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Mangelerscheinungen bei Himbeeren

Gartenexperte
Sehr geehrter Gartenexperte, ich habe zwei Fragen zu meinen Himbeeren im Hausgarten: 1. Verschiedene Stauden haben hellgrüne Maserungen auf den sonst dunkelgrünen Blättern. Handelt es sich hierbei ggf. um Mangelerscheinungen? Mit welchen Mängeln hätte ich es zu tun? 2. Viele Beeren, auch die von den gesunden Stauden, sind am oberen Rand grau und vertrocknet. Woran könnte das liegen? Die lästigen Himbeerkäfer (und deren Maden) konnte ich übrigens mit den Himbeerkäferfallen gut unter Kontrolle halten.

Der GARDENA Gartenexperte

Zu Ihrer ersten Frage, lieber Herr S.: 

Die Maserungen könnten ein Virusbefall sein, verursacht durch den Himbeer-Mosaikvirus. Vergleichen Sie dazu einmal gegoogelte Bilder mit Ihren beobachteten Schadsymptomen.
Auch ein Nährstoffmangel kann grundsätzlich eine Ursache sein, das müsste ich allerdings genauer sehen, um es am Blatt beurteilen zu können. Gelbe Aufhellungen zwischen den Blattadern können auf Eisenmangel verweisen. Es könnte allerdings auch ein Mikronährstoff-Mangel sein, 
der aber seltener ist und durch ausgewogene Kompostgaben, erforderlichenfalls auch Mikronährstoff-Spezialdünger zu beheben ist. Eisenmangel tritt eher auf, weil sich der immer dann bemerkbar macht, wenn die Himbeeren nicht bodensauer genug stehen (z.B. auf kalkhaltigem Boden oder bei stark kalkhaltigem Gießwasser, ähnlich bei Citrus-Pflanzen und Rhododendren). 

Zu Ihrer zweiten Frage: 

Das von Ihnen beschriebene Schadbild kenne ich aus eigenen Himbeerbeständen, es ist aber nicht unmittelbar auf einen einzigen Schadfaktor zurückzuführen. Es tritt beispielsweise auf, wenn die Larven des Himbeerkäfers speziell die zuerst reifenden Teilfrüchte der Sammelfrucht befressen. 
Dann verkümmern diese "Perlen" bzw. der befressene obere "Kranz". Umso deutlicher tritt das Bild auf, wenn an dieser Stelle zugleich noch ein Pilzbefall auftaucht, was recht häufig zu beobachten ist (graugrüner Pilzbelag). Allerdings vermute ich dahinter zugleich auch eine physiologische Reifestörung
aufgrund des wechselhaften, feuchtwarmen Witterungsverlaufs.