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Es lockt ins Freie! Abzulesen an den wiederum zahlreichen Anfragen an unseren GARDENA Gartenexperten Engelbert Kötter. Dabei geht es zumeist um vorausschauende Problemlösungen für das aktuelle Gartenjahr, abgeleitet aus Erfahrungen des Vorjahres – etwa zu den Themen Tomaten oder hartnäckige Unkräuter.
Apropos zahlreich – wieder haben wir es natürlich nicht leisten können, alle eingehenden Fragen an Engelbert Kötter im Umfang nur eines GARDENA Newsletters zu beantworten. Bleiben Sie daher bitte am Ball und lesen Sie auch die Folgeausgaben, in denen wir zum Beispiel Ihre Anfragen zu den Themen Gartengestaltung, Rasen, Wühlmäuse, Maulwürfe etc. mit aufgreifen wollen. In Sachen Maulwürfe-Anfragen ziehen Sie übrigens einfach noch einmal den vorangegangenen GARDENA Newsletter vom 12. April zu Rate, darin waren bereits Hilfestellungen zum Grundproblem genannt. Jetzt aber auf ein Neues – viel Lesespaß dabei!

Frage von Christine S.:

Guten Tag, Herr Kötter,
meine Tomaten kamen letztes Jahr schlecht. Wuchsen nicht richtig und hatten kaum Früchte. Ich habe die Tomaten immer an der gleichen Stelle (Beet). Ich bekam den Tipp, Tomaten müssten immer an einer anderen Stelle gepflanzt werden, und danach den widersprüchlichen, Tomaten mögen immer die gleiche Stelle. Was ist richtig? Gespannt warte ich auf Ihre Antwort, vielen Dank im Voraus.

GARDENA Gartenexperte:

Diese Sache ist eindeutig zu klären, liebe Frau S.: Wechseln Sie den Standort für Tomaten, wie übrigens für alle Gartenkulturen. Mehrere Kulturen hintereinander an derselben Stelle, das führt zwangsläufig zu Bodenmüdigkeit und ihre Folgen. Was dann das Tomatenwachstum im Einzelnen betrifft, so müssen Sie auf ausreichend Wärme, Dünger und Wasser achten – diese drei Komponenten sind für Tomaten ganz wesentlich. Dazu noch die Blätter der Pflanzen vor Nässe schützen, um den Infektionsdruck mit Blattkrankheiten wie der Krautfäule einzudämmen und in den Blattachseln die entstehenden Austriebe ausbrechen („ausgeizen“). Für eine bessere Befruchtung der Blüten, sorgen Sie für freien Zugang der Blüten für Hummeln. Bei schlechtem Wetter können Sie wahlweise die Pflanzen „trillern“, wie es der Gärtner nennt, also kräftig schütteln, damit Pollen herabfallen und so die Blüten per Windbestäubung erreichen können. Sie können mithilfe eines Pinsels oder Q-tipps etc. die Narben der Blüten auch unmittelbar selbst mit Pollen einer anderen Tomatenpflanze bestäuben. Ich kappe dann schlussendlich die Tomaten über der fünften Traube, weil mehr als fünf in unseren Breiten eh nicht reif werden und sich dann die Kraft der Pflanze auf den Behang konzentriert. Nur im Kleingewächshaus kann man auf noch mehr Trauben gehen.


Frage von Birgit B.:

Sehr geehrter Herr Kötter, jedes Jahr habe ich im Tomatengewächshaus Probleme mit der weißen Fliege. Wie kann ich diese, möglichst schon im Vorfeld bekämpfen. Für eine Antwort wäre ich sehr verbunden. Ein anderes Problem ist mein Oleander. Er bekommt ständig trockene braune Blätter. Jetzt nach dem Winterquartier fangen an den jungen Trieben die Spitzen schon wieder an zu vertrocknen. Können Sie mir einen Rat geben?
Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr verbunden.

