranunkel, Ginster rot, Felsenbirne, Hibiskus (Farbe nicht bekannt), Mandelbäumchen, Weigelie (rotes Laub, rosarote Blüte), Weigelie (grünes Laub, rosa Blüte).
Eignen sich alle Pflanzen als Heckenpflanzen, oder sind einige davon besser als Solitärpflanzen zu verwenden? Oder empfehlen Sie ggf. noch eine ganz andere Pflanze einzureihen? Für Ihre Tipps wäre ich sehr dankbar. Ich habe auch gehört, dass der Pflanzabstand einen Meter betragen sollte, ist das richtig?

GARDENA Gartenexperte:

Spannende Frage, liebe Frau R.-D., denn was so einfach nach „machen wir mal eben eine Perlenschnur“ anhört, hat so seine Tücken.

Zunächst mal habe ich noch die Blühzeitpunkte dazu notiert, dann liest sich Ihr erwähnter Pflanzenvorrat nämlich so, sortiert nach eben diesen Blühzeitpunkten:
Mandelbäumchen (März, rosa), Forsythie (April, gelb), Ginster (April-Mai, rot), Felsenbirne (April-Mai, weiß, kupferrotes Herbstlaub), Ranunkel (Mai plus Nachblüte, gelb), Weigelie (Mai-Juni, rotes Laub, rosarote Blüte), Weigelie (Mai-Juni, grünes Laub, rosa Blüte), Hibiskus (August, weiß, Rot- und Rosatöne, Blau).
Der Blühzeitpunkt ist insofern wichtig, als Sie generell eine lebhafte Heckenerscheinung erzielen möchten, in der ganzjährig ein immer wieder sich wandelnder Blickfang stattfindet. Das aber wiederum geschieht durch eine vielseitige Melange:
Zunächst haben Sie da die Blühdauer der gesamten Hecke. Hier gilt: So lange wie möglich, also früh beginnend und spät endend. Für die Positionierung der einzelnen Blühzeitpunkte in der Reihe ergibt sich daraus:
Von der Hauptblickrichtung aus betrachtet das Frühe eher nach hinten und das Späte eher nach vorne, weil dann die Attraktivität auf den Betrachter zuläuft. Und im kahlen Frühjahr wirken die Blüten auch von hinten her gut bis nach vorne.
Diese Aussage zur Aufreihung ist aber relativ, denn das Gesagte muss abgewogen werden mit der Blattfarbe. So sollen nämlich lange grüne Belaubungsstrecken unterbrochen (sprich: getaktet) sein durch Rotlaubiges und Buntlaubiges, ebenso wie lange Strecken von Laubabwerfendem – für den Winteranblick – mit Immergrünem gemixt sein sollten.
Auch spielt die Höhe und die Wuchsform der einzelnen Gehölze eine Rolle. Eine breite Forsythie wirkt anders als ein kleines Mandelbäumchen oder ein eiförmig wachsender Hibiskus – insofern auch hier mit den Formen spielen, damit nicht etwa die Kleinen, die Breiten, die Schmalen allesamt auf einem Knubbel stehen.

Zudem mache ich es bei solchen Pflanzungen immer gerne so, dass ich alle ca. zehn Meter einen kleinkronigen Baum setze, etwa eine Eberesche. Die ist gut gartenverträglich, die Edelsorten können sogar benascht werden – allemal gibt das der Reihe eine schönere Höhenstruktur. Speziell dann, wenn auf diese Weise Anfang, Mitte und Ende der Heckenreihe betont werden.
In der Mitte und am Ende lassen sich, wahlweise, auch gut mal Immergrüne - sogar eine Konifere, wie eine (Becher)Eibe oder Scheinzypresse - einplanen. Denn speziell im kahlen Winter nimmt das Auge Orientierungspunkte, wie eine Konifere in der hintersten Gartenecke, gerne an (Markierungspunkt, „hier ist mein Garten zu Ende“). Auch die Vögel danken einen solchen Unterschlupf in zugig kalter Zeit.

