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Allerlei Getier treibt sich aktuell im Garten herum: Blattläuse, Ameisen, womöglich Kaninchen, Mäuse oder gar Katzen. Und weil ein jedes davon seine Gartenspuren hinterlässt, sind nach dem jüngsten GARDENA-Newsletter, speziell dazu eine Reihe von Anfragen eingegangen. Aber auch um den Lästling Ackerwinde geht es diesmal, um Azaleen mit der „Ohrläppchen-Krankheit“, um nicht recht angewachsene Obstbäume und dergleichen mehr. Aber lesen Sie selbst! Ich wünsche Ihnen eine lehr- und hilfreiche Lektüre!

Frage von Rainer W.:

Sehr geehrte Gartenexperten, sehr geehrter Herr Kötter, in diesem Frühjahr kaufte ich bei einem Discounter zwei schöne Obstbäume. Beide bestanden aus einem ca. 150 cm hohen Stängel, zwei kleinen Seitentrieben, etwas Wurzeln mit etwas Erde, im Sackleinen verpackt.

Offensichtlich standen die Bäumchen im Laden zu lange und zu trocken. Beide wurden vor dem Pflanzen über Nacht im Wassereimer stehen gelassen. Die reichlich an den Stängeln vorhandenen Knospen gingen bis jetzt nicht auf, sondern vertrockneten. Die Stängel sind im inneren jedoch noch grün und auch unter den trockenen Knospen, wenn man sie abpult, ist noch Grün zu sehen.

Nun meine Frage: Ist damit zu rechnen, dass die Bäumchen noch angehen und ausschlagen? Oder sollte ich sie besser sofort dem Kompost zuführen?

GARDENA Gartenexperte:

Wenn die Bäume bislang noch nicht ausgetrieben haben, so ist das zunächst einmal ein schlechtes Zeichen, lieber Herr W.. Aber hoffnungslos ist es noch nicht, weil der offenbar nicht gerade üppig bewurzelte Baum möglicherweise erst in die Wurzelbildung geht und erst danach in den Austrieb. Das Phänomen ist gärtnerisch durchaus abgesichert – speziell bei später Pflanzung wurzelschwacher Ware kann das vorkommen. Es gibt mit dem Johannistrieb ab Ende Juni übrigens eine zweite Austriebsphase im Jahr, insofern besteht noch eine kleine Hoffnung, dass das noch etwas wird. Es ist sogar schon vorgekommen, dass eine solche Pflanze komplett ein Jahr „verhockt“ und sich erst im Folgejahr mit einem Austrieb zurückmeldet. Aber hier sind wir dann schon soweit in den Seltenheiten, dass ich eine Reklamation dem Abwarten vorziehen würde. Vorsorglich rate ich jetzt dazu, den Händler nun zeitnah über den Stand der Dinge zu informieren, damit der Abstand zwischen Einkauf und Reklamation nicht zu groß wird.
Wenn Sie wieder kontrollieren, „ob noch Leben drin ist“, dann dazu zwei Dinge: Solange die Rinde noch glatt und nicht schrumpelig ist, so ist das ein erster, ein optischer Indikator dafür, dass das Gewebe noch lebt. Als zweites machen Sie dann mal eine Nagelprobe, indem Sie mit dem Daumennagel Borke wegkratzen. Darunter sollte das Gewebe ebenfalls grün und saftig sein – das wäre dann ein weiterer Hinweis darauf, dass Hopfen und Malz noch nicht verloren sind. Die Daumenagelprobe ist gemeinhin aussagekräftiger, als eine Knospe abzubrechen und dort zu kontrollieren. Ich wünsche Ihnen, dass das noch was wird!


Frage von Irene F.:

Sehr geehrter Herr Kötter, zunächst herzlichen Dank für Ihre Antwort leider dürften Sie bzgl. der Weichselröte ins "Schwarze" getroffen haben. Aber nun ein anderes Problem:

Eine meiner Freilandazaleen entwickelt an den Triebspitzen verdickte Blätter. Ist das eine Krankheit oder wird das von einem Schädling verursacht? Zur Vorsicht breche ich diese Verdickungen aus und vernichte sie. Vielleicht können Sie mich wieder beraten!

