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Macht sich auch in Ihrem Garten die Acker-Glockenblume breit und verdrängt dabei die anderen Staudenpflanzen? Haben Sie sich auch schon einmal die Frage gestellt, wie sich die Fläche unter Tannen am besten begrünen lässt?
Um den vielseitigen Anfragen gerecht zu werden, geht unser Gartenexperte im heutigen GARDENA Newsletter nicht nur auf aktuelle, sondern auch auf zurückliegende Anfragen ein.

Wir wünschen Ihnen mit den nun folgenden Ratschlägen – wie immer – eine gründliche Problembeseitigung!

Frage von Ingrid S.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
seit einiger Zeit macht sich die Acker-Glockenblume in meinem Garten breit. Gibt es eine andere Möglichkeit diese loszuwerden, als sie auszugraben? Die Wurzeln bilden rasend schnell Ausläufer und verdrängen alle anderen Staudenpflanzen.

GARDENA Gartenexperte:

Die Acker-Glockenblume, Campanula rapunculoides, ist so ein Zwischending zwischen pflegeleichter Wildstaude einerseits und lästigem Unkraut andererseits. Weil sie so robust ist, kann sie durchaus hübsch blühende Bestände bilden, um die man sich im Garten nicht groß kümmern muss. Aber eben nur da, wo es passt. Wo es nämlich nicht passt, passiert eben das, was Sie, liebe Frau S., für sich und ihren Garten beschreiben.
Geht es dann konkret um die Bekämpfung, so ist das Jäten samt Wurzel immer noch ein probates Mittel. Dazu dort, wo immer möglich, mit der Grabegabel unter die Wurzel fassen und die Pflanze mit möglichst viel Wurzelmasse entfernen. Den Arbeitsgang werden Sie ein paar Mal wiederholen müssen, um einen sichtbaren Erfolg zu haben. Aber dafür bleibt der dann auch sicher nicht aus. Kniffliger wird es dort, wo die Pflanze bereits flächige Bestände bildet oder in andere Stauden hinein wächst.
Bei Flächenbewuchs bietet es sich jetzt im Hochsommer an, diese Fläche mit schwarzer Mulchfolie lichtdicht zu bedecken. Dunkelheit und Hitze darunter, töten dann die Pflanzen binnen weniger Wochen ab.
Richtig fummelig wird es letztlich, wenn die Glockenblume mit anderen Stauden verwachsen ist. Hier haben Sie folgende Möglichkeiten der Bekämpfung: Staude entfernen, Standort von den knolligen Wurzeln der Glockenblume säubern und Staude neu pflanzen. Dazu können Sie bei Stauden, die sich gut teilen lassen (wie etwa Margeriten) von der ausgegrabenen Staude nehmen, sofern sie „wurzelsauber“ ist, also das Problem nicht neu einschleppt. Dann müssen Sie keine Pflanzen nachkaufen.
Und schlussendlich können Sie versuchen, mit einem Bio-Herbizid gegen die Glockenblume vorzugehen, das über das Blatt auch die Wurzeln erreicht und abtötet, z.B. mit GierschFrei AF, von Neudorff. Dabei bin ich mir durchaus bewusst, dass das mühsam ist. Denn Sie müssen ja beim Besprühen (z.B. mithilfe einer Kartonage o.ä.) so arbeiten, dass Sie die zu erhaltenden Pflanzen beim Besprühen gegen das Mittel zuverlässig abschirmen, sonst gehen diese mit ein.
Zusammenfassend betrachtet, haben Sie aber nur diese zwei Möglichkeiten: Entweder Sie arbeiten radikal Flächen deckend (bis hin zur Neuanlage des Beetes), oder aber sie arbeiten klein(st)teilig fummelig – leider!
Beachten Sie übrigens auch, dass die Glockenblume sich nicht allein über die wüchsigen Wurzeln verbreitet, sondern auch über Samen. Insofern: Entfernen Sie von den Campanulas nach Möglichkeit und vor Samenreife die Samenstände!


Frage von Edith B.:

Hallo Herr Experte,

ich habe ein großes Problem! Meine Nachbarin ist in ein Pflegeheim gekommen und nun kümmert sich keiner mehr um Ihren Rasen bzw. Garten. So wächst bei ihr unermesslicher, hoher Löwenzahn, der nun letztes Jahr auch unseren Garten völlig in Beschlag genommen hat. Ich bin mit meinen "Latein" am Ende; den auszustechen, wie letztes Jahr - völlig unmöglich, da die Fläche zu groß ist. Meine Frage: Was tue ich, um wieder einen Rasen zu bekommen? Danke für Ihre Hilfe.

