Kirschbaum trägt keine Früchte

Gartenexperte
Ich habe meiner Tochter vor sieben Jahren zur Hochzeit einen Kirschenbaum gekauft. Er trug am Anfang Kirschen, dann leider immer weniger. Jetzt überhaupt nicht mehr. Man sagte mir, er sei ein Selbstbefruchter. Was mir auffällt ist, dass auf den Blättern schwarze und braune Punkte sind. Die Nachbarn sagen, das auch Ihre Kirschbäume nichts tragen. Was könnte der Grund sein?

Der GARDENA Gartenexperte

Jetzt wird´s etwas kompliziert lieber Herr K., aber am Ende ergibt sich Ihnen ein Bild - versprochen.
Gut, dass Sie die Punkten auf den Blättern erwähnen, denn so kann ich Ihnen helfen! Das von Ihnen beschriebene Gesamtbild deutet darauf hin, dass die Bäume Ihrer Tochter und der ganzen Nachbarschaft recht dicht bzw. schlecht belüftet stehen. Das führt zu einer hohen Luftfeuchtigkeit, die nicht abziehen kann. Diese wiederum begünstigt einen Blattpilz, der die von Ihnen beschriebene Schrotschusskrankheit oder auch Sprühfleckenkrankheit verursacht (vergleichen Sie Bilder online).
Eine Sprühfleckenkrankheit können Sie mit naturverträglichen Präparaten, wie Neudo-Vital Obstspritzmittel (von Neudorff) bekämpfen. Für die Bekämpfung der Schrotschusskrankheit im Hausgarten ist derzeit kein Präparat zugelassen.
Die Präparate sind aber nicht entscheidend, denn beide Pilzerkrankungen sind Folgen des Grundproblems. Es ist bei Ihnen wichtig, durch fachgerechtes Auslichten der Kirschen und des umliegenden Pflanzenbestandes für bessere Durchlüftung der Gartensituationen zu sorgen. Dann nämlich - und jetzt komme ich auf den Punkt - sollten auch die Blütenschäden aufhören, die nach meiner Leseart Ihrer Angaben für das Problem ursächlich sind. Eine feuchte, kühle Witterung zur Blütezeit und die bei Ihnen herrschenden Kleinklimate können für einen Pilzbefall sorgen, einen Bakterienbefall begünstigen und schlussendlich die Effekte von Spätfrösten verstärken.
Außerdem sollten Sie auch das erkrankte, herabfallende Laub entfernen, um den Sporendruck zu mindern.