GARDENA Gartenexperte:

Kann ich, liebe Frau F. und tue das sehr gerne. Die Azaleen-Krankheit, nach der Sie fragen, trägt den lustigen Namen „Azaleen-Ohrläppchen-Krankheit“. Das Erscheinungsbild der Pilzerkrankung spricht da für sich. Erreger ist Exobasidium japonicum. Üblicherweise reicht es, wenn sie die Schadblätter entfernen - Sie haben also bereits intuitiv richtig agiert. In schweren Fällen kann man ein Fungizid einsetzen. So zum Beispiel Polyram WG, von Dr. Stähler, Wirkstoff ist Metiram, Anwendungskonzentration ein Portionsbeutel auf eine 5 Liter-Spritze (0,2 %), ggf. im Abstand von 14 Tagen die Spritzung wiederholen, maximal acht Anwendungen.


Frage von Rita B.-F.:

Hallo Herr Kötter, vielleicht haben Sie einen Rat für eine schöne Rasenfläche. Vielen Dank im Voraus für Ihre Tipps.

GARDENA Gartenexperte:

Das Bild, das Sie mir geschickt haben, hat mich tatsächlich etwas irritiert, liebe Frau B.-F., weil an der Rasenfläche vor dem Firmengebäude speziell die Ecken abgestorben sind. Ich müsste aber vor Ort der Sache auf den Grund gehen und die Ursache erforschen, bevor ich einen zuverlässigen Rat zur Abhilfe geben könnte. Generelle Informationen zur Rasenrenovierung finden Sie in unserem Themenarchiv, also hier:

So wie sich mir die Sache via Bild darstellt vermute ich, dass der Schaden irgendwie Richtung Schneeschaden / Streusalzschaden liegen könnte, weil die braunen Ecken relativ typische Ablegemuster beim Schneeräumen sind.

Wenn tatsächlich Streusalz mit im Spiel ist, dann müssen Sie die Flächen ein paar Mal durchdringend wässern, mit jeweils rund 20 Litern auf den Quadratmeter, um das Salz auszuschwemmen. Wahlweise den Oberboden einen Spatenstich tief austauschen. Danach dann die Fläche säubern, lockern und neu einsäen. Schneller geht natürlich das Flicken mit Rollrasen.


Frage von Rosemarie H.:

Hallo, jedes Jahr aufs Neue haben wir massenhaft Läuse auf unserem Geißblatt. Alles Spritzen, ob mit Seifenwasser oder Lausspritzmittel vom Baumarkt hilft nichts. Was tun?

GARDENA Gartenexperte:

Das wundert mich jetzt, liebe Frau H., denn wenn schon nicht die Schmierseifen-Methode hundertprozentig wirkt, so sollte doch der Wirkstoff des Präparates gegen Blattläuse zuverlässig anschlagen. Da gibt es ja unterschiedliche Ansätze: Wirksam werden können spezielle Kalisalze (wie sie in der Schmierseife enthalten sind, deswegen wirkt diese Seife ja auch als „Ersatzmittel“), aber auch Mineralöle oder eben chemische Wirkstoffe. Was also tun? Ich rate zum einen dazu, zunächst einmal die Anwendung des zuletzt verwendeten Präparates zu überprüfen: Hat die Anwendungskonzentration gestimmt? Sind Pflanze und Schädling tropfnass benetzt worden? War die Einwirkungsdauer lang genug oder hat schon bald nach der Spritzung ein Schauer eingesetzt, ein Regner beregnet? Schmierseife beispielsweise wird 2-prozentig angewendet, also 20 Gramm (etwa ein Esslöffel) pro 1 Liter-Kanne. Dabei die Seife zuvor in warmem Wasser auflösen, nicht in die kalte Kanne, da löst sie schlecht und so kann es zu einer zu dünnen Konzentration der Brühe kommen!

Sollten Sie aber alles richtig gemacht haben, so bleibt Ihnen noch die Chance, mit den Spritzgängen auch den Wirkstoff (also nicht allein das Präparat, sondern tatsächlich den Wirkstoff!) zu wechseln. Dann hätten Sie auch den seltenen Fall ausgeschlossen, dass eine Blattlausart von einem Wirkstoff möglicherweise weniger gut erfasst wird.

Und behalten Sie schlussendlich auch im Auge, dass mancher Läusebefall im Garten leider auch eine frühzeitige Neubesiedlung nach erfolgreicher Bekämpfung sein kann. Denn generell ist dieses Jahr weniger ein Schneckenjahr im Garten, als vielmehr tatsächlich ein Blattlausjahr!


