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Rasen-Special Teil 2

Heute geht es weiter rund um Ihre Fragen zum Rasen. Lesen Sie Wissenswertes über verschiedene Rasenarten, übers Unkraut entfernen oder Vertikutieren. Hier ist Teil 2 des Rasen-Specials. Sollten Sie den ersten Teil verpasst haben, so finden Sie hier die Themen von A wie Aerifizieren bis M wie Moos im Rasen.

Rasenarten:
Sie haben recht, es gibt tatsächlich verschiedene Rasenarten. Als Gärtner trennen wir aber die Begriffe anders: Wir reden von Grasarten, wenn wir die unterschiedlichen Gräser meinen, die in einer Saatgutmischung (so genannter „Regel-Saatgut-Mischung“ [RSM]) enthalten sind, also Festuca-Arten oder Lolium-Arten. Und wir sprechen von Rasentypen, wenn wir Zierrasen, Gebrauchsrasen, Strapazierrasen oder auch Landschaftsrasen sprechen, weil die jeweils unterschiedliche Funktionen einnehmen. Ein Zierrasen etwa ist im Hausgarten nicht so strapazierfähig wie ein zum Spielen der Kinder besser geeigneter Gebrauchsrasen (oft als „Sport- und Spielrasen“ deklariert). Und ein solcher Rasen würde sich im Fußballstadion wiederum nicht eignen, weil er dort noch härter strapaziert werden würde. Da braucht es dann schon einen echten Strapazierrasen. Der Kreis schließt sich dort, wo in den RSM die Rasentypen wiederum näher definiert sind. Denn zu jedem Rasentypen gehört ja nun auch einmal die passende Saatgutmischung.

Rasen bewässern:
Traditionell bewässert man Rasenflächen oft mit dem Rasensprenger. Geschieht das obendrein tagsüber, verdunstet bereits ein Teil des Beregnungswassers ungenutzt. Deshalb setzen sich inzwischen intelligentere, effizientere und Wasser sparende Systeme mehr und mehr durch. Die eleganteste Lösung, die auch im Profibereich mehr oder minder Standard ist, ist der Versenkregner. Hier gibt es inzwischen recht gute Landschaftsgärtner, die sich auf solche Verlegearbeiten spezialisiert haben. Wer als Rasenbesitzer hier einmal den Aufwand in die Hand nimmt, hat dann Jahre lang Ruhe mit dem Thema und kann komfortabel per Knopfdruck oder Bewässerungscomputer den Rasen beregnen. Wer dennoch lieber mit Sprengern arbeitet, findet im Fachhandel auch solche, deren Wasser-Wurfweite sehr genau auf die Rasenfläche, ihre Form und ihre Größe eingestellt werden kann. Dann wird wirklich nur das Gras und nicht der halbe Garten gleich mitbewässert. Der beste Bewässerungszeitpunkt ist, sagen die Agrarwissenschaftler, in den sehr frühen Morgenstunden, also etwa 3 bis 6 Uhr. Sie müssen dazu nicht früh aus den Federn - nehmen Sie eine Zeitschaltuhr oder einen Bewässerungscomputer zu Hilfe!

Rasen düngen:
Mit dem Schnittgut fahren Sie auch Nährstoffe von der Rasenfläche ab: pro Kilo Mähgut etwa 30 Gramm Stickstoff, 20 Gramm Kalium und 10 Gramm Phosphor. Das muss „nachgefüllt“ werden. Es braucht dabei Zierrasen etwas weniger Dünger als häufig begangener oder gar strapazierter Rasen. Üblicherweise düngt man den Rasen ab März/April im Abstand von vier bis fünf Wochen, bis zu einer abschließenden Herbstdüngung als Wintervorbereitung, Anfang/Mitte September. Aber da gibt es insofern Unterschiede, als mittlerweile verbreitet auch Rasenlangzeitdünger und Herbstspezialdünger am Markt sind. Deswegen kommen Sie nicht umhin, vor dem Hintergrund meiner groben Marschrichtung die Herstellerdetails auf den Rasendüngerverpackungen zu beachten. Die Frage, ob man denn statt Rasendünger auch Volldünger verwenden können, kann ich so beantworten: Schauen Sie dabei auf das Mischungsverhältnis Stickstoff : Phosphor : Kali des Volldüngers. Für Rasenflächen liegt das Verhältnis optimal bei 10:3:3-5.

