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Wozu braucht die Pflanze eigentlich Wasser?

Wasser benötigt die Pflanze im Wesentlichen aus drei Gründen:
1. Versinnbildlicht an einer krautigen, nicht verholzten Pflanze, benötigt die Pflanze Wasser zur Aufrechterhaltung ihres körpereigenen Innendrucks. Dieser wird durch einen quasi fortwährenden Wasserstrom in der Pflanze erreicht: Oben „zieht“ die Wasserverdunstung über die Blätter, unten „drückt“ der Wassereintritt über die Wurzelspitzen. Ohne Wassernachschub kollabiert dieser körpereigene Innendruck – wir sehen, wie die Pflanzen schlapp machen, eben welken. Grundsätzlich kann jede Pflanze welken. Bei Gehölzen ist es zunächst nur nicht so augenscheinlich wie beispielsweise bei Tomaten oder Basilikum, weil Bäume und Sträucher ja über ein hölzernes Körpergerüst verfügen. Pflanzen welken unterschiedlich langsam, je nach Körperbau, Wasserspeichervermögen und Verdunstungsschutz. Ein Beispiel für besonders guten Verdunstungsschutz sind Kakteen.
2. Dieser Wasserstrom in der Pflanze enthält auch allerlei Nähr- und körpereigene Stoffe, wie die pflanzlichen Auf- und Abbauprodukte sowie Steuerungs- und Botenstoffe, z. B. Phytohormone. Wasser ist für die Pflanze also ein unverzichtbares Lösungsmittel.
3. Ein kleiner Teil von etwa drei Prozent des aufgenommenen Wassers wird verstoffwechselt, etwa um Zuckerstoffe für den Energiehaushalt zu „bauen“ und als Ausgangsmaterial für weitere pflanzliche Stoffe (z. B. Lignin, eine Art langkettige Stärke, für Holz).

Fazit: Weil die Pflanze rund 97 Prozent des aufgenommenen Wassers wieder transpiriert, ist seine Hauptaufgabe also die Aufrechterhaltung des inneren Wasserstromes, um die Pflanze stabil zu halten und sie mit ausreichend Transport- und Lösungsmittel zu versorgen. Nur ein wenig davon wird als „Futter“ abgeknapst.


Wovon genau hängt der tatsächliche Wasserbedarf der Gartenpflanzen ab?

Kurz und grob gesagt, richtet er sich nach der Wasserkonzentration im Inneren der Pflanze. Die wasserlöslichen Stoffe (aufgenommene Nährstoffe, Stoffwechselprodukte) in der Pflanze müssen ausreichend in Wasser gelöst sein, um intern transportiert und weiter verstoffwechselt zu werden. Gleichzeitig muss mit Hilfe eines permanenten Wasserstroms von den Wurzeln zu den Blättern ein ausreichender Pflanzeninnendruck erhalten bleiben - sonst welkt die Pflanze. Beides, Wasserlöslichkeit und Innendruck regelt die Pflanze über einen Transpirationssog, gesteuert durch ihre Wasserverdunstung: Über spezielle Öffnungen in den Blättern gibt die Pflanze Wasserdampf ab. Der so erzeugte interne Wassermangel bzw. –bedarf wird über die Wurzeln ausgeglichen, die neues Wasser herbeischaffen.
Das passiert nicht ohne vielfältige Beeinflussungen: Sonneneinstrahlung, Luftbewegung und Lufttrockenheit regen die Verdunstung an.
Die Bodenart, der darin vorhandene Wassergehalt, die Salzkonzentration der Nährstoffe und ggf. der Frost bestimmen die tatsächliche Verfügbarkeit von (Gieß-) Wasser für die Pflanze.
Sogar die Pflanze selbst sorgt für Variablen: Ihre Gattung, Art und Sorte, ihre Größe und ihr Alter, ihre Gesundheit und Stoffwechselaktivität sind nicht ohne Auswirkungen auf ihren tatsächlichen Wasserbedarf.
Insgesamt kein Buch mit sieben Siegeln – aber eines mit tausend Details.


Wie viel Wasser kann ein Boden überhaupt aufnehmen?

Das hängt von der Bodenart ab. Jeder Boden, jede Bodenmischform, hat seine bzw. ihre ganz eigene und charakteristische Wasseraufnahme-Kapazität. Sandböden etwa, können wegen der großen Abstände zwischen den Sandkörnern das Gieß- oder Regenwasser weniger lang festhalten als Lehm- und Tonböden. Sandböden haben eine bessere Wasserführung von der Oberfläche in die Tiefe. Lehmigere Böden mit ihren engeren Bodenkapillaren hingegen, können besser und länger für einen Wasserfilm aus der Bodentiefe bis an die Wurzeln sorgen. Man kann die Wasserhaltekraft eines Bodens als so genannte Feldkapazität ermitteln.


