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Willkommen im neuen Jahr, liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde. Der Jahreswechsel hat Ihrem tiefen Interesse am Garten keinen Abbruch getan – im Gegenteil: viele von Ihnen haben schon die aktuellen Samenkataloge gewälzt und Saatgutbestellungen an die Versender abgeschickt. Der GARDENA Gartenexperte Engelbert Kötter freut sich zusammen mit dem ganzen GARDENA-Team darauf, Sie auch in 2013 durch immer wieder neue praktische Gartentipps – auf der Basis Ihrer Anfragen – für Ihr schönes Hobby zu begeistern. Los geht’s – mit den Antworten zu Ihren aktuellen Gartenfragen.

Frage von Wolfgang T.:

In diesem Jahr habe ich ein etwas größeres Problem.
Und zwar buddeln schon seit Monaten immer mal Tiere (?) Pflanzen aus den Blumenkübeln und verstreuen wild die Erde in der Gegend. Die Wurzel wird oft freigelegt und so haben einige Pflanzen diese Aktion nicht überlebt. Jetzt habe ich das Problem, dass an bestimmten Stellen die Tulpenzwiebeln ausgebuddelt werden und dann in der Gegend verstreut herumliegen. Was können das für Tiere sein und was kann ich evtl. dagegen tun?

GARDENA Gartenexperte:

Es gibt durchaus Tiere, lieber Herr T., die sich in der Erde von Beeten und sogar Pflanzgefäßen in der Art zu schaffen machen, wie Sie das beschreiben. In der einfachsten Variante sind es Amseln, die z.B. unter Rindenmulch im Beet nach Insekten und Würmern suchen. Dabei kratzen Sie so sehr herum, dass z.B. eben Rindenmulch danach weit verstreut umher liegt. Auch in Pflanzgefäßen kratzen sie durchaus herum, speziell bei dem Boden aufliegenden Blättern unter die sie zu gelangen versuchen. Da bei Ihnen aber auch Blumenzwiebeln ausgegraben werden, was für Amseln nach meiner Auffassung eher eine Nummer zu groß ist, vermute ich, dass bei Ihnen wohl eher Katzen oder Marder unterwegs sind. Die in Beet oder Kübel ihr Geschäft verrichten oder dort Revierzeichen markieren.
Abhilfe dürfte ein Vergällungsmittel aus dem Fachhandel sein, das es für den Einsatz gegen Katzen, Hunde oder auch Wild gibt. In älteren Gartenbüchern gab es in diesem Zusammenhang auch den Rat, Dornenzweige (etwa von Berberitzen)auszulegen (wahlweise leicht mit Erde überdeckt), so dass sich die Tiere daran pieksen und sich daraufhin lieber einer anderen Stelle zuwenden. Aber das ist dann schon eher eine etwas rabiate Lösung... Moderner sind da wohl elektronische Geräte mit Bewegungsmelder, die dann als "Katzenschreck" ein Geräusch erzeugen und das Tier verschrecken.


Frage von Ingrid H.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
seit vielen Jahren überwintere ich auf die gleiche Weise meine Sommerblumen - bisher mit sehr guten Erfolgen. Sie bleiben in ihren Kästen, werden nur etwas zurückgeschnitten und überwintern in unserem verglasten Gartenhaus, das belüftet ist durch gekippte Fenster und mit einem Elektro-Radiator frostfrei gehalten wird. Es herrscht dort z.Zt. eine Temperatur von ca. 4-8 Grad. In diesem Jahr erlebe ich jedoch zum ersten Mal das Phänomen, dass sämtliche Pflanzen mit einer dicken Schimmelschicht überzogen sind, obwohl sie nicht gegossen wurden. Haben Sie hierzu eine kurzfristige Hilfe für mich? Im Voraus besten Dank.

GARDENA Gartenexperte:

Das können Sie jetzt tun, liebe Frau H.: Putzen Sie die Pflanzen nochmals durch und entfernen Sie alle abgestorbenen Pflanzenreste. Schneiden Sie befallene Triebe bis ins gesunde Holz zurück. Gießen Sie spärlich (Pflanzen gerade vor dem Vertrocknen retten). Und lüften Sie bei frostfreiem Wetter reichlich. Hintergrund der ganzen Sache ist der Befall mit Grauschimmel (Botrytis cinerea), einem Schwächeparasiten der sich auf faulendem Pflanzenmaterial ansiedelt und von dort auf geschwächte Pflanzen (wie eben solche im Winterquartier) übergreifen kann. Er tritt besonders intensiv bei feuchter, „stehender“ Luft auf. Und dagegen hilft Luftbewegung und Abtransport zu hoher Luftfeuchtigkeit durch Lüften.


