Zur Verbesserung unseres Internetangebots setzen wir Cookies ein. Sofern Sie unser Internetangebot weiter nutzen, stimmen Sie einem Einsatz von Cookies und der Verwendung Ihrer mit Hilfe der Cookies erhobenen personenbezogenen Daten zu. Weitere Informationen zum Einsatz von Cookies können Sie der folgenden Informationsseite entnehmen. Hinweise zum Einsatz von Cookies

Bougainvillea, Oleander – Ihre Anfragen an den GARDENA Gartenexperten Engelbert Kötter drehen sich zwar noch um Kübelschönheiten im Winterquartier, aber sie reichen schon an den Spätwinter heran. Ebenso wie die Frage von Wolfgang S. nach der jetzt sinnvollen Voraustriebsspritzung im Obstgarten. Wenn das langsam an Fahrt gewinnende Gartenjahr auch Ihnen Fragen aufwirft – nur zu! Hier aber erst einmal viel Spaß und Erkenntniszuwachs mit den aktuellen Fragen und Antworten:

Frage von Wolfgang S.:

Die Zeit naht und vor dem Austrieb wären Obstbäume wie Apfel und Birne zu spritzen. Welches Spritzmittel und wann ist es anzuwenden? Vielen Dank für Ihre baldige Antwort.

GARDENA Gartenexperte:

Ein komplexes Thema, lieber Herr S. – und Bände füllend. Wenn Sie Infos für den Erwerbs- und Nebenerwerbsanbau benötigen, so gibt es hier eine Liste der zurzeit für die Anwendung zugelassenen Spritzmittel für bestimmte Kulturen:

http://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/04_Pflanzenschutzmittel/psm_verz_2.pdf?__blob=publicationFile&v=3

Sollte sich Ihre Anfrage auf den Bereich Haus- und Kleingarten beziehen, so folgen Sie stattdessen bitte diesem Link:

http://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/04_Pflanzenschutzmittel/psm_verz_7.pdf?__blob=publicationFile&v=3

Das sind dies beides aber noch die 2011er Listen und die in Deutschland gültigen, die neuen sind offenbar noch nicht eingestellt. Für Österreich kann es darüber hinaus andere rechtliche Regelungen geben, die müssten Sie ggf. bitte im eigenen Hause Ihres Ministeriums aus dem Sie sich melden überprüfen.
Einen echt gut gemachten, umfangreichen und informativen Überblick über den Pflanzenschutz in Ihrem Obstgarten, darin eben auch zu den von Ihnen angefragten Äpfeln und Birnen, finden Sie hier: .

https://www.landwirtschaft-bw.info/servlet/PB/show/1113415_l1/MB-Obstbau2012_Internetversion-neu.pdf

Allerdings gilt es dort bzgl. der empfohlenen Präparate, die Empfehlungen mit denjenigen für den Haus- und Kleingarten (in Austria) zurzeit zulässigen abzugleichen.
Ganz pragmatisch kann ich Sie schlussendlich noch auf die jetzt üblicherweise anstehende Vorausstriebsspritzung im Obstgarten hinweisen, mit der Sie auch an Apfel- und Birnbäumen die Wintereiner der Spinnmilben bekämpfen und dabei diejenigen der Blattläuse üblicherweise mit erwischen. Das Präparat Promanal Austriebsspritzmittel beispielsweise ist ein umweltverträgliches, weil es auf Rapsöl-Basis wirkt. Es ist aktuell für den Haus- und Kleingarten zugelassen.


Frage von Monika D.:

Seit vielen Jahren überwintere ich meinen Oleander im hellen Keller und bisher hatte ich damit keine Probleme. Dieses Jahr jedoch hat der Oleander silbrig scheinende und abtrocknende Blätter. Was kann ich dagegen tun? Im Voraus besten Dank für Ihre Bemühungen.

