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Auch der winterlich ruhende Garten bietet viel Faszinierendes und Genussreiches – wenn auch bevorzugt von der warmen Stube aus betrachtet. In den Fragen von diesem Newsletter möchten wir allerdings noch einmal das Jahr Revue passieren lassen. Was kann man gegen Flechtenbefall an Beerensträuchern unternehmen? Wie bringen Sie ihre Strelitzie zum Blühen? Was kann gegen Pilzbefall am Rasen getan werden? Wir hoffen, dass auch Sie aufschlussreiche Informationen aus den Fragen in dieser Ausgabe ziehen können.

Frage von Thomas H.:

Lieber Gartenexperte,
heute habe ich auch einmal eine Frage an Sie: An meinen Stachelbeer- und Johannisbeersträuchern (Stämmchen) bilden sich seit einigen Jahren gelblich-grüne Flechten (Ich denke jedenfalls, dass es welche sind), die langsam größer werden und dann zum Absterben des jeweiligen Zweiges oder des ganzen Strauches führen. Das gleiche kann ich am Flieder meines Nachbarn beobachten und ich habe auch schon von anderen Gartenbesitzern ähnliches gehört. Was kann ich dagegen tun?

GARDENA Gartenexperte:

Lieber Herr H., die von Ihnen beschriebenen Flechten schaden den Pflanzen nicht unmittelbar, weil sie lediglich auf der Borke siedeln und nicht in irgendeiner Form in die Pflanze hinein wachsen (wie Misteln, vergleichsweise). Die Besiedelung von Gehölzen durch Flechten ist wesentlich durch hohe Luftfeuchte des jeweiligen Kleinklimas im Garten geprägt. Kühle, Höhenlage und Schattierung spielen entsprechend ebenfalls eine Rolle. Das bedeutet für Sie konkret: Wenn Sie die Gehölze stärker auslichten, sind sie besser durchlüftet und so sollte sich der Flechtenbewuchs reduzieren. In kräftig ausgelichteten Pflanzen setzt sich der Flechtenbewuchs allerdings dann fort, wenn die Pflanze nur langsam wächst, weil sie falsch steht (wenn also z.B. Ihre Stachelbeere auf magerem Boden zu feucht und (halb)schattig steht). Auf Grund dessen kann die Pflanze also eher vergreisen, als alljährlich kräftige Triebe zu bilden. Dann helfen zwei Dinge: Entweder auch das Umfeld, den rahmenden Bewuchs insgesamt stärker auslichten und für bessere Gartenbelüftung sorgen, oder die Pflanzen an einen für diese Art passenderen Standort umsiedeln.


Frage von Ernst und R. H.:

Wir haben eine Strelitzie, die nun schon ca. 8 Jahre in unserem Wohnzimmer steht und sie macht keine Anstalten zu blühen. Was kann falsch sein?

GARDENA Gartenexperte:

Das wird wohl Lichtmangel sein, liebe Frau H. . Vergleichen Sie mal: Strelitzien stammen zumeist aus dem südlichen Afrika. Dort stehen sie bei einer Helligkeit (der Gärtner misst das in Lux) von 100.000 Lux und mehr. In Ihrem Wohnzimmer steht sie, wenn es ein helles ist, sie am Fenster steht und die Gardine nicht schattiert, bei etwa 1.500 bis 2.500 Lux, eher weniger. Der Pflanze reicht also die Lichtmenge nicht aus, die ihr das Signal setzen würde: Jetzt Blüten bilden!
Was also tun? Stellen Sie Ihre Strelitzie ganzjährig so hell wie eben möglich. Stellen Sie sie in der frostfreien Zeit nach draußen, nach langsamer gründlicher Eingewöhnung in die pralle Sonne. Im Sommer hat die Pflanze einen hohen Wasserbedarf, im Winter halten Sie sie etwas trockener. Topfen Sie die Paradiesvogelblume alle zwei bis drei Jahre um, in stark mineralische Blumenerde (wie z.B. frux Kübelpflanzenerde) und mischen Sie noch ein Drittel Blähton unter. Düngen Sie im Mai mit 3 Gramm Langzeitdünger (6-9 Monate) pro Liter Erdvolumen. Ganzjährig alle drei Wochen mit Blütenpflanzendünger flüssig düngen. Im Winter nur dann nicht, wenn Sie die Strelitzie kühl und hell überwintern (bei 10 bis 12 °C). Weil sie so lichthungrig ist, dünnen sie im Winter dicht stehende Blätter etwas aus, damit die verbleibenden mehr Licht abbekommen.


Frage von Christa S.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
in meinem Staudenvorgarten hat sich der gelbe kleinblühende Klee derart breit gemacht, dass er den ganzen Garten komplett durchwuchert hat. Über klein bleibende Stauden ist er sogar drüber gewachsen. Ich hatte es vor zwei Jahren mit Round up probiert. Danach war der Klee auch ein Jahr verschwunden. Jedoch ist er dieses Jahr umso mehr wiedergekommen. Mittlerweile haben sich meine Stauden auch so ausgebreitet, dass ich nicht mehr spritzen kann, ohne die Stauden mit zu erwischen. Mein Boden ist sehr lehmig. Vielleicht haben Sie einen Tipp für mich.