Frage von Rainer M.:

Lieber Herr Kötter,
sobald der Newsletter auf meinem Rechner ist, lese ich seit Jahren sofort immer Ihre hilfreichen Tipps. Jetzt habe ich auch einmal eine Frage an Sie. Es ist zwar noch etwas hin bis zum Frühjahr und dem Beginn der Düngeperiode, aber eine Frage beschäftigt mich dennoch schon jetzt: Gibt es einen Allround-Dünger für meine Stauden & Co., um Wachstum und Blühfreudigkeit zu erhöhen?
In meinem (naturnahen) Garten habe ich u. a.:
- Wasserdost (Eupatorium purpureum [L.])
- Mädesüß (Filipendula ulmaria [(L.) Maxim.])
- Funkien (Hostaceae)
- Indianernessel (Monarda fistulosa)
- Kreuzkraut (Ligularia przewalskii [(Maxim.) Diels])
- Tafelblatt (Astilboides tabularis)
- Schaublatt (Rodgersia aesculifolia)
- Wiesenraute (Thalictrum aquilegifolium [L.])
- Heidelbeere (Vaccinium corymbosum)
- Rote Schildblume (Chelone obliqua [L.])
- Echter Alant (Inula helenium [L.])
- Wolfstrapp (Lycopus europaeus [L.])
- Sumpfhornklee (Lotus uliginosus [Schkuhr])
- Waldwitwenblume (Knautia dipsacifolia [Kreutzer])
- Farne und Gräser (benötigen vermutlich keinen Dünger)
Die Pflanzen wurden alle im letzten und vorletzten Jahr gesetzt. Sie wachsen zwar mehr oder weniger und blühen auch etwas. Aber ich würde ihnen gerne etwas „auf die Sprünge helfen“. Ich dachte z.B. an eine ordentliche Portion (flüssiges) Blaukorn (in welchen Abständen?). Wäre das für die oben genannten Pflanzen in Ordnung, oder haben Sie hier Bedenken bzw. eine andere Idee?
Herzlichen Dank und viele Grüße

GARDENA Gartenexperte:

Nachdem die Pflanzen momentan das zweite Standjahr noch nicht erreicht haben, lieber Herr M., werden sie erst in diesem Jahr zu voller Pracht auflaufen. Zwar können Sie dabei durchaus mit Düngung nachhelfen, insgesamt rate ich in Ihrem Fall aber zu tendenzieller Zurückhaltung mit dem Düngen. Sie haben einen Naturgarten in Wassernähe. Da gilt es zu vermeiden, dass nach dem Düngen durch abfließendes Oberflächenasser Dünger in Ihren Teich eingespült wird, denn der verursacht dann zunehmendes Algenwachstum. Auch reicht in Ihrem Naturgarten der mäßige Nährstoffgehalt von organischen Düngern wie Kompost oder gekörnter Rinderdung. Da muss es kein Mineraldünger sein, der viel höhere Nährstoffkonzentrationen mit sich bringt. Je näher Sie sich mit der genannten Düngeempfehlung dem Gewässerrand nähern, desto sensibler sollten Sie dann mit der Düngung umgehen. Zum Beispiel sollten Sie speziell hier den Dünger gleich so in den Boden einarbeiten, dass sein Abtragen durch Oberflächenwasser weitestgehend ausgeschlossen ist. Als geeigneten Düngezeitpunkt für die organische Düngung empfehle ich Ihnen, je nach Witterungsverlauf, Mitte März.


Frage von Dorit G.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
im März dieses Jahres schenkte man mir Blumenzwiebeln, die im Sommer phantastisch in gelb und rot blühten. Leider ist mir der Name nicht mehr in Erinnerung, ich sende Ihnen ein Foto mit und würde gerne erfahren, wie diese Pflanze heißt und welcher Familie sie zugehörig ist. Die Zwiebeln, die sich gut vermehrt haben, grub ich vor dem ersten Frost aus - in welcher Weise kann ich sie überwintern um sie im nächsten Jahr wieder zum Blühen zu bringen?