Welche Möglichkeiten gibt es, den Wasserverbrauch der Gartenpflanzen zu senken?

  • Setzen Sie möglichenfalls auf Pflanzen, die zeitweise Trockenheit gut vertragen
    können.
  • Sorgen Sie für eine optimale Wasserführung des Gartenbodens: Verbessern Sie zu leichte Sandböden mit Lehm und Humus, und zu schwere Lehmböden mit Sand und Humus.
  • Sorgen Sie über dem Boden für ausreichend dichten Bewuchs mit einem geschlossenen Blätterdach, das austrocknende Einflüsse (Sonne und Wind) nicht bis an den Boden heran lässt.
  • Gießen Sie nicht überkopf und nicht bei praller Sonne.
  • Hacken Sie den Beetboden nach einem Regen (sofern Flachwurzler nicht dagegen sprechen), so bleibt er länger feucht.
  • Bedecken Sie den Boden mit einer drei bis maximal fünf Zentimeter dicken Mulchschicht oder mit Mulchfolie.
  • Erziehen Sie sich keine „Säufer“, indem Sie zu oft gießen – ein bis zwei durchdringende Wassergaben pro Woche reichen üblicherweise.
  • Ziehen Sie Gemüse und Kräuter im Kleingewächshaus oder Frühbeetkasten vor, das verkürzt deren Kulturzeit und damit den Wasserbedarf.
  • Ernten Sie zum optimalen Zeitpunkt und vermeiden Sie so zu lange Standzeiten von Pflanzen im Beet.

Ist es egal, was für ein Pflanzgefäß man verwendet?

Nein, ist es nicht. Je nach Material, Bauart und Größe entscheiden Sie über unterschiedlichen Wasserbedarf Ihrer Pflanzen. Generell gilt, dass größere Gefäße auf Grund des höheren Erdvolumens mehr Wasser und Dünger aufnehmen können und so die Pflanzenpflege erleichtern. Kunststoffgefäße und glasierte Töpfe sind in punkto Wasserhaltevermögen vorteilhafter als Terrakotten, durch deren Wände zusätzlich Wasser verdunstet. Das gilt nicht für silikonisierte Terrakotten, deren Wände weitgehend versiegelt sind.
Hilfreich sind vor allem großvolumige Pflanzgefäße mit einem Wasserspeicher. Diese müssen zwar auch mit Wasser befüllt werden, aber laut Untersuchungen, weniger häufig als bei konventionellen Pflanzgefäßen und unterm Strich mit weniger Wasser.

Auch die Auswahl der Pflanzerde ist wichtig: Tonhaltige Qualitätserde speichert Wasser besser als Billigerde, die es nur so durchrinnen lässt. Stark tonhaltige Erde muss man im Gegenzug aber vor Vernässung schützen. Bewährt hat sich für die meisten Bepflanzungen, der Pflanzerde rund 30 Prozent Blähton beizumengen – für gleichmäßigere Bodenfeuchte und zugleich ausreichender Bodendurchlüftung.


Was bringt eigentlich eine Wasserzisterne?

Sie hilft viel Trinkwasser zu sparen. Bedenken Sie, dass alljährlich auf die Dach- und Pflasterflächen Ihres Anwesens die Regenmenge mehrerer 10 Liter-Eimer Wasser pro Quadratmeter fällt, das über die Kanalisation abfließt.
Grobes Rechenbeispiel: Wenn Sie das Regenwasser sammeln, das alljährlich auf Ihr Hausdach von z. B. 120 m² und Ihre Einfahrt von z. B. 50 m² Fläche fällt, dann sind das bei z. B. 700 mm Niederschlag in Ihrer Region 170 m² x 7oo mm [= 700 Liter/m²] stolze 119 m³ Wasser, die Sie für Ihre Gartenbewässerung und darüber hinaus für WC-Spülung und den Betrieb Ihrer Waschmaschine nutzen können. Auf einer Karte, welche die Jahresdurchschnittsmenge an Niederschlag abbildet, können Sie die entsprechende Wassermenge für Ihre Region ermitteln. Oftmals halten auch Kommunen diese Daten vor (im Bürgerbüro nachfragen), speziell dann, wenn sie den Bau von Zisternen unterstützen.
Zur Planung einer automatischen Bewässerung nützen Sie unseren Gartenplaner:

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