Bleibt die Betrachtung der Blütenfarbe selbst – achten Sie auch hier darauf, dass bei zeitgleich blühenden Ziersträuchern nicht gleichfarbiges nebeneinander steht. Drei Forsythien nebeneinander wirken langweilig. Mit einigem Abstand voneinander in die Reihe hinein getaktet aber, erzeugen selbst solche Allerweltspflanzen dann das Gefühl „Wow, endlich Frühling! Guck mal, wie die Forsythien so schön blühen – und so üppig!“
Zu all dem gesellen sich weitere Aspekte, wie Fruchtschmuck, Herbstlaub, Zierwert der Zweigfarben, aber auch die rein gärtnerischen Fragen nach Bodenverhältnissen, Frostgefährdung, Zugluft sowie die generell stilistische Überlegung: Was passt in welchen Garten? Ein japanischer Garten verlangt nach anderen Pflanzen, als ein Bauerngarten auf der Schwäbischen Alb oder ein Naturgarten im Sauerland.
Nun kenne ich nicht ihre genauen Gartenverhältnisse, aber meine erbetene Anregung für Sie lautet: Potenzial hat Ihre Planung noch dort, wo sie mit Hamamelis oder Kornelkirsche einen noch früheren Blütenstart erzeugen könnten; Strauchrosen als Dauerblüher könnten die Sommerblüte bereichern; Frucht tragendes wie Blauschotenstrauch oder Liebesperlenstrauch (zur besseren Befruchtung untereinander zwei Stück pflanzen) wären ein bereichernder Blickfang im Herbst.
Was den angefragten Pflanzabstand angeht, so variiert dieser je nach Nachbarschaft der Pflanzen durchaus. Steht Schmales nebeneinander, wie Hibiskus neben Hibiskus oder schmaler Strauchrosensorte, dann langen 80 bis 100 Zentimeter oft aus. Bei Breitbuschigen, wie Kolkwitzien, Forsythien, lieber auf 100 bis 120 bis 150 Zentimeter gehen. Stellen Sie sich dazu einfach mal vor, wie breit der Strauch wird und wie lange er dazu braucht. Eine Forsythie wird binnen drei Jahren leicht anderthalb bis zwei Meter breit. Die Nachbarforsythie aber auch. So wachsen zwei Forsythienhälften aufeinander zu. Jede Hälfte wird nach drei Jahren einen dreiviertel Meter breit sein. Zusammen sind das anderthalb Meter. Und schwupps, haben Sie eine praktische Abwägung des passenden Pflanzabstandes, besser als jede pauschale Listenangabe das ausweisen könnte.
Noch zwei praktische Tipps dazu: Bei edlen Hecken mit z. B. Magnolien, Hamamelis, Japanahornen und dergleichen, pflanzen Sie besser weit genug, damit die Einzelpflanzen später nicht zu dicht ineinander wachsen, sondern in ihrer individuellen Schönheit besser zur Geltung kommen. Bis zum Lückenschluss setzen Sie dann einfach passende Billigsträucher zum Auffüllen dazwischen, wie Spireen oder dergleichen. Mit beginnendem Lückenschluss der Edleren, nimmt man dann die Billigen wieder raus. Das vermeidet es, von vornherein zu dicht zu pflanzen und sich später über zu engen Stand zu ärgern.
Übersetzt auf einfachere Zierstrauchhecken funktioniert das gleiche mit passenden, größer werdenden Stauden – zum Beispiel mit von vornherein Kurzlebigen, wie Lupinen, Margeriten, Mohn. Oder mit solchen, die unter den Sträuchern in den Zwischenräumen nach vorne hin nach Lückenschluss dennoch munter weiter wachsen können, etwa größere Hosta-Arten.

Sie sehen, liebe Frau R.-D.: Durchaus komplex, so eine „einfache“ Hecke … - und mit hoffentlich hilfreichen Anregungen für Ihre individuelle Gartensituation.


Frage von Conni J.:

Wir haben ein Problem mit in Nachbars Garten stehendem "Japanischem Knöterich". Er steht fast direkt am Zaun und ständig wachsen Ausläufer zu uns rüber, die wir jedes Mal ausstechen. Noch bis vor kurzem stand auf unserer Seite eine Tanne, die wir fällen mussten, weil sie krank war. Nun muss sie nicht vom Knöterich erkrankt sein ...
Jedoch ist dieser Knöterich sehr nervig und ich meine auch gelesen zu haben, dass er meldepflichtig ist. Er breitet sich halt immer mehr aus und wir wissen nicht, wie wir dieses Problem lösen können. Er ist nun bereits schon bei uns auf der Rasenfläche zu finden. Haben Sie eine Idee/Vorschlag? - Über eine Antwort würden wir uns sehr freuen.

