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Warum blüht die Tuberose nicht? Ist Rindenmulch für Rosenbeete geeignet? Wie ist das mit dem Schnittzeitpunkt bei Apfelbäumen? Wie kultiviere ich Auberginen und Melonen? Und was macht man gegen die „Grasmilben“ (genauer: Herbstmilben) und ihre üblen Stiche? Der Gardena Gartenexperte Engelbert Kötter weiß wieder einmal fachlichen, gut verständlich erklärten Rat – sofern es diesen denn gibt, denn im Falle der Herbstmilben gibt es leider keine einfach zu praktizierende Lösung. Aber lesen Sie selbst – und viel Spaß dabei (zumindest bei den erfreulichen Aussagen, denn die Stiche der Herbstmilben sind schon hundsgemein)!

Frage von Rut K.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
vielleicht können Sie mir einen Rat geben. Ich habe vor zwei Jahren Tuberose-Zwiebeln gekauft. Sie haben im vorletzten Sommer herrlich geblüht und geduftet. Nur eine, die hat den Schnecken zu gut geschmeckt. Auf den Winter holte ich sie ins Haus - da ich aber in einem modernen Reihenmittelhaus wohne ist es schwierig, einen kühlen Platz zu finden.
Und jetzt kommt meine eigentliche Frage: Sowohl im letzten Jahr als auch in diesem Jahr (nachdem in diesem Sommer keine der Tuberosen geblüht hat!) entwickeln die Pflanzen im Haus auf den Winter hin Blütenstängel. Die werden bis zur Knospe hoch ausgebildet - und dann verdorren sie sozusagen - am fehlenden Wasser kann es aber wohl nicht liegen, da ich sie in Sichtweite habe und auch eine "Durstkugel" drinnen steckt.
Können Sie mir raten, was ich tun kann, damit die Pflanzen entweder im Sommer draußen oder aber wenigstens im Winter drinnen zur Blüte kommen? Vielen Dank vorab für Ihre Hilfe!

Der GARDENA Gartenexperte:

Agave polianthes die Sie hier ansprechen (früher Polianthes tuberosa oder auch Manfreda tuberosa), ist eine Knollenpflanze, die Sie vergleichsweise wie Ritterstern („Amaryllis“, genauer: Hippeastrum) pflegen, nur um ein halbes Jahr zeitversetzt. Das bedeutet konkret: Die eingezogene Knolle kühl aber frostfrei stellen und weitestgehend sehr trocken halten. Gegen Winterende, so Mitte/Ende März, wieder hervorholen und frisch topfen, angießen und dann sehr hell und warm (etwa 22-25 °C) stehen lassen. Erst wieder gießen, wenn die Pflanze den Blütenstiel schiebt. Dann aber regelmäßig jedoch mäßig gießen und nach der Blüte mit Blütenpflanzendünger regulär düngen. Anfang Dezember das Gießen einstellen und die Pflanze einziehen lassen und bei ca. 10-12 °C in die Winterruhe stellen. So schließt sich der (Jahres)Kreis.
Was in Ihrem Fall dazu geführt hat, dass Ihre Tuberose nicht blühen mag, das kann ich nicht beurteilen. Möglicherweise war die gekaufte Knollengröße noch zu klein und wie sieht es mit dem das Gießen begleitende Düngen aus? Ein ganz wesentlicher Punkt ist es jedoch zumeist, dass der Pflanze eine wirkliche Ruhephase und damit der erforderliche Kältereiz fehlt, damit sie ihren natürlichen Rhythmus hat. Kakteen-Haage ( www.kakteen-haage.de ) und Rühlemanns ( www.kraeuter-und-duftpflanzen.de ). haben die Tuberose übrigens im Sortiment, wenn Sie noch welche brauchen sollten oder mal eine andere Sorte ausprobieren wollten.
Ich wünsche Ihnen jedenfalls, liebe Frau K., dass Sie diese außerordentliche Duftgranate zum Blühen bekommen und neben dem Augenschmaus Ihrer tollen Blüte auch den überwältigenden Nasenschmaus genießen werden …


Frage von Fritz A.:

Sehr geehrter Gartenexperte,

ich hatte letztes Jahr schon einmal angefragt, ob ich Rindenmulch in ein Rosenbeet streuen könnte. Leider erhielt ich keine Antwort, obwohl ich alle Ihre Briefe und Ratschläge lese, habe ich keine Antwort erhalten. Deshalb nochmals die Frage: Vertragen die Rosen den Rindenmulch? Für eine Antwort wäre ich dankbar.