Rasenersatz:
Ja, man kann Rasen stellenweise ersetzen - wenn man das Ganze als eine flach begrünte „ Bauweise“ ansieht. Dort, wo Rasen schlecht wächst und wo die Flächen nicht häufig begangen werden, kann man statt Gräsern auch Stauden nehmen. Einige davon kann man ganz gut gelegentlich begehen, weswegen man speziell die gerne als Rasenersatzpflanzen verwendet. Das sind vor allem Bergsteinkraut, Blaukissen und Fiederpolster, Moos-Steinbrech, Römische Kamille, Sternmoos und Stachelnüsschen. Bei letzterem muss man aber ein bisschen aufpassen, weil er pieksige Früchte entwickelt - nichts für Barfußläufer. Das sind Empfehlungen für Sonnenlagen. In schattigen Lagen nimmt man besser Walderdbeere oder Waldsteinia geoides (nicht W. ternata!, die wächst nicht flach genug). Wenn es dort im Schatten etwas höher sein darf, dann sind auch Schaumkraut (Tiarella), Elfenspiegel und Storchschnabel als geschickte, hübsch blühende Flächenbegrüner gut geeignet.

Rasengittersteine:
Ja, die können durchaus für etwa eine Autoparkfläche im Carport oder für eine Zufahrt als Pflastersteinersatz verwendet werden. Bedenken Sie aber, dass das dann keine bequeme Lauffläche für Stöckelschuh und Co. ist. Selbst zum Ein- und Aussteigen kann das für solche Schuhträger(innen) schon unangenehm sein. Und ein weiteres: Wenn Sie die Fläche anlegen, achten Sie darauf, dass Sie die Steine so mit Erde befüllen, dass nach dem Verdichten der Erde etwa zwei Zentimeter Luft bis zur Steinoberkante bleibt, als Freiraum für die Halme. Bis Oberkante aufgefüllte Steine kann man zwar bequem belaufen, wetzt dabei aber auch mit Schuhen und Autoreifen und sogar Mäher alle Grasnarbe ab, so dass die eigentlich grün gewünschte Fläche dann beizeiten erdbraun aussieht.

Rasenkanten:
Die sind eher lästig und es gibt verschiedene Möglichkeiten, damit halbwegs arbeitssparend umzugehen. Wenn Sie mit den Rasenkanten nichts machen, werden Ihnen die Ausläuferbildenden Arten im Rasengras in die umliegenden Beete auswandern. Das macht dann noch mehr Arbeit. Wenn Sie sich für Begrenzungssteine, Rasenkantensteine entscheiden, dann verlegen Sie sie besser in etwas Mörtel. Beim Befahren mit dem Mäher verschieben Sie sich dann nicht so leicht, und es können Rasengrasausläufer dann auch nicht durch die Fugen zwischen den Steinen ausbüxen. Ansonsten zählt es für mich zu den bequemsten Kantenpflegemöglichkeiten, mit einem Akku betriebenen, langstieligen Rasenkantenschneider zu arbeiten. Dann muss man für diese lästige Arbeit nicht Stunden lang auf dem Boden herumkriechen.

Rasen renovieren:
Wenn der Rasen bei Ihnen jetzt recht fleckig aus dem Winter kommt, dann liegt das häufig daran, dass er bei Frost, Eis und Schnee begangen worden ist. Etwa, wenn man „nur mal eben schnell“ über den eingeschneiten Rasen gelaufen ist kann das schon ausreichen, dass Sie die Fußabdrücke jetzt als braune Trittflecken auf dem Rasen wieder finden. Kleine Tapsen von Kinderfüßen kann man in der Regel einfach mit dem Vertikutieren herausbringen, die Lücken verwachsen sich rasch oder werden eben schnell mit ein paar Grasssamen geflickt. Größere Braunstellen können Sie mit dem Spaten abstechen, mit der Schaufel flach entfernen, den Boden lockern und dort ein Stück Grasnabe transplantieren. Dazu lohnt es meist nicht, sich Rollrasen zu besorgen. Ich nehme dann einfach irgendwo am Rasenrand, an der Rasenkante ein paar Quadratzentimeter rasen weg, da fällt das gar nicht auf. Größere Rasenrenovierungen, bis zur kompletten Neueinsaat, können sich im Zuge der Unkrautbekämpfung ergeben (siehe dort).