GARDENA Gartenexperte:

Soweit ich das an Ihrem Bild erkennen kann, liebe Frau G., haben Sie hier eine Tigerblume vor sich (Tigridia pavonia), ein Irisgewächs (Iridaceae) und insofern eine Knollenpflanze, keine Zwiebelblume. Vor dem Frost nehmen Sie die Knollen aus dem Boden, überwintern sie trocken und frostfrei und setzen sie im April/Mai acht Zentimeter tief (gemessen von der Knollenunterseite) und im Abstand von zwölf Zentimetern. Tipp: Kombinieren Sie die Pflanze mal mit Salvia nemorosa, das gibt ihr einen phantastischen Rahmen. Die Tigerblume steht gerne sonnig, aber bei ausreichend Bodenfeuchte.


Frage von Michael H.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
meine Frage betrifft eine mir nicht mit Namen bekannte Kleeart, die sich seit einigen Jahren hier in den Gärten am rechten Niederrhein ausbreitet: Sie ist niedrig, blüht gelb und hat rötliche Blätter. Die Samenstände sehen wie kleine Zipfelmützen aus. Ich glaube, sie ist mit mediterranen Kübelpflanzen hierher gekommen. Sie breitet sich jedenfalls rasend schnell aus und ich frage Sie, lieber Herr Kötter, wie man ihrer Herr werden kann. Das Wurzelwerk ist so dicht und verfilzt, dass man die ganze obere Bodenschicht abtragen müsste, was ich aber nicht will. Herausjäten geht gar nicht. Gegen Hitze ist es empfindlich, aber damit schädigt man aber auch die umliegenden Pflanzen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir und vielen meiner Nachbarn und Bekannten helfen. Vielen Dank!

GARDENA Gartenexperte:

Die Rede dürfte hier vom Sauerklee sein (Oxalis), lieber Herr H.. Im Grunde haben Sie gegen den im Wesentlichen folgende Möglichkeiten, dagegen anzugehen:
Oxalis zieht leicht saure Böden vor. Wo immer es möglich ist, heben Sie den pH-Wert des Bodens durch eine Kalkung an. 100 Gramm Düngekalk pro Quadratmeter heben den pH um einen Punkt, also z.B. von pH 5 auf pH 6. Gegen Oxalis sollte der pH bei etwa pH 7 bis pH 7,5 oder gar pH 8 liegen.
Auch das wiederholte Hacken ist gegen Oxalis hilfreich. Man muss dabei aber auf der Fläche am Ball bleiben und kriegt ihn dort, wo er in Gräser oder Stauden hinein gewachsen ist auf diesem Wege nicht wirklich weg. Da müssen Sie leider rupfen. Das gleiche gilt für die Anwendung eines Herbizides. Bayer beispielsweise weist das Präparat Bayer Garten Universal-Rasenunkrautfrei Loredo® als wirksam gegen Sauerklee aus. Aber wenn der erst einmal in andere Pflanzen hinein gewachsen ist, erwischt man ihn damit auch nicht mehr.
So bleiben denn, unterm Strich, verschiedne Bekämpfungsvarianten, bei denen Sie aber – im Detail mehr oder weniger mühsam – über längere Zeit am Ball bleiben müssen. Wie intensiv Sie das tun, bestimmt dann wesentlich das Maß Ihres Erfolges.


Frage von Ewald T.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
wie kann ich Dornengestrüpp (wilde Brombeersträucher oder so etwas Ähnliches) entfernen, ohne dass ich von den Dornen in Mitleidenschaft genommen werde?

GARDENA Gartenexperte:

Gegen Brombeeren, die als „Unkraut“ im Forst das Wachstum von Jungpflanzen beeinträchtigen, darf man dort zwar mit Herbiziden vorgehen, im Hausgarten (und ich gehe davon aus, dass Sie den in diesem Kontext meinen) ist das aber nicht erlaubt. So bleibt eigentlich nur die mühsamere Variante: Dicke Hose und Jacke anziehen, feste Handschuhe dazu und dann die Triebe der Brombeeren etwa einen Meter über dem Boden abschneiden. Anschließend die abgetrennten langen Triebe auf wiederum Meterlänge zurecht schneiden, bündeln und entsorgen (ggf. häckseln und kompostieren). Im zweiten Arbeitsgang die im Boden verbliebenen Wurzeln ausgraben. Das geht recht unkompliziert, speziell wenn Sie – wie oben gesagt – noch etwa einen Meter Trieb an der Pflanze belassen haben, um die gelösten Wurzeln so viel leichter aus dem Boden herausziehen zu können.