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Hauptsächlich Fragen zum Thema Pflanzenschnitt haben Sie aktuell an den Gartenexperten Engelbert Kötter gerichtet. Um beim Pflanzenschnitt erfolgreich zu sein, muss man auch die Reaktion der Pflanze auf den Schnitt verstehen. Aus diesem Grund ist dieser GARDENA Newsletter möglicherweise etwas konzentrierter als sonst zu lesen. Der Lohn Ihrer Mühe: Werden Sie zum Clematis-Versteher und erfreuen Sie sich, nach geglücktem Schnitt dieser Pflanze, an umso mehr Blüten!

Frage von Roswitha K.:

Lieber Experte,
wann schneide ich den Fliederbusch?

GARDENA Gartenexperte:

Generell wird der Flieder (Syringa vulgaris) kaum geschnitten. Das macht ihn ja gerade so pflegeleicht. Sie können ihn aber sofort nach der Blüte auslichten oder einkürzen, dann generiert er sich mit dem anschließenden Austrieb schnell wieder. Alte Blüten, sprich: die erscheinenden Samenstände, entferne ich nur an jüngeren Fliedern – solange ich im Stehen noch hinaufreichen kann. Das hilft den jungen Fliedern, Kraft nicht in unnütze Samen zu investieren, sondern sich durch kräftigen Wuchs besser zu stärken.
Im Bedarfsfall sind Auslichtungsschnitt und Einkürzungsschnitt wahlweise als Sommerschnitt (Juni/Juli) wie auch als Winterschnitt (Oktober/März) machbar. Beim zeitigen Sommerschnitt verheilen die Schnittwunden besser.


Frage von Monika M.:

Wir haben eine Clematis, die aber immer nur im oberen Viertel blüht. Ist das normal? Auf den Katalogseiten blühen sie immer von unten bis oben.

GARDENA Gartenexperte:

Clematis im Blühverhalten ist nicht gleich Clematis.
Ich vermute aber, dass das was Sie beschreiben möglicherweise mit dem Schnitt Ihrer Clematis zusammenhängt. Denn wenn die sommerblühenden Clematis nicht geschnitten werden, verschiebt sich speziell bei Ihnen der Flor von Jahr zu Jahr (und nur an den vom Winter überlebenden Trieben) immer weiter nach oben. Werfen wir also einen Blick auf den Schnitt von Clematis:

Wildclematis, wie C. alpina und C. montana und ihre Sorten, schneiden Sie am besten nach deren Blüte im April/Mai, also Anfang Juni zurück. Die Pflanze treibt dann durch und legt Blütenknospen für das Folgejahr an. Beim Rückschnitt dieser Clematis haben Sie die Möglichkeit, entweder die Höhe insgesamt zu stutzen oder aber – als generelle Verjüngung – immer einmal ein paar Triebe auszulichten und so das Nachwachsen junger Triebe von unten herauszufordern. Wo sie frei wachsen können und Vergreisung gestalterisch nicht ins Gewicht fällt, kann man bei diesen Clematis sogar auf Schnitt weitgehend bzw. längere Zeit verzichten. Alle zu diesem „Schnittmuster“ zählenden Clematis werden in den einschlägigen Katalogen der Schnittgruppe 1 bzw. Schnittgruppe A zugeordnet.

Zur Schnittgruppe C bzw. Schnittgruppe 3 gehören alle Arten und Sorten, die ein einziges Mal im Sommer blühen. Clematis viticella gehört hierher, die Staudenclematis und Allerweltssorten, wie `Jackmanii´. All diese bilden jedes Jahr lange, kräftige Triebe mit üppigem Flor an deren Ende. Schneiden Sie die Pflanzen dieser Schnittgruppe in milderen Klimaten und Lagen schon im Spätherbst, in raueren Klimaten im zeitigen Frühjahr auf ein, zwei Handspannen (rund 25 bis 50 Zentimeter) zurück.

Bleibt noch die Schnittgruppe B, auch Schnittgruppe 2 genannt. Deren Mitglieder blühen zweimal pro Jahr: einmal im Mai/Juni, ein weiteres Mal im August/September. Sie lesen daraus: Weil sie im Mai blühen, entstehen ihre Blütenknospen schon im Vorjahr, an Kurztrieben.
Jetzt wird´s leicht kompliziert. Die generelle Empfehlung lautet, Arten und Sorten dieser Schnittgruppe in milderen Klimaten und Lagen schon im Spätherbst, in raueren im zeitigen Frühjahr auf die Hälfte bzw. auf etwa einen Meter Länge zurückzuschneiden. Was dabei an Kurztrieben im unteren Pflanzenbereich erhalten bleibt, das blüht dann im Mai/Juni. Die Pflanze treibt nach dieser Blüte mit langen Trieben aus, die dann im Spätsommer nachblühen. Um die beschriebene Blühstärke im unteren Pflanzenbereich zu erhalten, darf die Pflanze auch dieser Schnittgruppe im unteren Bereich nicht verkahlen. Deswegen ist es angebracht, sie alle paar Jahre tatsächlich auf einen dreiviertel Meter zurückzuschneiden, um auch im unteren Bereich vitale Blühtriebe zu erhalten. Wie bei den „Einsern“ (siehe oben) können Sie auch hier wahlweise alljährlich einzelne Triebe auslichten und so buchstäblich für „Nach-Wuchs“ sorgen.