GARDENA Gartenexperte:

Was die Tomaten betrifft, liebe Frau B., so haben Sie gerade im Kleingewächshaus recht gute Bekämpfungsmöglichkeiten. Zum einen können Sie gegen die Tiere Gelbtafeln aufhängen und zum anderen können Sie Nützlinge aussetzen (Schlupfwespen [Encarsia formosa]), das macht der Erwerbsgemüsebau beides auch. Die Nützlinge bekommen Sie oftmals über den Bestellservice Ihres Gärtners bzw. Gartencenters, oder direkt z. B. bei Neudorff in Emmerthal (neudorff.de). Bei nur geringem Befall kann man ein Gros der Mottenschildläuse auch absammeln, was man aber früh morgens machen muss, wenn es noch frisch ist und die Tiere noch recht bewegungsstarr sind. Um dieselbe Zeit können Sie auch umweltverträglichen Pflanzenschutz betreiben, etwa mit Neudosan oder Spruzit. Wichtig ist, dass Sie die Türen des Kleingewächshauses geschlossen halten, damit „Neuzugänge“ außen vor bleiben. Zu diesem Zwecke auch die Gewächshauslüftungen mit einem Insektenschutzgitter abdichten. Sie erhöhen generell den Befallsdruck mit Weißer Fliege, wenn Sie weitere Lieblingspflanzen dieser Insekten im Umfeld Ihrer Tomaten pflegen, wie z. B. Lantanen, Datura (Brugmansia) oder Fuchsien.
Was die Frage nach den trockenen Triebspitzen Ihres Oleanders angeht, so vermute ich dahinter einen Trockenschaden im Winterquartier. Zwar soll der Oleander bei seiner Überwinterung halbwegs trocken gehalten werden, muss aber vor dem Vertrocknen bewahrt werden. Er ist ja eine Immergrüne, die auch im Winter etwas Wasser benötigt (je wärmer das Winterquartier, desto mehr). Im Sommer verträgt Oleander sogar gut Nässe und etwas Überschusswasser im Untersetzer. Tragen Sie auch Sorge, dass die Trockenheit nicht etwa durch Überdüngung hervorgerufen ist. In diesem Fall den Wurzelballen mehrmals hintereinander in Wechselwasser tauchen und so ausspülen. Anschließend ggf. in mineralige Kübelpflanzenerde umtopfen. Frux z. B. hat eine klasse Kübelpflanzenerde (frux.de).


Frage von Dr. Uwe P.:

Sehr geehrter Gardena-Gartenexperte,
wissen Sie, wie man das Unkraut Giersch, das sich auf irgendeine Weise in unserem Garten eingenistet hat, bekämpft? Wir kämpfen schon lange vergeblich dagegen.

desgleichen Frage von Dagmar R.:
vielen Dank für Ihre Antwort zum Buchs. Jetzt hätte ich noch eine Frage: In meinem Garten kann ich mich vor diesem grauenhaften Giersch nicht mehr retten. Es hilft kein Zupfen, keine Zeitung oder sonstige gut gemeinte Ratschläge. Dieses Unkraut verdirbt mir alle Blumenbeete. Was kann ich machen? Vielen Dank!

GARDENA Gartenexperte:

Was viele nicht wissen, liebe Frau R. und lieber Dr. P.: Giersch ist im Geschmack der Petersilie sehr ähnlich, so dass Sie die jungen zarten Blätter dieses Wildkrautes sehr gut zum Würzen von Salaten verwenden können. Knabbern Sie mal ein frisches Blättchen, es wird sie überzeugen! Größere Mengen der jungen Blätter können Sie darüber hinaus wie Spinat zubereiten. Habe ich selbst schon gemacht – schmeckt ebenfalls recht gut.
Aber das löst nicht Ihrer beider Problem. Deswegen noch mal der Hinweis auf das Produkt Finalsan GierschFrei (von neudorff, neudorff.de), das wir an dieser Stelle bei Anfragen zu Giersch-Alarm schon wiederholt empfohlen haben. Wenn Sie das Präparat anwenden, können Sie im Laufe der folgenden wenigen Stunden zuschauen, wie es eingeht. Der Wirkstoff geht über die Blätter direkt in die Wurzeln. Nur die Blätter zu vernichten, würde ja zu neuem Durchtreiben der Pflanze führen. Weil Giersch ja meist auf größerer Fläche und zwischen anderen Gartenpflanzen auftaucht (deren Blätter bei der Gierschbekämpfung zwingend nicht benetzen!), kann die Anwendung des Präparates etwas aufwändig und fummelig werden, aber dafür ist sie zuverlässig. Und die anderen üblichen Bekämpfungsmöglichkeiten (wie etwa Beet ausgraben etc.) sind a) noch mühsamer und b) deutlich weniger zuverlässig.