GARDENA Gartenexperte:

Ihre Anfrage, liebe Frau B. hat zwei Aspekte: den der Verursachung und den der Bekämpfung. Zunächst zur Bekämpfung, denn die brennt Ihnen unter den Nägeln: Löwenzahn wird recht gut von Rasenherbiziden erfasst, weswegen Sie hier ein entsprechendes Präparat anwenden können, wie z.B. „Universal-Rasenunkrautfrei Loredo® Quattro“, von Bayer Garten. Das ist breit wirksam und damit erwischen Sie auch andere Rasenunkräuter, selbst recht hartnäckige wie Ehrenpreis, Gundermann, Sauerklee, Hornkraut und Gemeine Braunelle. Ansonsten, sie wissen ja, wir haben bei GARDENA auch einen sportlichen Unkrautstecher … - aber Spaß beiseite: Sie sollten auf alle Fälle auch mit denjenigen sprechen, die jetzt für die Gartenanlage Ihrer Nachbarin verantwortlich zeichnen und sie bitten dafür zu sorgen, dass der Samenflug auf Ihr Grundstück wirksam verhindert wird. Das ist bei Löwenzahn ja relativ einfach, weil er weitestgehend ein Saisonblüher ist. Man muss dann eben nur rechtzeitig vor der Samenreife mähen (lassen).
Nachbarschaftsrechtlich werden solche Beeinträchtigungen die vom Nachbargrundstück ausgehen übrigens durchaus unterschiedlich bewertet. Egal ob diese Beeinträchtigungen nun Unkraut, Pilzkrankheiten oder Blattläuse betreffen, die Rechtsprechung ist da nicht einheitlich. Einige Richter sehen im Hin und Her von Unkrautsamen, Pilzsporen und Blattläusen nur etwas ganz Natürliches, das man demzufolge zu dulden habe. Andere wiederum erkennen die Beeinträchtigung des eigenen Gartens, die damit verborgen ist, durchaus an und legen dem „Verursacher“ auf, wirksam dagegen vorzugehen. Gerade für solche Fälle gilt also: Tunlichst miteinander reden, bestenfalls ein Schiedsgericht anrufen. Denn was vor Gericht passiert, kann in diesem Fall niemand voraussagen.


Frage von Thomas K.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
in unserem Garten wachsen mittlerweile an einigen Stellen mehr Quecken als andere Pflanzen - an manchen Stellen ist aus einer schönen Wiese mit vielen verschiedenen Gräsern und Blumen schon fast eine Quecken-Monokultur entstanden.
Leider habe ich bisher keinen Weg gefunden, die Quecken zumindest in ihrer Ausbreitung zu hemmen und wenn möglich sogar zurückzudrängen, da man beim Ausgraben ja immer wieder Wurzeln durchtrennt und dort neue Pflanzen wachsen.
Haben Sie einen Vorschlag, wie oder womit man vorgehen könnte? Den gesamten Garten umzugraben und "alle" Wurzelreste auszusieben erscheint mir nicht wirklich praktikabel.

GARDENA Gartenexperte:

Zu Ihrer Anfrage, lieber Herr K., gilt als Antwort inhaltlich in etwa dasselbe, was ich Frau S. weiter oben bezüglich der Glockenblumen geantwortet habe. Speziell auf der von Ihnen genannten Wiese ist aber ein artspezifisches Vorgehen gegen die Quecke insofern schwierig, weil die Herbizide gegen Gräser nach meinem Kenntnisstand nicht zwischen Quecke und anderen Süßgräsern unterscheiden, sondern sie alle miteinander hin machen. Darüber hinaus ist eine Bekämpfung der Quecke im Garten mithilfe von Herbiziden durchaus machbar. Hier habe ich einen Link zu einer Liste von Präparaten für Sie, wie diese aktuell für den Haus- und Kleingarten zugelassen sind: https://portal.bvl.bund.de/psm/jsp/ListeMain.jsp?page=1&ts=1341915505687 .
Kleine ethnobotanische Anmerkung am Rande für Sie, welche die Quecke für Sie möglicherweise in einen neuen, kulturhistorisch interessanten Zusammenhang stellt: Wussten Sie, dass die sehr Stärke haltigen Wurzeln der Quecke in Notzeiten dazu genutzt wurden, sie zu sammeln, zu reinigen und zu trocknen, zu vermahlen – und sie zum Brot backen zu verwenden?