Sie sehen also, liebe Frau M., indem Sie zunächst ermitteln zu welcher Schnittgruppe Ihre Clematis gehört und sie anschließend adäquat schneiden, bekommen Sie die Sache mit der an der Pflanze „lang gestreckten Blütenfülle“ durchaus in den Griff.

Noch ein abschließender Tipp für Clematis-Perfektionisten: Bei den „Zweiern“ erreichen Sie eine bestmögliche Nachblüte im Herbst, indem Sie die Fruchtstände der Pflanze, wie sie nach der Frühjahrsblüte entstehen, zusammen mit dem darunterliegenden ein, zwei Fiederblättern abschneiden. Also praktisch ebenso verfahren, wie Sie bei Rosen die alten Blüten heraus schneiden.


Frage von Peter O.:

Sehr geehrte Damen und Herren,
wann ist der beste Zeitpunkt zum Schneiden eines Walnussbaums? Der Baum ist inzwischen etwas groß geraten und versperrt den Empfang der Antennenschlüssel. - Für Ihre Antwort danke ich im Voraus.

GARDENA Gartenexperte:

Bei der fachlich korrekten Antwort, lieber Herr O., scheiden sich etwas die Geister. So gibt es Gründe für und gegen den Winter- bzw. Sommerschnitt der Walnuss. Ich persönlich halte es so: Da Walnüsse hohle Zweige haben, die deswegen infektionsgefährdet sind und deren Wunden sich folglich schnell schließen sollten, bevorzuge ich den Sommerschnitt im Juni. Mit dem Ende Juni einsetzenden Dickenwachstum des Baumes beginnen dann schon sehr bald nach dem Schnitt die Wundränder mit Wundgewebe zu überwallen. Kleinere Wunden schließen sich daher sehr rasch. Bei größeren Wunden empfiehlt sich die Anwendung von Kunstrinde, sofern Sie sehr sorgfältig (sauber und dicht schließend) arbeiten bzw. diese Wunde in den Folgejahren erforderlichenfalls jährlich nachversorgen bzw. den künstlichen Wundverschluss bis zum endgültigen Verwachsen der Wunde jährlich erneuern.
Wenn Sie den Baum jetzt, Anfang September, noch beschneiden wollen, ist in diesem Jahr kein natürliches Wundgewebe mehr zu erwarten. Umso sorgfältiger müssen Sie dann mit der Kunstrinde arbeiten, damit sich an der Schnittstelle im Laufe der Jahre kein Faulholz bildet.


Frage von Günther Z.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
an meinem Stachelbeerstrauch finde ich täglich über 100 kleine grüne Raupen, die ich ablese und vernichte. Trotzdem ist mein Strauch mittlerweile fast kahl gefressen. Was kann ich sonst noch tun? - Im Voraus meinen Dank für die Antwort.

GARDENA Gartenexperte:

Die Raupen abzulesen ist tatsächlich die geschickteste Variante, denn es handelt sich ja um nur einen befallenen Strauch. Grundsätzlich könnten Sie die Raupen auch mit einem naturnahen Präparat, wie Raupenfrei oder Spruzit (von Neudorff), behandeln. Wo erkennbar ist, dass der Befall alljährlich auftritt ist es hingegen ratsam, zu Beginn von der Eiablage-Periode der Falter, den Strauch vorübergehend mit einem Vlies dicht abzudecken. Damit gelangen die Insekten nicht zur Eiablage an die Blätter des Strauches.


Frage von Barbara und Wolfgang G.:

Sehr geehrter Herr Kötter,
diesmal bitten wir um Ratschläge, was wir hier tun können: Unser "Methusalem"-Süßkirschbaum hat immer wieder diese gelben Baumpilze (siehe Bild). Mein Mann gibt sich alle Mühe, ihn möglichst komplett zu entfernen, wobei sich ja das Myzel unter der Rinde weitervermehrt. Unser Kirschbaum ist sicher sehr alt, denn nur zwei Personen können den Stamm umfassen, so dick ist er. Wir schneiden jährlich im Sommer nach der Ernte zurück und unsere Vorbesitzer haben bereits die Riesenkrone, die er mal vor vielen Jahren hatte, zurückgesägt. Man könnte denken, er hat sein Alter erreicht, aber gleichzeitig schiebt er regelmäßig gesunde, dicke neue Triebe und wir denken, die Kraft ist trotzdem noch da. Außerdem schmecken die Kirschen herrlich und sind schön groß. Wir möchten ihn sehr gerne erhalten. Was können wir tun? - Danke für Ihre baldige Antwort.