Regenwürmer im Rasen:
Sie haben Recht, lieber Leser des GARDENA Newsletters, wenn Sie darauf verweisen, dass die Kothaufen der Tiere auf der Rasenfläche lästig sind. Es ist wohl der Preis dafür, dass die Tiere einen gesunden Gartenboden dokumentieren - und ihren Job machen. Ich kenne kein probates Mittel, die Tiere zu vergraulen. Es wäre lediglich eine Möglichkeit, den Rasen intensiv zu bewässern, die Tiere dadurch an die Oberfläche zu zwingen und so die Möglichkeit zu haben, sie absammeln zu können. Dann könnte man sie in den Gemüsegarten umsiedeln. Aber wer mag eine solche Arbeit tun? Und wie nachhaltig Erfolg versprechend wäre das? Selbst dann, wenn man die Aktion beizeiten, also noch vor der Paarung und späteren Eiablage der Tiere im Juni veranstalten würde?

Rollrasen:
Von dem bin ich zunehmend überzeugt, weil der zwar eine teurere, aber eben auch vorteilhafte Sache ist. Gerade für kleinere Rasenflächen im Hausgarten, aber auch für partienweise Ausbesserungsflächen, gibt der binnen weniger Arbeitsminuten ein Bild. Sie müssen nur die Bodenfläche einebnen, aufrauen und können dann die Bahnen dicht an dicht ausrollen. Sie können die Fläche sofort begehen und nach vierzehn Tagen Einwurzelungszeit voll belasten. Rollrasen verlängert die Rasenbausaison: Sie können im Frühjahr eher loslegen, weil Sie keine Aussaattemperaturen abwarten müssen. Und sie können im Herbst länger verlegen, auch wenn dann die Temperaturen Aussaat schon nicht mehr zulassen würden.

Schattenrasen:
Vergessen Sie diese Vokabel! Es gibt keinen Schattenrasen, auch wenn das immer wieder gerne suggeriert wird. Rasengräser sind allesamt sonnenbedürftig. Es gibt lediglich ein paar Rasengräser, die ein breiteres Blatt haben und deswegen auch weniger Sonnenlicht in dann schattigeren Lagen noch halbwegs zufriedenstellend ausreichend verwerten können. Aber je schattiger es dann letztlich wird, funktioniert auch das dann nicht mehr. Wo immer das Licht für den Rasen weiter zurückgeht, kommt das Moos dem gegenüber in Wachstumsvorteil. Insofern noch einmal: Vergessen Sie „Schattenrasen“, auch wenn das auf der Tüte steht!
Schnitthöhe:
Schneiden Sie nach einer Neuansaat ab einer Halmlänge von etwa acht Zentimetern. Dann wird auf fünf Zentimeter eingekürzt, später, mit der dritten, vierten Mahd, und wenn sich das Gras gut bestockt hat, allmählich auf drei Zentimeter. Es bringt nichts, wenn Sie den Rasen immer sehr lang werden lassen und dann scharf zurückschneiden. Der Halm braucht immer eine gewisse Länge zur Fotosynthese, weswegen man Rasen lieber häufiger etwas, statt selten stark schneiden sollte. Bei jeder Mahd, so die Faustregel, kürzt man den Halm um etwa die Hälfte bis zwei Drittel, auf 2,5 bis drei Zentimeter. Lediglich Rasenflächen in weniger sonnigen Lagen lässt man leicht länger, etwa bei fünf Zentimeter Halmlänge.

Schnitttechnik:
Es gibt tatsächlich so etwas wie eine optimale Schnitttechnik. Bei der Schnitthöhe habe ich das zum Teil mit angesprochen: lieber häufiger ein wenig als selten viel vom Halm mähen. Wechseln Sie von Mähen zu Mähen die Laufrichtung, sonst drücken Sie die Grasnarbe immer in eine Mährichtung, was dazu führt, dass der Rasen leichter verfilzt. Wenn Sie also üblicherweise rechts herum die Fläche zu mähen beginnen, starten Sie das eine um das andere Mal links herum. Mähen Sie auch Mal in Querrichtung dazu, ebenfalls wechselseitig. Wenn Sie übrigens die Streifenmuster nachahmen wollen, die zum Beispiel einen Stadionrasen zieren, dann benötigen Sie dazu einen Mäher mit nachlaufender Walze. Diese walzt das Gras in eine Kipprichtung, wodurch die hell schimmernde Unterseite des Grases sichtbar wird. Auf diese Weise können Sie z. B. Streifen-, Karo- oder auch Kreismuster auf Ihren Rasen zaubern.