Frage von F. W.:

Vor einem Jahr habe ich einen blühenden Rhododendron erworben. Er steht auf dem Balkon und hat circa vier Stunden Sonne. Im Winter steht er im Treppenhaus. Dieses Jahr blühte er nicht. Die Knospen sind vertrocknet, nachdem er wieder auf dem Balkon stand. Er hat wieder ausgetrieben und neue Knospen bekommen. Was kann ich tun, damit er im nächsten Jahr wieder blüht?

GARDENA Gartenexperte:

Vertrocknete Knospen am Rhododendron, das hört sich stark nach Rhododendronzickade an. Diese Zickade sticht im Juli/August die Knospen des Rhodos an und legt Ihre Eier dort ab. Es sind wohl diese Verwundungen als Eintrittspforte, die anschließend den Pilz Pycnostysanus azaleae eintreten lassen. Dieser wiederum breitet sich in der Knospe aus und lässt sie vertrocknen. Später ist dann sogar ein kleiner Pilzrasen (weißlicher Belag) auf der toten Knospe erkennbar. Den Pilz selber kann man nicht mit einem Fungizid bekämpfen, wohl aber die Zickade mit einem Insektizid, wie Bayer Garten Schädlingsfrei Calypso oder Celaflor Schädlingsfrei Careo. Wichtig ist die mehrmalige Anwendung des Präparates und das auch schon im Mai/Juni, weil es gezielt die Larven angehen soll. Die schlüpfen aber nicht alle gleichzeitig, so dass es eben Folgebehandlungen braucht. Dabei jeweils gerade auch die Blattunterseiten tropfnass benetzen. Erwachsene Rhodo-Zickaden können Sie zudem mit Gelbtafeln wegfangen.
Der Vollständigkeit halber sei hier auch noch der Hinweis gegeben, dass Sie für diese Diagnose zeitgleich ausschließen können sollten, liebe Frau W., dass es sich bei dem Knospenschaden nicht um ein Vertrocknen im Winterquartier oder um erfrorene Knospen handelt.


Frage von A. Z.:

Hallo Herr Kötter,
ich habe in meinen Garten länglich nebeneinander drei große Tannen (grausam). Möchte gerne die Fläche, wo die Tannen sind, begrünen. Jedoch weiß ích nicht, was ich da nehmen kann. Rasen gedeiht dort auch nicht so, denn die Tannen spenden ordentlich Schatten. Für jeden Tipp wäre ich offen. Danke!

GARDENA Gartenexperte:

Im Schlagschatten von Tannen (weiche Benadelung) oder auch Fichten (pieksende Benadelung) ist die Flächenbegrünung nicht allein auf Grund der Lichtverhältnisse schwierig, sondern vor allem auch deswegen, weil sie üblicherweise recht trocken und mit zunehmendem Alter der Bäume nährstoffärmer sind. Hinzu kommt der beeinträchtigende Nadelfall. Und gerade Fichten wurzeln sehr oberflächennah. Insofern ist Rasen hier üblicherweise nicht die geeignete Pflanzenauswahl. Nun kenn ich Ihre Gartensituation vor Ort nicht dergestalt, dass ich Ihnen unmittelbar die dort passenden Pflanzenvorschläge machen könnte. Auch weiß ich nicht, ob die Fläche dort begehbar sein muss oder nicht. Grundsätzlich aber sollte man dort mit Stauden begrünen können, die sowohl den Schattendruck als auch die trockeneren Bodenverhältnisse vergleichsweise gut vertragen oder doch zumindest dulden können. Hier denke ich an Geranium, den Storchschnabel, speziell an Geranium macrorrhizzum und dort an Sorten wie ‚Ingwersen’ oder auch ‚Spessart’. Die können Sie dort flächig pflanzen (wenngleich das im Wurzelgeflecht möglicherweise mühsam werden könnte), beide blühen von Mai bis Juli in Rosatönen und sie werden nur 20 bis 30 Zentimeter hoch.