GARDENA Gartenexperte:

Hier ist offenbar Ihr Nachbar gefragt, liebe Frau J., denn von ihm geht eine Belästigung Ihres Grundstückes aus, die Sie so nicht hinnehmen müssen. Am Anfang steht das nette Wort, mit dem Sie ihm die Situation erklären und ihn bitten, innerhalb einer vereinbarten Frist für eine wirksame Wurzelsperre zu sorgen. Wenn nichts passiert, können Sie ihn, darüber hinaus, mit den Kosten für die Entfernung der Knöteriche konfrontieren. Aber dann wird´s langsam immer juristischer und sie müssten das dann noch mal im Detail mit Ihrem Gartenamt oder Hausjuristen abklären.
Auch ist dieser Knöterich nach meinem Kenntnisstand nicht generell meldepflichtig, sondern darf lediglich, als ein invasiver Neophyt der er ist, nicht in der Natur ausgebracht werden. Also z. B. keine Gartenabfälle mit Knöterich-Rhizomen in der Natur „entsorgen“.
Jedenfalls sollten Sie etwas gegen den Knöterich in ihrem Garten unternehmen. Er hat recht widerstandsfähige Rhizome, die übrigens bis zu zwei Meter tief in den Boden hinunter wachsen können. Insofern langt es üblicherweise nicht, ihn einfach nur abzuhacken – er kommt mit Kraft wieder! Lassen Sie ihn also nicht in die Beete vordringen!
Auf dem Rasen gestaltet es sich insofern anders, als dass Sie diesen ja ständig mähen. Nach etwa acht mal abmähen, so Erfahrungen in England, streicht der Knöterich dann so langsam seine Segel, weil zumindest das betroffene Rhizom dann mangels Blattmasse aushungert.
Sofern Sie mit Pflanzenschutzmaßnahmen an die Sache herangehen wollen, müssen Sie ein Mittel verwenden, das über die Blätter auch die Wurzeln erreicht. Eine allein oberflächige Behandlung bringt da nichts – eben wegen der vitalen Rhizome im Untergrund. Ob also beispielsweise ein Präparat wie GierschFrei – das grundsätzlich die Wurzeln mit erwischt – auch den Knöterich vernichtet, müssten Sie bitte noch mal im Fachhandel oder beim Hersteller (Neudorff) abklären.


Frage von Regina Sch.:

Meine neu gekaufte blühende Camelie mit vielen Knospen wirft sämtliche Blüten ab und die Knospen gehen überhaupt nicht auf, sondern vertrocknen. Jetzt ist die Camelie ohne Blüten, dafür aber mit frischen neuen Blättern. Warum? Sie ist eingepflanzt in einem Bottich und wird einmal in der Woche kräftig gegossen. Sie erhält Nachmittagssonne auf einem geschützten Balkon.

GARDENA Gartenexperte:

Wenn die Pflanze jetzt durchtreibt, dann ist das generell schon mal ein gutes Zeichen. Sie denken daran, dass die Pflanze saure Bodenverhältnisse braucht und Kameliendünger, wahlweise Rhododendrondünger? Zudem schätzt die Pflanze hohe Luftfeuchtigkeit, weswegen Besprühen ihr gut tut (nicht bei praller Sonne).
Der Knospenfall ist üblicherweise eine Folge eines Pflegefehlers. Zum Beispiel stand die Pflanze zeitweise zu warm oder zu trocken. Da sind Kamelien Sensibelchen: Der Fehler kann schon lange zurück liegen, wenn der Knospenfall auftritt. Es ist allerdings ein Märchen, dass man Kamelien nicht drehen oder ihnen einen andern Platz geben dürfe. Nein, das ist kein Problem, solange die anderweitige Pflege dieser Pflanze vollumfänglich stimmt.


