Das richtige Gießverhalten bei Ziersträuchern im Winter

Gartenexperte
Sehr geehrter Herr Kötter, wir wohnen im Breisgau, einem der wärmsten Orte Deutschlands. Seit einigen Wochen haben wir jetzt im Winter ein stabiles Hoch, keinen Regen und tagsüber recht viel Sonnenschein. Sollten wir die Pflanzen - und vor allem wie oft und wie viel - gießen? Insbesondere hängen wir sehr an unserer "Japanischen Schirmtanne", aber auch Flieder, Gartenhibiskus, Kletterhortensien und Zypressen sind unser ganzer Stolz. Vielleicht können Sie mir zum richtigen Gießverhalten im Winter einen Tipp geben. Herzlichen Dank im Voraus und schöne Grüße vom Kaiserstuhl.

Der GARDENA Gartenexperte

Grundsätzlich gilt, liebe Frau S., das Immergrüne stärker von Frosttrocknis bedroht sind als nicht immergrüne Pflanzen, die beblätterten stärker als die benadelten. Das hat seinen Grund einfach darin, dass diese Pflanzen auch im Winter über ihre Blätter oder Nadeln Wasser verdunsten, dieses aber bei gefrorenem Boden von dort nicht nachziehen können. Insofern sind Pflanzen im Kübel schneller betroffen als fest im Boden eingewurzelte.
Als Vorsorge gibt man den Pflanzen noch im Herbst eine kräftige Portion Wasser (zehn bis 20 Liter pro Quadratmeter, je nach Bodenfeuchte) und lässt sie damit vor Frosteinbruch Reserven auftanken. Im Verlauf des Winters können Sie an frostfreien Tagen Nachschub geben, so denn erforderlich. Getopfte Pflanzen die von Niederschlägen nicht beglückt werden, müssen Sie regelmäßig kontrollieren und erforderlichenfalls gießen. Bei den von Niederschlägen erreichten Pflanzgefäßen habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich hier eher mal Wasser abgießen musste, damit Rebhuhnbeeren, Skimmien, Efeu, Stiefmütterchen & Co. nicht ertrinken.
Typische Erkennungszeichen von Trockenheit bei Immergrünen (wie hängende Blätter an Kirschlorbeer, gerollte Blätter am Rhodo, liegende Blätter an der Christrose) sind oftmals nicht zwingend ein Trockenheitsmerkmal, sondern zunächst meist eher dem Frost (und damit dem Trockenheits-Selbstschutz) geschuldet. Nach dem Frost regelt sich das wieder von selbst – sofern es die Umstände nicht verlangen, tatsächlich doch gießen zu müssen.