Frage von Christin A.:

Hallo!
Habe eine Frage zu Unkraut auf dem Feld! Haben guten Lehmböden und jetzt schon ist das Feld voll mit Vogelmiere und anderem Unkraut! Selbst wenn man fast immer die Wurzeln mit erwischt kommt es immer wieder! Was gibt es dagegen? Zweite Frage: Was kann gegen Löwenzahn und sonstiges Unkraut auf geschottertem Weg / Kiesweg, außer Essig, noch benutzen? Vielen Dank schon mal im Voraus fürs Beantworten.

GARDENA Gartenexperte:

Hier gilt generell das oben zur Gierschbekämpfung gesagte, liebe Frau A., speziell bezüglich aller Wurzelunkräuter, einschließlich Schachtelhalm und Löwenzahn. Für Samenunkräuter wie die Vogelmiere gilt das prinzipiell auch, ist aber etwas anders zu bewerten. Denn die Vogelmiere etwa, um im Beispiel zu bleiben, erzeugt pro Pflanze rund 15.000 Samen. Und diese können bis zu 50 Jahren im Boden liegen bleiben, bis sie dann irgendwann mal keimen. Deswegen ist es bei Samenunkräutern wichtig, sie spätestens bei Blühbeginn zu entfernen und immer mit der Hacke hinterher zu sein, damit neu keimende Saat gleich abgehackt wird. Und es dämmt diese Saatkeimung natürlich das Mulchen ein.


Frage von Carmen B.:

Sehr geehrte Damen und Herren, vor mehreren Jahren habe ich zwei Garten-Hibiskus(se) gepflanzt. Leider haben sie seit einigen Jahren eine Art Flechte, wenn ich das richtig erkenne und vermutlich deshalb auch keine richtigen Blüten mehr. Können Sie mir helfen, was ich dagegen tun kann? Vor allem habe ich letzten Herbst drei neue junge Hibiskusse direkt dazu gepflanzt und jetzt bekomme ich doch Angst dass sie angesteckt werden könnten. Ich habe zur besseren Erklärung ein Bild angehängt. Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe und Bemühungen.

GARDENA Gartenexperte:

Die Bilder waren hilfreich, liebe Frau B., danke dafür. Sie belegen, was ich als Ursache bereits vermutet hatte: Die Flechten deuten auf einen tendenziell sonnenarmen, wenig durchlüfteten Standort der Pflanze hin, mit hoher Luftfeuchtigkeit. Drumherum auf dem Boden, dürfte entsprechend auch Moos in Fülle wachsen. Die Flechten besiedeln die Borke aber nur und sie schaden insofern der Pflanze nicht, weil sie sie nicht parasitieren. Die drei Neulinge, die Sie gepflanzt haben, dürften, standortbedingt, mit Sicherheit ebenfalls von den Flechten besiedelt werden. Dass die Pflanzen nicht blühen, lieg dabei definitiv nicht an den Flechten, sondern wohl am Sonnenmangel: Hibiskus will es sonnig und warm, bei ausreichender Bodenfeuchte – dann blüht er überbordend.
Was also tun? Ich schlage vor, die erst gepflanzten Hibiskusse noch einmal aufzunehmen und an einen warmen, wintergeschützten, sonnigen Platz umzusiedeln. Die Altpflanze am besten in sich auslichten, dass sie mehr Luft bekommt. Darüber hinaus vor allem auch ihre Einbettung in den Garten neu beurteilen. Will sagen: Auch hier das Rundherum so auslichten, dass mehr Luft und Licht an den Hibiskusstandort kommt. Ich kenne solche Standorte und ihre Probleme. Meist ist es hier eine größere Sache, nach Jahren wieder einmal einen kräftigen Pflanzenrückschnitt der gesamten Gartenpartie vorzunehmen. Aber nur Mut: Das tut üblicherweise der gesamten grünen Gartenmannschaft gut, und speziell Ihrem sonnenhungrigen Hibiskus. An dem können Sie die Flechten mit einer Bürste o. ä. grob abkratzen, wenn sie Sie stören, muss aber nicht sein.