Frage von Roland M.:

Sehr geehrter Herr Kötter!
Ich stelle bei verschiedenen Gartenpflanzen (Lorbeerstrauch und Sonnenblumen) große Fraßlöcher fest. Welches Mittel hilft hier gegen dieses Ungeziefer? - Danke für die prompte Antwort.

GARDENA Gartenexperte:

Das kann ich Ihnen unbesehen leider so nicht sagen, das müsste ich sehen, lieber Herr M..
Beim Kirschlorbeer kommt (wenn es am Blattrand stattfindet, also ein so genannter „Buchtenfraß“ zu erkennen ist) die Larve des Dickmaulrüsslers als Verursacher in Frage, den können sie mit HM-Nematoden (von Neudorff) bekämpfen (Link für Sie: http://www.neudorff.de/pflanzenpflege/nuetzlinge/die-nuetzlinge/hm-nematoden.html).
Wenn es Löcher im Blatt sind, kann es auch eine pilzliche Erkrankung sein (Schrotschusskrankheit). Diese müssten Sie hingegen mit einem Pilzmittel bekämpfen. Allerdings ist hier, laut Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, derzeit kein Mittel zur Bekämpfung dieses Blattpilzes im Haus- und Kleingarten zugelassen.
Bei der Sonnenblume könnte es sich hingegen um Raupenfraß handeln, bzw. Larven- oder auch Älchenfraß. Hier könnte ein Einsatz von Präparaten wie diesem hier den Schädlingen den Garaus machen: Link für Sie: http://www.neudorff.de/produkte/katalog/raupenfrei.html .
Und schlussendlich: Mit der erbetenen „prompten Antwort“ ist das so eine Sache. Der GARDENA Newsletter erscheint vierzehntäglich. Und wir können – allein rein mengenmäßig – leider nicht immer alle Anfragen beantworten. Aber seien Sie dennoch gewiss: Wir kümmern uns, herzlich gerne.


Frage von Bernd S.:

Hallo, Herr Kötter,
wir haben eine Rose, und seit Jahren ein Problem, von 10 Knospen, blüht nur eine richtig auf. Die restlichen bleiben halb geschlossen. Haben Sie eine Idee, woran das liegen kann? Vielen Dank für Ihre Mühe.

GARDENA Gartenexperte:

Es ist heutzutage eher ungewöhnlich, lieber Herr S., dass die Rosenblüte „verhockt“. Normalerweise öffnet sie sich ganz, wenn sie so weit erst einmal gediehen ist, wie Sie es für Ihre Gartenrose beschreiben.
Dennoch wird in Fachkreisen dieses eher seltene „Verhocken“ durchaus diskutiert. Man liest zum einen von Problemen mit der Nährstoffversorgung, speziell mit Mikronährstoffen (das sind Elemente wie Bor, Mangan, Zink, Molybdän und solche Sachen). Über einen Rosendünger müssten Sie diese Elemente aber ausreichend ausbringen können. Lediglich bei Bodenverdichtungen kann es sein, dass das Element dann zwar im Boden, aber trotzdem nicht pflanzenverfügbar ist.
Zweitens wird bei diesem Problem gerne auf Regennässe verwiesen, weil sich das Verhocken bei nasskaltem Regenwetter eher häuft.
Und schließlich ist diese Grunderscheinung offenbar sortenabhängig. Speziell einige ältere Sorten weisen das Verhocken schon mal auf, weswegen neuere Sorten, speziell die bewährten ADR-Rosen, bei der Auswahl von Gartenrosen den Vorrang haben sollten. Dass solch alte Sorten mit ihren Schwächen immer noch im Sortiment herumgeistern hängt damit zusammen, dass sie dann in der Regel lizenzfrei zu vermehren sind und somit im Handel billiger angeboten können. Damit sind wir bei dem alten Problem: Was alles bekomme ich für einen Billigpreis nicht? Oder, übersetzt aufs Rosenbeet: Beim Rosenkauf besser auf zuverlässige Sorten achten und sich nicht durch Impulskauf allein in der Sorte festlegen. Denn: Je schwächer die Sortenleistung einer Rose, desto besser müssen ihr Standort und ihre Pflege sein.