GARDENA Gartenexperte:

Das dürfte wohl ein Befall mit Thripsen sein, liebe Frau D., den Sie da beschreiben. Das sind Fransenflügler, die Sie an der Blattunterseite als kleine, schmale, üblicherweise schwarz-weiß gestreifte Tierchen entdecken. Oder aber die Larven davon, die wie kleine, längliche und gelbliche Tupfer aussehen. Googeln Sie sich mal Bilder von Thripsen. Diese Thripse jedenfalls saugen die Blattzellen aus, und es füllen sich die Zellen mit Luft. Liegen viele davon beieinander (ist also der Schaden schon fortgeschritten), dann glänzen die betroffenen Blattpartien eben silbern – ganz so, wie Sie es beobachten und mir beschreiben.
Zur Bekämpfung können Sie ganz einfach Nützlinge einsetzen. Besorgen Sie sich im Fachhandel oder Internet Florfliegen-Larven und setzen Sie die auf dem Oleander aus. Die Räuber weiden dann den Oleander nach Thripsen und deren Larven ab. Wenn Sie stattdessen ein Spritzmittel bevorzugen, wäre beispielsweise Spruzit (von neudorff, dort gibt´s auch die genannten Nützlinge) eine umweltverträgliche Lösung.
Beachten Sie aber, dass Thripse etwas tricky sind: Die Insekten legen die Eier in die Blätter und die Larven schlüpfen sehr ungleichmäßig aus. Insofern erwischt man mit einer Einzelbekämpfung nie alle Tiere auf einmal und muss daher mit der Bekämpfung am Ball bleiben. Hinzu kommt obendrein, dass sich eine Thripslarve bei Bedrohungen einfach von der Pflanze fallen lassen kann und dann Monate lang überdauern kann, um im passenden Moment die Pflanze neu „anzugreifen“. Insofern ist es wichtig, Standplatzhygiene zu betreiben, also auch mal den Übertopf auszuwaschen, die obere Erdschicht im Kübel auszutauschen und den Standort gründlich abzuwaschen. Mit Thripsen habe auch ich so meine liebe Not – insofern: Sie sind mit dem Problem nicht allein, liebe Frau D.!


Frage von Karin E.-S.:

Vor drei Jahren schenkte mir jemand eine dieser wunderschönen Blühpflanzen, eine Bougainvillea. Habe sie gut über den Winter gebracht. Kühles Schlafzimmer, und sie hat im vergangenen Sommer noch schöner geblüht als zuvor. Jetzt hat sie durch den warmen Winter schon so ausgeschlagen, das ich sie schon ein bisschen beschnitten habe, obwohl man das erst Anfang März machen sollte. Hoffentlich war das nicht verkehrt. Wenn sie noch einen Tipp hätten, wäre ich sehr dankbar.

GARDENA Gartenexperte:

Beim Beschneiden machen die paar Tage nichts aus, liebe Frau E.-S.. Wichtig ist nur, dass Sie die diesjährigen Zweige nicht wesentlich zurückschneiden, weil das ja bereits diejenigen Triebe sind, an denen die Bougainvillea später blühen soll. Andernfalls erscheint die Blüte noch später, die ja lichtbedingt sowieso nicht so früh wie im mediterranen Raum erscheinen. Zwar muss man die stark wüchsige Pflanze sicher auch in ihrer Länge im Zaum halten, aber als Kübelpflanze betrachtet, ist an ihr das Auslichten die durchaus ebenso wichtige Schnittmaßnahme.
Was die weiteren Tipps zur Pflanze betrifft, so denken Sie bitte daran, dass Bougainvillea eine so genannte Kalthauspflanze ist. Das bedeutet, dass sie im Winter nicht zu warm stehen will. 2-10 °C reichen da völlig aus und 2 °C sind besser als 10 °C (auch wenn die Pflanze dann das Laub abwirft). Dabei wird die Pflanze wassermäßig nur vor dem Vertrocknen bewahrt. Eine ausdrückliche Trockenperiode im Spätwinter von mindestens zwei Wochen Dauer und bei möglichst kühlem, frostfreiem Stand fördert sogar die Blütenbildung. Ansonsten gilt: Die Bougainvillea hat einen mittleren Nährstoffgehalt, 2 g/l Pflanzsubstrat eines Langzeitdüngers (etwa 6-8 Monate) für Blütenpflanzen geben Sie beim Umtopfen gleich mit in die Erde (für Kübelpflanzen nehme ich persönlich ganz gerne die Zitrus- und Kübelpflanzenerde von frux, die ist schön mineralisch). Dann müssen Sie wöchentlich nur noch mit Blütenpflanzendünger (1 g/l Wasser) nachdüngen. Die Düngung der Pflanze ist insofern ein wenig heikel, als sie zwar stark wächst und von daher einiges an Futter braucht, zu starke Düngung im Frühjahr, speziell die mit Stickstoff, macht sie aber wachsfreudig und blühfaul.