Frage von Dorothea H.:

Hallo Herr Kötter,
ich habe jedes Jahr ein Problem mit den Maden in den Kirschen. Vor allem die schönen dunklen Knorpelkirschen - eine späte Sorte - ist davon befallen. Kann ich da jetzt etwas dagegen tun, dass das Problem gar nicht erst auftritt? Was können Sie mir raten? Vielen Dank im Voraus!

GARDENA Gartenexperte:

Die Maden sind die Larven der Kirschfruchtfliege, liebe Frau H., und diese Fliege befällt die Kirschen im Stadium des Gelbwerdens der Früchte. Bei späten Kirschsorten ist der Befall größer, weil dann die Flugzeit der Insekten und das Reifestadium der Kirsche gut zusammen passen. Mit sehr frühen Kirschsorten im Garten, deren Früchte bereits dann im Jahr gelben, wenn die Kirschfruchtfliege noch gar nicht unterwegs ist, lässt sich das Problem vermeiden. Nun haben Sie aber bereits einen spät fruchtenden Kirschbaum. Hier dämmt den Befall doch zumindest deutlich ein (ganz werden Sie ihn praktisch nicht verhindern können), wenn Sie zur beschriebenen Reifeperiode KirschmadenFallen im Baum verteilen (z. B. zu finden bei neudorff.de und im Fachhandel). Die fangen das Gros der Angreifer weg und verhindern so, dass sie ihre Eier in die Kirschfrüchte legen können.


Frage von Olaf L.:

Hallo,
meine Hecke (Kirschlorbeer) wurde im vergangenen Winter bereits das zweite Mal, vermutlich durch den Frost, arg in Mitleidenschaft gezogen. Hierzu habe ich zwei Fragen:
1. Was kann ich tun, damit sie schnell wieder grün und buschig wird? Wie muss sie geschnitten werden?
2. Was muss ich vorbeugend für den nächsten Winter tun, damit dies nicht noch mal so passiert?

GARDENA Gartenexperte:

Der letzte Winter mit seinen Barfrösten um minus 20 Grad hat bundesweit etlichen Schaden am Kirschlorbeer hinterlassen, lieber Herr L., insofern sind Sie da leider kein Einzelfall. Im Grunde haben Sie jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder sie lassen den Schaden vom Neuaustrieb überdecken, das wird aber nicht blickdicht gelingen, so dass geschädigtes Laub immer noch zu erkennen sein wird. Aber auch das fällt dann spätestens nächstes Jahr ab. Das ist die Variante, die keine Arbeit macht.
Sie können andererseits den Frostschaden auch herausschneiden, zum Beispiel indem Sie die Hecke rundherum gleichmäßig um (je nach Schadensumfang) etwa ein Drittel einkürzen. Der jetzt in den Startlöchern stehende Neuaustrieb verdeckt dann die Schnittmaßnahme bald wieder.
Je nach Wetterverlauf, speziell eben bei Barfrösten wie in diesem Winter (Barfröste sind solche, bei denen die Pflanzen nicht durch Schneebedeckung geschützt sind), wird sich auch in Folgejahren ein Frostschaden an Ihrer Kirschlorbeerhecke nicht vermeiden lassen. Was aber hilfreich ist:
1. Eine leichte Kalidüngung im Spätsommer (ca. 30 Gramm Kalidünger/m2) erhöht die Frostfestigkeit der Pflanze.
2. die Pflanzen bei noch offenem Boden und vor Frostbeginn durch eine ausgiebige Wässerung sich vor dem Winter noch einmal so richtig mit Wasser voll saugen lassen, das hilft gegen Frosttrocknis.
3. Die Hecke bei strengen Frösten mit ein, zwei Lagen Gartenvlies abdecken.