GARDENA Gartenexperte:

Sie haben völlig Recht, liebe Frau G., die von Ihnen gezeigten gelben Teile am Kirschbaum sind lediglich die Fruchtkörper des Pilzes. Wesentlich hingegen sind seine im Holz sich ausbreitenden Hyphen, die Wurzelgeflechte. Die bilden den eigentlichen Pilzkörper und sind aus dem Baum nicht entfernbar. Ihr Kirschbaum ist daher leider nicht mehr zu retten. Der Pilz wird in den kommenden Jahren den Baum weiter von innen her erobern. Der Baum selbst hat über seine so genannten Markstrahlen im Holz eine gewisse Abwehrmöglichkeit, diese sind aber nur beschränkt. Insofern wird der Pilz langfristig letztlich der Sieger sein und den Kirschbaum buchstäblich zu Fall bringen. Wann genau das soweit sein wird, vermag ich unbesehen nicht abzuschätzen. Achten Sie einfach darauf wann es soweit ist, dass seine Standfestigkeit nicht mehr gegeben ist. Spätestens dann müssen Sie eingreifen und den Baum fällen lassen. Ihr tolles Kirschbaumexemplar mag aber durchaus noch einige Jahre leben.
Warum aber zeigt sich ein im Grunde todkrank parasitierter Baum so austriebsvital? Das liegt daran, dass wir es jeweils mit ganz eigenen Baumbereichen zu tun haben: Der befallene Holzteil des Baumes ist, abgesehen von den besagten Markstrahlen, totes Gewebe. Quasi von innen heraus das „Skelett“ des Baumes. Dieses „Skelett“ ist rundum überzogen vom Wachstumsgewebe. , Dem Kambium, das als grünes Gewebe erkennbar unter der Borke – der Außenhaut des Baumes – liegt. Und das ist bis zuletzt vital und wächst trotz befallenem „Skelett“ munter weiter. Man könnte sogar hergehen und den Baum, bei Fällung im Frühjahr, auf etwa Meterhöhe abschneiden. Vorsichtig Stickstoff und Kali betont düngen in der Hoffnung, dass er daraufhin noch einmal neu austreibt und dann aus einem dieser Austriebe einen neuen Baum aufbauen. Aber das sollte dann am besten begleitet von einem gestandenen Baumschulgärtner passieren, der die Leidenschaft mitbringt, diesen ungewöhnlichen Weg zu versuchen und fachlich zu begleiten. Einfacher wäre es eine Baumschule zu bitten, Originalzweige von Ihrem Kirschbaum auf junge Kirschbäume zu veredeln, von denen Sie dann einen bei sich anpflanzen könnten. Damit hätten Sie zumindest die Kirschsorte aus Ihrem Garten für sich erhalten – von der Sie ja offenbar geschmacklich sehr überzeugt sind.


Frage von Anna F.:

Hallo, Herr Kötter,
ich habe heute eine Frage an Sie. Meine Terrasse ist für jeden einsehbar. Nun möchte ich einen schnell wachsenden Sichtschutz anpflanzen. Ich hatte an Knöterich gedacht. Oder können Sie mir einen besseren Rat geben? Für eine schnelle Antwort wäre ich Ihnen dankbar.

Der GARDENA Gartenexperte:

Schlingknöterich ist da eine gute Wahl, liebe Frau F., denn unter den Kletterpflanzen ist er wohl der flinkste „Aufsteiger“. Ich halte in diesem Kontext aber auch von Lonicera tellmanniana große Stücke, die ebenfalls schnell wächst und die, wie ich finde, das attraktivere Laub und die hübscheren Blüten hat.
Soll es aber definitiv eine Kletterpflanze sein? Immergrünen Sichtschutz bieten speziell die Lebensbäume (Thuja). Sorten wie `Holmstrupp´ sind schön dicht und müssen vergleichsweise wenig geschnitten werden.
Wenn es nicht völlig Blickdicht sein muss (bei den genannten Kletterpflanzen ist das ja auch nur bedingt der Fall) sind für schmale Beete auch Rosen der Sorte `Queen Elizabeth´ gut geeignet. Die Sorte erreicht bei kräftiger Düngung leicht Mannshöhe und Sie können sie durch passenden Schnitt durchaus als sommergrüne, blühende grüne Wand erziehen.

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