Der GARDENA Gartenexperte:

Danke für´s Nachfassen, lieber Herr A., ich beantworte Ihre Frage sehr gerne – habe aber die Antwort dazu bislang noch nicht in einem Newsletter untergebracht, da haben Sie Recht. Bitte haben Sie dafür Verständnis, der GARDENA Newsletter wird von weit über 7.000 Menschen gelesen und angesichts seines begrenzten Umfanges ist das so eine Sache, immer alle Fragen unmittelbar zu beantworten …
Aber nun meine Antwort zu Ihrer konkreten Frage: Ja, Rosen vertragen grundsätzlich Rindenmulch. Das gilt es aber differenziert zu betrachten. Rosen sind von Haus aus Tiefwurzler und holen sich somit Wasser und Nährstoffe auch aus tiefer liegenden Bodenschichten. Wenn sie nun durch Humusgaben in den obersten Bodenschichten reichlich versorgt werden neigen sie dazu, nahe der Bodenoberfläche sehr viele Wurzeln zu bilden und diese sind dann besonders frostgefährdet, was wiederum die Frostfestigkeit der Rose in strengen Wintern deutlich herabsetzt – dann, wenn die Rosen ohnehin gefährdet sind. Mulchauflagen sind Humusbildner und deswegen grundsätzlich in der Lage, das Problem in Gang zu setzen und zu fördern. Sie sind aber auch gut dazu geeignet, den Boden im Rosenbeet feuchter zu halten und das Aufkommen von Samenunkräutern zu mindern. Wenn Sie sich also für das Mulchen in Ihrem Rosenbeet entscheiden, lieber Herr A., dann verwenden Sie dazu am geschicktesten solche Mulchmaterialien, die sich sehr langsam zersetzen. Rindenkompost wäre ein Beispiel für sich besonders schnell zersetzendes Rindenmaterial, französische oder portugiesische Pinienrinde eines für besonders langsames. „Normales“ Rindenmulch, das ist meist Fichten- oder Kieferschälrinde, ist da im Mittelfeld unterwegs, Tendenz: schnelleres Zersetzen.
Speziell mit schnell sich zersetzendem Rindenmulchmaterial, aber ebenso gut mit dem langsam sich zersetzenden, greifen Sie überdies auch in den Boden-pH ein sowie in seinen Düngerfluss. Das bedeutet konkret: Weil die Humussäuren den pH-Wert ins Saurere verschieben, ist dagegen Kalken angesagt, wie Rosen ja generell den basischen Boden vorziehen. Und es benötigen generell Pflanzen mit organischer Mulchauflage eine Zusatzgabe an Kali und etwas mehr Stickstoff. Bei seiner Verrottung „zieht“ der Rindenmulch nämlich zunächst einmal speziell Stickstoff (= Eiweißbaustein), indem sich die zersetzenden Mikroorganismen davon zu Ihrer Vermehrung kräftig einheimsen. Deswegen dünge ich die Fläche vor dem Aufbringen von Rindenmulch üblicherweise mit 50-70 g/m2 Hornspänen. 30-40 g/m2 Kali können Sie dabei gleich mit ausbringen. Diese Düngermengen betrachten Sie aber bitte als unabhängig von Ihrer sonstigen Rosendüngung, die geht extra.


Frage von Elvis S..:

Hallo Herr Kötter,
haben Sie einen Tipp, wann der Apfelbaumrückschnitt (der senkrechten Wasseräste) gemacht werden sollte?

Der GARDENA Gartenexperte:

Das können Sie jetzt im Januar an frostfreien Tagen machen, Herr S., und bis in den März hinein. Vor dem Knospenschwellen sollte der Job erledigt sein. Und bei der Arbeit dran denken: Etwa, ein, zwei Wasserreiser gerade im Bereich des oberen Leittriebes stehen lassen und nur leicht einkürzen, damit der Baum sich im Wachstumsschub austoben kann. Damit kriegen Sie im Rest des oberen Baumes weniger Wasserschosse. Und möglicherweise Ihren Schnitt auch einmal überdenken, weil allzu viele Wasserschosse davon künden, dass Sie den Baum so schneiden, dass er mehr ins Kraut als in die Frucht geht. Und je kräftiger Sie ihn dann schneiden, desto wilder tobt er sich in Wasserreisern aus. Also immer schön die waagerechten Jungtriebe fördernd schneiden: Abgetragenes Fruchtholz entfernen und die Jungtriebe so einkürzen, dass sie zu neuem Fruchtholz heranreifen, wie ein rollierendes System.


Frage von Stefan S.:

Wie gelingen Melone und Aubergine?