GARDENA Gartenexperte:

Es dürfte sich bei der beschriebenen Pflanze um den Sauerklee (Oxalis) handeln. Der bildet Knollen, ist also insofern recht zäh. Wenn Sie ihn nicht mit einem Herbizid behandeln können, bleibt eigentlich nur die Ochsentour, indem Sie ihn ständig stören und so nach und nach vergraulen. Bedeutet konkret: Hacken so oft und wo immer möglich und zudem dort, wo die Stauden es vertragen, kräftig aufkalken, denn Oxalis zieht den sauren Boden vor. In den Stauden samt Knollen so weit wie möglich jäten, allemal darauf achten, dass die Pflanze nicht in Samen kommt. 3 bis 4 Zentimeter Mulchauflage können Sie ausprobieren, aber weil es eben eine Knollenpflanze ist kann es sein, dass die Oxalis durch den Mulch hindurch ans Licht drängt.


Frage von Thomas H.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
ich habe mir ein Hochbeet zugelegt und dieses mit einem GARDENA-Bewässerungssystem mit Zeitschaltuhr versehen. Jetzt habe ich den Wasseranschluss und die Schaltuhr entfernt, will aber den Schlauch im Beet liegen lassen, damit ich ihn im Frühjahr nicht erneut verlegen muss. Spricht etwas dagegen? Das Restwasser dürfte über die Öffnungen ausgelaufen sein.

GARDENA Gartenexperte:

Das Ganze ist dann sicher, lieber Herr H., wenn das Wasser aus dem Schlauch herausgelaufen ist. Ist der Schlauch so verlegt, dass das Wasser wirklich aus ihm heraus laufen kann, sich also keine Wasserblasen bilden? Bitte überprüfen! Der gelüftete Schlauch an sich jedenfalls, ist frostfest.


Frage von Dietmar E.:

Hallo Herr Kötter,
Ihr Fachwissen ist mal wieder gefragt. Für die Grababdeckung im Winter habe ich bislang Zweige der "Nordmann-Tanne" verwendet. Ein Mitarbeiter einer Gärtnerei verwies auf die geeignetere Tanne "Veronika". Ist Ihnen diese Tannenart bekannt und ist diese im Handel zu erwerben? - Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

GARDENA Gartenexperte:

Nein, lieber Herr E., eine Tannensorte ‚Veronica’ ist mir nicht bekannt und sie taucht auch nicht in den mir vorliegenden Sortenlisten auf. Aber da es fortlaufend neue Pflanzensorten gibt, könnte es prinzipiell durchaus sein, dass der Kollege einen aktuellen Kenntnisvorsprung haben könnte.
Näher noch als solche Spekulationen liegt mir aber die Vermutung, dass es sich bei der ganzen Sache um eine Verwechslung handelt. Möglichkeit 1: Es ist die Blaue Concolor-Tanne gemeint, Abies concolor ‚Violacea’.
Möglichkeit 2: Es ist die Strauch-Veronica (Hebe) gemeint. Sie wird durchaus als herbstlich-winterlicher Grabschmuck gepflanzt. Und von der gibt es beblätterte, aber auch benadelte Arten und Sorten. Speziell die nadelige Hebe Veronica 'James Stirling' ist hübsch goldfarben gefärbt – googeln Sie am besten mal Bilder von der, vielleicht ist es ja diese.


Frage von Pia A.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
unser (Spiel-)Rasen ärgert uns jedes Jahr aufs Neue, leider zunehmend, mit Pilzwuchs unterschiedlicher Arten und Größen (überwiegend Lammellenpilze und einige wenige Birkenpilze) - nicht nur im Schatten, sondern auch in der Sonne. Ich versuche sie jedes Mal auszustechen, dies scheint jedoch wohl ohne Erfolg zu sein. Kann das an der Bodenbeschaffenheit liegen und was können wir dagegen tun? Über einen fachlichen Rat würde ich mich sehr freuen!

GARDENA Gartenexperte:

Wenn sich Ständerpilze im Rasen breit machen, deutet das in aller Regel auf Pilzgeflechte hin, die organische Masse im Boden zersetzen. Kann es sein, dass beim Anlegen des Rasens seinerzeit in nennenswertem Umfang Holzreste in den Boden gelangt sind? Birkenpilze, die auch auf sandig-kiesigen Böden gedeihen, sind eher eine Seltenheit im Rasen. Wenn, wie Sie schreiben, das Problem aber insgesamt von Jahr zu Jahr zunimmt macht es Sinn, dass ein im Rasenbau erfahrener Landschaftsgärtner sich die Sache einmal vor Ort anschaut, um die Lage situativ zu beurteilen und Handlungsmöglichkeiten mit Ihnen zusammen abstimmt.
Vergleichsweise einfacher ist die Sache, wenn die Lamellenpilze kreisförmig wachsen. Dann nämlich dürfte es sich um so genannte „Hexenringe“ im Rasen handeln, die vom Nelkenschwindling verursacht werden. Dieser Pilz tritt auf verdichteten staunassen Böden eher als auf gut durchlüfteten Sandböden auf. Zunächst ist die befallene Stelle kreisförmig dunkelgrün, später stirbt hier das Gras ab, weil der Pilz ihm das Wasser entzieht. Sie können das Absterben des Grases durch gründliches Wässern der befallenen Stellen vermeiden, und zwar mit 20 Litern Wasser pro Quadratmeter, ggf. Behandlung wiederholen. Gegen den Pilz ist nach meiner Kenntnis aktuell kein Fungizid zur Anwendung im Hausgarten zugelassen. Zerstören Sie daher die wachsenden Ständerpilze noch bevor sie aussporen. Kleine Befallsherde lassen sich recht erfolgreich ausgraben (einen bis anderthalb Spatenstiche tief und breit). Die dabei entstehenden Löcher mit frischer Gartenerde befüllen und neu einsäen.


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