Unkraut entfernen:
Hier können sie verschiedene Techniken anwenden. Kleinere Unkrautbestände von z. B. Ehrenpreis oder Weißklee können Sie mit einem Handvertikutierer herauskratzen. Wenden Sie den häufig an, damit die Pflanzen so oft gestört und im Wachstum behindert werden, dass sie letzen Endes eingehen. Größere Flächen gehen Sie besser immer wieder einmal mit dem Vertikutierer an. Anderes, wie Löwenzahn oder Gänseblümchen, steche ich mit einem Wurzelstecher oder einem alten Küchenmesser heraus. Mechanisch bringen Sie, wenn Sie am Ball bleiben, schon vieles aus dem Rasen raus. Sie können, wenn es Ihnen wichtig ist, auch mit einem Herbizid gegen Rasenunkräuter vorgehen. Wenn ein Rasen völlig verunkrautet ist, dann haben sich die Wildkräuter gegen die Rasengräser durchgesetzt, weil sie im Wachstumsvorteil waren. Dann stimmt also etwas Grundlegendes nicht für die Rasenfläche. Oft sind es Bodenverdichtungen (Zeigerpflanze dazu ist der Breitwegerich), oft sind es fette, feuchte Böden (Zeigerpflanzen sind Gänseblümchen und Löwenzahn), aber auch sehr magere Böden (Zeigerpflanze Weißklee) und zu saure Böden (Zeigerpflanze Moos) treten häufig auf. Dann ist es zu überlegen, ob Sie diese Flächen nicht komplett einfräsen, für eine rasenfreundlichere Bodenstruktur sorgen und dann das Ganze neu einsäen bzw. mit Rollrasen belegen. Hier rate ich Ihnen aber zur Konsultation eines Landschaftsgärtners vor Ort, weil die fachliche Flächenbeurteilung nicht ohne Inaugenscheinnahme funktioniert. Tipp: Es sollte gerade im Ernstfall und bei größeren Rasenflächen nicht irgendein Landschaftsgärtner sein, sondern einer, der nicht nur Natursteinmauern setzt und Schwimmteiche baut, sondern der profunde Erfahrungen im Rasenbau hat, z. B. ein Golfplatzbauer.

Wühlmäuse:
Wenn die Maulwürfe vertrieben sind, siedeln in den leeren Gängen gerne Wühlmäuse nach. Und die fressen sich dann gerne querbeet durch den Garten, machen vor Gemüse und Blumenzwiebeln ebenso wenig Halt wie vor Baumwurzeln. So nett die Tierchen als solche sind, da hilft nur die Wühlmausfalle. Wer mag, nimmt Lebendfallen. An von den Tieren jeweils selbst gegrabenen Gängen, können Sie übrigens durchaus unterscheiden, wer ihn gegraben hat: Maulwürfe buddeln einen breitovalen Gangquerschnitt (sie verbuddeln die Erde seitwärts am Körper vorbei), Wühlmäuse einen hochovalen (sie schieben die Erde unter dem Körper durch nach hinten).

Vertikutieren:
Ich bin ein großer Freund des Vertikutierens, weil es ein, besser zwei, dreimal im Jahr den Rasen richtig reinigt. Rasenfilz zu entfernen bringt wieder Luft und Licht bis an die unteren Graspartien, das macht den Halm wüchsiger. Dünger gelangt wieder bis an die Wurzeln und ernährt nicht zwischendrin Moos und Zersetzungsbakterien im Filz. Und zur Unkrautbekämpfung dient es allemal. Vertikutieren Sie das erste Mal jetzt im März, ein zweites Mal Mitte/Ende Mai und ein drittes Mal Anfang September. Bei jedem Vertikutieren, wie beim Mähen, die Laufrichtung wechseln, um den Halm auch aus der Gegenrichtung und Querrichtung zu erwischen - wie bei der Schnitttechnik (s. o.) angemerkt. Nach dem Vertikutieren ggf. kalken, düngen und dort, wo sich größere Lücken auftun, nachsäen. Das Ärifizieren erfolgt ebenfalls am besten im Nachgang des Vertikutierens.

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