Der GARDENA Gartenexperte:

Ich gehe mal davon aus, lieber Herr S., dass Sie die als Kübelpflanze ziehen wollen. Am einfachsten geht´s so, dass Sie die Jungpflanzen in einen 10-Liter-Pflanztopf oder ein Pflanzgefäß mit Wasserspeicher topfen (tonhaltige Qualitätserde verwenden, ich persönlich arbeite ganz gerne mit frux Kübelpflanzenerde, die ist schön mineralisch) und die Pflanzen ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen, ins sonnige Freie stellen. Beim Topfen bereits Langzeitdünger in die Erde mengen, etwa 2 (Aubergine) bis 3 (Melone) Gramm/Liter Erde. Und dann geht die Post ab. Achten Sie auf gleichmäßige Bodenfeuchte, speziell die Melone braucht viel Wasser. Die Aubergine müssen Sie nicht schneiden, bei der Melone die Seitentriebe auf drei Augen einkürzen, damit sich Blüten bilden. Im Pflanzenschutz speziell bei der Aubergine auf Befall mit Spinnmilben und Weißer Fliege achten, letztere bekommt sie nahezu sicher. Aber bei Neudorff gibt´s naturverträgliche Präparate dagegen, z. B. Neudosan Obst und Gemüse Schädlingsfrei. Frühzeitig bekämpfen, sonst geht die Weiße Fliege auch auf die Tomaten, die Fuchsien und die Brugmansien („Datura“)! Zur Aubergine (und vielem anderem mehr, wie Basilikum und Tomaten etc.) finden Sie hier eine Kulturanleitung der Bayerischen Gartenakademie, Veitshöchheim: www.lwg.bayern.de .


Frage von Wilfried F.:

Hallo,
unser Vormieter und Gartennutzer hatte einen Hund, der im Garten Auslauf hatte. Jetzt stellt sich heraus, dass wir im Garten mit 80-Quadratmetern Wiese, 30-Quadratmetern Blumen- und Pflanzenbeet, 20-Quadratmetern Terrasse, 40-Quadratmetern Baum-, Busch- und Efeuumrandung Grasmilbenbefall haben. Wir konnten den ganzen Sommer über und auch diesen Herbst nicht ohne Gummistiefel und Vollbedeckung in den Garten. Die Milbenbisse sind heftigst, bilden auf der Haut und darunter große Gewebereaktionen, die lange andauern. Unsere Enkelkinder lassen wir erst gar nicht in den Garten. Was müssen wir tun, um diesen Milbenbefall los zu werden?

Der GARDENA Gartenexperte:

Grasmilben (Bryobia gramineum), lieber Herr F., sind das wohl nicht, denn die tun dem Menschen nichts, sondern bloß dem Gras. Was in Ihrem Fall für diese üblen Stiche sorgt, die rund eine Woche lang peinigen, das sind wohl die Herbstmilben (Neotrombicula autumnalis). Das Institut für Medizinische Parasitologie der Medizinischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn hat ein „Merkblatt zum Problem der Trombidiose des Menschen“ herausgegeben, das den Sachverhalt schön erklärt und Hilfestellungen gegen die Quaddeln nach den Insektenbissen (= Trombidiosen; Trombiculidae ist die Familie der Laufmilben, zu denen die Herbstmilben gehören) gibt. Das Merkblatt ( www.meb.uni-bonn.de ) macht keine Hoffnung auf Bekämpfbarkeit der Milben im Garten. Dieser Meinung schließt sich eine Stellungnahme des Rhein-Erft-Landkreises gegenüber seinen Bürgerinnen und Bürgern an ( www.rhein-erft-kreis.de ). Auch mir ist nicht bekannt, dass es ein offiziell im Hausgarten zugelassenes Arkarizid gegen Neotrombicula autumnalis gibt. Zu Trombidiosen finden Sie auch hier etwas Fundiertes: www.g-n-n.de .
In seiner Dissertation diskutiert Arne Schöler ab Seite 221 einen Vergleich chemischer und ökologischer Bekämpfungsstrategien ( http://hss.ulb.uni-bonn.de ), das aber mit dem für mich Ergebnis, dass das im Garten durchweg nicht Erfolg versprechend praktikabel ist. Sie können es sich ja mal im einzelnen anschauen. Insofern erscheint es mir auch kaum mehr als ein Hoffnungsschimmer zu sein, wenn Jean Pütz hingegen die Bekämpfung von Neotrombicula autumnalis mit Neem-Öl (1%-ig, als 10 ml Neem-Öl/Liter Spritzwasser) empfiehlt ( www.jean-puetz-produkte.de ). Damit müssten Sie wohl – zieht man parallel Schöler zu Rate – den gesamten Garten im Abstand von vierzehn Tagen jeweils tropfnass spritzen und würden dennoch nicht all diejenigen Tiere erreichen, die im Boden sitzen (und die in den Nachbargärten auch nicht). Und selbst Neem als „Öko-Spritzmittel“ würde wohl auch weitere Insekten mit erwischen. Möglicherweise schafft es aber dennoch Milderung Ihrer unangenehmen Gartensituation, wenn es Ihnen gelingt Befallsherde zu lokalisieren und diese dann konsequent – mit dann möglicherweise durchaus Neem-Öl – zu bekämpfen.
Ich bleibe, lieber Herr F., also Überbringer schlechter Nachrichten bezüglich Ihres Kernproblems, leider. Ich hoffe aber, Ihnen durch dennoch eine profunde Antwort Wege aufgetan zu haben, mit dem Problem besser leben zu können.