Frage von Kerstin M.:

Hallo Herr Kötter, in meinem Garten wächst an vielen Stellen die Ackerwinde, welche ich einfach nicht in den Griff bekomme, da die Wurzeln schnell abbrechen. Wissen Sie einen Rat, um diese zu vernichten?

GARDENA Gartenexperte:

Wenden Sie z.B. einmal Finalsan GierschFrei von Neudorff an. Das ist ein Präparat, das von der Pflanze über die Blätter aufgenommen wird und bis in die Wurzeln dringt, also auch diese zerstört. Das Präparat wirkt ja nicht nur gegen Giersch und Ackerschachtelhalm, sondern nach meinem Kenntnisstand auch gegen Ackerwinde und Zaunwinde. Mit der Produktbezeichnung Finalsan GierschFrei AF bekommen Sie das Mittel auch anwendungsfertig, müssen also nicht mehr eine Spritzbrühe selbst ansetzen.


Frage von Carmen B.:

Sehr geehrter Herr Kötter, ich habe gelesen, dass man abgestorbene Triebe bei Koniferen nicht entfernen soll. Stimmt das, denn das sieht nicht schön aus.

Zweite Frage: Ich habe extrem viele Ameisen und folglich auch Blattläuse im Garten bzw. an meinen Pflanzen. Extrem bedeutet, ich glaube mein kompletter Garten ist von diesen (in Maßen nützlichen) Tieren unterwandert. Mein Garten war früher (vor 10 Jahren) Ackerland bis es dann Bauland wurde. Was würden Sie mir empfehlen gegen diese "Plagegeister“ zu unternehmen, damit meine Pflanzen sich endlich wieder erholen können. Anfangs hatte ich es mit Ameisengift versucht, aber dafür ist die Fläche einfach zu groß und es sind zu viele Schädlinge. Abgesehen davon kann ich es mir auch nicht mehr leisten. Aber vielleicht gibt es ja eine wirksame natürliche Methode.

GARDENA Gartenexperte:

Wer kommt denn auf die Idee, dass man die nicht entfernen sollen dürfte? Ich wüsste keinen gärtnerischen Grund dafür. Im Gegenteil: Wenn die Partien pilzbefallen sind (z.B. mit Rotpustel, Gitterost oder dergleichen), dann sollte man dieses befallene bzw. Totholz allemal entfernen. Und zwar so frühzeitig, dass die Pilze nicht aussporen und sich folglich ausbreiten. Also: Vergessen Sie den unsinnigen Rat!

Was die Blattläuse betrifft, so gibt es zahlreiche Möglichkeiten, diese mit Handelspräparaten zu bekämpfen. Vergleichen Sie dazu sowohl die Anmerkungen zur Frage von Rosemarie H. (siehe oben), aber auch die Hinweise im vorangegangenen GARDENA Newsletter. Den finden sie über diesen Link im Archiv http://www.gardena.com/de/gardena-newsletter/june-2011/


Frage von Wolfgang P.:

Bei einer meiner Yucca (im Freien) sind einige, vorwiegend junge Blätter regelrecht "abgesäbelt". Schädlinge habe ich nicht gefunden, es muss aber ein Tier sein, welches die doch relativ starken Blätter locker abknabbert! Bitte um Hilfe und um einen Tipp, wie ich dem Ganzen Einhalt gebieten kann! Besten Dank.

GARDENA Gartenexperte:

Unbesehen aus der Ferne ist das schwierig zu beurteilen, lieber Herr P.. Solche Fraßschäden können durch Kaninchen oder auch Mäuse hervorgerufen werden. Prüfen Sie doch einmal die Begleitumstände: Ist der Garten kaninchensicher eingezäunt? Finden sich Mauselöcher oder Wühlmausgänge in der Umgebung der Pflanze? Lassen sich ggf. Kotspuren einem Fraßfeind zuordnen? Wie ist das Bissschema – lassen sich an den Blattwunden Zahnspuren erkennen? Yucca ist eine Liliaceae – ich halte es daher für nicht grundsätzlich auszuschließen, dass sogar Katzen die jungen Blätter abgefressen haben könnten, die ja auch eifrige Grasfresser sind. Aber, wie gesagt, dann sollte das ausgefranste Bissmuster es ausweisen, wohingegen Nager ja ein anderes Abbissmuster erzeugen.